Ausgabe 
5.5.1925
 
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ilixb über den RMn. Der Auflvstmgspratz wär mcht weil van W Hause, unb so tonnte Johamr bett Vater beizeiten heram- Kolen. Gr Mtte zwar lieber sein Scrttelpferd 3im« genommen, aber dm kaufte sich der Wachtmeister, der mm wieder Schmied werden muhte. _'

So kam Haus zu Peters Vater in den Stall, aus dem am gleichen Zag der Schimmel Max fort und zum Schlachter geführt wurde. Der Braune und der Schimmel hatten zwei stunden Zerr, sich kennen zu lernen. Mer Hans war müde vom großen Marsch aus dem Westen und müde vom Krieg, außerdem beängstigend Unterernährt, und so fratz er vor allem einmal die Krippe leer. Dann schlief er im Stehen eilt. Dem Max war mcht wohl zu Mut. Früher hätte er vor Neugierde geschnauft und ungeduldig die Spreu vor die Hufe geblasen. Seist war er alt und grantig; ba8 Futter schmeckte ihm nicht mehr, seit der Braune nebenan stand. Er bereitete sich still, mit schläfrig klappenden Augendeckeln, auf seinen Abgang vor. ,r< ,

Aber erst ein Jahr später, als Hans schon lange nur noch ein Milchwagengaul war, kam fein Freund Peter auf die Weit. So spät bekam Johann noch einen jüngeren Bruder. Die Freund­schaft zwischen Hans und Peter fing natürliche nicht sofort an. Der lag noch in den Windeln und schlief, und wenn er schrie, nahm ihn die Mutter an die Brust. Als er wer Wochen alt war, trug ihn der Vater auf dem Arm in beit Stall. Er ging mit ihm links von Hans bis an die Futterkrippe vor. Peter guckte neugieria um sich, zappelte mit den Aermchen und stenunte die Deine gegen feinen Halt. Hans schaute sich die Neuigkeit sehr ernsthaft an und wackelte mit den Ohren. Plötzlich, aus irgend­einem Grund, piepste Peter laut und energisch auf, ,o daß Hans ernannt den Kopf hob. Diese Besuche im ^tall wiederholten sich häufig, aber Haus merkte nicht eher, daß Peter alter unö größer wurde, als bis das Kind eines Lages hmterm Bucken der Hausbewohner in den offenen Stall geriet, an der schwelle stolperte und aiif allen Vieren zwischen Hansens chohen Bttnen durch bis vorn unter die Krippe kroch. Dort fand ihn die entietzte Mutter. Hans hatte eine Meile gutgelaunt mit ihm zu Wielen versucht und war dann eingeschlafen. Auch das Kmd schlief., Es sah. Mit dem Bücken an die Stallwand gelehnt, unter Hansens Kopf auf der Streu. Als die Mutter in den Stall kam, erwachte zuerst das Pferd und wich schuldbewußt von der Krippe zuruck. Es mihverstand die beruhigenden Worte der Mutter nnb betoegte geschmeichelt die Ohren. Bun wachte Peter auf, schrie und sicherte sich so einen ungeprügelten Abgang. ,

Als Peter vier Jahre alt war, setzte ihn Johann auf Hansens Bücken und führte beide zur Schwemme. Auf dem Rückweg ritt er selbst und nahm den Kleinen, vor sich aufs Pferd. Unterwegs gab er ihm die Trensenzügel zu halten. Die Freundschaft mit Hans fertigte sich zusehends. Erst durfte Peter dabeistehen, wenn her große Bruder das Pferd striegelte, dann durfte er es,selbst mal versuchen. Auch Hansens Kopf und Rücken durfte er striegeln und die schwarze Mähne auskämmen. Johann hob ihn einfach m die Höhe. Nachher versuchte es der Kleine ohne den großen Bruder. Er verschleppte heimlich einen Stuhl in den statt und striegelte den Hans eine geschlagene Stunde, so nach und nach Wurde er ein richtiger Stallbursche. Dem Vater und Johann machte das mächtig Spaß, nur die Mutter war nicht so ganz

