Ausgabe 
23.4.1927
 
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Offenbaren also die Sprachen in ihren Eigentümlichkeiten als ge­danklicher Ausdruck die Charakteristika der Völker, so tut es die an sich sprachlose Aeuherung, der Gesang, als Empfindungsausdruck nW w Niger. Sowohl der Charakter der Smgstimmen wecht bei den emzelnm Nationen große Unterschiede auf, wie auch die Werse des Gesanges. Natürlich spricht hier die verschiedene musikalische Begabung der Men in hohem Grade mit; es ist nicht zu verwundern, daß die m musikalisch chinficbt höchstbegabten Völker, die I t al i e n e r und die Slawe n, auch im rein Gesanglichen auf der höchsten Stufe,stehen. D.e sogenannten Raturstimmen sinden sich wohl am häufigsten südlich derAlpenund in Rußland- wie häufig hört man in Italien heute aus dem Volke mit Stimmen singen, deren Umfang und Wohllaut bet einer Ausbildung ihnen die schönsten Erfolge in Aussicht stellen wurden. Es handelt fich hierbei erfahrungsgemäß häufiger um Männer- als um Frauenstimmen, wie wohl in Rußland auch; und zwar fallen uns in Italien die gerade bei uüs und "n anderen Ländern seltenen hohen und Hellen Tenore aus wahrend die Russen sich durch die Fülle und unwahrscheinliche liefe

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Range war - oder wie sie sein Nachfolger Benjamino G.gli Horen lässt selten sind. Immerhin werden viele Jtalienreifende >n schonen Nächten klare und weittragende Stimmen von jungen Mannern ge­hört haben, die ein Ständchen bringen oder singend durch die stillen Straßen kleiner und verschlafener Ortschaften ziehen; diese muß man firh mir Beurteilung italienischer Stimmen halten, nicht etwa an in« ausaefchrieenen Kehlen heiser gröhlender Straßen- und Kneipensanger in den Fremdenzentren, die in ihren traurigen Resten kaum noch Spuren des ursprünglichen Klanges erkennen lassen.

Die Frauenstimmen sind im allgemeinen weniger angenehm; häufig für unsere Ohren schrill, und, gerade bei Opernsängerinnen, nichtfrei vom Tremolo so daß z. B. die Chöre in Italien nicht gerade von an- genehmster Wirkung sind. In dieser Beziehung sind wohl die Russen nickt tu übertreffen; wir hatten in Deutschland wahrend der letzten Jahre mehrfach Gelegenheit, die unvergleichliche Güte des russischen Chorg^ wnaes durch die Konzerte des Ukrainischen Chores, der Frauen- und Männerstimmen zu höchstem Wohlklang vereinte, der Donkosaken und anderer Männergesangvereinigungen, kennenzulernen. Die außerordent­liche Musikalität der Russen kam in diesen Darbietungen ebenso zur Geltung wie die Kraft, Schönheit und Gepflegtheit ihrer Stimmen, während des Krieges in Rußland hatte man häufig Gelegenheit, diese Eigenschaften und Fähigkeiten bei den Gefangenen zu bewundern, die of? ohne rede weitere Vorbereitung zusammentraten, und in vollendeter Reinheit, in vierstimmigem Satz ihre sehnsuchtsvollen und schwermütige Volkslieder anstimmten, deren Klage in der steppenweiten Melancholi des Landes, vor allem unter herbstlich-dusteren Himmel mit ergreifender Kraft an die Seelen der Zuhörer rührte.

Das auf dem Kontinent oft als völlig unmusikalisch verschriene E ng- l a n d ist in dieser Beziehung bedeutend besser als sein Rus. In den keltischen Gegenden, in Wales, Schottland und Irland, treffen wir aus eine große Menge schöner Stimmen und auf eine alte Kultur des ^Zolksge- fanges, wie schon die sehr reichhaltige Volkslied-Literatur jener Gegenden | beweist. Aber nicht nur die keltischen Teile des Landes sind dem Ge-

Wir Kameraden aber standen am Ende der Gasse, warteten, bis der Hausierer tum Vorschein tarn und schrien ihm dann jedesmal das alte Scklacktaeheul in allen Tonarten nach: Hotte, Hotte, Putzpulver! Meistens

»i8 v-ihio weiter grinste auch wohl verachtungsvoll herüber; zu­weilen aber blieb er rote lauernd stehen, drehte den schwerfälligen Kopf mit bösartigem Blick herüber und senkte langsam mit verhaltenem Zorn

