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haben, aber Wohl, freuen wollte ich das Kommen um Siche doch verleiden!
Tief unten war frte Sonne, die Nacht war Meister geworden, doch schwarz war sie nicht, nicht graulicht aespensterhaft, sondern sternenreich und voll ahnu gsreichem Säuseln, doch daS fatzten di« Leute, welche .eben von einem langen Tische auf standen, nicht, st« stolperten schläfrig hinaus und suchten, ohne um Sterne und Säuseln sich zu füntmern, ihre Betten, GS war das Hausgesinde. WÄ» ches diesmal ungewöhnlich lang aufs Essen hatte warben müssen, da das Feuer gerade zur Zeit, als das Essen gekocht werden sollte, den Fischgelüsten der beiden Herren dienen muhte.
Als alle hinaus waren bis an einen schlanken Burschen, der sich auf den Ofentritt legte, rief die Wirtin Grit herein. Grtt hatte unterdessen vor dem Hause gesessen. hatte manchs interessante Wort mit Vorübergehenden gewechselt, und die Einladung .fr« Magd, mit ihnen am Tische zu essen, wie eS manchmal auf Geheiß der Wirtin geschah, ausgeschlagen. Es wolle warten, sagte eS, bis sie fertig feien; bleibe dann noch etwas übrig, so nehm« es dasselbe gerne, es wolle nicht sagen, daß es nicht hungrig fei. So ist es nämlich Sitte mit den sogenannten Ütebmmächtleru, sie warten draußen auf die Beste, den Abhub der Tafel.
Grit war nicht dumm, eS wartete gerne länger, bis die Wirtin es rief, kriegte es da vielleicht nicht bloß, waS das Gesinde hatte, sondern was von der Herrschaft; Grit wußte, was mit 'Demut und Bescheidenheit, zu rechter Jett vor gekehrt, zu gewinnen ist. Es wissen das noch mehr Leute als Grit, doch bei weitem die meisten verstehen sich nicht darauf. Grit hatte sich nicht verrechnet. Die Wirtin brachte noch ein Möcklein (Stück) Fleifch hervor aus dem Kuchischast, selbst ein Fisch in der Soße erschien; wie hrmgrig die Herren auch getan, alles hatten sie doch ckcht 6e- zwungen. „Aber nein,“ sagte Grit, „noch gar Fisch, du bist immet die Beste, nein wahrhaftig! Fisch ist nicht für unfeeec Gattig. iß du ihn selbst!“ „Mag nicht,“ sagte die Wirtin, „frage fresse Gräte nichts nach Speck ist mir lieber. Ab« sag du mir jetzt, an wen hast du gesinnet? Es hat mich fast versprengt vor Gtound«.“ „He! sagte Grit, „ich habe seither gesinnet, ich sollte es nicht sagen; von wegen es könnte vergebene Mühe gebot, und wenn e8 auch graten tat, es sind brave Leute, ab« ein wMig wunderlich imd altväterisch, und es ging nicht gut. fo müßt ich schuld fein und hätt so beidweg schlechten Dank.“ „So red doch Grit, und mach mich nicht taub, es mag gehen, tote e8 will, dein Schocke sollS nicht fein, und die Schuld wollen wir haben.“ „3a, das ist wrchl gut,“ sagte Grit, „aber vergiß nicht, was du gefaßt hast, und fmn dann daran, wenn es Zeit ist! Ich meine nicht dich, nein bhütis, aber Leut gibts, die leugnen einem haarklsm alles weg und habens vergessen, was sie einem bei den höchsten Aamen versiegelt und vernagelt haben,“ „Du wirst uns doch nicht zu solchen -Men!“ sagte die Wirttn. „Hafts ja gehört!" sagte Grit, „toi« mamhmal muß ich dir es sagen, fraß du meine beste Frau feiet!?" „So red.“ sagte die Wirtin, „oder ich werde taub.“