bei der Sache. . ,,

Als Peter allmählich ins fünste eiahr kam, war er ichon ein kMtiger Knirps. Er wählte 'sicht wie jeder Junge in diesem Mer, einen Freund, nämlich den Hans. Morgens wartete er eine Viertelstunde vor der Stalltür, bis Johann zum Putzen und Füttern kam. Erst wurde Hafer und Häcksel gemischt, un» Peter durfte den Futterbeutel in die Krippe leeren. Bach einer halben Stunde stand Hans blitzblank und mit geschmierten Hufen auf der frischen Streu. Tränken konnte Peter noch nicht, der volle Eimer war zu schwer. Aber er durfte das Tier nachher auf den Hof führen. Johann holte den Magen aus dem Schuppen, Peter Netterte auf den Bock, drehte die Bremse auf und zu, und wieder auf, und versuchte mit. der Peitsche zu knallen. Dann holte ihn Johann herunter tmd setzte sich selbst auf den Bock. Vorher luden Vater und Mutter die Milchkannen auf. Dafür interessierte sich der Peter nicht; er ging vorne ans Pferd und griff mit beiden Händen in die Zügel, Hans senkte gehorsam den Kopf und lieh sich Adieu sagen. Das war jeden Morgen der traurigste Augenblick. Peter wollte nämlich mitfahren. Er wollte stch nicht mehr lange mit Versprechungen abspeisen lassen.

Endlich durfte er mit in die Stadt. Der Johann hatte nicht mehr locker gelassen. Er hatte gesagt, er möchte lieber jemand beim Wagen lassen, wenn er mit der Milch zu den Leuten Hinaufginge. Das war natürlich von Johann gelogen, denn er Wußte ganz gut, daß Peter in zwei Jahren zur Schule muhte.

Run fuhr Peter jeden Morgen mit dem Milchwagen in die Stadt. Gr saß neben Johann und knallte mit der Peitsche. Das tonnte er auch schon. Hans trabte mit Ausdauer, aber schon etwas hart, seine Glanzzeit war vorüber. Peter kümmerte sich nicht um den Altersunterschied. Er schaute zärtlich auf Hansens hüpfende Kuppe und auf den hurtig wippenden Pferdekopf. Sonst war wenig zu sehen, ein paar dunstige Felder und ein Bahndamm, dann kam man gleich in die Vorstadt. Bei der ersten Fahrt wunderte er sich wohl über die vielen Menschen und Fuhr­werke über die Autos und die Elektrische, aber das geschah mehr

aus Stolz über der-. Gleichmut des Freundes bei. all dem, Peter dürfte auch bald selbst den Magen lernte« und schon beim fünftem- mal auf der Heimfahrt im Trab die Zügel behalten, Johann redete' nicht viel. Er saß neben dem Kleinen und rauchte seine Pfeise teer. Gr hatte den Pete-r gern, weil er dabei nicht von kindischen Fragen gequält wurde. Peter war nicht neugierig ' und nicht wißbegierig; bei ihm kam alles von allein.

