SJÄ '“Ät’TSKZÄä * EB ÄS#
te LNYrK,rZ
Menicker erträctticbe Fundierung ergeben, m ^o^bdi . I ^.^?ck ein Mehr zu gewinnen Darin gleichen sich Komobie unb Tragödie vollkommen, daß sie der Natur, der Wirklichkeit gegenüber ^n Drttberhinaus darstetten. Wenn es in dem Grad der Auffteigerung einen llnterschiedbgeben sollte, wenn nicht allein die Richtung der Ueber- : entwickluna ihn darstellt, dann nimmt ohne allen Zweifel das K°- tnitrhp fnmr den höheren Grad ein, so daß es geradezu das wichtig,.e Kriterium des Nicht-Komischen, des Nur-Witzigen, des Nur-^acher!rchen . ilt wenn es an Kraft der Vitalität hinter der ewigen Gegebenheit aller "'Kunlt mrückbleibt dis man — je nach seiner persönlichen Eiiistellung __ gjatur Wirklichkeit, Dasein oder sonstwie nennen mag. Solange dieses Gründempfinden nicht Allgemeingut der Schaffenden, Interpretierenden und Empfangenden ist, werden die Voraussetzungen für eine . Erneuerung, eine Befreiung der deutschen Komödie aus tausendfachen ' Banden sich nicht entscheidend wandeln, sondern trübe, um nicht zu [ sagen hoffnungslos bleiben, wie sie es seit Jahrzehnten smd.
Die Akttenkammsr.
Erzählung aus den Revolutionskriegen von $). Müller-Schlösser.
(Fortsetzung.)
Finnickel wandte sich an Jungblut: „Ihr habt nichts zu verlieren, Meister Jungblut.. Da habt Ihr gut reden. Ich bin für einen Pakt mit $ "„Aha, was ich immer gesagt habe!" stimmte Völlig bei und nickte be-
muß es auch den Herren vorschlagen," sagte der Bürgermeister, als das einzige, was uns übrig bleibt." . , ., .
Jungblut faßte den neben ihm stehenden Stadtrat Stockebrandt an der Schulter. „Und Sie, Herr Kalkulator, wie kalkulieren Sie in dieser
Stockebrandt zuckte mit den Achseln und zog die Augenbrauen hock „Ich sehe keinen anderen Ausweg, Meister Jungblut. Wir müssen wohl °bejnteineP Herren", entgegnete Jungblut, und die ovffteigende Hitze machte seine Stimme heiser und seine Stirnadern wurden dick. „Meine Herren auf meine Stimme braucht Ihr nicht zu rechnen. ,
„Das tun wir auch nicht", antwortete Finnickel ruhig. „Wir werden Euch überstimmen, Meister." , , . .
„So paktiert in Teufels Namen mit dem PackI Ich Geck em ehrlicher Kerl!" Mit diesen Worten ging er zornig und mit großen Schrtt-
Der ^Bürgermeister schlug die Hände zusammen und schüttelte bekümmert den Kopf. „Draußen der Feind und drinnen Uneinigkeit! O, ^^Stadtrat Stockebrandt nickte und sagte: „Was war der Friededoch iür ein edle Sach', und was waren wir früher im Frieden für Narren, wenn wir über Steuern und Abgaben klagten. Und letzt mocht ieder ine Hälft' von Hab und Gut hingeben, wenn er die andere Halbscheid nur in Professor Waele recht und schneuzte sich.
"Wir haben im Himmel gelebt und haben es nicht gewußt. Nun wissen wir was ser Krieg für Elend bringt. Drum wollen wir um kein anderes irdisches Glück zu Gott bitten als: den lieben Frieden ver- ^^Darauf" verabschiedete er sich still von den andren und ging. Die anderen schlossen sich ihm bedrückt und mit sorgevwollen Gesichtern an.
Finnickel raunte vor dem Weggehen dem Bürgermeister rasch zu. „ßiebfter, Bester, Sie sprechen heut' noch mit Dero Demoiselle -.achter, U’iC'3a ja, ich will's tun", antwortete der Bürgermeister zerstreut.