„He mm,“ sagte Grit, „wenn duS toitt ghebt haben, fo Höri 3m Trubertal oben ist ein grusam reich Dauemort, die Somchalde heißt er, den Leuten sagt man der Kürze zlieb nur dSSunurtm». Dort find drei Kind«, ein Sohn und zwei Töchter, bte sine ist verheiratet, die andere noch ledig.“ „Bcm besten hab ich schon gehört,“ sagte die Wirtin. „ES ist mir lieb," sagte Grit, „so weißt du, daß ich dir nicht lüge. Das sind also gntfam reiche Leute, der Bau« ist von sich selb« reich und von der Frau hat «, «S weiß kein Mensch, wieviel; wo fein Schwäher starb und sie zum Erben kamen, teilten sie das Geld mtt dem Mäh. Setzt soll jede« Kind wenigstens achtzigtausesrd Pfund (Pfund =- ein halb« Gulden) bekommen, dem Tochtermawr hat « zsHmtauted Pfund Ehesten« gegeben, waS noch nie erhört worden ist. llnfr beim ists nicht, daß sie dem Vermögen irach Staat mache« und nicht weich en, potz, die sind früh und spät, und feine Magd tut# ihnen gleich.“ „Gleich wie auf dem KabiSgrat,“ sagte die Wirtin. @8 zuckte üb« Grits Gesicht; da eS ab« eben am Fisch war, sagte es kaltblütig: „'s wird sein, wenigstens habe« sie den Ruhm, so weit man kömmt; selbst gesehen habe ich eS nicht. Ab« dSach hat eine« andern Hafen.“ „Oeppe ungesund,“ fragte die Wirtin, .vd« gebraten sie gerne zBarren in der Familie?“ „Was denkst, Amrik“ sagte Grit, „würde ich kür von ein« reden, wo d« Gattig z'schüche (zu scheuen) wär? Rein, aber es wollen viele Leute sagen, die wo noch ledig sei. Stüdi (Ehristtna) heißt sie. hätte im Sbtn, ledig 3U bleiben. Die einen sagen, sie hätte eine Liebschaft, «S wisfe ab« niemand, mit wem; andere meinen, sie könne das Mannevolk nicht schmöcken und hätte die Freude daran, alle zum Rarren zu halten.“ „Warum glaubt man daS?“ fragte die Wirtin. Sy> frenf, fügte Grit, „schon viermnfrztoanzig 3ahre all. , selliae Reichtum und mit z'schüche und no ledig?' ,Ss hat öppe jemand sich dürfen melden,“ sagte die Wirtin.
„Was denkst Amrik" sagte Grit, Je blöd sind unsere Bube« nicht. sie habens ja tote die Metzger: wo die was FeißeS (Fettes) vernehmen, da haben ihr« ein Dutzend die Rasen int Stalle. ®ange Haufen haben sich Herteigemacht, und an Samstagen abendS war manchmal die Hofstatt so voll, daß die Bäume tarnt mehr Matz hatten, unb dann nicht etwa nur fc SchachengeschmäuS ofret Gerßenbauern. die vornehmsten und reichsten machten sich herb«, ab« ein« wie der andere erhielt feine Abserggetn (Ab
gehen sie an
toetftntg). „Also mit meAarck hat sie sich anaelasieir?“ Wrüil a^*: ®nt* »^aS ist eben d« Gugger, daß man nicht W W ^gemeint M Schon ein paar.nal glaubte m^ Z aCtes aus. Des Müllers So^ Z^ttang freu Fuß im Hafen, dah al^ mrtitte, letz, letz lassen sie v«künden; all« Woche,» war « oben, um. wo was ging, &ielt « sie zGast und ging mtt ihr beim. ®a öw-w Signaumarkt, bet Müllerssohn führte sie zum
n ^-n^Estvarten, was der Tisch hat tr^en möM» w2 60 ^^?Een, Sorten und Mandeln, kurz,
8U ^ben war, und lauter ^gemachten Wein eS getanzt fein, « befiehlt S&anfr«.
Md zahlt, solange es tanzt, die Musik allein da a^ andern Mnzer mb Tänzerttmen warten müssen, so gibt *“ Mutigen Kindekr.) Du iSnfl fe»- &a^. , SU &t8nau nicht emging, die Höchstett« und
Konolstnger sind nicht mit Stroh ausgestopft, es gab Feu« aber ^Knal teerte «die Stube; toietitie Löch«
aber sieben lagen in die Leistung (sich auf SMte tüe Ausmachrten soll mehr als zweitausend Psimfr gekvsttt ^4 der Handel aus. Selb RachtW « Stttdi hsirnkvimen, aber von da an hat eS ihm nie mehr aufgetan, chm nie mehr Bescheid getan, « hat es ihm bringe« rnd.Ach toa* der ganze Handel mtt DM nk&t Schürt, daß b« Müll« apart HÄM.
