*) Als Azimut bezeichnet die Astronomie den zwischen dem Höhen- krciie des ffiaftirns und hem Meridian enthaltenen Bogen des Horizonts.
Erde also das Observatorium, von dem aus wir die Sonne betrachten, bei ihrer Bahnbewegung auf der Ekliptik um das Zentra gestirn ihre Lage gegen den Himmelsäquator im Raume verschiebt. Diese scheinbare Höhenänderung der Sonne betrug z. B. am 9. Mai v. 3., an dem das amerikanilcke Flugzeug den Nordpol überflog, innerhalb eines halben Tages 8 Bogenminuten gleich rund 146 Kilometer. Als Amundsen nm 12. Mai im Luftschiff über den Pol flog, betrug dl? Höhenänderung der Sonne in 12 Stunden etwas über 7 Bogenmmuten oder runb 13 Kilometer. Daher muß bei jeder astronomischen Hohemnesfung der Sonne auch am Pol zur Breitenbestimmung ihre jeweilige Position nach dem betreffenden Abstande vom Himmelsäquator oder nach der Deklination in Rechnung gestellt werden. Mit Hilfe der in den astronomisch-nautischen Jahrbüchern vorausberechneten und fortlaufend tabulierten Stellungen der Sonne am Himmel kann dies leicht und einfach geschehen.
Befindet sich nun ein mit der Praxis geographischer Ortsbestimmung vertrauter Beobachter im Sommer genau am Nordpol oder über demselben, so muh er an jenem Punkte der Erde als Hohe der Sonne über dem Horizont denjenigen Winkel finden, der alsdann zu der betreffenden Zeit jener im astronomischen Iahrbuche angegebenen Abweichung der Sonne vom Aequator (Deklination) entspricht Hierzu kommt noch die für die Strahlenbrechung der Atmosphäre alsdann geltende Kor- rektion Dieselbe betrug am 9, bzw. 13. Mm rund 3 Bogenmmuten, ein Betrag, der von der gemessenen Sonnenhohe abzuziehen ist.
Verfährt mau aus solche Weise, so liehe sich der Polpunkt Mit den einfachen instrumentellen Hilfsmitteln eines Polar^orlchers wemgstens theoretisch, bis auf etwa 2 Kilometer Genauigkeit finden. Wie steht es nun aber! besonders vom Flugzeug oder Luftschiff nut der w.rkllchen Praxis aus? Die Höhenmefstingen der Sonne mittels des gebräuchlichen Ballonsextanten, der einen künstlichen Horizont tragt, werden nur etwa auf ein ^Zehntel Grad oder 6 Bogenminuten gleich rund 10 Kilometer neuem sein können. Sollten diese Höhenmessungen aber, was sehr unwahrscheinlich ist, mit einem Spiegelsextanten, wie auf dem L>eeschiff ausgeführt werden, wobei die Eisfläche auf dem Meere unter Berücksichtigung der Höhe des Luftfahrzeugs über der Erdoberfläche als natürlicher Horizont benutzt würde, so liehe sich eine Genauigkeit von etwa em Zwanzigstel Grad oder rund 5 Kilometern erzielen. Auf alle Falle wird allo der Nordpol vom Flugzeug oder Luftschiff aus nicht etwa als em ftrena definierter Punkt zu ermitteln fein. Seine Bestimmung kann immer n ur"?n Form' einer Kreisfläche mit 26 bzw. 5 Kilometer Radius, inner- bald welcher der wirkliche Pol liegt, möglich [ein.
Bon dieser richtigen, astronomisch-technischen Erkenntnis ausgehmö, hatte seinerzeit der erfahrenste Polarforscher Amundsen, als erd Südpol der Erde vor Scott entdeckte, jenen durch astronomische jungen festgelegten Punkt in einem größeren Umkreise umschritten und erst in diese Fläche den faktischen Südpol gelegt.
Bei der Bestimmung des Polpunktes auf der Erde verdient J eine interessante Tatsache erwähnt zu werden. Es .st dws forlwahrM MSAS MUMM-
punkt geneigt ist.
