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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger
Jahrgang l929 ________ Freitag, den 25. August Nummer ^5
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Glück, bestieg n aber Ite von us hielt, , ja er ienn es sondern lit, und Eebeum
Choral t, denn zweiten llinckart tpfeifer
leben.
Die Pferde.
Von Ssergej I e s s e n i n.*)
Mit ihren Nüstern blasen sie im Schreiten vom Gras hinweg den goldnen Staub der Zeiten.
Heber den Hügel hin zur blauen Bucht geht flatternd ihrer schwarzen Mähnen Flucht.
Ihr Antlitz schwankt im stillen Wasserspiegel, vom Mond gehascht mit silberblankem Zügel.
Der eigne Schatten macht sie schreckhaft schnaufen; die Nacht durchdämmern sie, um sroh im Tag zu laufen.
Hell klingt der Frühlingstag ums Ohr der Pferde und lockt die ersten Fliegen aus der Erde.
Und mittags, wenn die heißen Wiesen dröhnen, schlagen sie aus und schütteln ihre Mähnen!
Stets schärfer will der Helle Hufschlag klinken, ins Leere bald, bald ins Gebüsch versinken.
Doch hebt die erste Welle sich zum Stern, schwirren die Fliegen überm Wasser fern.
*
Das Licht erlosch. Nun sind die Wiesen müd.
Der Hirte bläst auf seinem Horn ein Lied.
Gesenkter Stirne hör'n die Pferde zu was ihnen spielt der bärtige Mann in Ruh.
Das Echo aber führt mutwillig ihren Sinn auf unbekannte grüne Wiesen hin.
Liebend die Tage dein und deine Nacht, hab ich, o Heimat, dir das Lied gemacht.
Die Nase.
Von Nikolas W. Gogol.
1.
Am 25. März ereignete sich in Petersburg etwas höchst Seltsames. Der am Wosnessenski Prospekt wohnende Barbier Iwan Jakowlewitsch (fein Familienname ist uns leider abhanden gekommen und ist auch auf jenem Aushängeschild nicht zu finden, das einen Herrn mit' ein- gefeifter Backe nebst der Aufschrift zeigt: „Hier wird auch zur Ader gelassen") — dieser Barbier Iwan Jakowlewitsch also erwachte früh und verspürte sofort den angenehmen Geruch frischgebackenen Brotes. Sich im Beite ein wenig aufrichtend, sah er, daß seine ehrwürdige Gattin eben damit beschäftigt war, die noch heißen Brote aus dem Ofen zu holen.
„Praskowja Ossipowna," so redete Iwan Jakowlewitsch seine Gattin an, „heute will ich mal keinen Kaffee trinken, sondern statt dessen lieber ein frisches Brötchen mit Zwiebeln belegt essen." — (Das heißt, eigentlich hätte Iwan Jakowlewitsch gern beides gehabt, aber er wußte, daß man von Proskowja Ossipowna, die solcherlei Gelüste gar nicht liebte, unmöglich zwei Dinge auf einmal fordern konnte.) — „Soll der Narr ein Brot haben," dachte die Gattin, „um so besser für mich, denn desto mehr bleibt von dem Kaffee übrig." Kaffee nämlich ging ihr über alles. Unb damit warf sie ihm ein Brot auf den Tisch.
Iwan Jakowlewitsch zog mit Rücksicht auf den erforderlichen Anstand seinen Frack übers Hemd, setzte sich an den Tisch, nahm das Messer zur Hand, streute sich Salz hin, machte sich zwei Zwiebeln zurecht und begann, indem er eine wichtige Miene aufsetzte, das Brot zu zerschneiden.' Er schnitt es in zwei Hälften, deren Inneres er nun betrachtete. Hierbei sah er zu seinem Erstatmen aus dem Brot etwas hervorschimmern. Er stocherte mit dem Messer vorsichtig drum herum und betastete es mit dem Finger. „Es fühlt sich fest an," sagte er zu stch- „was kann es wohl fein?"
Er bohrte feine Finger ins Brot und zog — eine Nase heraus. 3»an Jakowlewitsch ließ' die Hände sinken, dann rieb er sich die Augen und befühlte es noch einmal: eine Nase, wirklich und wahrhaftig, eine •Me, und noch dazu kam sie ihm bekannt vor. Entsetzen malte sich stuf dem Antlitz des Iwan Jakowlewitsch. Aber dieses Entsetzen war «n Nichts im Vergleich zu der Entrüstung, die sich seiner Gattin be- machtigte. „Wo hast du, Vieh, die Nase abgeschnitten?" rief sie im höchsten Zorn. „Du Gauner, du Säufer! — Ich selbst werde dich der
*) Aus dem Russischen übersetzt von Sigismund von Radecki.
Halunke, solch einer! Da habe ich's schon von dreien ft du die Leute beim Barbieren so an den Nasen zerrst, als wolltest du sie abreißen.
