Ausgabe 
15.12.1925
 
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4in6 metn OMer tat Arrest, « Hat Hunger.

habe nichts als mein 3nftrument, Ach nehm« «s und gehe In di« Wirtschaft, MS ein wenig ®e£o mein war. Gehe zu meinem 'Botet in den Arrest, Geb' ihm daS Geld, er war sroh: .Setzt hat er keinen Hunger mehr!'"

Viel« Äebersetzung lehnt sich wortgetreu an daS Original an. <Xe AehnlickMt mit dem Griechischen ist unverkennbar. Auch toten sich diese anspruchslosen Dichtungen (die Poesie Uen Zigeuner ist sehr dürftig) im zigeunerischen Text fael weichet und heimlicher, poetischer an, weirn man so sagen öarr, «IS in der etwas starten deutschen Uebersetzung, rot> die Deutlich­st und Schärfe bet zigeunerischen Aussprache ule so recht zum gfasdrmck kommt.

älnd «he Dinzer sich dessen versah, hatte sie sich $u ihm Mueigt unb flüchtig seine Stirn mit den Lippen berührt. Lachend liest sie den Verdutzten stehen und schritt an Sean Pauls Arm den Burgberg hinab zu ihrem Wagen.

So schweigsam?" scherzte sie mokant. .Welch ein Amt boansp^uchsn>ie beim in meinem Wollen Sie Kanzlet

fehl?1

Unmöglich hohe Frau, nachdem Sie einem andern das Sieael aufgedrückt", erwiderte Sean Paul nachdewl cher als zuvor. .Sch bescheide mich mit der Rolle des lustigen Rades, der seine Schellenkappe zu Hause vergaß und mm wehrlos den Sticheleien. deS Gesindes ausgesetzt ist." .

Unb was halten Sie von meinem Troubadour -

ISehr viel, seitdem Sie ihm das Küssen ^gezeigt haben. Gr wird's bald nötig haben." Sie bist sich auf die Lippe, fuhr aber in demselben leichten Ton fort: ..Was mein«. Sm dazu, zum Erntefest will ich einen Artushof eröffnen mit Krömrng meines Getreuen. Frauenlob I! soll er heißen und den Lo.bcer tragen tm lockigen Haar.» Die Pille war bitter, wurde ab«- tapfer verschluckt." Sie wartete auch seine Meinung mch ab, sondern hatte eben genug gesagt und sah sich nach Danzer um. .Fahren Sie mit mir?" rief sie ihm huldvoll entgegen, dEwit leichtem Verbrüh hatte sie Rita an seiner Seite bemetti Schon streckte sie ihm die Hand entgegen, als S«m Puul sich keck E ben Tritt schwang und luftig fragte:Seit wann sind ^.roubw doure des Ritterdienstes unkundig? Mein schöner Minnesanges Sie helfen wohl Shrer Edeldame tn den Bügel. An die Seite der Durgfrau gehört der luftige Rat. Der Wagen rollte lxih.n. Binzer und Rita folgten in lustiger Kavalkade. Wie toürt.ig aber Semi Paul seine Huldin unterhalten hat, das hat Tie später niemand vertraut. ...

Alnb im alten und neuen Schlosse bis nach Tannenfeld hm raunten und »Herten neckische Geister seit Tagen an lichen Plätzchen und bereiteten einen Hauvteffe» vor. Die Dhaf^ pot hatte die Parole ausgegeben, Rita und Eumlich getrennt, Rita und Otto unter allen erdenklichen tSow wänden zusammengebracht werden. Otto mutte für dmME Tiedges Gedichte abschreiben, Rita werde wchl so IwbMswürd« sein zu diktieren. Otto mühte für die Gräfin Deidenfiro^ aus Paris mustern, Rita würde mit chrem Geschmack dabei Hellen Otto sollte für Wilhelmine ein Bukett zusammensttUen.

