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ppn angestauten umgeschmissenen Wagen, von toten Menschen und Pferden, von sinnlos angstvoll einherrasenden Viehherl versperrt und verstopft, und dazwischen schlug das deu schinengewehrfeuer und die Granaten.

vvr^eu, das Decken von Hermmmstjavk tag tot Wiens gierigen

Der Weg von Hermannstadt bis zur Grenze auf dem Rote- Lurm-Paß mißt nur etwa 30 Kilometer. Die rumänische 1. Armee hat das Gebirge in kaum acht Tagen überschritten, und nur feßr schwache ungarische Abwehrkräfte konnten hier und dort den Ver­such machen, sich ihnen entgegenzustellen oder den Vormarsch durch Sprengung der Bänicken und Straßen zu hemmen. Diese Versuche konnten den Feind nicht dauernd aufhalten. Raubend und plün­dernd kam er vor, setzte sich in den Dörfern fest und gebärdete sich als Herr des überfallenen Landes. Wer von den wohlhabenden deutschen Einwohnern die Mittel zur Flucht finden konnte, floh. Am 4. September kam die erste rumänische Kavallerie-Patrouille in di« Rahe von Hermannstadt. Ungarische Husaren ritten ihnen entgegen. Da machten die Rumänen kehrt und gingen in der Richtung auf das Gebirge zurück.

Aber damit schien doch das Schicksal der Stadt besiegelt zu sein, denn es war ausgeschlossen, daß die völlig unzureichende Be­satzung von österreichisch-ungarischen Truppen den Kampf mit der ringsumher aufmarschierenden 1. rumänischen Armee aufnehmen konnte. Kaum ein Drittel der Bewohner war schließlich noch vor­handen, die meisten Geschäfte waren geschlossen und schon be­gann, infolge der mangelnden Zufuhr, die Verpflegung der noch hiergebliebenen Bevölkerung Schwierigkeiten zu bereiten. Aber die Rumänen zogen nicht ein. Sie standen auf den Bergen im Westen, im Süden und Osten der Stadt, sie sandten ihre Patrouillen bis an den Exerzierplatz von Hermannstadt heran, aber dabei blieb es auch. Die schossen gelegentlich einmal ein paar Granaten in die Stadt, wobei zwei junge Leute getötet und einige Häuser beschä­digt wurden: aber das war auch alles, was sie an kriegerischen Taten unternahmen. Schon am 20. September begannen örtliche Kampfhandlungen, mit denen deutsche Truppen erfolgreich in die Lage eingriffen und die ersten Züge in dem grohangelegten krie­gerischen Schauspiele taten, Lessen siegreichen Schluß der 29. Sep­tember sah. i

Das deutsche Alpenkorps hatte inzwischen zu einem blmfas- fungsstotz nach Westen ausgeholt. Aus dem Raume von Mühlbach vorkommend, stieß es'in einem unvergleichlichen Marsche von Ror- ven nach Süden über das Mühlbachgebirge vor, umging den west- fichen Flügel der Rumänen und wandte sich dann nach Osten. Hn ununterbrochenem Geplänkel gelang es ihm so, sich an den Rote-Turm-Paß heranzuarbeiten und diesen im Rücken des Geg- rs zu besehen. Do hat es den Pah gehalten bis zu der Stunde, der das Strafgericht über die Rumänen hereingebrochen ist.

Bei der alten deutschen Stadt Salzburg (Dizakua), die etwa elf Kilometer nordwestlich von Hermannstadt liegt, hatten sich öster­reichisch-ungarische Truppen versammelt. Denselben war die Auf­gabe übertragen worden, Anschluß an den linken Flügel der bei Paplaka siegreichen ersten Kampfgruppe zu nehmen. Sie haben sich in erbitterten Kämpfen mit den nur langsam weichenden Ru­mänen tapfer geschlagen.

Wiederum östlich dieser Gruppe ging unser linker Flügel vor: die 76. Reserve-Division, Res.°2nf.°Rgt. Rr. 253 und 254, kämpfte hier gemeinsam mit österreichisch-ungarischen Truppen um den Besitz des etwa 10 Kilometer östlich von Hermannstadt gelege­nen Dorfes Talheim (Dolmanh). und eroberten die östlich von Hermannstadt gelegene 600 Meter hohe Grigorihöhe.