Hand in stne tiefe Rocktasche, was eine seltsam tückische und drohende ^^Dieser^Blick und dieser Griff der breiten braunen ijanb roar schuld baran daß ick mehreremal von Hotte Hotte träumte. Und dieraume wieder waren schuld dman, daß ich viel an den alten Hausierer oenken mußte und zu ihm in ein seltsames, verschwiegenes Verhältnis kam, non welchem er freilich Nichts wußte. Jene Traume hatten nämlich imme^ irgend etwas mifregend Grausiges und beklemmten mich wie Alpdrücken Bald sah ich den Hotte Hotte tn seine tiefe Tasche greifen und lang- scharfe Messer daraus heroorzlehen, wahrend mich em Bann am Make festhielt und mein Haar sich vor Todesangst sträubte. Bald loh ick ihn mit scheußlichem Grinsen alle meine Kameraden in seinen PeKrren schiebstund wartete 'gelähmt vor Entsetzen, bis er auch m'<2Bennleberl Alte nun wieder kam, fiel mir das alles beängstigend und aufregend wieder ein. Trotzdem stand ich aber mit ben anberen an ber Gassenecke unb schrie ihm seinen Üebernamen nach unb lachte, wenn L,r in die Tasche griff unb sein unrasiertes, farbloses Gesicht verzerrte. Dabei hatte ich Heimlich ein Heillos schlechtes Gewissen unb wäre, so­lange er um ben Weg war, um keinen Preis allein burch bie Falken- gaffe gegangen, auch nicht am Hellen Mittag.

Vom Besuch in einem befreunbeten gastlichen LcmbpfarrHauje zu- rückkehrenb, wanberte ich einmal durch den tiefen fcfjonen J-annenforft und machte lange Schritte, denn es war schon Abend, unb ich hatte noch anberthalb Sfunben Wegs vor mir. Die Straße begann f^an stark zu hämmern, und der ohnehin dunkle Wald rückte immer dichter und feindseliger zusammen, wahrend oben an hohen -lannenftainmen noch schräge Strahlen roten Abendlichtes glühten. Ich schaute ost hinauf, ein­mal aus Freude an dem weichen, schönfarlngen.Lichte und dann auch aus Trostbedürfnis, denn die rasche Dämmerung nn stillen tiefen Walde legte sich bedrückend auf mein elfjähriges Herz. Ich war gewiß nicht feig, wenigstens hätte mir das niemand ungestraft sagen dürfen. Aber hier war kein Feind, keine sichtbare Gefahr, nur das Dunkelwerden und das seltsam bläuliche, verworrene Schattengewimmel im Wald- innern. Und gar nicht weit von hier, gegen Ernstmuhl talabwärts, war einmal einer totgeschlagen worden. ... ..

Die Vögel gingen zu Nest; es wurde still, still und kern> Mensch war auf der Straße uierwegs außer mir. Ich ging möglichst leise Gott weiß warum, und erschrak, so oft mein Fuß wider eine Wurzel stieß und ein Geräusch machte. Darüber wurde mein Gang immer lan^cmie* statt schneller, und meine Gedanken gingen allmählich ganz ms Fabel­hafte hinüber. Ich dachte an den Rübezahl, an bie ,chrei Männlein nn Walde" und an den, der drüben am Ernstrnühler Fußweg nmgekom-

Siimmsn der Völker.

Von Dr. Anton Mayer.

Die auffallendsten Unterschiede im Wesen der Völker verkörpern sich in den verschiedenen Sprachen, deren Eigentümlichkeiten die durch^hlsto- risches Geschehen, rassenmäßige Entwicklung und geographische Lage be dingttn charakteristischen Eigenschaften der Nationen in grammatikali. scher wie in klanglicher Beziehung wiedergeben. Die prakttzche,.auf äußerste Vereinfachung hin durchgearbeitete Sprache des Englemders spiegelt d-n tatkräftigen, unsentimentalen, auf Sachliches gerichteten Sinn der Angelsachsen ebenso wider, wie bas geschliffen-liebenswürdige, mit vielfach blumigen Floskeln verzierte Französtzch, die nicht immer gans ehrliche, zuvorkommend-galante Form des Galliers, das wuchtig- gründliche Deutsch die schwerblütige Grobheit des Germanen ober das tönenb-grotzartige Italienisch, die ein wenig pofen^ajte mit Gesten be gleitete Redseligkeit der Bewohner der Apenmnhalbinsel.