Rita, tm bist wohl so gut und pflückst mit dem Baron

SRcter^ und Dora machten diese vergebttchen Versuche, viel Spatz tmb sie störten, wo sie nur konnten. Wollte Marheineta sich mit Otto und Rita allein erbaul ch unterhalten, Dora setzte sich mit ihrer Stickerei dazu. Als Feuerbach ^seine Musste Kriminalgefchichte den beiden allem vorleseu wollte. häkelte Peter Ritas Arm in ben seinen und behauptete, sie habe ipm eine Kahnfahrt zu zweien zugefagt. _

Auch Sean Paul wurde geheimnisvoll. Da er von den Sw fammentünflen in der Muschelgrotte nichts ahnt«, so hielt er es für feine heilige Pflicht, feinen Schützlingen zu ^nem romcm- ttschen Stelldichein zu verhelfen, uni die letzte.

zu überwinden. Er zerbrach sich den Kopf ^ber dasDie e--^ sich war er im reinen. Er diktierte Dora em Briefchen M die Feder schrieb selbst ein ähnliches ohne Heber« tmb ilntet* sthrift' führte noch eimnal seinen Ponto durch das Dorzimmer tmd schloß sich dann mit ihm zu einem längeren Dialog eta.

Diesmal hatte Wilhelmine es nicht gesehen, sie war zu beschäfllat mtt sich selbst. Das mutzte Ile längst erkannt haben. M^er ließ nicht mit sich spielen. ttier die De^mung wollte sie ihm nicht ersparen, dast er ihr danken, bftenttch danken sollte für die Auszeichnungen, so sie an ihn verschwendet fa haben glaubte. An ihrer Artusfeier hielt sie eigensinnig feft Die Gräfin hatte sich bereit erklärt ttotz « ä

eenem ben Bart das Arrangement im Stile Ludwigs XV. zu total. Feuerbach sollte als Kaitzler JxS Ordenskavtteks tae Berse sprechen, die Marheineke zu verfaffen so verwegen war.

Der Mutter muhte Wilhelmine ben Plan mittetlew D^ zog bedenllich die Brauen in die Hohe:

Kinger? Der komponiert, ja Studentenlleder. Und was wirb "^iDichts" Ersetzte Wilhelmine trotzig, »Dinzer hat die F«nen mit wenig Zeilen mehr gefeiert als Sean Prall mit all fanwm Romanen. Durchlaucht-Mama, Sie dürfen nichtnein iagen. ®ie selbst sollen Dinzer den Lorbeer reichen. Rehmen Die^ den Schere als das was er ist, als eine Kaprize Shrer eigensinnigen.

laffen kaimst. Sch lehne alle Verantwortung ab und werbe tun» was ich nicht lassen kann." . ., __ (..rx

Unb Dorothea rührte weiter insgeheim: an Pansch Wilhelmine aber ging frohen Hebens hmaus- ^Pansch schien diesmal zu geratem Was wollte sie noch? Recht, cy ^nmenfeld wollte sie, Dora etwaS aus Frn^ehM Dw Morgen war frisch sie warf sich ihre Pelerme um. W-e tte frohgemut durch die Kastanienallee schreitet, fühll sw M aw aehalten. Ponto ist es. der aagelegenllich ihren, Umtoun oe . tAnüffeli Sie will ihn streicheln, da bemerkt sie an feinem ' 1 von Sean Paul Gutes kommen! Lieber em letztes Bedenten

Pansch.

Eine Geschichte aus der Biedermeierzeit. Don Earl Worms.

(Fortsetzung.)

IX.

Hatten die Wellen des Teiches das Geheimnis von tat Pudrllocken ans Ufer getragen, hatte ein Unberufener Ä «rt» deckt? Erzählt wurde es eigentlich von niemand, geflüstert aber um so mehr. Ehrfurcht vor dem Dichter hielt sie alle zurück, fetn Vorwurf wurde laut, aber man nahm sich vor ihm in acht. Genaues wußte man nicht, aber wie bas so beim Flüstern geht, man versteht zu wenig oder zu viel, aus einem Mölkchen wird ebi Gewitter gemacht, nach Spatzen mit Kanonen geschossen.

