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Schriftleitung: Dr. Friede Wah,
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D^ss Beschränkung des Lonlichen ist es. die de» empfind- ticheren Muslknaturen. auch wenn sie Mer Pianisten sind, die Freudeal-r 9i!,trumMt verleidet hat. Man kann ihnen nicht Anrecht geben denn je mehr Klaviermusik inan hort, desto aitf- r uud peinigender wird die bei allen- Raffinement der Mang- Md Anfchlagnuanten zu Tage tretende tzSlzernhett de» §»iarKwtnee' Fülle von Klavierabenden, mit der
»•Wifw a“k> Hauptsächlich Deutschland, noch immer ttbev- ichuttet tonb. hort man sehr viel Klaviermusik...
»»»irr&in’1 allerdings Hat sich den; Klavier ein ganz ^roffnel. das seinem Charakter vollkoniMM S*A'“ gerade aus der gewissen Abgehacktheil feine» Ean^eize hervorzuzaubern imstande ist. Das ist
•*J6*1 Jazzband, deren Wichtigkeit E^L^"Lal,scher Beziehung keineswegs unterschätzt werden Ä beschrankt sich dort in der Hauptsache auf auft^e^^wn^dngen, Synkopierungen vdm- überraschend im D-rem mit dem Hauptinstrument , Schlagzeug, das man nicht irgendwie ver-
Eich betrachten soll, drin; es ist in der Lage die wrtesten. kaum wahrnehmbaren Klangfeinheiten in präzisester Rhhthmi- ^^aller^n rsberhanchenüstem Pianissimo wieder zugeben: Wobei seine?- scharfen Low unterstützt wird. Die immer wech-
K ^azzbauL-Klanges, die bald in der Mo-
onstrmnent^ bald im BLnjo als melvdieskchrend«t
&ic dumpfE» bald weicher, des Schlagzeuges und de»
Mamers erst ihren rechten Untergrund,- das leise Murmeln der mb wS■ÄÄ dasfage Gt uns häufig aufhorchen;
btellAcht nicht ganz ohne wehmütige Empsindultg -.«Ku alte Geliebte aus neu erobertem Boden begrüßen.
und hochanstrebeuden Kirchtürme« hat, der RaumZurg wie eine Perle in einer Muschel liegend zeigt. Dom blinkt die Saale auf. um dann hinter Häusevgetvirr 51t verschwinden, tvieder sich in einer kurzen SchLurgenlinte zu zeigen und dam» in dem farbigen - IelLergevteri des lrM'tcheu Tales zu verlausen, das hin nach Kosen, führt. An der Geste drürrgk sich das Änstr«t--Tal herein, mit waldbewachsenen Höhen, die aber an ihrtz» MHängs« Weingärten zeige« und Erinnerungen an die Mosel, <m die Rahe und andere Seitentäler des Rheines aufsteiM» lassen. Man
wandert die Hochebnen fürbaß. Immer wieder überrascht der Blick ins Tai, wo MandelbLuMche-r die ersten BWen ausge- schlagen haben, grün die Saat auf de» Feldern steht and immer wieder der ruhige Spiegel der Saale einest wie ein Freundes- ültck streift. Dann nimmt deutscher Buchenwald &en Wanderer aus und man fühlt fick von dresch» Frühlirtgsöust umfange», den -eben auch tun' deutsche Wälder kennen und b&t du nie in jenen Gefilden der Seligen, in Italiens VorbeerhainB» und OÄwÄlderu auch nur in einem Hauche wiederfindeft. Mit jedem. Schritt spürt mar das Aufwärrsdrängeg des neuen Leberts, Fast ist schon die Zeit der Weiße» Osterbimneu vorbei. Himmelschlksfel fchwingAl ihr gelbes Geläut und da und 6a, mit hundert sausten Stammet« äuge» schauen Waldveilchsn unter eüter kaum knospendem Hecke hervor. Dann