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die öfter von den Wildgänsen zum Uebernachten benutzt werden. Man könnte also die Erscheinung so deuten, daß ote -Stere hier eigentlich heruntergehen wollten, aus irgendwelchen Ur- sachen oder Wahmchmungen heraus jedoch ihren Weg schliehltch fortgesetzt haben, wobei sie zuerst säst nördlich daraus sLdlich oder süd-südwestlich dann wieder wesiltch geflogen smd. Wichtig ist auch die Mitteilung, die Frl. D. in Mlen^rf bei l^ilburg erhalten hat, Last am Nachmittag des gleichen L,ag^ schon vier bis fünf Schwärme vorübergeflogen seien, was sich aus einer später erhaltenen Beobachtung aus Metzen-West über einen Schwarm gegen Nachntittag um 3 ächr d«kt.
Es fragt sich nun, wie die Tiere von dem Gebiet Mich«" Allendorf und Weilbirrg weitergeflogen sind. Frl. D. gibt Äs Richtung aller Züge die von Weilburg nach Limburg, also westsüdwestlich an.
Dabei ist erklärlich datz nach der etngetretenen Dämm^ rung die Beobachtungen Lücken aufweifen. Hier brachte zuerst eine Mitteilung von Frau W. in M. Aufklärung. Sie war in Koblenz zu Besuch und hörte, nach dem Besuch des Theaters, über Pfaffendorf im Süden von Koblenz in der Lust em lautes Geschnatter von wilden Gänsen, ohne die Züge sehen zu Wunen. Es war dadurch nicht bewiesen, aber immerhin wahrscheinlich datz eine Flugbahn aus der Gegend von Weilburg und Mendorf nach West-Süöweflen über Pfaffendorf, südllch von Koblenz, führt. Hier schlieht sich eine Mitteilung des Herrn Reg.-Inspektors B. aus Koblenz über eine Beobachtung bei Diez an. Er war auf dem Wege von Freiendiez, das zwischen Limburg und Diez liegt, nach Oranienstein, befand sich also auf der linken Lahnseite. Hier hörte er in der Dämmerung das Schnattern der Gänse. Der Widerspruch datz diese Beobachtung von der linken Lahnseite aus gemacht wurde, erklärt sich leicht daraus, daß zwischen Limburg und Diez die Lahn einen groben und bresten Bogen nach Nord-Nordwesten macht. Wenn man ote
®e6tet südlich der Schönen Aussicht eine Umgliederung aus sechs über fünf und vier in drei Keile stattgefunden.
Nach der Beobachtung des Herrn 3. von der Kreuzung deS Aulweges mit der Strahe an der Südwestseite der Nervenllinik aus, sind die Schwärme in beträchtlicher Höhe Inder Richtung zwischen Stoppelberg und Wetzlar, also nach W esten «ettogem Hier fügen sich Beobachtungen des Herrn W. Don der Hohe Zwischen Klein-Linden und Mendorf a. d. Lahn an, so daß die Richtung auf den Stoppelberg zu cmzunehinm war. Bon diesem Beobachter werdet: drei Schwarme, denen nach ca. zehn MtnUten ein vierter folgte, angegeben. nm
®s fragt sich mm, tote der wettere Weg der -Stere am Stoppelberg vorbei gegangen ist. Hier setzt die genaue Beobachtung des Herrn Direktor St. aus Frankfurt a. M. em, der, in W-tzlar zu Besuch weilend, an dem betreffenden Abend einen S^-ziergang machte und sich zwischen dem Stoppelberg und d« Strahe nach Butzbach befand. Die Wildgänse kamen, genau dem bisherigen Weg entsprechend, über das Ftnsterloh genannte Waldgebiet südwestlich von Münchholzhausen und fWgen am Stoppelberg, zwischen diesem und Wetzlar, vorbet, also Wetter nach W e st e n. Zahl und Art der Formattonen wtrd dabet in folgender Weise angegeben: „Es waren dret Zuge^ zwet grotzere und ein kleinerer, der letztere hatte die bekannte 1-Form, wahrend die beiden anderen Züge keine ausgesprochene Kmlforin, sondern eine mehr halbkreisförmige Gestalt angenommen hatten. 3n dem gröhtett dieser beiden Züge flog noch ein ganz kleiner Zug, es mögen sechs bis acht Tiere gewesen fern .
