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weise an der Ems eine natürliche Grenze zwischen Deutschland und Lolland. And in dem großen Laushalt der Natur spielen sie die Rolle nützlicher Wassersammler. Mit Recht hat man darauf aufmerksam gemacht, daß eine zu weit gehende Trockenlegung der Moore mit zu einer unwillkommenen Senkung des Grundwassers beitragen muffe. Aebrigens schenkt uns das Moor im Torf einen Brennstoff, der besonders dort von hohem Wert ist, wo die Natur eine Belieferung mit Kohle versagt hat. Eine freundliche Fügung hat in Deutschland gerade den Gebieten Moore geschenkt, in denen der Bergmann nicht nach schwarzen und braunen Diamanten schürfen kann. Die norddeutschen Torfmoore nehmen fast 2,2 Millionen Lektar ein, und es gibt dort umfangreiche Aeberlandzentralen.
Alt ist die Kultur des Moors. Es galt (und gilt auch heute noch), dem Moor fruchttragendes Ackerland abzuringen, und die Schätze zu heben und auszuwerten, die es birgt.
Zum Verständnis der Moorkultur sei kurz ein Blick aus die Entstehung der Moore geworfen. Während abgestorbene Organismen dort, wo sie frei auf dem Boden liegen, durch Verwesen nach und nach verschwinden, bleiben die im Waffer nieder- sinkendcn Leichen von Pflanzen und Tieren bei dem bestehenden Luftabschluß erhalten. Auf dem Grunde stehender Gewässer bildet sich daher eine wachsende Schicht, die man als Faulschwamm oder Sapropel bezeichnet. Aus diesem siedelt sich am seichten Afer Schilf und Röhricht an. Dadurch wird dort der Boden gefestigt, und nun suchen sich dort auch Birken, Kiefern und Erlen ihren Platz. So bildet stch zunächst das Niederungsmoor aus. Aber indem die abgestorbenen Teile der Pflanzen das Gewässer mehr und mehr zuschütten, vollzieht sich eine vollständige Verlandung: es bildet sich das Lochmoor, dessen dürftig gewordene Vegetation kaum anderes als Moose oder Leidekraut äufweist. Viel genannt wird das riesige Bourtanger Moor, dessen Größe man auf 300000 Lektar schätzt, und in dem inan eine Stelle fand, „wo wie auf offenem Meere der ebene Boden am Lorizont von einer reinen Kreislinie umschlossen ward".
Am Grunde der Moore bildet sich aus dem Faulschwamm die schwärzliche Torfleber. Darüber lagert der braune, kohlenstoffreiche Pechtors; dann folgt der Moortorf, und ganz oben sindct man den lockeren Fasertorf, der noch schön die pflanzliche Lerkunft zeigt, der aber als Brennstoff wenig ausgiebig ist.
Anter den preußischen Provinzen hat Lannover die weitesten Moorflächen: sie nehmen noch 565000 Lektar ein. Schon seit 1788 hat man dort von dem festen Gelände der Geest aus den Kampf gegen die damals weit umfangreicheren nassen Oedländereien begonnen, und heut gibt es in Lannover manch stattliches Kirchspiel, das aus einer dürftigen Moorkolonie erwachsen ist.
Die Methoden, nach denen der Kolonist dort mit denr Maare ringt, sind recht verschieden. Bei der sogenannten Fehnkultur werden zuerst Kanäle gegraben, die dem Wasser Absiuß, denr Menschen Verkehrswege bieten. Dann wirb der Torf abgegraben, und die Schiffe, die ihn in die Ferne führen, holen von dort Dünger, wobei auch der fruchtbare Schlick nicht fehlen soll. Diese Nährstoffe bringt man dann im Gemisch mit der obersten Schicht des Moores, der Bunkererde, auf den die Sohle des Torflagers bildenden Sand, und kultiviert letzteren als Acker- oder Gemüseland.
Bei der Moordammkultur werden die aus Gräben ausgehobenen Massen auf die Dämme zwischen jenen geschüttet; obenauf kommt eine Sandschicht, die ganz unten ausgehoben worden ist. Eine Behandlung der Oberfläche namentlich mit Kalisalzen und Superphosphaten schafft eine gute Ackerkrume, die durch den Ertrag von Sommerkorn, Raps und Kartoffeln die Mühe des Kulturpioniers bestens belohnt.