Das ist alles, was ich über die Beiden vorauserzählen wollte. Es handelt sich, wie man sieht, lediglich um die Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und einem Pferd. So etwas ist nicht gerade eine Besonderheit. Darauf ging ich nun zwar auch nicht aus. Mir war mehr darum zu tun, einmal festzustellen, wie so eine Freundschaft eigentlich aussieht. Mau muß doch immerhin beachten, was für zwei unterschiedliche Gestalten da Freundschaft pflegen. Der ganze Knirps war ja kaum doppelt so groß wie der Kopf seines Genossen. Welches Matz von Zutrauen auf der einen und Behutsamkeit auf der anderen Seite gehören zu einem solchen Verhältnis! Ganz zu schweigen von den vier harten Hufen mit den schweren Eisen! Aber der Peter hatte nie auch nur einen Augenblick Angst vor den Dimensionen und Körperkräften seines Kumpanen. Im Gegenteil, er war In ge­wissem Sinne der Stärkere. Er schmeichelte dem großen Freund, wenn er Lust hatte, und wenn er zornig war, versuchte er ihm mit der kleinen Faust in die Rippen zu boxen. Manchmal tat er es auch im ilebermuf. Der große Hans spielte dabei nicht den (Sutmütigeit ,sondern nahm die Fälle bitter ernst. Er stellte sich vielleicht gar nicht auf dieselbe Stufe mit Peter, obwohl er ihn sehr gern hatte und manchmal sehr läppisch ju ihm war. Er war manchmal geradezu unbeholfen und dumm in seinen Lieb­kosungen, pustete den Peter an und stieß ihn mit den Nüstern vor die.Nase, oder beschmierte dessen Rock mit schäumigem Spei­chel. Er war dem kleinen Kerl in himmlisch-dummer Liebe ver­fallen und gehorchte jeder Laune des Kindes, jeder, sage ich, er fügte sich den unverschämtesten Einfällen und lieh sich um die Deine peitschen, ohne sich zu rühren. Aber er war in der Tat nicht dumm. Er war ein reifes, kluges Tier, fand sich in der Stadt viel besser zurecht als Peter und sah mit seinem linken Auge oft sehr onkelhaft auf ihn herab. Darüber ärgerte sich aber der Peter. Mau weiß, dah es bei Kinderfreundschafteit nie ohne Reibungen abgeht. Peter wußte ein wirksames Mittel gegen Hansens Onkel Hastigkeit. Hans war nämlich, wie die meisten I Pferde, sehr schreckhaft. Peter brauchte nur, wenn er vor dem Sier stand, den Zugel kräftig nach unten zu reißen, da zuckte Hans mit dem Kopf in die Höhe und sperrte das linke Auge entsetzt auf. Ja, Hans hatte Angst vor dem kleinen Peter, er grollte ihm auch bisweilen. Aber er grollte nie lange, Satins bestand seine äleberlegenheit. Wenn ihn Peter zum Beispiel zehn Minuten mit Erfolg geneckt und gequält hatte, schnaubte er und zitterte und schaute auf die andere Seite. Dann stellte sich Peter auf die Fußspitzen und betätschelte Hairfens Bug. Da merkte matt gleich, daß es Hans schwer fiel, dem Bengel böse zu sein. Er nickte hastig mit dem Kopf und kaute auf das Trensengebih. Peter triumphierte und gab dem alten Barr ein Stüu Zucker. Aber auch hierbei stach ihn der Teufel. Er hielt Hans den Zucker erst eine Meile unter die luigeschickteit Lefzen unB gestattete ihm, mit Mühe daran zu knabbern. Gr dachte gar nicht daran, ihm das Gebiß Herauszunehmeii. Plötzlich lieh er das stuck zu Boden fallen und setzte sich neben das Pferd auf den Rinnstein. ('Stete Szenen spielten gewöhnlich in der Stadt, während Johann die Milck austrug.) Der gefoppte Hans muhte nun mühselig das feuchte Stück Zucker vom Pflaster auflecken und verlor dar­über nicht einmal das Bewußtsein des ungetrübten Genusses.

Eine solche Art der Freundschaft muhte fchliehlich auch/Ine Belastungsprobe bestehen. Ich will damit nicht sagen, dah so etwas notwendig kommen mutzte, ich bin kein Freund mahnender Vorhersagen. Aber das ungleiche Verfahren der Beiden konnte bei ihrer ungleichen Beschaffenheit ohne weiteres einmal einen unseligen Zufall erleiden. Der ereignete sich auch, vielmehr, nur um seinetwillen erzähle ich diese Geschichte. _

Die Lieblingsquälerei des Jungen, das Reihen «m ^.renfeiv zügel, vollzog sich einmal dummerweise dergestalt, dah Peter sich nicht links, sondern rechts von Haas ausgestellt hatte. Lind HanS, der gewih weder boshaft sein, noch sich rächen, ja, sich mcht ein­mal wehren wollte, übte sein gewohntes Erschrecken so unachtsam aus, bah er plötzlich seinen schweren Kopf M und wuchügvach der blinden rechten Seite drehte. Der üefbeschäftigte Quälgeist schlug mithin, eh er sich es versah, hintenü^r mit dem Kopf auf den Rinnstein und vergrößerte wimmernd den Schreck seines Freundes. Und als gleich danach Johann mit der Mikchtomte erschien und als erstes diese rasch auf den Boden stellte, nahm der gute Hans unter nervösem Ohrenwackeln und Stampfen ole ganze Schuld auf sich. Es ging ihm unter erschwerenden Um­ständen wie damals im Stall, als ihn Peters dem schlafenden Kind überraschte. Es läßt sich benten, dah sich her­nach alles in energischer Reihenfolge begab. Johann pach öen Jungen und setzt ihn auf den Vock, stellt die MilchLMne in den Wagen, nimmt die Putsche und bestätigt fluchend, wovon der Hans ohnedies überzeugt war. ,

Zum Glück war das Loch» in Peters Hinterkopf Nicht liefe« als die Kopfhaut, er kam auch oh« GchimerMMerrmg davon. Rur die zu Hans war erschüttert und hatte ein