Ausgabe 
16.7.1927
 
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der schönen Mar- ,6ie hatten recht,

geweckt würde.

Die Geschichte mit dem Orden vom Löschhorn ist ganz unglaublich, Exzellenz, Sie müssen mir Genugtuung verschaffen. Der Gelbe Zwerg nnch verboten werden und die Leute, die das elende Blast schreiben, . ihren schalen Witz in Vincennes abbühen!'

Kaum verstand die schöne Frau, die also gesprochen Hatte, ihren Zorn abzublenden. Sie begriff,nicht, daß Fauche, der PolizeiMlnister, so ruhig bleiben konnte, obwohl sie wußte, daß er ste verehre.

Den Gelben Zwerg verbieten?" sagte er und blickte auf die große Fledermaus mit ausgebreitetey Flügeln, die den Kopf des angefemdeten Artikels bildete,Sie überschätzen meine Macht.

Ich bin beleidigt, Fauche; hören Sie, beleidigt. Alles lacht über meinen Mann, seit ihn das Skandalblatt zum Komtur der Lichtausloscher gemacht hat. Die Staatsautorität leidet. Wenn Sie nicht elngreisen, könnte es scheinen, als hielten Sie noch immer . . . Sie unterbrach sich, denn sie hätte fast gesagtzu Bonaparte" und wußte doch, daß der Name des Korsen verpönt war. , m o

Madame," Faches Züge versteiften sich, ,/der Gelbe Zwerg ,st mächtiger als wir denken. Mit den Leuten binde ich ungern an.

Bei ihrer Vergangenheit ist Vorsicht allerdings am Platz, aber ich

Er überhörte die Beleidigung, die an seinen Gesinnungswechsel mahnte; nur ein kurzer, haßerfüllter Blick traf die Dame, dann sagte er ruhig:Niemand? Melleicht doch den Gelben Zwerg, wenn Ihr Mann oder der junge Herzog Karriere machen soll."

Sie werden anzüglichl"

Wie Sitz, Marquise!" . , . K ...

Wenn mir Genugtuung an dieser Stelle versagt wird, gehe ich zum

spöttisches Lächeln huschte über Fouches Mundwinkel, indes dis elegante Marquise von Rochemaur nervös mit dem großen, prachtvollen Muff spielte, der auf ihrem Schoß lag.Ich kann Sie nicht abhalten, zu Seiner Majestät zu gehen," meinte er,aber ich rate ab. Nehmeri Sie den Witz als Witz, das Blättchen als einen schlechten Scherz der Welt­geschichte und diese Nummer vom 5. Januar als ein Vorspiel des Kar­nevals, der gestern begonnen hat." ~

Ganz Paris lacht, wenn es meinen Mann an der Spitze der Ordens­ritter vom chhorn sieht, das Löschhütchen neben seinem Namen. Es ist doch zu durchsichtig. Rochematre statt Rochemaur zu drucken. Ich kann mich nicht zufrieden geben."

Er' entfaltet^noch einmal das Blatt, das die Statuten des Ordens und die Lifte der Ritter des einfachen und des doppelten Loschhorns enthielt, und er las:Die Ritter legen das Gelübde der Dummheit, der Frechheit und des bösen Willens ab. Allerdings ein wenig stark! Ich lasse mir den Redakteur kommen. Genügt Ihnen das? ...

Zunächst. Man muß ja doch erst wissen, wer den Unsinn geschrie-

Dann wäre die erste Szene des LustspielsWie man Wespen tötet , ^Er küßte ihrMalant den Handschuh.Glauben Sie mir, Madame, es wäre nicht gut, wenn die Schlußszene im Kabinett des Königs spukte. Wespen stechen leicht in schöne Hände und fliegen dann ungefährdet weiter." , . ....

Sie begriff die Anspielung nicht recht, fühlte nur em feindliches Lächeln, als Fauche sie zur Tür begleitete. Im Vorzimmer gab er den Befehl, Herrn Cauchois-Lemaire, den Redakteur des Gelben Zwerges, sofort 'in sein Kabinett zu bescheiden. , .

