>ar lang und trocken ile die Drescher dran
Wir gingen wie
Und liehen keinen Brocken.
Gesundheit war ein jeder Schluck Und Leben jeder Bissen! Wir fühlten Gottes Händedruck, Daß wir zu essen wissen:
Daß wir des Brotes Wert verstehn Und seiner Quellen Frische, Rotbäckig von dem Mahl aufstehn Und hungrig gehn zu Tische.
oder "Druckänderung der Safe. (Gasthermometer)
Endlich im „Heiligen Cyprian"! Der Marsch war lang und trocken.
'N mögen, verlorengegangen. Architektonisch mühte dl« Auf ^erundetheit führt, reizen, versucht
unu vuiu tiv Jinan hat wohl gewußt, warum er die Anordnung in der Äja Sophia beibehalten sollte!
Die Krönung eines Hügels durch eine Kirche ist den Byzantinern vollkommen in der Aja Sophia, wohl auch anderen spater umgestaltetsn Kirchen gelungen: die Türken haben es verstanden, ihre Hauptstadt nach diefenr Grundsatz weiter auszugestalten. Jeder Stadtteil steigt zu einer Konstantinopeler Moschee tatsächlich allseits auf: darum wirkt aber eine solche Moschee in die Ebene übertragen falsch. Dadurch, daß man den Moscheen eine nunmehr teilweise ungeeignete Nachbarschaft geschaffen hat ist ihre ist ganz Stambuls Zauber - wiederholen wir das - be- einträchtigt worden. Auch die türkischen überschlanken Minarette sind nur ricktia wirksam, wo sie rhythmisch über em hügeliges Gelände, wie so eindrucksvoll zu Stambul, verteilt sind; als solche kann man sie, trotz ihrer Zierlichkeit keine gute architektonische Erfindung nennen. Wie ungleich würdiger sind doch arabische Moscheen ohne Minarett, wie dre .unsagbar glanzvolle Omar-Moschee in Jerusalem oder die meisten Moscheen n Kairo, deren Türme ein trutziges Gehaben zeigen. Sie Minarette ber: Kja Sophia, ob hier richtig oder nicht am Platz, sind untereinander ungleich und an und^ für sich die kräftigsten Stellen Stambuls Solche, tusche Minarette haben aber fchnell zur Schablone verftchrt, sich daher märten, die in der Baukunst nicht mehr schöpferisch gewesen sind, gut Mit etwas Bariation verwenden lassen. Ueberhaupt ist man in Konstantinopel, »u Zeiten, da Europa iwch eine barock-lebendige Ueberliesemng geerbt hat, Breits akademisch und rasch daraus routiniert geworden. Vielleicht ist ums Goldene Horn, durch fortwährendes Sich-Wiederholen mit kleinen Abwandlungen, zuerst historisch gebaut worden..**«4fr* aber auf diese Art den vollkommenen Verfall langer als 'M Westen, vermeiden können. Es ist in diesem Sirm trefflich gewesen, daß man im vorigen Jahrhundert die Moschee Mohammed Alls auf der Zitadelle Kainos, also dem eigentlichen Stadthügel nach türkischem Vorbild, mit Konstantinopeler Minaretten aufgeführt hat. UiWerglÄchttch fit der Zauber kleiner byzantinischer Kirchen, die auch Moscheen werden mußten, wie die Kütschük Aja Sophia, mit der füngeschwungenen Mppel Stam- buls, ein herrlicher Versuch zur großen Hoch- urck». Hoftrrche,, oder das Ehora-Kloster, jetzt Kahrie-Moschee, mit seinen schonstM, spatbyzantin- ^en, nun, bei höchster Duldsamkeit der Türken, freigelegten christlichen
Konstantinopels Märchenhaftigkeit, soweit sie nochbchcht, kann nur auf der Grundlage moslemitifcher Kultur erhalten, vielleicht sogar weiter
An der Grenze der Temperatur.
Von Geheimrat Professor Dr. Leo Graetz, Universität München.
Es ist eine in der Physik lange bekannte, aber immer noch überraschend wirkende Tatsache, daß die Temperatur aller Körper zwar durch Erhitzen beliebig hoch gesteigert werden kann - wenigstens ,n Gedanken beliebig bock wenn uns auch zur Ausführung über gewisse hohe Temperaturen hinaus die Mittel fehlen — daß aber durch Abkühlung, durch Entziehen von Wärme, ein Körper nich tbeliebig tieseTemperamrenerreichenkann mich nicht in Gedanken —, sondern daß die Temperatur bei MINUS 270 Grad Celsius eine untere Grenze erreicht, so daß es tiefere Temperaturen als diese nicht gibt. Diese Tatsache beruht auf der Art, wie Mi die Temperaturen Überhaupt messen. Die gewöhnlich benutzten Quecksilbe
®Xlwn ber ®afe wird der Druck jedes Gases bei der Temperatur minus 273 Grad zu Null, so daß nach der Seftmtion eine hefere Tomneratur als diese nicht existiert. Wenn man, wie es häufig geschieht, bi^Temperaturen statt mit Thermometern vielmehr elektrisch mit Thermoelementen oder dergleichen mißt, wird das mcht anders, denn die Themm- elemente müssen, um wirkliche Temperaturangaben zu gestatten, eben vorher mittels der Gasthermometer geeicht werden.