Ist nun bie Sprache selbstverstänblicher Ausdruck unserer Gebanken, in nerfaat fie häufig beim Versuch ber Reproduktion von Ernpfindun- Len ober ®efüK9bie mit horten nicht zu fassen finb. Liebe, Sehn- sucht, Trauer unb andere die Menschenseele bewegende Kräfte haben infolgedessen von Anfang an einen anderen Ausweg gesucht, um bie von ihnen beengte Brust zu befreien, unb haben ihn iogleidj im musikol chen Ton aefunben der fähig ist, ohne alle Worte durch ferne melodischen unb rhythmischen Sanierungen all das ans Licht zu bringen, was dem gestammelten Wort zu sagen verwehrt bleiben muh. Im rauhen, te$t» Fofen, wohl jodlerhaften Musikschrei der Vorzeit liegt, der Ursprung bcs Siebes- suchen wir noch nach einem Vorfahren für ihn, fo f'^en ihn irn Brunstlaut des Tieres. Die Gesangstimme also ist als Bent-l fur die Kefüblskomvlere von Wichtigkeit wie die Spvechstlmme sur die Ge- kanken und ebenso lächerlich, wie es wäre, wollte man emen mathe- matiscken Lehrsatz in Musik setzen unb als Lied vortragen, ebenso felbft» Stänblich It ber liebföLmige Ausdruck für die . von.heftiger Empfm- duna Bewegten, mögen fie nun als Trauernde m wilde Klagegesang« ausbrechen, wie es im Orient geschieht, mögen sie als Liebende sich i" ftegreifcntftanbenen Ritornellen aussingen, wie es noch vor nicht langer Zeit in Italien üblich war und auch jetzt noch gelegentlich in abgelegenen, vorn Fremdenverkehr noch nicht verdorbenen Gegenden zu Horen

Da erhob sich ein schwaches, schnurrendes Geräusch. Ich blieb stehen und horchte es machte wieder rrrrr das mußte hinter mir auf ber Landstraße fein. Zu sehen aber war nichts, denn es war unterdesien fast völlig dunkel geworden. Es ist ein Wagen, dachte ich, und beschloß, ihn abzuwarten. Er würde mich schon mitnehmen. Ich besann mich, wessen Gäule wohl um diese Zeit hier fahren konnten. Aber nein von Ros en hörte man nichts, es muhte em Handwagen fein, nach dem Ge- räu cii zu schließen, und er kam auch so langsam naher. Freilich, em Handkarren. Und ich wartete. Vermutlich war es ein Milchkarren, viel- l-jcht vom Lützinger Hof. Aber jedenfalls muffte er nach Gerbersau fahren, vorher lag keine Ortschaft mehr am Wege. Und ich wartete. . T Unb nun sah "ich ben Karren, einen hochgebauten Kasten auf zwei Rädern unb einen Mann gebückt dahinter gehen. Warum bückte sich wohl ber so schrecklich tief? Der Wagen mußte schwer fein.

Da war er endlich.Guten Abend", rief ich ihn an. Eine fiebrige Stimme hüstelte den Gruß zurück. Der Mann schob sein Wägelchen üwei drei Schritte weiter und stand neben mir. .

Sott helfe mir der Hotte Hotte Putzpulver! Er sah mich emen Augenblick an, fragte:Rach Gerbersau?" unb ging weiter, ich neben» her. Und so eine halbe Stunde lang wir zwei nebenemanber durch bie stille Finsternis. Er sprach kein Wörtlein. Slber er lachte alle paar Minuten in sich hinein, leise, innig unb schadenfroh. Und jedesmal ging das böse, halb irre Lachen mir durch Mark und Bem. Jaj wollte spre­chen, wollte schneller gehen. Es gelang mir nicht. Endlich brachte ich mübtcitn ein pnnt 9Borte heraus. , . <>, < r .

Was ist in dem Karren da drin?", fragte ich stockend. Ich sagte es sehr" höflich und schüchtern zu demselben Hotte Hotte, dem icy hundert­mal auf ber Straße nachgehöhnt hatte. Der Hausierer blieb stehen, lachte wieder rieb sich die Hände, grinste mich an und fuhr langsam mit der breiten Rechten in die Rocktasche. Es war die hämisch häßliche Geste, die ich so oft gesehen hatte, und deren Bedeutung ich aus meinen -träumen kannte "ber Griff nach ben langen Messern!

Wie ein Verzweifelter rannte ich davon, daß der finstere Wald wider­hallte, und horte nicht auf zu rennen, bis ich verängstigt und atemlos an meines Vaters Haus die Glocke zog.

Das war der Hotte Hotte Putzpulver. Seither bin ich aus dem Knaben ein Mann geworden, unser Städtlein ist gleichfalls gewachsen, ohne dabei schöner geworden zu sein, und sogar in der Falkengasse hat sich einiges verändert. Aber der alte Hausierer kommt noch immer, schaut in die Kellerfenster, tritt in die feuchten Flure, schäkert mit den ver­wahrlosten Weibern und kennt alle die vielen ungewaschenen, strohblon­den Kinder mit Namen. Er sieht etwas älter aus als damals, doch wenig verändert, und es ist mir seltsam zu denken, daß vielleicht noch meine eigenen Kinder einmal ihn an der Falkengasse erwarten und ihn seinen alten Üebernamen nachrufen werden.