Davon links gingen bayerische Reiter mit ungarischen Husaren vor und drängten sperrend den ost-westlichen Teil des Alttales, so daß einem Ausweichen der Rumänen auch in dieser Richtung ein Riegel vorgeschoben wurde.

Damit blieb den argbedrängten Rumänen in dem engen Raume nördlich des Rvte-Turm-Passes Nur die Möglichkeit, so rasch wie Ä':d> abzubauen und an Rettung in dieser verzweifelten Lage nken.

Am 29. September 1916 brach der hochmütige Rumäneneinfall im Raume von Hermannstadt furchtbar zusammen. Der Druck der aus dem Rvrden, aus Westen und Rordosten eindrängenden deut­schen und österreichisch-ungarischen Waffenteile war zu stark geworden und sie muhten heraus aus diesem Hexenkessel. Da war 6er Rote-Turm-Pah, der wie ein Flaschenhals als einziger Aus­weg zur Verfügung stand. Tausende von Fahrzeugen setzten sich sn Bewegung. Aller Raub von den deutschen Bauern, Wagen, Pferde und Rinder, wurde fluchtartig der Straße nach dem Turm- pah zugetrieben. Es gab nur diesen einen Strom der Fahrtrich­tung. Aber je enger der Paß wurde, um so dichter stauten sich die Dagagewagen, Autos und Rinderherden,'dazwischen auch marschie­rende Truppenteile.

lind dann fielen von oben die ersten Schüsse nieder, dann be­gann das Treiben, brach das Verhängnis auf die fliehenden Ru­mänen herein. Denn hier am Passe standen die Scharfschützen des deutschen Alpenkorps und empfingen den geschlagenen Feind. Auf den Höhen und Felsen hatten sie sich eingenistet und ihr rastloses Feuer wütete in dem schwerfälligen Gedränge der Truppenmassen. Der Engpaß wurde eine Hölle, aus der nur einzelne das nackte Leben retten konnten. Bald war die Straße, auf der die Ru­mänen fast einen ganzen Monat als Herren gewirtschaftet hatten,

®x> Hckben sich aus Ser genial geplanten, kühn unS mit intet* müdlichM Energie durchgeführten Ülmfassungsfchlacht von Hev» Mamistadt, die das Land vom Feinde gesäubert und den wichtigen Paß zurückgewonnen hat, nur versprengte Reste der feindlichen gerettet. Was die Armee an Geschützen und Train be- faß, ist nahezu restlos in unserer Hand geblieben.

Auf Vernichtung war der Schlag, den der deutsche Ober­befehlshaber, General der Infanterie von Falkenhahn, führen wollte, angelegt, un& vernichtend hat er getroffen.

Fritz Müller-Gießen, ehern. Res.-2nf.-Dgt. 253, 3. Komp.

Dattel.

Ein Zeitbild von Hans Markwart.

Vater Hatte ihn noch niemand genannt, weder die Frau noch die Kinder. Aber Vattel, das paßte zu ihm. Denn ihn zierten ein gutes Herz und ein butterweiches Gemüt.

Jetzt saß Dattel auf dem wackligen roten Plüschsofa und schälte Kartoffeln. Das tat er jeden Vor- und Rachmittag. Auch auf den Herd setzte er sie. so fleißig war er. Die Frau wusch indes bei! besseren Leuten Wäsche und kam abends müde heim. Die älteren Kinder bettelten auf den umliegenden Dörfern, die jüngerenraff­ten" Kohlen auf dem Güterbahnhofe. Auch die Kartoffeln, die Dattel schälte, waren im letzten Herbstgerafft". Vattel lächelt«, dachte er daran, wie sie alle für ihn schafften, Frau und Ätnfcer.

Was konnte er dafür, daß die Fabrik, in der er bisher tätig war, plötzlich ihren Betrieb einstellte? Er hätte ja in einer an­deren Stadt Arbeit suchen können, aber von den lieben Kinderlein wollte er sich nicht trennen. Dazu hatte er eben ein viel zu weiches Herz.

