Wagen zur Verfügung gestellt, um dke große Menge d«s ge- MMooenen und bearbeiteten Materials nach Niesten zu schaffen. 6tae Durchsicht und wissenschaftliche Bearbeitung des reichen Kundmaterials hätte freilich bei den trostlosen RaumverhältnissNi Les Geologischen Instituts nicht erfolgen können, wenn mir nicht' von befreundeter Seite zeitweise leerstehende Geschiftsrcmme zur Verfügung gestellt worden wären, wofür wir herzlich dankbar finv.
Dankenswerte amtliche Llnterstühung durch Ministerium, Kreisamt und Denkmalpfleger ermöglichten die fast rewungslofe Durchführung der Grabungen, nur eine untergeordnete Stelle versuchte Schwierigkeiten zu bereiten.
Die Lage des Fundes ist eine außerordentlich mteressante Die Niederlassung liegt cm einem einspringMden.. Wirckel des Lumdatales, so daß ein ausgezeichneter Überblick über dm Nie- deimng möglich war, der für ein Jagervolk notig ist. Die Kulturschicht liegt in und vor einer Keinen Quarzithohle 3n eener lehmigen Schicht von 40—140 Zentimeter Machttgkev liegen die Geräte das Abfallmaterial und Knochen wild durcheinander. Eine ältere Kulturschicht ist zu unterscheiden, der auf dem Vorplatz eine Menge Knochenreste und -Werkzeuge beigemengt sind, während sich weiter hinten nur Quarzitwerkzeuge behn&en. Heber dem Ganzen liegt eine Lage von Löstlehm, der im frischen noch nicht verlehmten Zustande durch Winde angeweht wurde. Diese Lehmlage wird im Ausgang der Höhle schräg abgeschnitten durch eine zweite, bisher nur unvollkommen untersuchte Kulturschicht, der sehr viel Dasaltgeschiebe, Quarzitabschlage und vor allen Dingen Feuerstein beigemengt sind. So sind also zwei altersverschiedene Kulturschichten zu unterscheiden.' bei der ersten handelt es sich offenbar um eine Werkstatt, die der Knochenbearbeitung und -benuhung aus dem Höhlenvorplatz gewidmet war und um eine Steinwerkstätte, die weiter innen liegt. Auf dem Höhlenvorplatz befanden sich eine ganze Menge von großen Steinplatten, die durch Keine Steine künstlich gestützt waren und offenbar primitive Tische dargestellt haben.
Bei der Beschreibung der Funde wollen wir uns zunächst der Tierwelt zuwenden, weil ans ihr llar hervvrgeht, dcch es sich um weit zurückliegende Zeiten handelt. Die zahlreichen Knochen sind offenbar erst durch den Menschen an ihre jetzige Stelle gekommen. Nur Teile von Tierskeletten smd nämlich vorhanden. So finden sich Neste von Gliedmatzen aber kaum Stücke der Wirbelsäule oder Rippen; auch ganze Schädel sind nicht bekannt. Der größte Teil der Knochen ist zerschlagen. Die Tiere find an anderer Stelle erlegt worden und, wie das auch von Mainz bekannt ist, hat man wohl nur das Fellmit den schwerer abzn hä utendenGlied maß en zur Höhle geschleppt, während der Körper schon draußen zerlegt wurde und nur Fleisch ohne Knochen an die Mahlzeitstelle kam. ,
Bor allen Dingen handelt es sich um die Reste eines wilden Pferdes, von dem Zähne, SchädelbruchflÄcke, tfuß= knochen mit Huf in sehr großen Mengen gefunden wurden. An Zahl stehen Pferdereste weit voraus. Auch Knochen und- einige Zähne von dem wollhaarigen Nashorn sind ausgegraben worden Schon dadurch kommt ein für den Laien fremdartiger Zug in das Bild der Tierwelt herein, der noch verstärkt wird dadurch, daß auch ein Rest vom Mammut, dem großen primitiven Elefanten der Eiszeit, aus der Kulturschicht herauskam. Interessanterweise handelt es sich hierbei um den cm langen Backenzahn eines Keinen und jungen Tieres. Große Waffen haben die Steinzeitjäger nicht, besessen, und so werden sie mit anderen Hilfsmitteln, wie Fallgruben! oder Schlingen, Heine und junge Tiere eher gefangen haben als große.