Ms'alle fort waren, und die Stille nur noch von dem Lärm de Stralle unterbrochen wurde, wo die Bürger in Gruppen standen und disvutierten legte der Bürgermeister Perücke^ und Mantel ab, putzte sichren feuchten Schädel und ging dann, die Hände aus dem Rucken, mit ^SeV Sekretärs der "an^ seinem Pulte sah, beobachtete ihn eine kurze
w-w ■»» i*
„Bei"allem' lchuwsgen Bespekt. liecr Bürgermeister — Sie stnd nahe daran eine Handlung zu begehen, die nicht zum Wohle der Stadt ist.
6 Der Bürgermeister drehte sich unwillig zu ihm um. "Was, was was?
„Sie wollen mit den Sansculotten, paktieren. — „Freilich, das m°Ü'T)as>iift nicht recht, Herr Bürgermeister." — Wie?"
Der Sekretär stand auf. „Ich sage, da» ist nicht, recht! Das hieße, sich mit diesen Banditen auf eine Stufe stellen, mit ihnen gleiche Sache
SrfrÄJWlSt beirren; ruhig fuhr erfort:,Widerstand rettet die Stadt, nicht dieser Pakt, den der Uebermut diktiert und ine ?curckt unterschreibt." — „Brinkmann, was erlaubt Er sich?!
Ihre Furcht, Herr Bürgermeister," sagte der Se retar und schaute dem' BärqermAster feft in die Augen, „Ihr Kleinmut smd es und der Ngennutz^der Stadträte, die zu diesem Pakte die Hand reichen.
Der Bürgermeister wollte etwas entgegnen, aber &«r Setretar kam ihm schnell AUDor*. 93eratQen Sie mir mein freies Wort nicht, Herr Bürgermeister' Schieben Sie es nicht dem Mangel an Respekt zu, sondern hatten S e es der Sorge um unsere Stadt zugute. - Unsere Stadt i wohlbefeMgt und bestückt. Die Bürgerschaft ist tapfer und versteht, m, der Büchse^und zur Not mit dem Geschütz zu hantieren. Erzherzog Karl steht mit den Kaiserlichen drei oder vier Tagemarsche weit. Solang können wir die Stadt halten und solange müssen wrr ste hatten.
Geaen einen Hausen von fünftausend! Kindskdpf! 7, ?n P111^ De," Ä die Gierhälfe solange hinzuhalten. Das kostet bloß em wenig ^^SrhTiirffdinatf!" erwiderte der Bürgermeister ungeduldig. „Possen! Er "sol? sich nicht darüber den Kopf zerbrechen. Das soll Er uns uber- lassen. Wie alte, erfahrene und berufene Männer beschlossen haben, s '^’5 zzerlauch Herr Bürgermeister, Hai denn allein das Alter das Vorrecht, alles recht und gut zu machen? Zieht das Alter n'cht auch Runzeln in den Verstand? Das Alter ist bequem und nicht geneigt zu Enticklüssen, die seine Ruhe stören. Lieber einen Pakt, und wenn er
J rn z>rhnrm[idi ift wie btefet, der die <5tabt ben Strauchdieben unb Schnapphähnen preisaibt. Lassen es mich der Herr Bürgermeister ehr- ttch sagen: der Pakt mit den Sansculotten ist Verrat an brr Stadt und, ’ stms mich Gott, wenn ich's leugne, Verrat am Daterlande.
Er soll sein vorwitziges Maul halten, versteht Er! rief der B - - | germeister hitzig. „Jedermann soll sich um den Posten kümmern, auf = | den er gestellt worden ist, und Er um seine Schreiberei und um weiter I nichts! Punktum!"
1 „Herr Bürgermeister —!'
Neues über Brillanten.
Von Dr. R. Gläßner.
Nicht von Diamanten im allgemeinen will ich berichten, sondern speziell vom Brillanten. Der Unterschied scheint wenig bekannt zu sein. Der Diamant stellt ein aus feinem Kohlenstoff bestehendes, in oktaederahn- ! [[eilen Formen kristallisierendes Mineral dar, das heutzutage besonders in Südafrika und im einstigen Deutsch-Südwestafrika gefunden und aus- : gebeutet wird. Unreine Exemplare werden für Schleifzwecke verwendet, i reine Diamanten werden zu Schmucksachen verarbeitet, und zwar wegen ihres starken Glanzes und schönen tzarbenspieles. Aber diese optischen Effekte treten am rohen Steine nur sehr schwach zutage; dagegen kom- ' men sie zur höchsten Entfaltung, wenn man dem Diamanten durch ' Schleifen und Polieren gewisse neue Formen mit glatten ebenen Flachen, den sog „Facetten", verleiht. Das Schleifen mit Diamantpulver wurde erst im Mittelalter entdeckt und ausgeübt, während vorher, und zwar in Indien dem Gebiet der ältesten Diamantenfunde, die Steine in ihrer natürlichen Gestalt gefaßt und getragen wurden.