^Nun folgt eine Mitteilung des Herrn B. aus Frankfurt, der in Braunfels weilte und gegen Abend von seinem Standort zwei grotze Schwärme von Wildgänsen von Osten kommen sah, dabei'jedoch dachte, dem Lärnt nach muhten eä mehr fein. Sie zogen von Wetzlar zwischen Braunfels und der Lahn vorbei Nun schließen sich die Mitteilungen des Herrn A voit Dreßen cm über eine 'Beobachtung in Tiefenbach, tvestlich von Braunes, sowie des Herrn Forstta^ators Th. aus Weilburg, der, auf dmn Wege von Hirschhausen nach Weilburg, ungefähr bet /, der Entfernung, die Scharen fliegen sah, erst zwei Züge, spater noch ^"^Nack^ diesen Beobachtungen war es wahrscheiillich, daß die Wildaänse nördlich von Weilburg die Lahn vom linken zum rechten Ufer überflogen haben, also nicht dein Flutztal entlang gezogen sind, das von LWrberg b^ Weilburg südlich gerichtet ist. Dies wurde zuerst von Haulein D. aus Frankfurt a. M bestätigt, die mit der Eisenbahn nach Weilburg gefahren war und auf der Fahrstraße von Wmlbu^. Ako auf dem rechten Lahnufer, nach dem Ort Allendorf bei Weilburg die Tiere in drei Zügen über diese Strahe Weggehen sah Diese wichtige Mitteilung ist unterdessen durch eine AachrM des Seern Landwirtes K. in Löhnberg bestätigt ivorden^der beobachtet hat, daß die Tiere von feinem Standpunkt, alft vechts der Lahn, eine Kursänderung nach Nor^n iu d« RMung Merenberg vorgenommen haben, dann jedoch in scharfem Winke, südlich umgebogen sind, so daß sich.die ^^^tuM vonFrll M aus Fr. an der Landstraße nach Mendorf bei Weilburg voll- vollständig erklärt. Es handelt sich nicht um einm neuen von Norden kommenden Schwarm,, sondern um einen hakenförmigen Weg der zwischen Weilburg und Löhnberg über die Lahn ge=
beiden, «chtS der Sah« Hegenden, Otte Dietkirchen und Alten- diez durch eine Linie verbindet, so schneidet diese den erwähntem Dogen der Lahn, also den Fluß doppelt. Die Flugbahn der Tiere ist also möglicherweise hier wieder eine ganz kurze Strecke auf der linken Lahnseite gegangen, und muß nach Altendiez an der rechten Lahnseite weitergeführt haben. Herr D. nimmt westliche Richtung cm. Bon hier an bis nach Koblenz fehlen bisher Mitteilungen, aber es ist zu beachten, daß nunmehr die Dunkelheft eingetreten war, so daß Beobachtungen, abgesehen von der Wahrnchmung des Geschreis nicht gemacht werden konnten. Außerdem führt die Luftlinie von Wendiez mach Koblenz nicht an der Lahn entlang, sondern nördlich davon durch gebirgige und waldige Gegend, ungefähr nördlich von Holzappel vorbei, da die Lahn von Diez bis Niederlahnstein im ganzen einen flachen Bogen nach Süden mit vielen Win« innigen macht, cm denen die Orte Balduinstein, Nassau und EmS Hegen. Bon hier waren also Nachrichten nicht zu erwarten.
Bei der Beobachtung aus Pfaffendorf bei Koblenz, abends IO1/4 Uhr, stimmte zwar die Flugrichtung, aber nicht die Zeit, da nach der Geschwindigkeit der am Südende von Gießen um 1/26 Uhr beobachteten Schwärme von, diesen der Rhein viel eher hätte erreicht werden müssen. 3mmerhin war die Beobachtung wichtig, da oft mehrere Züge, durch längere Zeit getrennt, in der gleichen Richtung fliegen. Der noch fehlende Ring zu der Kette von Beobachtungen wurde mir neuerdings durch eine Mitteilung der Frau E. F. in Pfaffendorf bei Koblenz gegeben, die folgendes schreibt: „3ch war abends um i/27 Uhr im Garten, da hörte ich ein lautes Schreien, daß es Schneegänse waren, wußte ich. Es müssen sehr viele gewesen sein, sie flogen auch sehr niedrig. Sie kamen aus der Richtung vom unteren Lahnkreis und flogen über Koblenz-Lützel." Hier ist der Schluß der Beobachtungen, die von Metzen über Braunfels, Löhnberg, Allendorf bei Weilburg, Oranienstein bei Diez eine zusammenhängend« Reihe darstellen, gegeben.