Noch andere Tiere, die jetzt in unserer Gegend nicht mehr auftreten, sind gefunden worden; so Reste von dem braunen Bär, von dem Auerochsen (?) und vor allen Dingen ein Unterkiefer und ein großer einzelner Eckzahn des Löwen. Reste vom Hirsch, von kleineren Raubtieren und von Nagetieren kamen vereinzelt ebenfalls zur Beobachtung. Sv entrollt sich uns ein ganz fremdartiges Bild. Die Landschaft sah damals anders aus als jetzt. Nicht Wald war vorhanden, sondern «ne kalte, stellenweise mit Bäumen besetzte Steppe, wie wir aus den Resten der Tiere gut schließen können.
Die Werkzeuge des Menschen finden sich bet Treis aus mannigfaltigem Material hergestellt. Am seltensten ist der weiche D a- falt benutzt, wie er im Vogelsberg häufig verkommt. Auch die harten Lahnkiesel sind nur in wenigen Fällen, freilich ohne be- fbnberen Erfolg, zur Werkzeugherstellung heranzuziehen versucht worden. Einheimisch ist auch der Quarzit, der ja in der Gegend jetzt noch gewonnen wird und das Hauptmaterialfür unsere Steinzeitmenschen dargestellt hat. Dadurch weicht unser Fundort von sehr vielen anderen ab. Hauptsächlich ist in anderen Niederlassungen Feuerstein benutzt worden. 3m Vogelsberg kommt er aber wenig vor; wir finden bei einigem Stücken ober hessischen Feuerstein und ähnliches Material tatsächlich verwendet. Daneben aber finden wir fremde Feuersteine, die von weit entleg-enen Gegenden eingeführt find und schon auf einen Handel während der Eiszeit Hinweisen. Der Keine, sorgfältig behandelte Kratzer (Abb. 6) ist aus einer dünnen Feuer- steinlamelle gearbeitet worden. Vom Feuerstein sind eine ganze Reihe von unbearbeiteten Splittern in der Kulturschicht II ent
deckt worden, so daß wir hoffen rrnmen, daß wir bet Fvrffetzwqs der Ausgrabungen noch weiteres Material finden werden.
Der Hauptteil der Werkzeuge ist aus Quarzit hergestellt. Eine Werkstätte müssen wir besonders im hinteren Teil der Höhle annehmen, wo eine riesige Menge von Abfallmaterial entstanden ist. Nach Dausenden zagten die Stucks, die wir durchsetzen mußten, um aus ihnen die guten Instrumente herauszuhvlen. Manches Stück ist offenbar auch bei der Bearbeitung oder Benutzung abgestumpft, zerbrochen und dann weg- geworfen worden, so daß in dem Schutt nur Bruchteile zu finden! fm%>ie Formen der Werkzeuge erinnern zum Seit an bekannte Typen. Auffällig ist aber, und damit unterscheidet sich unser Fundpmikt vollständig von anderen, die besondere Größe zahlreicher Stücke. Zum Teil mag das daraus zurückzuführen fein, daß Material in ganz anderer Ausdehnung zur Verfügung gestanden hat, als dies bei Feuerstein der Fall ist.
