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Gesamtmasse ansteigende Hauptbestandteil des bei 300 bis 450 Grad gewonnenen sogenannten Tiestemperatur- oder Urteers aus sauren Phenolen, die ohne weitere chemische Behandlung als Treiü- öl nicht brauchbar sind Aus diesem Grunde ist die bei dem Ver- fahren tatsächlich anfallende Menge an Benzin, Treib- und Schmierölen nur in besonderen Ausnahmesällen wesentlich höher als bei der Kokerei und Leuchtgasherstellung. Der größte Teil der Wärmeenergie bleibt an den festen Restkörper, den sogenannten tzalbkoks gebunden, der 70 bis 80 v. tz. der Rohkohle beträgt Als eine be- sriedigende Lösung der Kohlenverölung kann dsshalb das Ties- temperaturveriahren nicht entfernt gelten. Andererieits war eine Hydrierung des Kohlenstoffs der Kohle, d. h. eine Anfügung von Wasserstoffatomen an den Kohlenstoff dem sranzöstschem Forscher Berthelot schon in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch Behandlung mit Jvdwasserstoffsäure gelungen. Wenn den damaligen Versuchen auch keine größere praktische Bedeutung innewohnte, so hatten sie doch die Hydrierung an sich als möglich erwiesen, und es handelt sich nur darum, einen technisch gangbaren Weg für sie zu finden. Das von Prvfeffor Bergius in Heidelberg ausgearbeitete Verfahren wird der Schwierigkeit in der Weise Herr, daß das mit Teeröl und geringer Beigabe von Eisenoxyd zu einer Paste verklebte Kohlepulver mit etwa 5 Gewichtsteilen Wasserstoff bei 450 bis 480 Grad und 150 Atmosphären Druck zur Rea'iion gebracht wird. Auf diese Weise gelingt es, die Hälfte der Kohle in Oel überzuführen. von dem im allgemeinen 30 v. H. auf Motor-, 12 v. H. auf Schmier-, 16 v. H. auf Heiz- und 40 v H. auf Diesel- und Tränköl entfallen. Der Wasserstoff wird bei diesem Verfahren aus dem entstehenden Kohlenwasserstoff durch Einwirkung von Wasserdampf gewonnen.
Auch das erste, vom Mühlheimer Kohlenforschungsinflitut vorgeschlagene, sogenannte Shntholverfahren kommt nicht ohne ähnliche Temperaturen <410 Grad) und Drucke aus. Den Ausgangspunkt bildet das bei der Vergasung von Kohle in Gegenwart von Wasser- dampf entwickelte Wassergas, das einem Gemisch von Kohlenoxyd- und Wasserstvffgas entspricht und sonst als Heiz- und Krastgas eine Rolle spielt. Als Enderzeugnisse des ShntholverfahrenS ergeben sich eine lange Reihe teils wässeriger, teils öliger Flüssigkeiten, von denen nur die Ameisensäure, verschiedene Alkohole und sauerstoffreiche Oele erwähnt seien. Diese Oele hat man mit dem Sammelnamen Synthol bezeichnet; sie haben sich als ein ausgezeichnetes Treiböl in reinem Zustande als auch in Vermischung mit Benzol erwiesen. Durch die Erhitzung des um 150 Grad siedenden Anteils auf 450 Grad unter Druck ist es dann weiter gelungen,,das wenig lagerbeständige Synthol in ein petrvleumartiges, aus echten Kohlenwasserstoffen bestehendes Erzeugnis umzuwandeln, das seiner Ben- zinähnlichkeit den Rainen Synthin verdankt. Bedeutungsvoller noch ist der von dem genannten Forschungsinstitut im sogenannten Kv- gasinverfahren erzielte Erfolg. Richt nur, daß die Oelerzeugung dabei ohne hohen Atmvsphärendruck vor sich gebt, nein, die Koga- sinerzeugnisse sind auch völlig frei von Sauerstoffverbindungen und kennzeichnen sich als Kohlenwasserstoffe der Paralsinreihe, die den besten amerikanischen Erdölabköminlingen an die Seite zu stellen sind.
