- 126
stimme."
Sa, Herr, das haben wir eben ausgeglichen. Wir haben aus ben Leiden Welten eine treue gemacht, unsere eigene. Wir bilden nämlich eine besondere Gesellschaft für Weltverbesserung.
„Das wäre! Wie denn?"
Sehr einfach. Die Welten laufen nun mal, darauf sind wtt angewiesen. Aber nun nehmen wir aus B die Phantasie, und aus A nehmen wir das Gesetz. Sv bewirken wir die Ergänzung. Was wir als wünschenswert vorstellen, machen wir auch wirklich
„Ach, so ist es ganz wunderschön! Setzt bin ich für mich- La ist alles gleich vorhanden, was ich wünsche. BZill ich mal tüchtig arbeiten, so ruckt und zuckt mir's in allen ALiskeln, und das Ge- Hirn müdet sich ab. Will ich ruhen und sage, hier soll ern hübsches Häuschen stehen in einem großen, stillen Pork^ndern bequemer Schiafstuhl auf der Veranda, so lieg' ich gleich dort und rauche meine Havanna. Sv ist's ganz ausgezeickmek hier.
Warum rieft ihr denn alle: Schauderhaft! Schauderhaft!
Sa Herr, sobald einer von uns für sich allein etwas wünscht, da haben wir ja alles: es steigt willig hervor, und nichts kann sich stören. Wenn wir aber da im Raum auf der Wohnkugel Mfammenstecken, da stoßen die schönen Gedanken und Phantasien, all die köstlichen Träume meiner Seele zusammen nut den ebenso mächtigen meiner Mitbewohner und geraten in Wettbewerb. Wo ich meinen Garten habe, da läßt der Rachbar ferne sechs Zungen Ball schlagen und nach Herzenslust schreien, ©ernt' es gibt ja kern Mittel, zu verhindern, daß das geschieht, was jeder sich ausdenkt. Die Vorstellung genügt, um das Mögliche zum Dasein zu bringen Sv besteht allhier nichts Sicheres, nichts Gewisses! Also fit mir die einzige Gnade an und nimm all die anderen Bewohner aus der Welt, damit ich in meiner schönen Eigenwelt nicht be-
war es. , , . ,
„Wie kommt das? In der Welt A jammerten sie doch, es sei alles so notwendig bestimmt, daß nichts geändert werden könnte, und in der Welt B Nagten sie, weil alles, man mag sich ausdenken, was man wolle, gleich da sei und, deshalb nichts Festes zusammen»
dem andern!" „ , ., ... f.„
Aber das half nichts. Sie klagten alle gleichzeitig, bis er sich so ein Persönchen herausnahm. Das war nun auf einmal ganz vergnügt, und als es der Herr fragte, wie ihm die Welt gefiele,
Sa“ riefen sie beide, „wir wollten bloß einmal versuchen, weiche es besser aushält, wenn sie gleichzeitig liefen. '
„Sv?" sprach der Herr gütig. „Da wollen wir doch sewmÄ nachsehen, was daraus geworden ist." • , T.
z.tnd er griff wieder in das kombinierte Weltsystem und trotte sich einen Bewohner heraus. Daß er immer den richtigen traf, verstand sich ja von selbst.
„Ann?" fragte er. „Wie gehts bet euch letzt? .
„Ausgezeichnet," antwortete der Mensch; denn ein solcher
Eben darum' well sie so absolut korrekt ist, daß man aM euS dem Wirklichkeitskalender erfahren kann. Auch was man wol- gm Eih — man weiß es ja nicht gerade vorher, aber man tonn S bvch wissen, wenn man's nachschlägt."
„Dafür seid ito vor allen Torheiten geschützt."