Bei der Brandkultur wird die oberste Moorschicht abgebrannt, worauf dann in die Asche Getreide, Lirse, Laser und Buchweizen gesät wird. Deutschlands größte Moorkolonie ist Papenburg, das nach dem 30jährigen Kriege, gedrlindet wurde, und das heute eine Stadt mit blühender Schiffahrt ist.
Wo das Lochmoor mit Leidekraut bestanden ist, muß der Pflug die erste Arbeit leisten. Man hat in neuerer Zeit auch gelernt, Elektro-Seilpflüge und Dampfpflüge zu bauen, deren ungemein breite Räder selbst auf moorigem Boden noch eine tragende Anter- lage finden. Stahlscheibeneggen machen den Boden weiter zur Aufnahme von Saat bereit; die Motorwalze leistet treffliche Dienste, wo Weideland gewonnen werden soll. Von den ursprünglichen 16000 Lektar fiskalischen Lochmoorlandes in Ostfriesland werden jährlich etiva!200 mittels der neuesten Spezialmaschinen in Wiesengelände umgewandelt.
Wenig bekannt dürfte es feilt, daß die wegen ihres vielen Sandes ein wenig verschriene Mark Brandenburg 300000 Lektar Oedland aufweist, fast durchweg in der Form von Niederungsmooren. Davon entfallen 60000 Lektar auf das Lavelländische Luch, 35000 auf das Gebiet des Nutheschauverbandes. Lier ist Arstromlandl Der größte Teil dieser unftuchbaren Ländereien liegt unweit der Reichshauptstadt.
Nach fachmäßiger Schätzung mögen 1924 in Deutschland 2500 Lektar Land urbar gemacht worden sein.
Alt ist die Kultur des Torfes, neu find besondere Mittel zu seiner Ausnutzung. Noch vielfach wird der Torf in handlichen Stücken, sogenannten Soden mit der Schaufel abgestochen, die man darauf zum Trocknen in Stapeln aufschichtet. Bisweilen nimmt die Maschine den Muskeln die Arbeit des Stechens ab; dabei kann dieses auch unter Wasser erfolgen. Man bezeichnet so zurechtgemachten Torf als Landtorf. Der Maschinentorf erfährt eine Zerkleinerung in NLLrsn durch scharfe Schnecken, wird dann geknetet, und tritt
in Form eines Stranges aus der Maschine aus, um schließlich in Kuchen zerteilt zu werden. Da solcher Torf nicht mehr faserig ist, schrumpft er bei weiterem Trocknen, zusammen, sodaß er einen höheren spezifischen Wert gewinnt. Dabei härtet er sich durch Verkrustung und wird so weniger empfänglich für Feuchtigkeit. Beim Faserstoff trennt man in Reißwölfen die faserigen von den krümeligen Bestandteilen, und verwertet darauf die ersteren als Streu, die letzteren als Mull.
Die Bestrebungen zu einer guten Torfverwertung sind nicht ergebnislos geblieben. Dowson hat gezeigt, daß man ein billiges, brauchbares Kraftgas gewinnt, wenn man Lust und Wasserdampf in eine glühende Kohlenschicht einbläst. Man hat nun versucht, dieses Generator-Gas auch mit Torf als Brennmaterial zu erzeugen. Das ist schließlich auch gelungen. Weniger aber gelang es, aus Torf ein hochwertiges Material in Form von Koks zu gewinnen.
Zur Veredelung des BrennstosfW dürfte ein neues Trock- nungsverfahrcn gute Dienste leisten, bei dem aus nassem Torfbrei das Wasser von unten durch ein Vakuum angesogen wird, während oben aufgeschüttetes Rohpetroleum eindringen kann, das die Feuchtigkeit vor sich her treibt, und das sich dann ebenfalls mit dem Wasser unten ansammelt.
Vor allem wichtig aber ist die Tatsache, daß man den Torf (wie die Kohle) „verschwelen" kann. Die Verschwelung unterscheidet sich von den Vorgängen in den Gaswerken und Kokereien kurz gesagt dadurch, daß bei ihr die trockene Destillation bei einer Temperatur von nur etwa 500 Grad erfolgt. Dabei gewinnt man u. a. den so wertvollen „Arteer". And ans diesem wieder kann man allerhand Oele erzielen; Putzöl zum Reinigen, Schmieröl zur Glättung sich reibender Teile, Trieböle, für Verbrennungsmaschinen, Leizöl für Kesselfeuerung.