Als die Marquise in den Wagen steigen wollte, ging wie von unge­fähr der junge Herzog von Damville vorüber in der kleidsam anliegenden, ein wenig steifen Tracht des Tages, den Mantel mit den vier ubereln- andergeschnittenen Kragen nur lose auf der Schulter, denn die Januar-

Won r°Lnstck?n"°Lundanlage und der gotischen Einwölbung £ SeS96Ä Äzum Ch°7hinW«rblicken Das

iBarocJ hat die gotischen Gewölberippen säuberlich abgeschlagen und die BK '-I °m D-lm-.-u,-.

nnffffen Deutschlands nicht gestört. Hier fönen wir noch romanische Form an den kt? abgewandelten Säulen genießen und mit Spannung dem Kamille der Drachen und Ritterlein folgen, der den Mitcelpfeller der düstern Halle in kraftvoller Plastik aufwühlt, Ueberbleibsel heidnisch-ger­manischer Vorstellungswelt.

Die Geschichte VDM Gelben Zwerg.

Line historische Anekdote (1815).

Von Alexander v. Gleichen-Rußwurm.

Damville blickte ihr wie verzaubert nach, bis ihm ein Freund auf die Schulter schlug und ihn aüfforderte, noch ein wenig auf den Boule- ar9 ®Ue Zeit"darauf stand ein zierlich gebautes München mit großem Kovf und klugem Aussehen vor dem gestrengen Polize,Minister. Gar Nicht ?nterw5fig sondern eher zum Angriff als zur B°rteidigung beroch ck- war Cauchois-Lemaire, der berüchtigte Herausgeber des berüchtigten

(üelbm Zwerges } , eie können mein Blatt verbieten, Herr Minllter, Sie können machen, was Sie wollen, in v,erund^wanz.g Stun-

Meinung sehr hoch."

Mick? atttten "wer die Worte des inkriminierten Aufsätze?.

~ li^ ibren Geist im Zustand der Dummheit und Unwissenheit

Vbeii, le^ und bedenken d,e Ritter

M doch'neulich über die'ogenännte gute Presse geschimpft? Ein Mitglied ^d es Kabinetts, ein Prinz? Vielleicht derKdnigundiemand hat es gehört, überlegte der Minister - und sagte:Wer hat Ihnen

lag "auf meinem Tisch, und das Fenster war offen. Witz ist dann. Das

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Der "kleine Redakteur machte ein ganz verschmitztes ®ot e

Absicht, war es Leichtsinn, daß er die Blätter bei sich trug? Wer konnte

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in?,Mtten Drohungen setzte der Redakteur kaltlächelnden Spott migegen, hir zun Fouchä entließ ohne Gewaltmaßregeln anzuwenden. Schon ein= mal war der Gewe Ler? vom Kabinett des Königs au- direkt gerettet . worden. Das durfte nicht wieder geschehen.

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sür d°n Schaden nicht zu sorgen, @r jal) boshafter aus als je,

der noch ei ersuchtiger a s ihr Gemah. sein' Mo Mn-

Kammerherrndienste in der Nähe des Königs ^^g^^^uneljmen. KNSSWM 9,toÄ®*'£udlt ml» s-l»° »-I-M m«n»m«t ä« WW

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Abend nicht wiedersehen sollte. ütfIch habe den

Slber Fouchö kam schneller, als sie dacyre, zuruu.

Schreiber des Artikels entdeckt.

zu holen?" Sieh sah^ sich um. ^«^nMerte sie Er verneigte sich. Sw Nähe des Königs. "Morgen bei nt«, fluf Pamphlet geschrieben?

beugte sich nahe an sein Ohr. ) += Ohnmacht nahe.

Herzog Adolphe von Damville. Sie war einer r, , Vielleicht aus Eifersucht «»f Ihren GEn. Romantiker

fährliche Leute." Andere traten frrt$u, b,e h3JLQ^ te sollte sie sich K' zu fassen. Wohlveriraut mit Liebesspiel und Jntr g , war, ihn

erst Gewißheit verschaffen, und dann, wenn Ad pv

sonne schien warm.

In den Salons wurde seine romantische Liebe zu der schonen Mar­quise viel bespöttelt. Er grüßte, sie sprach ihn an.Sie hatten recht, AdolM? Der Minister war zurückhaltend. Ich mußte nut dem König hrnfaon n

Sehr unklug, Isabelle", sagte er leise und neigte sich über ihre Hand. Rasch stieg sie in die große, schwerfällige Karosse, damit die Lakeien nichts zu klatschen hätten und die Eifersucht des Marquis nicht