"Aber man' sM ja gar nicht, man sucht nur immer in den Kalendern; und wenn man gesehen hat, wie's kommen totro, fo möchte man's gar nicht erst erleben. Da sehe rch S- ^^ls L^n Willenskalender, daß ich morgen zum Seftessen 'in Dhien unseres Direktors eine Rede halten will, aber aus dem Gefuhlskalend^ erfahre ich, daß ich mich blamieren und dabei den Mann noch bedenklich vor den Kopf stoßen werde."
Da muht du es lassen oder die Rede abändern.'
"Das ist eben das Schauderhafte. Ehe ich nun im Verstandskalender finde, ob und wie das sein kann! Rrchts läht itd) an» bern in dieser Welt! Das kleinste Fleckchen oder Stäubchen wrrkt nach in alle Ewigkeit, irgendwo bleibt's hängen.
„Aber, das vergißt man doch."
Vergessen! So, wenn wir eine BewuhtseinsschtEe hatten! Aber selbst wenn man's vergessen könnte, es steht doch immer to den Weltplänen, und irgend jemand kann s auf finden Rem, nein!
SKUTmSSiÄ’SÄia*s'{-»*«**$: wenngleich alles noch so vvrgugiun g I . mickt gbel! Sv steuert ihr ja gerade auf die vernünftige Welt
^^St^ter an fdnen Platz, die los, die ich erwarte. Ola, fo mögt ihr sie euch denn ^lber schaffen,
©onne in chr System und die Milchstraße in ihren Raum und ich will sie bestätigen, Und wer bist Lu denn eigentlich.
E dto Stit ^b, daß die Welt außer Betrieb gesetzt war „Ich bm der Ingenieur."
Bein." sagte er zu dem Oberengel, der das Prviekt A ge- 1 -------------
mmht hatte, ^bi^bi^n^" tfl 5 ag Ewal । qfag hessisch en Dörfern und Städtchen.
Diese Welt^sah von außen ganz ähnlich aus wie A, denn sie I Erwandertes und Erschautes von K. R.
war auch nach dem Prinzip der ineinandergeschalteton Ustd be- m
wohnten Sternshsteme gebaut. Der Engel ließ also W, I ^äblte das letzte Mal vom bäuerlichen Aberglauben, aber
fen, und als ein Dutzend Zentlllivnen » M A e<®ti ter noch etwas mehr Raum zur Ber-
stch der Herr wieder einen Planeten heraus und betrachtete sich rmr Z, noch einiges davon aus der Erinnerung
die Lebewesen daraus nxxoTt?» berausholen Schauriges und Lustiges. Oder ist es nicht-schaurig,
schrien eine große Anzahl = ^lt^ßmut^ko^^f^ "Z-^n^
aber welche unheimlichen Tiefen der Bauernseele und der Bauernvergangenheit mögen dahinter liegen. Oder wenn eine andere solche Großmutter es nicht hören tonn, daß die Kinder auf der Straße singen, denn da müsse doch gewiß jemand sterben. Und dann grenzen da hinein Dinge, wo man manchmall wirklich nicht mehr weih wo der Aberglauben aufhört und die Wirklichkeit des Lebens anfängt. Wenn sie z. B. des Abends zusammensitzen und sich geheimnisvoll erzählen, es geht was vor, der und der (einer der lärmst aestorben ist) geht wieder um, und wenn dann eines tn der Gesellschaft ganz ernsthaft erzählt, ja, ich hab ihn auch gesehen Das ist dann keineswegs immer eine Sinnestäuschung aufgeregter Menschen, sondern es sind oft ganz nüchterne ruhige Männer oder Frauen, die fo etwas in allem Ernst behaupten, und es wirklich auch gesehen haben. Oder: Ein alter Bauer erzählt mir er fährt hinaus auf den Acker, da begegnet ihm seich Feind; kaum ist er vorbei, so steht das Vieh vor seinem Wax^» tote angenagelt, nichts hilft, kein Locken, kein Schlagen. Es bleibt