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sein Heim
oder den die letzten und achtet
Kamp. „ „ , .
General Monteiro aber gab seinen Offizieren
mein Junge!" , ,
Die Kagge der Regierung wehte noch immer grüngolden vom Zollturm. General Monteira dachte offenbar noch nicht an die Kapitulation. Die Konsuln der fremden Möchte brachten ihre Schutzbefohlenen an Bord des Hamburger Dampfers Helena", der dann ein Stück weiter abseits dampfte. Dis er sicher vor jeder Granate lag. Die Bürger der Stadt deckten sich gegen den Feind, so gut es ging. Matratzen wurden innen an bte Fenster gelegt, die Türen verrammelt gegen etwaige Anwand hingen der schwarzen Milizen und des farbigen Janhagels, ängstliche Gemüter hockten im Keller. Wer irgend verlassen konnte, flüchtete sich aus eine Chacara j
Befehle
„Die Schwadron Lanzenreiter geht in die Dünen darauf, daß nicht feindliche Landungsabteilungen wahrend des Geschützfeuers unbemerkt den Strand erreichen!
Das ist nun Blödsinn," dachte der Kommandeur der Lau- ceiros, „denn woher soll Moreira Landungsabte,lu..gen Tarnen?
Wer er sagte das nicht laut, sondern legte die Rechte salutierend an däs Käppi und dachte, daß die Herren mit dem höhe- ren Gehalt sich auch den höheren Blödsinn bei Befehlen leisten dürften. Im übrigen würde es seinen Lanceirvs gai nicht unangenehm fein, ein bißchen im Gelände spazieren zu reckenWas sollten sie auch während des Artilleriefeuers m der Stadtk Höchstens könnten ihre Gäule babm masiakrrertwerden, und die kosteten schönes Geld. Dabei überschlug k«r RMmeistev allerdings verstohlen, wieviel bei einem neuen Pferdekauf für die Schwadron zu verdienen fei.
„Sie, Oberst Miranda," fuhr Exzellenz fort, »eröffnen das Seuer auf etwaige Landungstruppen sofort, wenn die Meldung der Kavallerie eintrifft.“
Wenn wir darauf warten wollen, dachte der Oberst, ja wären wir schön dumm, lieber Jfidoro." RLer er salutiwto und erklärte laut: „Die Infanterie wird ihre Schuldigkeit tun.
Die Flibustier.
Eine Erzählung von der Küste Brasiliens.
Bon Dr. Alfred Funke.
(Fortsetzung.)
Das geht mich nichts an. And du hast mir erst letzthin erklärt, du habest mit Christus und der Kirche und ihren Märchen als echter Cvmtist nichts zu tun. llnter fünfzig Mil- I reis lasse ich dich nicht herein. 5>u kannst ja billiger wegkom- I men, wenn du Granaten an die Geschütze schleppst. I
'Ehico zog ein säuerliches Gesicht. „Run, wir werden schon einig werden, Compadre. Ate a Volta!'
7Rio do Dugre war in höchster Erregung. Die Artillerie I hatte ihre Geschütze am Hafen aufgebaut und richtete sie gegen Vie Gloria", die CbenTaiT8 klar zum "Gefecht gemacht hatte. Auf dem Dach des Zollhauses hockten die Bootsleute und Rudergäste, die sonst den Hafenarzt und die Zollbeamten fuhren. | und beobachteten die „Gloria", an deren Bord sie manchen alten Bekannten entdeckten. Der Hafenlotse Mendes hatte den General gefragt, ob er eine weiße Flagge mit auf den Zoll- turm nehmen solle. Aber der Gei^ral hatte den Lotsen gefragt, ob er Lust auf eine Woche Dunkelzelle haoe.
Da im Notfall hole ich ein Tischtuch aus dem Hotel de Paris," 'erklärte Mendes seinen Freunden.
Auf der Gloria" war alles ebenfalls tn großer Aufregung. Doch Moreira konnte sich auf seine Matrosen verlassen Die hatten vor Rio schon Pulver gerock^m und die Geschutzkampfe mit den Hafenforts waren feine Schießerei mit Knallerbsen gewesen. Dagegen war eine Beschießung von Rio do Bugre das reine Sonntagsvergnügen. Nur die Haltung der beioen Negierungsboote hinter der Jlha erregte noch Bedenken. Ihre Kommandanten hatten sagen lassen, die wurden zur geMbenen Zeit schon ihre Pflicht tun. Das konnte alles und nichts heißen.
Den Strandaffen drüben werfen wir ein Dutzend Granaten in den Hals, daß sie das Atemholen vergessen sollen! prahlte ein Maat und deutete auf die Artillerie am Hafen.
Kapitän Moreira, der gerade mit Luhrs vor-ibergmg, machte ein undurchdringliches Gesicht, als er den Maat horte. Er wußte am besten, wie es mit den Granaten an Bord dev „Gloria"' beschaffen war. Wenn dieser General Monteiro Wind davon bekam, war das Spiel--- — -»<«,. .
„Aber Jfidoro Monteiro ist glücklicherweise ein Esel, tröstete sich "der Kommandant im stillen. Dann sah er wieder zum Strand hinüber.
