hundert o. Chr. von den griechischen Geographen unter dem Namen And, wie sie sich jetzt auch ähnlich (Adige) nennen, verzeichnet. Die Tscher- kessen sind als eine der schönsten Kaukasustypen bekannt. In der Tat haben sie einen reizvollen Körperbau und ein kühnes freiheitliches Wesen. Die Waffe ist ein Bestandteil ihrer Nationaltracht, die auch unter den anderen Bergvölkern sehr verbreitet ist. Die tscherkessischen Reiter sind immer in der russischen Kavallerie berühmt gewesen. Gegenwärtig sind im Kaukasus nur noch Reste des tscherkessischen Volksstammes erhalten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts, nach der Unterwerfung des Kaukasus Lurch die Russen, wanderten die meisten Tscherkessen nach der Türkei, wo sie sich jedoch nicht behaupten konnten. Au den westlichen Bergvölkern gehören auch die Abkhasen, deren Heimat sich zwischen dem Schwarzen Meere und der kaukasischen Gebirgsgrenze in Georgien ausbreitet. Sprasillich und der Abstammung nach sind sie den Tscherkessen verwandt. Auch die Abkhasen sind ein bereits den Alten bekanntes Volk (Abasen). Schon im 5. Jahrhundert wurde das Christentum unter ihnen verbreitet; heute sind sie jedoch teilweise Mohammedaner.
Die Hauptoertreter der zentralkaukasischen Bergvölker sind im Norden di« Tschetschenen und im Norden wie im Süden die Osten (Osteten). Die Tschetschenen zerfallen unter sich in verschiedene Stämme und Sippen, mit eigener Sprache und eigenem Dialekt. Gleich den Tscherkessen sind die Tschetschenen ebenfalls ein tapferes Volk, obgleich räuberisch. Weiberraub wie Blutrache sind noch heute bei ihnen übliche Sitten. Im Gegensatz zu den anderen kaukasischen Bergvölkern haben die Tschetschenen überhaupt kein Feudalwesen gekannt. „Wir find alle gleiche und freie Leute", behaupten sie immer. Ihre Gemeindeangelegenheiten werden von den von ihnen selbst erwählten Stammesvertretern erledigt. In ihrem Leben lassen sie sich durch eigenes Gewohnheitsrecht bestimmen.
Wenn auch nicht der Raffe und Sprach« nach, doch ihrer Lebensweise und ihren sozialwirtschaftlichen Verhältnissen noch gehören auch die O s s e n (Osseten) zu den Bergvölkern des Kaukasus. Ihrer Abstammung nach aber wie auch durch ihre Sprache unterscheiden sie sich von allen anderen kaukasischen Bergvölkern gründlich. Die Osten sind nämlich einer der uralten indogermanischen Stämme, die sich schon in früh- historischer Zeit in ihren jetzigen Heimstätten, umgeben von fremden und feindlichen Stämmen, niedergelassen haben. Noch heute besteht Feindseligkeit zwischen ihnen und den eigentlichen Bergvölkern. Die Osten sind nämlich Nachfolger der alten und in der Geschichte bekannten Alanen. Die meisten von ihnen nennen sich ,Zr", „Iran". Die Nordossen nennen die Südosten Dualte. Die Osten sind ebenfalls in mehrere Sippen zerteilt. Südossetien gehört administrativ zu Georgien, Nordossetien aber zu Nord- kaukasien. Bei den Offen mehr als bei irgend einem anderen Kaukasus- volk ist das Gewohnheitsrecht in seiner Herrschaft. Der russische Gelehrte M. Kowalewsky hat sie in dieser Hinsicht gründlich studiert, während sie sprachlich ein anderer deutsch-russischer Gelehrter, W. Miller, erforscht hat. Im Hause sowohl als auch auf dem Felde trägt die Hauptlast der Arbeit die ossische Form. Die Männer lieben müßig« Stunden. Die Osten, von denen viele blondes Haar und blaue Augen haben, sind Liebhaber eines einheimischen Getränkes, sehr ähnlich dem deutschen Biere. Wenn auch einige Forscher di« Meinung ausgesprochen haben, die Offen seien ein germanisches Volk, so ist jetzt doch endgültig bewiesen, daß sie iranisch sind.
Die Hauptgruppe der östlichen kaukasischen Bergvölker sind die L e s - g i n e n. Daghestan, (d. h. Bergland) ist ihre Heimat, das Land des berühmten Bergvölkerführers Schamil, der im Laufe einiger Jahrzehnte in den Schluchten und auf den Gipfeln des Kaukasus die Freiheit und die Unabhängigkeit seines Landes mit Waffen in der Hand gegen die Rusten verteidigt«. Noch mehr als die anderen kaukasischen Bergvölker ist die Hauptgruppe der Lesginen in verschiedene Stämme geteilt: Awaren, Kürinen, Dargin en u. a. Auch di« U d i n e n , die ein altes historisches Kaukasusvolk find, von dem jedoch heute nur wenige Splitter vorhanden sind, gehören zu der Gruppe der Lesginen. Durch ihre Lebensweise unterscheiden sich die ersteren sehr wenig von den anderen Bergvölkern.