Daraus folgt als astrononiisches Kennzeichen für den Polpunkt der Erde erstens, daß Gestirne ohne Eigenbewegung in unveränderter Hohe Horizontalkreise am Firmament beschreiben, und zweitens, daß für den Polpunkt alle Meridiane zusammen stoßen, so daß jede Rlchlungsbestim- munq am Himmel im azimutalen*) Sinne aufhört. Das erste Kennzeichen des Polpunktes, das in der mit konstanter Hohe über dem Horizont sich vollziehenden täglichen Bewegung der Gestirne besteht, kann mit Vorteil auch zur astronomischen Bestimmung jenes Endpunktes der Erdachse benutzt werden. Beobachtet man nämlich mit einem Höhenwinkel- Messer die Höhe eines hellen Fixsternes zu einer beliebigen Nachtzeit, jo darf sich dieselbe im Lause von 24 Stunden, also sür eine volle Erdrotation, nicht merklich ändern. Dies gilt natürlich, abgesehen von etwaigen Störungen, die durch Strahlenbrechung in der Atmosphäre entstehen können. Solche Störungen lassen sich jedoch in ihrem Einfluß auf die Messungen dadurch erheblich verringern, daß man Sterne in großen Höhen, also dicht beim Zenit beobachtet, für die die Strahlenbrechung an sich sehr klein ist.
Aber solche Sternbeobachrungen lassen sich an den Erdpolen nur während der betreffenden polaren Winterzeiten ausfuhren, also , in Jahreszeiten, zu denen die Sonne dort überhaupt nicht m)eint, wo vielmehr Winter und ewige Nacht für den Beobachter am Pol zufammen- fallen. Zur Zeit des Polarfommers dagegen, also sür den Nordpol von Ende März bis Ende September scheint stets nur die Sonne über dem Horizont. Der Sommer ist dort ein ewiger Tag, an dem die Sterne am Firmament verblassen, und nur Sonne und Mond, gelegentlich vielleicht auch ein heller Planet, sichtbar sind.
Alsdann liegt die Sache etwas anderes. Die Richtung dorthin findet man, da in hohen nördlichen oder südlichen Breiten der Magnetkompaß fast vollständig ver agt, mit dem Sonnenkompah, der in diesem Falle sehr vorteilhaft fogar die Stelle eines Kreiselkompasses vertreten kann. Aber den genauen Polpunkt selbst mit seiner geographischen Breite von 90 Grad 0 Bogenminuten muß man stets aus sorklausenden Hohen- messungen der Sonne ermitteln. Während nun ein Fixstern am Pol im Laufe eines Tages wegen feines unveränderlichen Abstandes vom Aequator oder seiner gleichbleibenden Deklination, wie mir sahen, genau einen Horizontalkreis am Himmel ohne Höhenänderung beschreibt, ist dies bei der Sonne nicht so der Fall. Unser Tagesgestirn ändert auch am Pol fortwährend feine Höhe über dem Horizont, da in Wirklichkeit die
Grenzen zwischen Leben und Tod.
Bon Dr. med. W. Hofmann, Hannover.
Wie alles, was mit dem Tode zusammenhängt, für das men|d)l* Gefühl etwas Unheimliches hat und stets behalten w'rd. s spu Vorstellung dabei eine besondere Rolle, die selbst ms p.atUfcye l,lnä|l£%«un,9'!me®3nlo6. U„» .. «. »»»»"• W* können daß dieser Gedanke, einen Gestorbenen von etnem - nicht sicher unterscheiden zu können, etwas sehr Beunruhigende^ hat. bestindere^Kenner dieses Zustandes werden ja irmner die Inder ang J denen die Fähigkeit nachgejagt wird, den Scheintod künstlich yervu i und beenden3u&enTnd *^10^■ ,®enn alfo w«ter fein über verloren zu werden braucht, welch großes In er ff ^ntcr, biete Frage in verschiedenem Sinne hat, so ist es um jo intern gegenüber den vagen, halb okkulten, halb künstlerischen Dars cug in das Reich der Wistenschasten zu fluchten, ins Reich des _Bew«® und zu fragen, was denn nun eigentlich an sicher begründeten C f v gen über dieses Thema uns die moderne Wissenschaft zu bieten . Wenn auch von vornherein zu erwarten ist, daß, w.e bei aller Uchen Dingen eine maßlose llebertretbung den Gegenstand vergroß > verändert hat, so bleibt mindestens die Frage: Ist uberl a Pt 1^-^ beobachtet, daß ein todähnlicher Zustand bei einem ™e^enbaf9 ®e- wurde, der nachher noch sichere Zeichen des Lebens gedoten ha^ schichten darüber kennen wir alle, aber kennt auch die Wiss I ) Scheintod? Nun, das muh auf jeden Fall bejaht werden, es st fach sicher beobachtet morden, und ohne alle diese fensatwnell^^.^^ komnmisse aufzuzählen, sei nur em Teck aus den legten 3 ) handelte es der durch die medizinischen Fachzeitschriften ging. ^Ab h fl(g sich insoweit um eine besonderes Aufsehen erregende Geschichte- betreffende Mensch — es handelte sich um eine grau - von 'ojfcn, gezogenen Arzte nach genauerer Prüfung für tot erklärt, lcbCnbtg
bleibenden Sarg gelegt und erst am anderen Morgen a uch erkannt morden war, um nach Krankenhausbehandlung bei , der zurückgegeben zu werden. Dem Arzte ziemlich bekan N ^ sie scheinuna fönst bei van Blitze ober elektrischen Schlage Getrof,
keiner Reise in Griechenland und dem Erscheinen der gesammelten Auacublicke in Griechenland" waren zwölf 3ahre verstrichen.
