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Me lange Welt!"

Der Dauer beruhigte baS kleine aufgeregte Völkchen, «beneflte WH, baß Annemieke gerade zwei Wochen im Hause war. und sagte: dürft scho sei Richtigkeit hvam. t 6oab seit Doager vier-

.'S dürft scho sei Richtigkeit hvam. i hvab seit Toager vier- MtzK alleweil ane SchneeganS dohier umafliegen g'seh'gut'

Jetzt war Annemieke wieder obenauf.

.Aa seht ihr, daß der stimmt, was ich jesagi habe?" fertigt«

6 den Pepl und den Hiesl ab. .llnfenn Lehrer seine Dräut, flammt auS'm JeMflelladm! Die »den doch bet wissen.

Als wolle Sankt Peter der zitternden Missetäterin in ihren Gewissensnöten beistehen, ließ er über Rächt Reuschnee fallen, und die Fußstapfen, die nach dem Birnbaum führten, waren am Morgen «erwischt. Jetzt war Annemieke voll guter Zuversicht. Wenn mor­gen Familie Gasteiger in Stall oder Scheune bei der Arbeit träte, wollte sie den Schatz unter dem Birnbaum heben und zur LieS tragen. Der Gendarm würde sie schon nicht erwischen 1

Ehe sie aber zur armen Lies nach Wall wanderte, zog em lustiger Gesell die Siebenmeilenstiefel an und kam ihr in ihrem Unternehmen zuvor. Er lief von den Hvchalpen quer über die Mangsallau und blies mit warmem Obern die ganze Winter- Herrlichkeit zusammen. Das war der Föhn. Er hielt über Rächt Kehraus und machte dabei ganze Arbeit! Aus jeder Felsrunse angelte er die letzten Fetzen Winterkittel hervor und verwehte sie Er vollbrachte in einer Rächt ein Großreinemachen, das hun­derttausend Kehrweiber in einem Jahr nicht zuwege gebracht ^^Am Morgen nach dieser föhndurchheulien Rächt, als Anne­mieke noch hin'er den Fensterläden bei der Morgenmilch saß. ging Dauer Gasteiger durch den Garten und sah--- -.Ja-was

denn nacha jetzt dös?" Und sah unter dem Birnbaum das Haus-

Ein paarmal ging er um den seltsamen Fund herum . . war s ein Hexenzeichen? Ein Haufen spartakislischer Eiergranaten? Er §©b ein Ei auf. wog es in der Hand--aanz gewiß, es waren

richtige Hühnereier! Merkwürdig, merkwürdig . .

Plötzlich flog ihm ein Gedanke zu: Anneimeke ...! Ra wart, du Mauseluderchen! .

Er mach'- aus feinem roten Taschentuche ein Säckchen, legte die Eier vorsichtig hinein und brachte den Fund ins^Haus. Lor der versammel'en Familie breitete er ibn aus, beobachtete jeöe Regung au? Annemtetens Gesicht und sagte:

..DöS ist mr oa no nsi vorkemrna^sisbnazwanzig Oar auf oan

' Annemieke stierte die Beute des B-rusm an. ihr Gesicht verlor den letzten Blutstropfen. ihre Rasenflügel flackerten. Dann raffte sie sich zusammen, stellte sich, als teile sie vollkommen die ^rtoun- derung der Bauersleute über den seltsamen Fund schüttelte den Kovi wie eine Schauspielerin von köstlicher Saten'tohgfett schluckte etliche Male und fragte bann erstaunt, wo, wer und wieso ... em Dutzend Fragen der Beriegenheit stammelte fte.

Der Bauer wußte alles!

Er gab auch der Bäuerin durch Blicke zu verstehen, was er wisse. Run machte er sich ein teuflisches Vergnügen daraus. Md Mädel ganz allmählich in die Enge zu treiben Er sagte, das ginge doch nicht mit rechten Dingen zu, denn bumm wa^doch das dümmste Huhn nicht, daß es seine Eier unter Schnee frieren ^'noa. naa! A Huhn? Da ist koa Drvdenka net!" fagt er.

ilnb was für ausgesucht große Eier das waren! gab die <3&u® $rin zu bedenken.

Plötzlich jubelte Annemieke auf:

jßerr Gasteiger, jetzt weiß ich: das ist sicher eine Gelehrsamkeit setzte sie dozierend ^tn8U®ie heißen sicher Schneegänse, weil sie die Eier in den Schnee ^Der Dauer stellt« sich, als wäre er glücklich, daß endlich des Rätsels Lösung gefunden sei, legte den Zeigefinger an die Rase

^Richti! Dos ist ganz g'wiß ane Schneegans g wesen!"

Annemiekes Svmmerbrüder aber, der Pepl und der Hiesl. «eßen sich nicht so rasch mit der Schneeg-ms aMhelten. Hiesl brachte eine Jndianerschwarte herzu, zeigte das Bild wie die In­dianer Schneegänse abschießen, und las die Fußno e unter dem Seit: Schneegänse wären nur in Nordamerika heimisch!

Annemieke suchte den Einwand mit einer Handbewegung aus der Welt zu schassen und sagte:

fV natürlich, aber manchmal verirrt sich auch eine nach Deutschland!" _ ,

.Sei stad! Dös ist net wahr!" meinte Pepl.

ilnb Hiesl lachte: _ e..

.0 glaabs aa net! Dös friagt net amal der Zevvelin außi.

WerS große Wasser zu fliegen! Doa berfauft erst'

Wie sich jetzt Annemieke in ihrem ßugenbau bedroht fühlte, tzmrde sie schnippisch und begann, nervös zu berlinern:

.Ra jlaubt bet man! Wenns unser Lehrer auch iefagt hat, dann stimmt bet! Wat verstehst denn du von SchneejSnsen. du Hummer! Wir inBerlin kennen uns doch aus in bet Jeflugel von

.Bater, hals bu V SchMSDArS toteesfentoÄ fieHgst, fnng t sie mir eint!