Auch die Kultivierung unserer Moore soll und kann dazu beitragen, Deutschland zum landwirtschaftlichen „Selbstversorger" zu machen. And wenn wir auch nur einen Teil unserer reichen Torf- schätze auf Oele verarbeiten, so wird uns dies manche Ausgabe für ausländische Erzeugnisse ersparen. So spielen auch die Moore, obgleich sie Oedland sind, eine Rolle im Laushalt unserer Wirtschaft und sie bergen natürliche Reichtümer, deren Nutzbarmachung eine unserer Zukunftsaufgaben ist.
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3m FEbost von Metzen nach Amsterdam.
Von Joachim Spohr, Gießen.
Golden leuchtet ein Lerbstsonntag,über Gießen und dem Lahntal, als wolle er uns einen verlorenen Sommertag zurückbringen. Vom Turm der Stadtkirche schlägt es elf, als wir aus den Rucksäcken die Stäbe, Latten, Scharniere und Leisten unseres Fahrzeugs herauspacken. In nicht mehr als einer halben Stunde entsteht aus diesen vielen Teilen ein elegant geschwungener Bootsrumpf von 5 Meter Länge und 90 Zentimeter Breite, von dem man nicht glauben möchte, daß er dem leichtesten Wellenschlag standhielte. Nun wird die feste wasserdichte Bootsdecke über das Lolzgerippe gezogen, und das weiße kleine Schiff ist fahrbereit.
Spiegelglatt liegt die Lahn in der uns noch wohlbekannten Landschaft, deren nordwestlichen Abschluß die schöne Kette Gleiberg- Vetzberg-Dünsberg bildet, und glitzert silbern in der steigenden Mittagssonne. Langsam gleiten wir mit mäßigen Paddelschlägen dahin, während die Landschaft sich bald in wechselvollem Reiz ändert, da der Fluß mit seinen vielen Windungen die Bilder von immer anderer Seite zeigt. —
Die Landschaft streckt sich sonntäglich still zu den Afern hin. Die Felder sind leer und schweigsam. Aeber die Brücke rollt ein Sommerwagen und unterbricht die Stille. Nun ragens über die Afer Lochöfen und Fabrikschlote: Wetzlar kommt in Sicht.
Bald haben wir die alte Reichsstadt im Rücken. Die Lahn verengt sich zu einem lächerlich kleinen Flüßchen und sieht infolge der Abflüsse der Industrie aus wie Milch. Dichtes, hohes Schilf verdeckt die Fernsicht. Es ist ein eigenartiges, fremdes Gefühl, in dem kleinen Schiff auf dem einsamen Wafferrücken flußabwärts getragen zu werden. Die Phantasie spielt mit Entfernungen, die vor uns liegen, und deren Ziel Lollandist, ein Ziel, das einem in dieser kleinen Lahnlandschaft fast unerreichbarerscheint.
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Loch über den Fluß ragt das hübsche alte Städtchen Weilburg, dessen Schloß zwischen Wipfeln und großen Parkbäumen freundlich hervorsieht. Die Landschaft beginnt von hier ab immer schöner zu werden. Steile Felsen steigen an den Afern empor, sanfte Wald- Hügel ziehen sich hin zur Lahn, zerfallene Bilden grüßen zum Fluß herab, freundliche Dörfer ziehen vorüber. Runkel mit feiner berühmten Burg liegt breit und massig in der Nachmittagssonne.
Von nun an verbreitert sich die Lahn zu einem stattlichen Fluß, wie man es sich in Gießen kaum träumen läßt. Bei tiefer Dunkelheit legen wir in Limburg am Bootshaus des Ruderklubs an.
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Mächtig ragen die Konturen des Limburger Doms, einer unsrer schönsten Kirchen des Aebergangsstils aus dem trüben Morgen. Indem wir mit leichten Schlägen näher treiben, schält sich alles plastisch aus dem Nebel: Angeheuer steigt die Masse aus dem Fluß, die Türme ordnen sich in architektonischer Larmonie, und Wasser, Stadt und Dom werden zu einer schönen Einheit.
Schon von Wetzlar ab ist die Lahn für kleinen Schiffsverkehr eingerichtet. Man sieht es an den streckenweis ausgemauerten