So saß er arbeitslos in der dämmerigen Stube und schält« Kartoffeln. Allmählich kehrten die Kinder heim. Erst kamen di« jüngeren: mit ihnen fütterte Dattel die Kaninchen. Reichte er dem alten Dock sein Futter, trat ihm eine Träne ins Auge. Gr wußte selbst nicht, ob aus Trauer oder aus Freude. Der Bock sollte tn vier Wochen geschlachtet werden.

Bald folgten die älteren Kinder. Run begann ein Ausbreiten der erbettelten Gaben und ein Abschätzen ihres Wertes. 2ulchen war die pfiffigste, sie hatte am meisten gehamstert. Das gute Kind! Es hatte viel von Dattels Geist geerbt.

Kam die Mutter heim, schämte sich Dattel ein bißchen. Sie war müde von der Arbeit und brachte das Geld mit, von dem die ganze Familie lebte. Für Dattel hatte sie stets noch einige Zi­garren in der Tasche. Das war der Lohn für fein sorgsames Kar­toffelschälern

Am schönsten war es abends nach Tisch. Dann faß Dattel wieder auf dem Plüschsofa und die Künder um ibn herum, lind dann erzählte Dattel. Das verstand er glänzend. Gr war weit in der Welt herumgekommen, und das Geschick hatte ihn mit reicher Phantasie begabt.

Auch schimpfen konnte Dattel ganz prächtig, besonders auf Sie reichen Richtstuer, die mit feisten Hamsterbacken, ungerührt von der Rot der Arbeitslosen, auf der Promenade prangten. Doch verdroß es Dattel nicht wenig, daß bei solchen Reden die Mutter ihn ost mit fragenden Augen anblickte.

Dann ftieg man ins Bett. Früh weckte Dattel die Familie. War die Frau zur Arbeit und die Kinderschar zur Schule gegan­gen, legte er sich rasch noch einmal in die warmen Kissen 'Jund dehnte und streckte sich behaglich.

Run wohnte in seinem Hause ein Maschinenschlosser, der war nach der Schließung der Fabrik nach dem nahen Grenzbahnhvf ge­fahren, der noch im Dau war, und verdiente dort ein gut Stück Geld. Als er von Dattels Arbeitslosigkeit hörte, schrieb er seiner Frau, der Kartoffelschäler möge ihm doch an die Grenze folgen; hier würden Männer seines Faches gebraucht; Verdienst werde er leicht finden.

Die Reise an die Grenze gab reichlichen Gesprächsstoff. Vattel entwarf märchenhafte Bilder von.polnischen Wolfsjagden. Rur störte es ihn, daß seine Frau den Plan stark unterstützte. Eines Tages erklärte sie, das Geld für die Reise habe sie nun gespart; er könne am nächsten Montag abfahren. Dattel wurde weiß wie Kalk, als er den Abschied so nahe vor Augen sah. Wollte er aber sein Ansehen bei den Kindern nicht verlieren, so konnte er nicht mehr zurück.

Am Montag früh stand die ganze Familie am Bahnhöfe. Die Kinder weinten, die Mutter steckte Dattel noch etwas Geld und zehn Zigarren zu. Am gerührtesten war Vattel selbst, der einen Kober mit Brot, Fett und Wurst in einer Ecke der 4. Klasse ver­staut hatte. Er versprach den Kindern Spielsachen, der Frau ein schönes Kleid. Sein rotes Schnupftüchlein flatterte bei der Ab­fahrt des Zuges, solange er noch einen Zipfel von den ©einigen erblickte.

Rur vier Stationen hatte er zu fahren. Als er ausstieg, blieb ihm vor Verwunderung der Mund offen stehen. Ein riesiges Feld menschlicher Arbeit dehnte sich vor seinen erstaunten Blicken aus. llebera!! mühten sich fleißige Menschen, Hügel abzutragen oder Dämme zu errichten. Riesige Erdbagger überragten die schaffenden Menschlein wie Elefanten das Gewimmel hastender Ameisen. Stolz erhob sich ein mächtiger Wasserturm, eine breite Straße führte von der Haltestelle zum neuen Grenzbahnhofe. Zu beiden