Hiesl aber fragte skepttsch:

.Mit woas wvll'n wir aber hernach d' Schneegans ffltteim, Vater?"

Der Dauer schaute Annemieke an und wollte sagen: Mit einer Tracht Rutenhiebe! Er drückte es aber mit verschmitztem Miner«

spiel so aus:

.Die triagn Dirkenzucker, der, wo hinterm Spiegel für* wachst...!

Annemieke verstand ihn nicht', die von ihr heraufbeschwvrenE Schneegans wurde ihr aber immer geheimnisvoller, und das böse Gewissen drängte sie. weiter zu schwatzen.

Stellen aber die Adler den Schneegänsen nicht nach, He« Gasteiger?"

Der Bauer sah. wie der Gendarm, der längst erwartete, bat Hang herab auf den Gutshof zukam. und antwortete:

Raa, naa! Für g'wissene Sorten Schneegänse verintressierf sich koalier net als wie der Landgendaum!"

Annemieke wußte seine orakelhaften Aussprüche noch immer nicht zu deuten, aber sie wurde ein wenig mißtrauisch. Sie be­gann mit der Möglichkeit zu rechnen, daß der Dauer am Ende gar darauf hinauswollte, sie mit dem Landgendarmen in Be­ziehung zu bringen ...! Das böte Gewissen machte hellhörig, und es war ihr ein paar Augenblicke nicht recht behaglich zumute... wußte er, oder wußte er nicht?

Jetzt war ihr einziges Sinnen: nur keine Pausen aufkommen lassen! Sie setzte sich mit Mühe ein vergnügtes Lachen auf, tän­zelte um den Tisch herum und fragte:

Wie sieht denn eigentlich so eine Schneegans aus. Herr Vs» {leiget?

.Wie so ane SchneeganS ausschaugt, die wo b'Oar in H Schnee einifegt?"

Er schaute Annemieke an und sagte:

Untenrum sieht sie Mau. und obenrum sieht sie woaßst' Jetzt»witterte sie Beziehungen und wurde leichenblaß.

Der Bauer fuhr seelensruhig fort:

Aber Sunn'ags solltest halt die Schneegans fehan! ®oa schaugt sie totxtß aus von oben bis unten! älnb a rvlsBandel tragtS doa im Schopf und--

Jetzt erlebte Annemieke ein furchtbares Erwachen aus ihrem Lügentaumel! Sie warf sich auf einen Stuhl, schrie auf und zitterte an allen Gliedern, ilnb um das Maß ihrer Höllenpein vollzw» machen, geschah das En'setzliche: der Gendarm trat ein!

Sie sprang auf. lief wie von Sinnen auf den Gendarm zu, faßte des Allgewaltigen Hand und gelobte schluchzend:'

Herr Gendarm, ich werde es nie. nie wieder tun!

Der Gendarm warf einen Blick über die Sünderin hinweg auf die lächelnden Gesichter des Bauern und der Bäuerin, svielt« die Rolle der gnadenlosen Gerechtigkeit und fragte in furchtbar grimmigem Amtsbaß:

.Was hat sie denn ang'stellt, Gasteiger?"

Siebnazwanzig Oar hat sie sich unterm Birnbaum -'recht- fliegt!

.Herr Gendarm, guter Herr Gendarm, ich werde in meine® ganzen Leben keine Eier wieder legen!"

Der Gendarm griff mit beiden Händen in ihre Schultern und fragte:

.Wie heißt sie?!"

..Annmnieke Schneegans!" lächelte der Bauer.

Da Annemieke nun einmal in ihrem Herzstübchen aufräumte, wollte sie auch gleich aanze Arbeit machen und sämtlichen Mori» taten-llnrat hinauSwerfen. Sie griff in ihre Rocktasche, brachte ein kleines Bäckchen heraus und getobte weinend:

.Und ich will auch nie. nie wieder Käse machen!"

Sie hatte sich von jedem Quarfg'rißt. Has auf den Tisch ge* kommen war, ein haar Brocken a"sgesvart und zeigte jetzt em Tasckentüchl voll Käse, den sie der Mutter zugleich mit den Bient hatte schicken wollen.

Der Gasteiger-Dauer packte ihr die siebenund-zwanzig Sier sein säube-lich ein legte nrnch ein paar Käie hinzu und sagte:

.Sv Dös schickst an bet Mutter hvam und schreibst an Schreibebrief zu: Die Oar hätt a seltsames Mech gelegt " ane hindianische Schneegans aus Berlin!"

Technische Wettwende.

Bon R. A. Eoudenhove-Kalergi.

Die Welt Philipps II. bedeutet in keiner wesentlichen Hinsicht einen Kulturfortschritt gegenüber der Welt Hammurabis: wed« in der Kunst, noch in der Wifsenschaft, noch in der Politik, noch in der Justiz, noch in der Verwaltung. .

3n den dreieinhalb Jahrhunderten, die zwischen uns und Philipp liegen, hat sich die Welt gründlicher geändert als in den vorhergehenden dreieinhalb Jahrtausenden. ,

Es war die Technik, die Europa aus seinem afiatlichen Dornröschenschlaf des Mittelalters weckte. 6ie hat Rittertum und Feudalismus durch die Erfindung der Feuerwaffe Ptivittinn und Aberglauben durch Erfindung des Buchdruckes besiegt, durch Kompaß und SchiffSiechnik hat sie dem Europäer die fremden flBrittette «rfchlosfen, die er dann, mit Hilfe des Pulvers erobert hat-