Eine Fülle von einzelnen Werkzeugthpen kann unterschieden werden, von denen nur die wichtigsten beschrieben werden mögen. Eine Reihe Stücke sind aus flachen, kleinen, von großen Blöcken abgeschlagenen Steinplatten hergestellt wor- den. Deutlich erkennen wir an ihnen die charakteristische Bearbeitung, die zunächst dazu gedient hat, das Werkzeug zu scharfen oder handlich zu machen. Alle abgebildeten Stücke zeigen am Rande die Spuren der Bearbeitung oder Benutzung, indem der Stein schartig ausgesprungen ist, wie besonders schön die Abbildung Nr 1, 2 ober 9 zeigt. Ein Teil der Abschläge, mehr oder weniger rechteckig geformt, zeigen auf allen Seiten eine Schartung zum Zwecke der Benutzung oder auch zur Beseitigung von scharfen Kanten, die beim Anfallen gestört haben. Mancher Schaber (wie das große Stück Abb. 10) sind nur um eine Ecke herum bearbeitet und zeigen auch Einkerbungen, die vielleicht bei der Verarbeitung von Holz oder Knochen wichtig gewesen find. Bei anderen wieder ist eine scharfe Ecke herausgearbeitet worden, wie bei Abb. 9, bei der besonders bemerkenswert ist, wie die Scharten auch über Flächen stufenförmig hinweggehen. Manche Formen zeigen eine rundliche Bearbeitung der Ecke (wie Abb. 11) und erinnern an die sogenannten Moustier- fchaber, die aus einer bestimmten Kulturepoche der Aelteren Steinzeit bekannt sind. Sn Abb. 8 liegt eine sehr schön gearbeitete Spitze vor, und Qlbb. 1 zeigt ein Instrument, das nur in diesem einen Eremplar gefunden worden ist, wo die Schartung über die ganze Fläche hinweggreift. Einen aus einem Abschlag hergestellten Bohrer gibt Abb. 2 wieder. Man sieht an den zahlreichen Aus- fprüngen, wie sehr das Instrument an der Spitze benutzt worden ist Besonders auffällig sind eine Reihe von großen, zum Teil rundlichen Abschlägen, die bis 30 cm lang sind und in ihrer Benutzung nicht recht klar erscheinen. Eine Reitze von Heineren und größeren Stücken zeigen, daß sie ebenfalls zum Schaben gedient haben. Gerade oder gerundete Kanten sind bei ihnen durch die Benutzung stark abgefplittert.
Bei den bisher genannten Formen handelt es sich um mehr oder weniger plattenformige Stücke, deren Gesamtumriß wohl keiner beabsichtigten Formengebung entsprungen ist.
Ganz anders ist dies bei langen spanförmigen Stücken, die als K li ngen bezeichnet werden. Durch einen Schlag hat man ein langes Stück von dem Quarzit Heruntergeschlagen und bieg nun in der verschiedensten Art und Weise benutzt. Manche mögen Messer- ober fügeartig gebraucht worden sein, da sie nur auf einer Längsseite Scharten zeigen; andere sind auf beiden Löngskanten benutzt und wieder anbere' zeigen eine besondere Ausbildung der Spitze, wie z. B. Abb. 16. Manchmal ist das Ende der Klinge auch mit einer seitlich gelegenen Spitze als Stichel benutzt worden, oder es ist rundlich mehr zum Kratzen oder seitlichen Schneiden verwendet worden. Auch die Heinere Klinae. (Abb. 7) und der Kratzer (Abb. 6) aus Feuerstein her- gestellt, gehören zu diesem Typus. Ausfällig sind wiederum eine RÄHe von großen Klingen, die bis 25 Zentimeter lang und 10 Zentimeter breit sind und zum Teil reiche Benutzungs- fpuren zeigen.
Wieder von anderer Form find primitive sogenannte Kielschaber: Kleinere und größere pferdehufähnliche Stücke mit steilabfallender gerundeter Vorderseite (vgl. Äbb. 3) sind vielleicht wie ein Hobel benutzt worden. Sehr eigenartig wirken Stücke, die in der Gestalt diesen ähneln, aber vorn ein beiderseits eingekerbtes Ende tragen (wie die Abb. 4 und 5). Sie haben wohl zum Ausarbeiten von Röhrenknochen gebient.
Ganz isoliert steht bas schöne Stück (Abb. 12), das als Keil mit stark bearbeitetem unteren Ende und den Spuren langer klingenförmiger Absplisse ausgezeichnet ist. Es stammt aus der Kiilturschicht II und zeigst, wie alle Quarzite in dieser, eine rötlich- braune Farbe.
Wie sind die Steinwerkzeuge wo hl her gestellt worden? Allem Anschein nach ist dies ebenfalls durch Stein geschahen. Von größeren Blöcken schlug man Heinere Stücke herunter und erzielte eine RandsHärsung durch Schlagen, falls nicht tote bei den Klingen und manchen Schabern ein scharfer Druck vorhanden war. Man mag die Schartung in scharfen Schlägen direkt durch zugespihte Schlagsteine bewirkt haben, die (tote Fig. 11) am Ende stark beschädigt erscheinen. Manchmal hat man sich auch wohl Hetnerer Steinmeißel bedient, die