’ „Feuer" und Farbenspiel hängen im höchsten Maße von der Form ob d. h. von der relativen Größe der verschiedenen Facetten und von den Winkeln, die ste miteinander bilden. Zweierlei Schliff-Formen oder „Schnitte" sind besonders beliebt und verbreitet, der „Rosen- oder Ro- fettentonitt" und der Brillantschnitt; der erstere wird nur bei sehr flach ausgebildeten Rohsteinen angewandt, die bei Ausführung des Brillantschliffes zu viel Abfall ergeben, also zu sehr an Große und Gewicht verlieren würden. Der Brillantschlifs liefert d,e bestenopttschen Wir- > kungen, und zwar besonders in der heute üblichen Abart des „dreifachen Brillantschnittes", der 57 Facetten besitzt; von diesen bilden 33 Facetten den sog Oberteil, der im Schmuckstück aus der Fassung herausragt und dem Lichte direkt ausgesetzt ist. Die übrigen 24 Facetten begrenzen den Unterteil, der am getragenen Schmuckstück nicht sichtbar ist, weil er nach dem Träger hin liegt. Die Metallfassung berührt den Brillanten nur y längs eines schmalen Gürtels, der sich zwischen Oberteil und Unterteil hinzieht und „Rundiste" heißt. Nur der Oberteil ist also dem Lichte aus- aefefet Dieses dringt in den Stein ein, wird an den Facetten des Unterteils mehr oder weniger total reslektiert und tritt dann wieder aus dem Oberteil aus, wobei es in die Regenbogenfarben zerlegt wird. Der Winkel und die relativen Größen der Facetten des dreifachen Brillanten sind im Laufe der Zeit wiederholt abgeändert worden; der Schleifer gestaltet ste nach bloßem Augenmaß und lediglich auf Grund langer Hebung und Erfahrung. ,
Bor wenigen Monaten hat Professor Johnsen von der Berttner Universität rein rechnerisch ermittelt, welche Winkel und relativen Großen der Schleifer den Facetten des Üblichen dreifachen Bnllanten geben müßte, um das Optimum von Brillanz zu erzielen, und diese Formen weichen erheblich von den üblichen ab.
Der gleiche Forscher hat nun soeben einen Apparat erfunden, mit dem man die Brillanz von Brillanten und anderen Edelsteinen prüfen kann. Dieser Apparat, der vom Reichspatentamt geschützt wird, heißt Vril- lantoskop. Der Vorgang im Brillantoskop ist der das mittels einer sinnreichen Vorrichtung intensives parallelstrahliges Licht auf den Brillanten (ober sonstigen Stein) gerichtet und der dann aus dem Bnllan en austretende bunte Büschel divergenter Strahlen durch Spiegelung auf eine mattierte Glasscheibe gelenkt wird. Diese zeigt daher em Muster von v bunten und weißen Lichtflecken. Je zahlreicher, größer, Heller und bunter । diese Lichtflecken sind, und je schärfer umgrenzt und regelmäßiger angeordnet sie erscheinen, desto besser und wertvoller ist der Brillant. Bergkristalle, Topase, Aquamarine, weiße Saphire und gläserne Imitationen sind sofort von Brillanten zu unterscheiden, zumal die Handhabung des Brillantoskops geradezu verblüfsend einfach ist. Es wird nämlich die Lampe des Apparates an die gewöhnliche Lichtleitung angeschloffen und das Juwel ohne weiteres auf den Apparat aufgesetzt; dabei ist es gierch- güttig, ob man einen ungefaßten Brillanten prüfen will oder Brillantringe, Brillantbroschen, Anhänger, Ohrringe usw.
>- Wie man heute in größeren Schuhgeschäften mittels eines Röntgenapparates den zu kaufenden Schuh in seiner Eignung prüfen und verschiedene Schuhe vergleichen kann, so wird man jetzt >n größeren Juwelier- Seschäften die Brillanz seines eigenen ober des zu taufenben Vrmant- hmuckes mit bem Johnsenschen Brillantoskop vorgefuhrt bekommen.