Wir kehren zum Ausgangspunkt dieser Studie, nach Gießen, zurück und wollen klarstellen, wie der Anslug der Tiere ins Dusecker Tal erfolgt ist. Hierüber war mir bei der Berösfent- Hchung meiner Notiz am 19. Oktober noch nichts bekannt. BÄ der Untersuchung des Geländes vermutete ich zuünächst, da ich vor mehreren 3ahren am Frauenberg bei Marburg Züge von Wildgänsen gesehen hatte, datz der Weg ins Dusecker Dal von Nord-Nordost aus der Richtung des Frauenberges, ungefähr über dem Paß zwischen Alten-Bufeck und Daubringen, erfolgt sei. Dies hat sich jedoch als vollständig irrtümlich erwiesen. Alle Nachrichten beweisen, daß der Zug zum Busecker Dal fast von Osten, zeitweise von Ost-Nordosten zu erfolgt ist. Die erste Nachricht erhielt ich von Herrn B. in Lumda, der am 8. Oktober zwischen 5,10 und 5,20 Uhr vom Bahnhof Lumda beobachtete, wie die Schwärme ungefähr 300 bis 400 Meter westlich von Lumda, von rechts nach links streichend, das Dal überflogen. Dies wies ungefähr auf die Richtung von Weitershain nach ReinhardShain und von da weiter, cm Grotzen-Buseck vorbei, nach Rödgen und Metzen. Dies wird durch Mitteilungen der Herren Tr. aus M., damals in Aeinharöshain, Lehrer R. In Beuern, des Herrn Lehrer G. in Reiskirchen, sowie des Herrn Fr. W. vom Hofgut Appenborn (bei Londorf) bestättgt.
Dis RichtungSlinie kam also vielmehr aus Osten, als ich wegen der früheren HeMcMwiS KN Frauenberg bei WE g, SerNrutet hatte, lind es ergab sich die Frage, an Weichei Stelle die Tiere daS Ohmtal überflogen haben. Dies ist vollständig aufgeklärt durch Mitteilung des Herrn G. in Meder- Ohmen, der beobachtete, datz die Züge von Nordosten kommend, bei Nieder-Lhmen die Ohm überflogen haben. Herr G. nimmt richtig an, daß sie von Lauterbach her gekommen sind. Dies ergänzt die Mitteilungen aus Lumda, Appenborn, Deinhardshatn, Reiskirchen und Beuern. Durch die Mitteilung aus Nieder- Ohmen wurden mir die Angaben verständHch, die ich schon vorher in bezug auf Lauterbach von den Herren H in G., Dr. L. in und von Herrn H. St. aus Ulrichstein erhalten hatte. Das Bindeglied zwischen Lauterbach und Nieder-Ohmen geben Haupt- sächlich Angaben des Herrn Obm'forsttates U. in D. und des Herrn Kreisarztes Z. ht A, wonach die WtWganse ub-n den Wald von Strebendorf gezogen sind. Möglicherweise ist ein Teil etwas weiter nördlich im Alsfelder Gebiet nach Sudwesten gezogen. Als wesentliche Richtung erscheint Lauterbach, Wald von Strebendorf tritt» Nieder-Ohmen.
Vergleicht man die östliche Berlängerung der Flugbahn mit der westlichen von Gießen aus, so zeigt sich datz die Flugrichtung hauptsächlich eine ostwestliche war, daß jedoch ungffähr von Weitershain bis Gießen ein Ost-Nordofl nach West-Süd west gerichteter Abschnitt zwischengeschaltet war. Die Umbiegung nach Westen erfolgt nach der Beobachtung von Herrn Baurat M. in G. über dem Wald an der Ostseite vom Trieb. Hißt man die mitgeteilten Beobachtungen zusammen, so ergibt sich, datz die in Metzen beobachteten Schwärme aus der Gegend von Lauterbach gekommen und über Bieder-Ohmen, Lum^Rodgen nach Gießen, von hier in fast ganz westlichw Ri^uM, am Stoppelberg, zwischen diesem und Wetzlar, vorbei nach Drauw- fe!8 geflogen sind und zwischen Weilburg und Lohnberg die Lahn überquert haben. Die weiteren Mitteilungen dellen ach die Richtung Mendorf bei Weilburg, Diez, Koblenz, ^r Weg bietet im einzelnen durch die Krenzimg mehrerer Flußtälev