löst eine grüne WM. nur mit wenigen Bäume« bestanden, den Wald <ri>, und von hier schaust du Hinunter auf jene berühmte Pflanzstätte deutscher Bildung,. auf Schulpforta, wo Mopst ock, Fichte, Ranke und sh vi-eke andere, die Träger des deutschen Geistes waren, Hie Grundlage für ihre vorbestimmte Aufgabe erhielten. Hier muß dein Fast stocken. Bier Bäume beschatten einen Stein, der verwittert ist und dessen Lnschrift du nut noch in Bruchstücken zu lesen vermagst» Es ist ein Mal der Erimrerung. Aus welchem Anlaß es gesetzt wurde — der und jener, der vorübergeht und kaum hierher schaut, mag es wisssn. und du könntest Hu fragen, Aber tut dir das Wissen not? Sagt hir nicht alles der Satz aus der Vorderseite des 6te«ie», den du mit vieler Mühe snizifferst und der vor hundert Jahren in der Zeit der FranzofenbedrLÄung Hier eingemeißeft wurde, im uMMrdrückbavm M«cken an die Zukunft:
-«Der HoffnuM besserer Mrf
Wieder nimmt btt Buchenwald für Stunden den Wanderer auf. Auch ein Dom, ein deutscher Dom, in dem diese» vertrauende Wort, düs dort auf Sen -verwitterten ©tetn gemeißelt ist, tote ei« Gebet nachzuNiagen vermag. Dann blinkt die Saale toicöcr durch das Gebüsch, irgendwie liegt Fröhlichkeit in der Saft und weit öffnet sich das waldumkrLnAte Mund des Tales von Köse» 2m Abenddämmer steigt man hinab. Aßt sich von der salz- geschtvä tigerten Luft der Gradierwerke umwehen und beschlicht den Tag mit von FrühüngÄuft boll gesättigter Lunge. Der andere Morgen ruft zur Fahri gut RudelSburg, wo die Melodie entstand. dm einen mit geheimnisvoller Gewalt hier hinlockte Inmitten fröhlicher WandervogÄschorerr steigt - man den sielgewun- Beneii Weg herauf, grüßt des jungen "Bismarck studentisches Dendiml und nimmt dm Hut ab vor dem hohen Stein, der den Toten von 187» unb Ml gewidmet ist. Hinüber schweift Ser Buck zur Burg Saaleck, wo jene linglücklicheu. die glaubten mit Revolverschüss«! DeutschlänSs innere Krise lösen zu können, ihre Tat mit eigener Hand sühnten und mm begraben liegen. Ä-nd der Blick schweift hinüber Streit da» Saalewl hinunter, über dem strahlend die Frühkingssomre glänzend weiches Grün hervvr» zaubert, dunkle Dächer tüau (»Unten läßt und der Landschaft diese ganze Lwolichkeit Mt die nur In Melodien einzufangen ist und die gleich der ßreUMMe-rt eines Seuffchem Frattenlächsl« 'st. <»>;.» jenem Lächeln der Regeliadis. '
Der Streit um das Klavier.
Bon Dr, Anion Mays r.
Zwei Instrumente werden von D-kettanten und Künstlern vor allen Dmgen bevorzugt: Die Violine und das Klavier. "E n’ Mstand kommt das Cello und die Bratsche» alte ausschließlich auf den Gebrauch un gropen Orchester und vereinzelten, hauptsächlich klassischen beschrüM, so schon auch ihr Ton fein Mag.
^-et Matinetie. die.- wenigster in zwei Quintetten J0‘- Mozart und Brahms die führende Rove spielen- atm fester SLfrVS*» Sol^Komposiävstm für ötoe Ä Hom- Ä to'e3 PechMser und der Kontrabaß sind so gut
^^^oilkvUEn in die Orchestermasse verbannt u,ch nur die
»«bu.. Gatt'- oder ein BvlkÄted-Pvtpourri — in Fre,iu,t- oder Bierkonzerten erschallen.