Iwan Jakowlewitsch aber saß da, halbtot vor Schrecken: Er hatte
^« erkannt, sie gehörte niemand anderem an als dem Kollegien- msieren pfS^' ° ben er >eben Mittwoch und Sonntag zu E, Praskowja Ossipowna! Ich will dies Ding in ein Läpp, c^en wickeln und still in einen Winkel tun. Mag es dort ein Weilchen liegen. Und nachher trage ich es hinaus."
item be-
, t mehr. , .... ----- —., nie Dagewesenes,
ngelegenheit für sich, und eine Nase irfjts begreife ich, nichts!" — Iwan
„Nichts will ich davon hören, nichts! Soll ich es vielleicht zu- assen, daß hier bei mir im Zimmer eine abgeschnittene Nase herurn- liegt! ... Du Zwieback, gerosteter! Mit dem Rasiermesser auf dem Riemen rumrutschen, das verstehst du, aber sonst verstehst du nichts, Taugenichts, elender! Die Polizei wird man noch auf den Hals bekom- men deinetwegen, Schmierfink, Brett dummes! ... Weg damit, weg! Trag das, wohin du willst, aber daß hier keine Spur davon bleibt'" 3man Jakowlewitsch stand da wie gebrochen. Er dachte und dachte und wußte nicht was er benten sollte. „Weiß der Teufel, wie das zugeht' agte er schließend, sich hinter dem Ohre kratzend. „Bin ich gefte 9 ' soffen nach Hause gekommen oder nicht, genau weiß ich's nicht Wie dem auch sei, in jebem Fall ist dies etwas noch nie Sagen benn — Brot ist sozusagen eine Ar.^^.^U jü. flu,, ulll ' hinwiederum eine ganz andere. Nichts begreife ich, nichts!
Jakowlewitsch verstummte. Der Gedanke, die Polizei könnte die Nase nbr-£n b?Lur 3“r Verantwortung ziehen, dieser Gedanke 'UstwEe ihn blaß. Schon schwebte ihm ein leuchtend roter Kragen vor, mit silberner Tresse, dazu ein Säbel ... und er zitterte am ganzen Kfrper Endlich vervollständigte er seine Kleidung nach unten hin, wickelte die Nase in em Läppchen und verließ, geleitet von den schwerwiegenden Ermahnungen feiner Gattin, das Haus.
Er beabsichtigte das Ding irgendwo hinzustecken, vielleicht unter die Schwelle einer Pforte, oder er wollte es so wie versehentlich fallen assen und bann geschwinb in eine Seitengasse einbiegen. Zu seinem Unglück aber begegnete ihm bald biefer, bafb jener Bekannte, ber ihn ofort ms Verhör nahm: „Wohin bes Wegs?" „Wen willst bu benn s° früh rasieren? Und Iwan Jakowlewitsch sah sich immer wieder an seinem Vorhaben verhindert. Endlich hatte er bas Dina doch glücklich fallen gelassen. Aber schon wies von weitem ein Nachtwächter mit einer Hellebarbe darauf hin: „Heda,- bu hast was verloren!" — und jo muhte er bie Nase wieder aufheben unb in bie Tasche stecken. Verzweiflung ergriff ihn, bie sich steigerte, ba bie Straße sich mehr und mehr zu beleben begann. Schon öffneten die Kaufleute ihre Läden
Er beschloß, zur Jsaksbriicke zu gehen: sollte es ihm vielleicht gelingen, bas Ding in bie Neva zu schmeißen? ...
Iwan Jakowlewitsch war, wie jeher orbentliche russische Handwerker, em großer Säufer vor dem Herrn, und obwohl er alle Tage fremde Kinne rasterte, war fein eignes Kinn doch immer unrasiert. Sein Frack war (er trug stets einen Frack, nie einen langen Rack) schwarz, bas heißt, er sollte es fein, aber bie gelblich-braunen unb grauen Flecken, hie ihn bedeckten, gaben ihm ein scheckiges Aussehen. Sein Kragen glänzte speckig. Und an Stelle dreier Knöpfe hingen bloß bie Fäden herab. — Wenn Iwan Jakowlewitsch den Kollegien-Assessor Kowalew rasierte, so entspann sich zwischen ihnen gewöhnlich folgendes Gespräch: „Iwan Jakowlewitsch, immer stinken deine Hände." — „Wonach sollten sie stinken?" — „Das weih ich nicht, Brüderchen, allein sie stinken." — Worauf Iwan Jakowlewitsch eine Prise nahm und den Kollegien-Assessor um so tüchtiger einseifte, — unter der Nase, hinter dem Ohr und unter dem Bart, kurz überall, wo es ihm nur beliebte.
Der ehrenwerte Mann befand sich bereits auf ber Jsaksbriicke. Erst sah er sich nach allen Seiten um, bann beugte er sich über bas Geländer, als interessierten ihn bie Fische, bie unter ber Brücke burchschwam- men, — unb still lieh er sein Läppchen mit der Nase fallen. Es war ihm zumute, als fei eine Zentnerlast von ihm abgesunken. Er lächelte sogar vor sich hin. Statt sich nun dahin zu begeben, wo es Beamtenkinne zu rasieren gab, wandte er sich einem Gebäude zu, das die Aufschrift trug „Essen und Tee". Er beschloß, sich ein Glas Punsch zu
leisten. Da plötzlich bemerkte er am Ende ber Brücke ben Ouartal-
Aufseher, einen Mann von mürbigem Aussehen, mit breitem Backenbart, im Dreimaster, den Degen an der Seite. Iwan Jakowlewitsch erstarrte. Und schon winkte ihm ber Quartal-Aufseher mit krummem Finger: „Komm mal her, mein Lieber!"
Iwan Jakowlewitsch, ber wußte, was sich schickt, zog von weitem ben Hut, ging eilfertig auf ben Mann zu unb begrüßte ihn mit ben Worten: „Wünsche Gesunbheit, Euer Wohlgeboren."
„Nichts ba von Wohlgeboren, Brüderchen, sag' erst mal, was hast du ba getrieben, als du auf ber Brücke standest?"