Südlich der kaukasischen Gebirgskette wohnt die kartmelische Stamme sstrmilie. In ihren Hauptmasten (den eigentlichen Georgiern) gehören sie jedoch nicht zu den kaukasischen Bergvölkern, sondern zu denjenigen Transkaukasiens. Für alle kartwelischen Bolksstämme ist die Charakteristik sehr zutreffend, die ihr eigener Geschichtschronist Wachthang gegeben hat: „Sie sind schön von Gestalt, lieben den Ruhm, sind gastfreundlich, heiteren Humors, großmütig, verschwenderisch, benfen nie an das Sparen und das Wirtschaften, lieben das Kriegshandwerk, unterstützen sich gegenseitig, tun gerne Gutes, find aber sinnlich und wechseln rasch vom" Guten zum Bösen, sind eigensinnig, ehrgeizig und schmeichlerisch."
Strahlen ans dem Wellsnrsum.
Von Dr. Paul M. Holz.
Wir haben uns an das Wunder der Röntaenstrnhlen längst gewöhnt, die Strahlen des Radiums find uns kein Geheimnis mehr, aber die Wissenschaft findet, wenn sie irgendeine Entdeckung macht, immer wieder neue verschlossen« Türen, zu denen sie mühsam den Schlüssel suchen muß. Seit mehreren Jahren wissen wir, daß außer den Strahlen der Sonne unsere Erde auch noch von anderen Strahlen umflossen wird: von der sog. durchdringenden Raum - und Höhenstrahlung. Es handelt sich dabei um eine Strahlenart in unserer Atmosphäre, die an Durch- dringungsvermögen sogar die härtesten uns bekannten Röntgenstrahlen bei weitem übertrifft. Während di« Wellenlänge der kürzesten Röntgenwellen etwa den zehntausendsten Teil der Lichtmellenlänge beträgt, macht die Wellenlänge der durchdringenden Höhenstrahlung gar mir den hunderttausendsten Teil der Wellenlänge unseres Lichtes aus. Und während die härtesten Gammastrahlen, die man bisher untersucht hat, noch eine Bleiplatte von dreißig Zentimeter Dicke zu durchdringen vermochten, wird die Durchgangskraft der neuen Strahlen erst bei einem
Bleipanzer von 1,80 Meter Stärke absorbiert, weshalb man diese neuen Strahlen als Ultragammastrahlen bezeichnete. Es handelt sich dabei um Strahlen, wie sie bisher auf der Erde vollkommen unbekannt n-ü i und wie sie bis heute noch in feinem Laboratorium zu erzeugen 7 ' möglich war. B "
| Woher kommen diese durchdringenden Strahlen? Bullonaufstieqe « gaben die überraschende Tatsache, daß die Strahlen in einer geioifL
; Höhe über der Erdoberfläche sich zwar etwas verringerten, mit steigender ! Höhe sich dann aber sogar noch stärker bemerkbar machten. Die gerinnft» i Strahlungsstärke lag bei etwa tausend Meter Höhe. Die Strahlenkrub : erreichte dagegen in etwa 9300 Meter Höhe den fllnfzigfachen Vetrue . derjenigen Wirkung, wie sie unmittelbar an der Erdoberfläche wahr.
genommen werden konnte und den zehnmillionenfachen Betrag des Lickt,' An diesen Feststellungen beteiligten sich die Schweizer Physik«: Gockel und Heß und Prof. Kolhörster (Berlin). Sie kamen zu Der lieber. ’ ■ zeugung, daß diese durchdringenden Strahlen kosmischer Herkunft fein I • müssen, daß sie also aus den Tiefen des Weltraums zu uns kommen , Denn daß nicht di« Sonne die Quelle dieser Strahlen sein konnte ergab
sich bereits aus der Tatsache, daß die Strahlen auch in der Nacht (M i nach Sonnenuntergang) in unveränderter Kraft wirksam waren und dab j nachgewiesenerpiaßen die Sonne eine so außerordentlich hohe Radio- ! aktivität (etwa der 170sache Betrag des Minerals Uran) nicht besitzt, wie sie der neuen Strahlungsart zu kommt.
i Weitere Untersuchungen Kolhörsters, der sich gerade auf dem ®e. biet der Höhenstrahlung besondere Verdienste erworben hat, fanden 1923
f und 1924 auf dem Eigergletscher (2300 Meter Höhe) und am Jungfrau- joch (3500 Meter Höhe), statt. Dabei ergab sich, das jedesmal, wenn die Meßinstrumente in Eishöhlen oder tiefen Gletscherspalten geaen die Höhenstrahlung abgedeckt wurden, die Stärke der Strahlen erheblich
' zurückging. Auch ein amerikanischer Gelehrter, Prof. Millikan, sowie ; ander« Wissenschaftler beschäftigten sich mit den rätselhaften Höhenstrahlen und kamen bei ihren Messungen zu gleichen Ergebnissen wie Kolhörster.