Ebenso wichtig wie die Oelgewinnung ist die Erzeugung von Alkoholen. Schon bei den oben besprochenen Syntholverfahren begegneten wir unter den Nebenerzeugnissen verschiedenen Alkoholen. Im sogenannten Methanolprozeh der Badischen Anilin- und Sodafabriken bildet nun das Methanol, der Methylalkohol oder Holz» geist, den Hauptbestandteil der Ausbeute. Auch dieses Verfahren nimmt seinen Ausgang vom Waffergas und arbeitet mit hohem Druck und großer Hitze, Die näheren Umstände des Herstellungs- Verlaufs werden aus naheliegenden Gründen geheimgehalten. Was wir sonst gemeinhin als Alkohol bezeichnen, ist der Aethylalkohol oder Weingeist der Chemiker, der heute in den Karbidspiritusfabriken aus Aethylengas, das sich bekanntlich aus Kalziumkarbid beim Uebergiehen mit Wasser entwickelt, durch Einleiten dieses Gases in leicht ungesäuertes Wasser hergestellt wird. Dabei tritt zunächst, die Gegenwart von Queüsilbersalzen als Reaklionsbeschleunigern vorausgesetzt, eine Umsetzung nach Acetaldehyd ein, das mit Wasserstoff seinerseits in Aethylalkohol übergesührt werden kann. Auch die als Treibstoff bewährten Chloräthane nehmen vom Aethylen ihren Ursprung.
Die Aukgabe, hochwertige Treibstoffe aus einheimischen Rohstoffen herzustellen, ist heute auf dem besten Wege, einer endgültigen Lösung entgegengeführt zu werden. Synlhin, Kogastn, Bencknöl, Methanol und Karbidspiritus sind die helleuchtenden Marksteine, die die chemische Industrie gesetzt hat. Sicherlich sind wir noch nicht am Ende der Entwicklung. 'Wie wir heute schon vom amerikanischen Methanol unabhängig sind, so kann und muß auch der Tag an- brechen, wo wir die fremdländischen Erdölabkömmlinge entbehren können. Dann wird auch die Umstellung von festem auf flüssigen Brennstoff, worin wir zur Zeck gegenüber den meisten anderen Kulturstaaten immer noch im Rückstands sind, beschleunigt nachgeholt werden können. Zugleich aber werden auch die Haidenbestände unserer KohlenFruben wieder auf das richtige Maß zurückgehen.
Das Leben der Heiligen Johanna.
Bon Anatole France.
(Fortsetzung.)
In dieser reichen, vom Krieg beraubten Abtei führten die Mönche, aller Zucht ledig, ein elendes und ungeordnetes Dasein. Nacheinander kamen Armagnacs und Burgunder, alle Dörfer und Felder der Umgebung zu plündern, und ließen nichts übrig, was irgendwie weg-
t zutragen war. Bei der Nachricht, daß die Armagnacs sich Troyes näherten, hatten die Bauern ihr noch unreifes Getreide gemäht und nach Paris gebracht. Als das Wasfenvolk des Herzogs von Alenyon in Saint-Denys einzog, fand es die Staöt verlassen Die wichtigsten Bürger hatten sich nach Paris geflüchtet. Es blieben nur einige arme Familien in der Stadt. Die Jungfrau hielt hier wieder zwei Neugeborene über das Taufbecken. Als ihre Feinde von diesen Taufen erfuhren, beschuldigten sie sie, angezündete Kerzen über den Kopf der Neugeborenen gehalten zu haben, um ihre Zukunft im geschmolzenen Wachs zu lesen. Es war offenbar nicht das erstemal, daß sie derlei veranstaltete. Erschien fie- in einer Stadt, reichten ihr angeblich kleine Kinder kniend Kerzen, die sie als eine milde. Opferung annahm. Dann ließ sie auf die Kopfe der.drei Unschuldigen drei s glühende Wachstropfen fallen und verkündete, daß sie kraft solcher s Handlung nicht mehr schlecht sein konnten. Die burgundischen Geistlichen aber sahen in diesem Tun Götzendienst, Zauberei und Ketzerei. In Saint-Denys verteilte sie auch Banner an das Kriegsvolk, und die englischen Geistlichen verdächtigten sie stark, daß sie diese Banner mit Zauber belege.
Die Jungfrau und der Herzog von Alenyon verloren keine Zeit. Schon seit der Ankunft in Saint-Denys ging man an die Tore von Paris, um zu scharrnützeln. Aus Furcht vor dem siebenten Gebot verbot die Jungfrau den Leuten ihrer Kompagnie, auch nur den geringsten Diebstahl zu begehen: reichte man ihr Lebensrnittel, die durch Plünderung verschafft worden waren, wollte sie niemals daran rühren. Tatsächlich lebte sie wie die andern nur vom Raub, was sie,aber nicht wußte. Eines Tages geriet sie über einen Schotten, der ih^Ssagte, sie hätte eben von einem gestohlenen Kalb gegessen, in Zorn iind wollte ihn schlagen; die Heiligen lassen sich zuweilen zu solchen Ausbrüchen hinreißen.