Diese untere Grenze der Temperatur, bet welcher kein Gas mehr einen Druck besitzt, und die man den absoluten Nullpunkt der Tem n p raiur nennt erscheint als etwas recht Geheimnisvolles und Merk- würdiaes so daß selbstverständlich der Drang der Physik dahin Schg-möglichst diese tiefe Temperatur zu erzeugen und zu "nterfuchen, wie sich , materiellen Körper, und wie sich die Elektrizität, der Magnetismus ufw. bei ihr verhalten In langen, mühevollen Versuchen, die sukzessive 'mmer fimrten mürbe dieses Ziel erreicht, soweit es überhaupt erreichbar
eA Ä»I(,{,]•(, ig27 sind es gerade 50 Jahre, daß ein entscheidender Z^Z bam 7°rwärts durch Ra°ul Pietet in Genf gemacht wurde. Man kann tiefe Temperaturen erzeugen, wenn man gewisse Gase durch hohen Druck (z B. 60 Atmosphären) bei gewöhnlicher Temperatur sftfisig macht, und die verflüssigten Gase, die man heute bekanntlich käuflich m Stahlflaschen beziehen kann, plötzlich von dem hohen Druck entlastet, indem man fie unter gewöhnlichen Atmosphärendruck oder noch geringeren Druck 'bring? Durch die plötzliche, rasche Verdampfung kühlt sich dabei die Kohlensäure bis zu der Temperatur von minus 80 Grad ab. Man hoffte tcinpriJit auf diese Weise durch bloßen Druck auch die Lust fluffig machen m^können "aber das gelang nicht, selbst als man die, Lust einem Druck von snon Atmafvbären aussetzte Cs erwies sich, daß em Gas nur bann oer* SÄ» Temperatur bobel unter einem gewfiftn ür fedes Gas anderen, Wert liegt, einem Wert, bem man die kritische Tpmneratur des betreffenden Gases nennt. Für die Luft liegt die k sch Temperatur aber mät tiefer als bei minus 80 Grad. Es gelang aber iRictet indem er zunächst in einem Bad der kalten Kohlensäure Stickoxydul S(£ unb S ^nn unter geringen Druck brachte eine Temperator non roentoer als minus 113 Grad zu erreichen, in welcher komprimierter Sauerstoff von 50 Atmosphären Druck schon stussig wird. Mit dem unte niederen Druck gebrachten flüssigen Sauerstoff gelang es bann, eine Tem- ^atur von minus WO Grad zu erreichen, eine Temperatur m welcher alle Gase, außer Wafferftoff und Helium, flüssig gemacht werden konnten.
morden ist dann geblüht hat, entsaftet sich den Besuchern auch heute noch unveraleichlich abwechslungsreich und teilweise großartig. Nur schwmbet nnrff ba itnmer mehr der orientalische Anstrich, besonders was Lebens- führung und Tracht ber Bevölkerung anlangt. Selbst in den
Im durch ihre gegen Regen und Sonnenbrand schützenden Ueberwol- bunaen aus Stein gekennzeichneten Basargegenden wird europäische Art rfaZer gangbar: selten nur veGtzen einen Gruppen außer- ordentlich gekleideter und stark zankender yrauen, die beim Einkäufen laut und lebhaft feilschen, tatsächlich noch ins Morgenland. Sonst aber treibt man mit meistenteils europäischer Ware, auf europäische Weise, in europäischer Kleidung Handel: sogar der rote Fez soll nun, aus Wunsch eigentlich Befehl des Kemals, aus der Türkei verschwmdm: imfer Hut wird also von nun an, angeblich seiner Abstammung aus Griechen- lanb meaen in Wirklichkeit aber wohl, weil er noch sichtbar von westlicher KopsbV^ng absticht, weichen. Die Polizei trägt in Konstantinopel schon ganz regelrechte Tellermützen.