Dora hatte zierst etwas von Rita herausbekommen und fand «S abscheulich: schadenfroh hatte Wilhelmine eS der Mutter «rzSHÜ, auch diese hatte befremdet geschwiegen. Selbst der treue Beter begann, sein Väterchen in etwas schrägem Augenwinkel zu betrachtenDer Henker traue den Dichtern!" hatte er auS-

.Llnbegrelflich!" hatte Baron Otto stoisch anbeigeffigt

Baronin und Gräfin gingen umher wie Ror-ren, bereit, ta» Schicksalsfaden zu durchschaeiden, die zwei Gelehrten zählten tast Pontos Locken, ob nicht wieder eine fehle. Ponto mar leben» jetU jetzt die Hauptperson im Drama von Löbichau. .Und Sean Paul? Wie ein unbefangenes Kind guckte er sich in der Gesell- fcbatt um. verstand feine Arlspiekrrngon, merkte keine Spitzen «rd rieb sich vergnügt die Hände, beim Rita würdigte ihn nutzt

Heber Dinzer aber war es gekommen wie das Brausen des Frühlings, der ersten Sugend, im Sturm gewann er sich die Herzen Mit ben Studenten fang er das von ihm komponiert« Sied Körners: »Kommt, Brüder, trinket froh mit mir, seht, wie die Becher schäumen." Es war, als hätten ihn wieder die Wart- durggelster gefafa. Mit den Gelehrten diSputterte er unb sieh fich immer belehren, ben Damen entwarf er Stickmuster oder las ihnen vor. Sean Paul vermied ihn ein wenig, sollte aber bald erfahren, datz er so ganz ohne Memorandum nicht ab» kommen sollte. Denn auch das nach Wllhelmtaens Anweisung komponierte, ihr gewidmete Lied axrc fertig.

Die fange Wett hatte einen Ausslug zur Ruine Somtsels unternommen und Wilhelmine zur Burgkönigin erwählt Da satz die str'ze Frau auf weichem Moose im einzigen noch erhaltenen Durgienster u~b die Abendsonne wob einen Glorienschein um Hx gelöstes Haar und das weite weitze Gewand. Huldigend, Dlumenspenden in der Hand, umbrängten sie ihre Basalen, der Baron und Dinzer fatzen alS Troubadoure zu ihren Füßen. Da gebot ite rtzterem, ein Lied zu singen. Alle erhoben fich volle Römer ta den Händen, die Soll waren vorher verteilt, der Chor Mit den, Refrain bekannt. War es Täuschung? Sean Paul schien «s, ate richteten sich die einzelnen meist gegen ihn, und was er härte Rang nicht eben schmeichelhaft.

Stoßt an, freies Wort lebe, hurra hoch!

Wer die Wahrheit kennet und spricht sie nicht. Der bleibt fürwahr ein erbärmlicher Wicht."

Herausfordernd fang es Dinzer und schwang das Gias uud Peter setzte fort:

Stoßt an, kühne Tat lebe, hurra hoch! Wer die Folgen ängstlich zuvor erwägt. Der beugt sich, wo die Gefahr sich regt."

So ging es fort, bis zuletzt die Burgherrin selbst sich boft tfreem Mauersitz erhob unb es trotzig, drohend hinausfang mit doller Stimme:

Stoßt an, Frauenlieb' lebe, Hurra hoch! Wer des Weibes weiblichen Sinn nicht ehrt. Der hält auch Freiheit und Freund nicht teert*

Brausend fang« der Thor nach in hohem Schwung zerschmet- fcrte sie das Glas am Gestein. Auf Binzers Schulter gestützt trat sie von ihrem Hochsitz herab unb rief mit Hellem Klang: Wahrlich wer das Weib so achtet, ist des Preises wert. Shr Männer unb Frauen meiner Sippe, ist's zu hohe Gunst, wenn eure Fürstin ihn selbst erteilt? bedankt meta treuer Sänge--.