; So wertvoll die bis dahin erzielten Resultate waren, so brachte doch erst das Jahr 1926 vollkommene Klarheit, nachdem in langwieriger
. Arbeit besonders empfindliche Meßinstrumente geschaffen worden waren, i In jenem Jahr unternahmen Prof. Kolhörster und Dr. von Sali, ■ eine Expedition nach dem Mönchgipfel, wo (4015 Meter ü. d. M.) in sich.
wöchiger Arbeit unter äußerst harten Bedingungen in einem Eistrichter 1 (der durch dick« Eisenplatten gegen Seitenstrahlung des Eises und de, Gesteins abgeschirmt war) die Messung der Höhenstrahlung vorgenommen ! wurde. Dabei ergab sich der Überraschende Tatbestand, daß die Ultra- j
- gamma st rahlen aus gewissen Teilen der Milchstraße (die sich be» ; kanntlich aus Milliarden von Sonnen zusammenfetzt), ferner aus den i s Sternbildern Andromeda und Herkules herrührten und daß diese ge< I heimnisvollen Strahlen von rotleuchtenden jungen Sonnen ausgehen, in denen die radioaktiven Vorgänge eine besondere Rolle
. spielen. Demnach steht fest, daß aus allen Teilen des Himmels, roo werdende Sonnen ihre glühenden Massen wirbelnd verdichten, die durchdringenden Strahlen durch den Weltenraum fluten und daß unsere Erde von allen Seiten von derartigen Strahlen umbrnnbet ist. Und nun noch etwas Merkwürdiges: bie Wellenlänge dieser Ultragammastrahl en ist so unvorstellbar winzig, daß auf bie Länge eines einzigen Millimeters 25 Milliarden Einzelwellen entfallen. Und ferner: würde nicht der dicht« Luftmantel unserer Erde diese harten Strahlen auffangen und sie allmählich in weiche um wandeln, so würden sie alles Leben auf der Erde töten. I
Vielleicht war «s diese Entdeckung der Lebensgefährlichleit der Höhen- ’ strahlung, die den bekannten Leiter ber Pariser Sternwarte, Professor Charles Nord mann, zu der Vermutung veranlaßte, daß die Krebskrankheit durch Sternstrahlung hervorgerufen wird, nämlich von jeinen Ultragammastrahlen, die aus den Tiefen des Weltraumes zu uns bringen. „Die einzigen, wirklichen Krebswucherungen", so schreibt Nordmann, „die ; bisher außer der Berpflanzung von Krebsgeweben auf künstlichem Weg« erreicht werden konnten, sind die, die von den Röntgen- oder Radiumstrahlen verursacht werden. Da nun aber durch diese Strahlen in unseren Laboratorien krebsartige Geschwülste hervorgerufen werden, so erhebt sich «ine ebenso furchtbare wie unvermeidliche Frage. Können mir die Schlußfolgerung.ausschalten, daß diese Erkrankungen, die so viele Todesfälle verursachen, von den aus dem Raum kommenden Strahlen verursacht werden? Cs ist wahr, daß diese Strahlen verhältnismäßig nicht sehr intensiv sind, aber sie üben ununterbrochen und dauernd ihre Wirkung aus. Tag und Rächt kommen sie zu uns. während unsere, ganzen Lebens und durchdringen unsere Körper und Gewebe. So wie ber stete Tropfen den Stein mehr aushöhlt, als ein starker Wasserstrahl vim - kurzer Dauer, so können auch die Wirkungen dieser Strahlen furchtbar \ fein." In diesem Zusammenhang macht Prof. Nordmann auf die Tatsache aufmerksam, daß die Krebskrankheit am häufigsten bei alten Leuten mss- tritt, also bei Menschen, bei denen im Laus der Zeit die Strahlen ihr« zerstörenden Wirkungen üben konnten. I
Es ist natürlich möglich, daß die Ursachen der Krebskrcmkhest M3 anbere sind, aber wir sollten uns hüten, Auffassungen ohne Weiterer ' abzulehnen, die zu unserem Erstaunen und Schrecken sich vielleicht eine« : Tages als ungeheuerliche Wahrheit erweisen können.
> Von den zitternden Froschschenkeln, durch die Galvani einst bh j ersten elektrischen Schäme schickte, bis zu den Riesenturbinen und ! elektro-magnetischen Radio wellen war «in sehr weiter Weg. Was will« ! wir, was können wir von jenen Entwicklungen wissen, die an Kolhörster» ! Erforschung der Höhenstrahlung sich anknüpfen werden? Immer sind «
Menschen von lebendiger Phantasie, bie bas Märchen von heute zur I* Wirklichkeit von morgen verwandeln. Cs ist unwichtig, daß wir mit >.
Weltraumschiffen nach andern Sternen fliegen, wichtig ist, die Kroft- ströme des Kosmos in ihren Wirkungen zu erkennen tmb, roenn es möglich ist, ber Menschheit nutzbar zu machen. Was wissen wir heutigen Menschen, welche Energien wir noch immer ungenutzt oerbranben lassen
Verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. - Druck und Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Duch. und Steindruckerei, A. Lang«, Gießen.
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