Man hat berichtet, daß Johanna die Mauern von Paris betrachtete und die geeignetste Stelle zum Angriff suchte. In Wirklichkeit richtete sie sich in diesem Punkte wie in allen anderen nach ihren Stimmen. Was Mut und guten Willen betraf, übertraf sie nber in hohem Maße alle Krieger. Bon Saint-Denis sandte sie dem König Botschaft auf Botschaft, um ihn zu drängen, Paris einzunehmen. Der König aber und fein Rat verhandelten in Compiegne mit den Gesandten des Herzogs von Burgund. Der Waffenstillstand, von dem wir nur aus dem Brief bet Jungfrau an die Bewohner von Reims wissen, war verstrichen. Danach hatte sich der Herzog von Burgund verpflichtet, die Stadt dem König von Frankreich am fünfzehnten Tage zurückzustellen. Herzog Philipp ertrug es nicht, Carl von Balois, der im Augenblicke des Mordes an feinem Vater auf der Brücke von Montereau zugegen war. von Angesicht zu Angesicht zu schauen, haßte aber die Engländer und wünschte fie zum ieufel oder auf ihre Insel. Er hatte zu viel Wein zu ernten und zu viel Wolle zu weben, um nicht den Frieden zu wünschen. Am 28. August wurde ein Waffenstillstand geschloffen, der bis Weihnachten laufen sollte. Welchen Vorteil fand König Carl darin, die Rechte seines Vetters von Burgund auf Paris anzuerkennen? Wir verstehen dies nicht ganz. Tatsächlich aber war dieser Waffenstillstand weder besser noch schlechter als andere. Er gab allerdings Paris nicht dem König, hinderte diesen aber nicht, es einzunehmen. Wann haben es jemals Waffenstillstände den Armagnacs und Burgundern unmöglich gemacht, sich zu schlagen, wenn fie Lust dazu hatten?
Der Angriff auf Paris.
Zur Zeit, als König Johann Gefangener der Engländer war, fürchteten die Pariser, die den Feind im Herzen des Reiches sahen, die Belagerung ihrer Stadt, setzten sie eilig in Verteidigungszustand und umgaben sie mit Gräben. Sie Pariser schätzten die Engländer nicht und ertrugen sie nur schwer. Als nach dem Begräbnis des verstorbenen Königs Carl VI. der Herzog von Belfort sich das Schwert des Franzosenkönigs hatte bringen lassen, murrte das Volk. Aber man muß erdulden, was man nicht verhindern kann. Schätzten sie nicht die Engländer, so bewunderten sie Herzog Philipp, den wohlgestalteten und reichsten Prinzen der Christenheit. Was den kleinen König von Bourges mit feiner traurigen Figur betraf, arm wie er war, des Verrats von Montereau höchst verdächtig, so besaß , er nichts, womit er hätte gefallen können; man verachtete ihn. und seine Parteianhänger flößten Furcht und Schauder ein. Seit zehn Jahren streifte er um die Stadt, trieb Lösegelder ein und plünderte. Zweifellos machten es die Engländer und Burgunder nicht anders. Aber sie zogen nur vorbei; die Armagnacs trieben sich aber unausgesetzt in den Feldern umher, stahlen alles, was sie fanden, steckten Scheunen und Kirchen in Brand, töteten Frauen und Kinder und hingen die Leute an ihren Daumen auf.
Dennoch hätte man in der Stadt eine große Anzahl Anhänger des Dauphins zu finden vermocht. Im geheimen gab es im Parlament und sogar im Kapitel von Rotre Dame Leute, die mit den Armagnacs im Einverständnis waren. Diese sckrecklichen Armagnacs hätte nur am Morgen nach ihrem Sieg bei Patay geradeaus auf die Stadt marschieren müssen, um fie einzunehmen. Nachdem aber der erste Schrecken vorüber war, wurde die große Stadt, wenn auch nicht englisch, so doch zumindest burgundisch. Der Regent trat sie zur rechten Zeit an den Herzog Philipp ab, gewiß nicht, ohne zu bereuen, ihm seinerzeit Orleans verweigert zu haben
Der prunkvolle Herzog kam, die alte Freundschaft, die ihm die Pariser zollten, aufzuwärmen und den Haß wieder anzufachen, den sie dem enterbten Sohn Frau Mabeaus entgegenbrachten Er verlas im Valais einen Bericht über den Tod feines Vater? und brach dabei ! in Klagen über den Verrat der Armagnacs und den verletzten Frie- i den aus. Aber mehr noch als die Liebe zu dem febenen Herzog be- 1 stärkte die Grausamkeit der Königsmannen die Bürger in ihrem