KünUerm vÄ^VW^ den MusiWebenden u«6 s; ! rm, oUwn regierenden Instrumente die Krone
6'^ii “ u‘-c ^^bertegenheii zuerkairnt werden müsse. Sie iQ »te enttchiev«: worden, da die Anzahl der Ausübenden Mr beiirn Momente sich wohl stets die ‘IW ta tnh
lebe Partei mit Eifer ihren Stanöbu'-ki verdat Kte» i« *^n neuester. Zeit Laben sich Luch 'ÄÄX A
^hvben. die ton der DocheÄchaft -A fiS »m,tru1,iente5 «iE mehr Mffen woNen mrd sich au^dle
Serie öek Gegner schlugeii. Um zu seh« -was ihren StandpE rechtfertigen rann, müssen die Vorzüge und Aachteile des tBkw- forteS einer Betrachtung rmterzogM werde»,
M ist nicht zu leugnen, daß das Klavier den Vorzug der Älelseitigsten Literatur hat. Abgefchen von der unübersehbaren Menge der Or-ginal-Kompositionen, vom größten Genie bis zum TmgÄ-Tangel-Kompvnisten hat fast jeder Tonseher an ihr mit» SeWfeK, e»t es kein Jiistrummrt, das Mit derartiger Leichtia« kmt Transkriptionen von Orchestermusik toiedergibt. Der Klaotew- fptÄer ist ur der Tal befähigt, sich.eine umfassende Kenntnis der aKmiei' Muftkliteratur anzueigiien, ohne die betreffenden Werke selbst hören zu müssen — wenigstens bis zu einem hohen Grade: dazu kommt iwch, daß er infolge seiner Gewöhnung, stets vier Avienzeilen zu übersehen, viel leichter lernen wird, PartituvM zu lesen, als der an eine Zeile gebundene Violinist. Die Möglich. kett, Orchestertoerke genau zu studieren, ist noch vergrößert durch öfe vielfachen Varianten, die das vterhäudige Spiel auf einem ÄtoWt, bas Spiel auf zwei Klavieren, das achthündige Spiel »T*- auch bei Qriginal-Kompdsitionen kmm 8ee
Sputetet nie in Verlegenheit kommen, da er niemanden zur Begleitung braucht, tote der Violinist - von den wenigen Werken Mr Mvline allein abgesehen — sondern im Gegonteil aus Begleit« für Gelang und andere Instrumente im allgemeinen! unentbehrlich ist. Das Klavier besitzt, mit Ausnahme der Königin dM.Jnstrumente. ^der Orgel, die brauserrdsie Fülle und den größten .Umfang der Solo-Jnstrmnente: feine Technik gestattet
ä?tt. unE» Akkorde jeder Art mit mehr oder wenige« eochwiemgrerl, aber ohne jede Einschränkung erklingen zu lassen — was bet den anderen Instrumenten nicht der Fall ist — alles unleugbare Vorzüge, zu denen noch kommt, daß das Klavier vom Spieler Nicht das unbedingt feine Tvngehvr verlangt, tote tom Spieler eures Streichinstrumentes — oder auch eines Vauke»- schlägers — der fern Instrument stets stimmen muß.
trstzdem hat das Klavier einen Nachteil, der für emi>> suidsame Ohren beinahe alle genannten Vorteile auftoiegew ronnte, obgleich man ihn im Gegensatz zu den mehr ins Ma.- tertelle gehenden Vorzügen als ideellen zu bezeichnen vermag. Gr liegt nur tn der Tongebung, in dem Unvermögen des Klavier» sptelers, den angefchlagenen To» dynamisch zu variiere», als» öi!' VÄ nbschÄ^lien zu lassen. Der angeschlagene Ton wird zwar von selbst schwächer, aber nicht bamt, wenn es der Spieler will sondern wenn die Schwingungen der vom Hammer getroffenen »satten Nachlassen; diese Saiten aber zu stärkerer Vibration zu bringen und damit die Tonstärke zu erhöhen, ist vöMg ausge- tchlvften. Das Singen einer Melodie, wie er auf der Geige ohne rede Schwtemgikeit mit ergrDifendster Wirkung möglich ist, bleibt auch dem größten Piamsten versagt, wenn natürlich auch ganz > Lifzt oder Buf0ni wahre Anschlagswunder
totlf«5tt haben; im ganzen aber ist dem Ton eine gewisse Steifheit und Hölzernheit nicht abzusprechen, der sich aerad» beinr Heraushoren von Melvdten - auch in den Mittesstimmen - auf das störendste, ja das versttrnmeudste bemerkbar machen kann, mag d« Konzertflügel von Bechstein oder Steinway auch 00m begabtesten Virtuosen gespielt werden —- von Dilettanten und etnei' alten rahikommode" selbstverständlich ganz zu schweige»