nichts übrig, sie müssen das Vieh aussponnen und in den Stall! führen und anderes Vieh holen, um den Wagen heimzufahren. Eine noch tollere Geschichte wurde aus einem etwas entfernteren Dorf mir erzählt, wo jeden Abend, genau zu bestimmter Stunde, der ganze Stall, einschließlich der toten Gegenstände, in wildeste Aufregung geriet. Ein aufgeklärter Städter, mit dem ich einmal über die Sache sprach, zuckte mit überlegenem Hohn die Achseln und sagte: Magnetismus; da war ich so klug wie vorher. Die
»irrtrnAtiat toerde!" I größte Mehrzahl der Geschichten, die ich eben erzählte, stammt
Ha hm!" sagte der Herr bedenklich und brachte das Per- freilich aus einem Dorf aus dem Vergangenheit besonders schwer
föncfien wieder in das Weltsystem an seine Stelle, wo es sofort zu lasten scheint. Eingekeilt tn etn enges Aal, hangend an fl eiten
m lamentieren anfing Berghängen, charakterisiert es sich heute noch als em Priesterdorf
fS„®a§ ist atfo auch nichts Rechtes mit dem Projekt B,“ sprach eines . «m stellst en dieser Berge einstmals gelegenen, Aste wohl <Wr und' stellte die Seit ab I spurlos verschwundenen Wodanheillgtiims. All die Dorfeigen-
Die beiden Oberen.^ machten einigermaßen unzufriedene Ge- tümlichkeitm reisen letzten Endes dorthin: Die
sichter, soweit das anging, und erboten sich sogleich, neue Pro- sucht von Haus zu Haus, dm keinem über Öen TÖeg traut und das WtP AniurerAMT Aber der cherr meinte: l Dorf IN lauter Smzelfemdschaften aufspaltet, der alte priester-
„Ach wa^das hat ja keine Elle mit der Weltschöpfung. Diese I liche Kundenneid, der das Gefchaft an fxm frent&en ScffighUTtS» eure Welten taugen beide nichts. Vielleicht fällt euch später toaS bestl^rn selbst machen mochte Und von öemferben SDif Jagen •BeffereS ein Dorläufia aebt's auch so." I die Rachbardorfer sprichwörtlich, es halten zwei zusammen tote
Damit nahm er die beiden Weltmodelle Und setzte sie der I die in ■■ ■■ _®od tft,fein Spott, fon&ern die Erfahrung, daß Bequemlichkeit wegen ineinander in die Himmelsrumpelkammer, i tatsächlich dieses Dorf, sowie es niit ö-rr Außenivelt zu tun ha, Rach ein paar Dezillivnen Sohren blickte der Herr zufällig I zufammenhält wie aus einem Guß. Rur keme Dvrfgeheimmsse - wieder in diese Ecke und merkte, daß die beiden zurückgesetzten! I die ehemaligen Priestergeheimnisse — an die Aißenwelt verratom Welten im Gange waren I Wir stoßen wieder auf die schon genannte Eigentümlichkeit des
Er rief sich die beiden Engel und fragte, wer «sich denn er- I Bauerntums; ungeschriebene und unbewußte aber wie ein Fels- laubt habe, die Zeit anzulassen, fo daß die Wetten-weiter Probe I block in der Seele ruhende Geschichte. Langst seit SahrhundertAV liefen i I weiß kein Mensch im Dorf mehr etwas von Wodan und seinem „Sch habe nur meine übrige Beit genommen,* sägte der vom I heiligen Hain, aber die Spuren seines Dienstes stecken heute noch PrvM A efoaS ängstlich. in der Seele der Urenkel seiner Diener. Es gibt Bauerndörfer,
„Sch auch nur meine,“ - stlgte der vom Projekt B lyeS- j tn denm SflchsenbLut lebt cms ^rrls des Droß^hZ^EiL
gleiche 1 BwangsstcÄlungen waren oder freiwillige, wer kann das heute