Gleich ist «s frSCSitren Sohn im Heubvd«^ gangM. Da hat man gemeint, eS könne nicht fehlen, und g^ i<& ^cht. die Hvchsettskfe^ hat getan mit ihm tote ein Aarr, 5®* ’S® Hände unter frte Füße gelegt, ist mtt ihm an alü ^^h^En^too^rt lustig ging, und kramet hat « ihm, was ihm Einmal fuhr « mit i|2 sie dort waren, kam ein Hausieret, te ^itMgte die Leute an, daß sie kram« in»?ichi faul, schlägt die Reutafer he» un^ daß es gestoben hat, kramet Stüdi, waS Schöns aewefem. göbtote eS 65 begehre es nicht, und « so^
^ckm, man fän&e die Reutafer nicht auf bet Gasse aufzufesE 55»®. f8tea- noch »rehr. sagte bet Heubodsnsohn, es soll, Echt Kumm« haben, mrö toemt man zu viel sufeimmöer habe, ^ ‘nrr, urtfr märtete aufs neue um ein schön Hal^ tolLlnrLkVn Kirchgen^nden feiro» zu fhtfren gewesen wäre, alSrtn Dutzend AWdchm standen mich«, das Wass« zusammen, Md jedes dachte: „Oh. toenn doch ö« HeubodMs^n mein wäre samt dem Halstuch!“ Stüdi ab« sagte: „Hör doch, feufs uH, du machst eine grau«« Sach“ (Sacks.
! 'S^8 Heubodenbauern Sohn ab« lacht „Es h-tt mich swch nie was gereut; da, Kräm«, hast GsD. Md waszviel iL ist dsTrtnkgeld, bhaVS!“ And dsHalstuch ist .^^«^« hat «s Stüdi gegeben, das hat es genommW, ÄHt dazu gesagt; es ist mit ihm heimgesahren, ab« d« Handel ist ausgewefen. Stüdi tat ihm nie mehr Bescheid tat fein einglgnu»! m«Hr ihm auf, gäb tote nötllch et tat und sich htntersMnen wollte. Den Krqm könne et zurückhaben, toenn ec toolte faste eS. abet seinetwegen brauche « ihm nicht mehr unter öte Augen zu kommen. Seith« hat es noch manch« probi«t und 1«^« umsonst, fo daß es den jungen Burschen «leidet und man ansSngt dies und r«»es zu sagen. 3ch für mich glaube nichts 5? S>em ^Eitschi im Kopfe steckt, weiß ich bock *h* iDeRie wunderlich wird es sein, selb ziveifle ich vGIXMT.
, 2?rr5? fragte, was bei solchen Ülmstäickeu zu fragen ist.
Lebensweise ufto. Sie setzt«, zuscmunM, txS Uichev di« Sa^n untereinander, brachten ab« nichts heraus als -»aß fraS eine Sache sei unb zwar eine kuriose. Die Wirtin et» kamite, allweg müsse man da luegen, unb Grit erbot sich, fernem B«icht enquzichen und gelegentlich Annis Haus und Sohn zu rühmen und zDest z'vedsn, daß man toiffe, daß es geredet sei. «M war, fragt« Grit nach seinem Lag«.
«Hob sich, chm med«zuzünden; im Vorbeigehen faben sie Shristen auf dem Ofen liegen. „Lue," sagte die Wirtin, tote « ab« dasiEgt und fchmrrfelt; toenn die Sterne vom Himmrt fielen, « horte es nicht. DaS kommt von dem nächtlichen Herumfahren, vielleicht ist « gestern doch auf dem Kabisgrat getoste Uegt mir letzt da wie ein Steim.“ „Seh!" sagte die Wirtin, frte 3mm gesprochen hatte, „steh aus und mach dich ins Aest, ^hin ghörst und nicht auf den Ofen!“ Diese Worte begleitete sie mit einigen wohlangebrachten RippenstShen. Di« trfiftige Ermah» mmg »«fehlte ihre Wirkung nicht- «Christen fuhr zweg, frehnt« sich und stieg brummend und gähnend seinem Gaden zu. Do toi« von ungefähr ließ Christen im Laufe d« Woche falten, « hätte Mut, am Samstag zAlp zu gehen, et sei lange nicht auf freu Bergen gewesen, und es nehme ihn wund«, tote es ihrem Füllen gehe, das sie dick« Beine wegen zB«g getan.
(Fortsetzung folgt.)
echnsileitung: Dr. Fried«. Milh. Lauge. — Druck und Derlag Zter Brühl'fchen Aniv.-Buch- und Steindruck«ei, R. Lange, Gießen.