'' Wo mmer man die Entstehung der Werke dieses verehrungswur- diaen Dickster-' untersucht, stellt man überall die gleiche tiefe Serrourse- S fZt stind eine Langsanikeit des Reisens, die einen mit unbedingtem Vertrauen erfüllen muh.
Wie bestimmt man den Nordpol der Erde?
Von Dr. Adolf Marcuse, Professor an der Universität Berlin.
Nachdem vor einiger Zeit der Amerikaner Byrd im Flugzeug, und der Norweger Amundsen im Luftschiff den bisher vergeblich gesuchten Nordpol unseres Planeten wirklich erreicht haben, durfte es von Interesse sein, auch die astronomische Bestimmung jenes menrourbigen Punltes zu
Der" Nordpol ist der nördliche Endpunkt unserer Erdachse, der um genau 90 Grad von Erdäquator absteht, und auf dem die Rotatioiisge- schwindigkeit unseres Planeten, die nm Aequator fast einen halben Kilometer in der Sekunde beträgt, Null wird. Seine Entdeckung hat allerdings in erster Linie nur geographisches und sportliches 3nteresje. Aber seine tatsächliche Feststellung, bie ausschließlich auf astronomischem Wege burch möglichst genaue Messungen von Gestirnshohen erfolgen kann, Hamich ein allgemeines Interesse. Diese astronomische Festlegung bes No.d- pols wäre am einfachsten, wenn es gelange, im Winter nach bem Pol zu kommen, was aber aus meteorologischen unb klimatischen Gründen unmöglich ist. Zur Winterzeit fehlt nämlich an dem betreffenden Pole die Sonne gänzlich. 3n der langen winterlichen Nacht leuchten nur die Sterne am Firmament, die in 24 Stunden bort am Himmel mit ihrem jeweiligen Abstanbe vom Aequator genau Honzontalkreise ohne Hohen- änberunq beschreiben. Man erkennt baher bie Lage bes Pols, wenn man im Verlause von mehreren Stunden die Höhen eines Hellen Sterns über bem Horizont mißt unb babei keinerlei Höhenänberung biefes Fixsterns finbet
Um sich für ben Pol bie Verhältnisse am Himmel ganz klar zu machen, mutz man folgenbc lleberlegung anstellen. Beobachtet man vorn PoU punkt ber Erbe aus das Himmelsgewölbe nut seiner jdjembaren, burch bie wirkliche Erdbrehung (von West nach Ost) veranlaßten täglichen Um- brehung von Ost nach West, so erkennt man bie folgenden merkwürdigen Tatfack^n. Der Zenit des Beobachtungsortes, also ber Punkt senkrecht über bem Beobachter am Firmament fällt bort mit dem Himmelspol zusammen, und der Horizont liegt im Himmelsäquator. Daher muffen sämtliche, überhaupt sichtbaren Gestirne ohne stärkere eigene Bewegung, b. h. bie Fixsterne, infolge ber Erdrotation sich unaufhörlich nur in Horizontalkreifen am Himmel, also parallel dem Horizont, ohne Aenbe- runq ihrer Höhe bewegen. Es gibt baher am Pol für solche Gestirne keinen Aufgang im Osten, keine Kulmination im Süden oder Norden und keinen Untergang im Westen. Die durch die Erdrotation alsdann nicht veränderte Höhe der Gestirne ist dabei stets gleich dem Abstande der Gestirne vom Aequator oder gleich ihrer sogenannten Deklination. Am Pol liegt eben der Aequator im Horizont, während er z. B. in -Berlin, entsprechend der geographischen Breite um etwa 826 Grab gegen den nördlichen ober um ungefähr 576 Grad gegen den südlichen Horizont-