„Die Artillerie scheint tatsächlich gegen uns feuern zu wollen, Kapitän," sagte er zu Lührs und deutete auf die Geschütze am Hasen, die gut gegen die „Gloria" gerichtet wurden. ..Das hätte ich Jsvdoro Monteiro gar nicht zugetraut. Na, vielleicht hat er gar keine Schuld daran und macht nur Theater. Gibt ihm letzten Augenblick Hein bei. Sie machen ein Gesicht, Lührs, wie die Katze, wenn's donnert. Ich weih, Sie möchten gern ans Land. Aber das geht nicht. Wer soll uns Über die Barre zurücklotsen, wenn die Sache schief geht? Ihr Kamerad hat sich
Die Küche in diesen Restaurationen ist ausgesucht vortrefflich und s die Weine gepflegt, aber alle diese Luxusstätten haben ein mehr oder weniger internationales Gepräge; typisch ?rf!n PitahtZ mehr manche Heinere Speisehäuser, die man m fast alLn ötaot teilen antrifft. Dort kann man einen Borschllch bekommen und dazu echte Kascha, wie man sie seinerzeit nicht heiser rn Rußland gegessen hat. Borschtsch und Schtschi sind die Nationak- suppem die Jedermann bekannt sind, der Rußland bereist Hatz Die Grundlage bilden verschiedene Fleischarten, Kohl, rote Du
Der' Borschtsch sieht rötlich aus. Gin wenig saure Sahne wird hinzugegossen, und oft schwimmen in der dicken Suppe Würstchen Man kann getrost den Versuch wagen, sich eine Por-
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überzeugt werden. Dazu verlange man Piroschki, «in nut ge» Hütern Kohl Siern oder Fleisch gefülltes fettes Gebäck und man wird russisch gespeist haben und zufrieden )ern.^e Poesie find sehr bescheiden. Im Hintergründe dieser Heinen Restaurationen spielt meistens ein Balalaikaorchester ^mwrlieder und russische Weisen, einige Paare tanzen. An den Tischen wird Wodka ausgeschenkt, und die Besucher vergessen dort auf einige Stunden ihr Emigrantenlos. , ..
Neben den Russen haben die Spanier und Sudamerikaner ihr Cafe und die Italiener ihre Gaststätten, wo der Liebhaber vortreffliche Makkaroni essen und dazu ein Glas un^rfalschten Chianti oder Costa d'Ore trinken kamt. Der Sucher findet Landsleute und darf sich an die Ufer des Manzanares oder an den Po versetzt glauben. Auch Kaukasier und Surfen haben ihre Versammlungsstätten, in denen Schaschlyk und allerlei o^en- talische Leckereien serviert werden. Selbstverständlich gibt es in Berlin auch eine Reihe österreichischer und ungarischer Speisehäuser, aber die findet man in jeder Großstadt, kw sind keina Ausnahme. Die Freunde von Paprikagulasch und^Mehlspeisen werden zur Abwechslung auch chinesische Ragouts und Borschtsch zu würdigen wissen.
Es lebe die Republik!"
„Viva a republica!" . „
"Viva v general Monteiro!" riefen einige Stimmen. Ex-
Ich werde persönlich den Gang des Gefechts leiten, erklärte er bann. „Ich werde persönlich im Feuer zvl finden ein, wo es am dichtesten ist," fuhr er nut erhobener Stimme fo^.
Du wirst dich hüten," dachte Hauptmann Pires. Aber er machte ein Gesicht, als sähe er feinen Chef schon im ©ranatfeuer.
„Ilnö unsere beiden Kanonenboote, Exzellenz?" fragte eine 61 "jSie werden ohne Zweifel in einer halbmt Stunde an unserer Seite fechten, sobald der erste Schuh fällt.
„Sie werden sich hüten," dachte der Fragesteller, denn m- fannte die beiden Kommandanten. Sie hatten keine Lust, sich die Finger zu verbrennen. Dann schloß der ©eneral mit einer zündenden Ansprache und den Worten, die er stets zum Schluß zu gebrauchen gewohnt war: „Gloria e — — . „
Aber er verschluckte sich beinahe an dem „Gloria. Der verdammte Kasten drüben, den er aus dem Fenster so bequem sehen konnte, hieß ja auch so! .
Ich meine,“ verbesserte er sich, „wir werden kämpfen bis zum "letzten Blutstropfen. Für die Größe und Ehre des Vaterlandes und für den Präsidenten, dem wir alle tn imverbrii-ch- U%oTXmiSen Jahre hatte General Jfidoro Monteiro den Präsidenten noch einen „Erzgauner und „Vater aller ^taUeter" mit den Rebellen!“ kam die Antwort. „Diva a | "^Damit war die Besprechung erledigt, die Ossiziere gmgew
Der Schreiber Chico Fontoura war aber hochbedruckt, als er das Ergebnis des Kriegsrats erfuhr Nun Eßte er diesem elenden Schluckspecht von Küster doch fünfzig Milreis tn den Rachen werfen. Fünfzig gute, bare Mil!
Er wandelte nachdenklich vor der Kirche auf und ab. Der Äüfter lehnte in der Tür der Sakristei und winkte ihm.
Aha! Der Sakristan tat es wohl billiger. Natürlich! Viel- | (eicht gar umsonst! Er war ja schließlich auch ein Christ!
Aber der Küster bereitete dem Herrn Chico eine _^«b er- I raschung. Der hochwürdige Herr Vigano hatte aufs strengst« verboten, die Kirche als Zufluchtsort zu offnen Besonders I für diese Heiden vom Schlage des Herrn Chico fontoura. die sonst einen weiten Bogen um die Kirche machten, wie der Teufel um das Kruzifix. „
Natürlich könnte man eine Ausnahme machen, Chico. | meinte der Küster vertraulich. „Aber nicht unter ktundcrtMck. ®Sn ich verliere meine Stellung, mam es herauskommt. -
| •) Landhaus.
ja anscheinend französisch gedrückt. Schade! Ich hätte auch ihn rechtzeitig an Bord nehmen sollen. Nun, vielleicht sehe ich ihn wieder." „ ,,,
Lührs aber dachte: „Da kennst du Hein Daukhage schlecht.