Dip hnchfte Sehenswürdigkeit Konstantinopels, die Aja sophill, liegt in diesem geschichtttch so denkwürdigen Viertel. Leicht, wie von Engeln im blauen Himmel behutsam in der Schwebe gehallen, krönt die ziemlich flache Kuppel den schweren, durch An- und Umbauten noch gedrungener gewordenen Bau. Seine Wucht nimmt den Betrachter entzchieden ^n. doch auf das Innere ist «s den Erbauern angekommen. Das LanGchiff haben Die kühnen Erwäger dieses erhabenen Raumes mcht vollständig aufgegeben; die schwingende Kuppel überfliegt ihn bloß auf zwei Seiten oon Halb kuppeln emporgeschnellt: der Hochklang desRundbaues ist somit, ohne Einsetzung aller zur Verfügung sichenden Möglichkeiten erreicht, dadurch wird^fofort die Vornehmheit des Eindruckes erzielt unb ber Kirche wohnt dazu eine das wünschereiche Gemüt beanspruchende Tiefen- wirkung inne: man fühlt sich nämlich in ber 2tja Sophia emer immer nodi unerhörten Offenbarung entgegenwandeliü>. Es kommt einem keineswegs nur auf die goldgegierte herrliche Kuppel an: em erhabeueres, un- uusd rück bares Geheimnis Gottes waltet in dieses Raumes vollkommener Geschlossenheit. Trotz aller erzielten Klarheit fit unter solchen Wölbungen noch eine übermenschliche Daseinsbestimmtheit vorhanden. Etwas ftn- oesagtes, das bloß dm einzelnen angehen konnte, wird somit, bermts weit vor dem Proteftantisnius, zu Byzanz, empsunden wowen fein. Di« ewige Aja Sophia befindet sich in keinem erbaulichen Zustande: sie »st architektonisch intakt, vom Standpunkt zur Schönheit betrachtetiedochem verunstaletes Bruchstück des Gewesenen. Großenteils fit dann die Übernahme der Kirche durch den Mohammedanismus schuld; doch ist der Bau auch als Moschee vernachlässigt worden; das was die Zeit zerstör« mußte, hat man zu verdecken versucht. Wer die Seitengange stthen noch, mit ihrem prachtvollen Mosaikschmuck, in mystischer Abseitigkeit vom allgemeinen Kultraum für gegenwärtige, wie noch angeborene Vereinsamte, auf Pilgerschaft nach eigner Gottgeborgenheit, aufnahmebereit, in voller
In^der großartigen Sulei manie-Moschee hat der geniale Architekt der Türkei, ein Wbaner, Mimar Sinän 2lga, wie in der 2lja «ophra das Mittelschiff mit einer Hauptkuppel und zwei Halb kuppeln üb erwölbt. Durch ihre dunkle Bemalung, die prachtvollen Teppiche rmd wunderbaren persischen Buntfenster ist die Suleimame-Moschee, nach der A>a Sophm, das ehrwürdigste Gotteshaus Stambuls. Bei anderen Moscheen, beispielsweise der weitzügigen Tllhmed-Moschee, wo man, statt von einem Mittel- W, mm einem Mittel-Rund, reden möchte, weil zur Hochkuppe vier Halbkuppeln gar symmetrisch aufftreben, ist die Raumbilduilg $u sakralen Zwecken, zugunsten einer freien Saalwirrung, in der sich tanzende Derwische drchen mögen, verlorengeganger gäbe der Gleichmäßigkeit, die zur Abg< und bald gelöst werden: doch Mimar Si
geführt werden. Stambul, in den Händen von Christen, die es nicht 8» Anbanaern des Propheten überlassen wollten, würde bald beinerne a» S Sienn Bei längerem Aufenthalt in der Stobt W^m GÄbmm Horn offenbaren sich einem ja immer noch mannigfaltige WunoewMge. Weniger pmnkvolle Moscheen, wie die kleine Mchemed-Sokollu-'Pascha- Moschee, oder die ebenfalls bescheidene Rustem-Moschee, mit ihren Wmw- bedeckungen aus prächtigen Kacheln, können einen zu «ftzückiern l«r- roeilen bewegen. Unvergeßlich bleibt mir auch eme Abendstunde in^: ebenfalls mit blauweißen Kacheln ausgeschmückten, höchst prunkvollM, schon genannten Achmed-Moschee. Alle ihre niedrig angebrachten, wettmaschig vergitterten Riesensenster stonden oft en: so konnte em: ho^ schäumendes Meer von drei Seiten heremleuchten; da ersthabe ich den beabsichtigten Zauber der blauweißen Kacheln m mir voll uürken gefiM. Als die letzte Helligkeit gold--bräunltch geworden war, lebte besonders mfi dem Boden ber Teppiche Senf gelb hochlodemd aus. Hold
bündel durch die Fenster der Moschee: imt schimmernden Futzen WE lickte Tagesaeftaltungen aus den ihnen so heben Hallen sichtbar hinweg- gchm zu wollen. Kurz glitten dann der Dämmerung behMsame SpE> über blut- oder scharlachrote Musterungen der östlichen Gewebe babta. Dann schien vom Meere her ein leichter Duft heremzuschleiem. BaH darauf war es veilchenbblaue Mondsichelnacht geworden.
Aus der Wanderung.
Von Leo Sternberg.


