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um um um um
8 jlßr vormittags,
T3 Mr nachmittags (im Winter um 2 W) und 9 Ähr abends.
Eine Bekehrung.
Don Martin Andersen AexL.
(Schluß.)
MM und anher Atem kam sie vor der Hütte am llA-ldranA an Drinnen in der Stube sah die sehr lunge Mutter im Bett uM ^suchte zwei neugeborenen Bübchen Kaffee einzuflohen, wahrend di» Waldwärtersfrau herumlief und über das Ängereimte murrte, dah es gar noch Zwillinge seien, wo doch schon eines von der Art mehr als genug gewesen wäre. Jungfer Holm brachte ihr An. liegen vor und Mutter und Tochter stimmten sofort zu. Die Mutter wottte Jungfer Holm sogar veranlassen, gleich beide Kruder zü nehmen — eines mehr oder weniger habe doch für ein wohlhaben» des Fräulein nichts zu bedeuten. Mit zitternden Haiiden ^griss Jungfer Holm eines der kleinen strammen Päckchen und druckte an ihr Herz; als es aber anfing zu schreien, bekam sie Angst und fprtfp />» Tvrftia toicbcr auss Dett. Dann tDUi&e txrubrcbct, Ixiu fte rZKind befemmensolle, sobald man es von der Mutter weg»
Nm 'stabre 1816 trat die erste Aeuderung in dieser gewöhn-- ! ,,^ben Ordnung ein. Das Spielen um 3 Mr vormittags und um j 3 Uhr nachmittags wurde eingestellt. Es blieb also nur An drei- | maliges alltägliches Musizieren übrig. 1857 wurde opielM | «ms 5 Monate, vom 1. Mai bis 30. September, reduziert Gleich, «eitia wurde aus den, dreimaligen Sprelen em zweimalig^ um I | Mr vormittags und um 9 Ähr abends. Zu letzterer Stunde I brauchte der Türmer aber nur dann zu blasen, wenn es bei sein«, I Annahme von der Bürgermeisterei ausdrücklich verlangt wurde. I
1871 wurde die Spieldauer um einen weiteren Monat gekürzt, | vom 1 Mai bis Ende August. Der Stadtmusikus sollte des Wembs »wischen 8 und 9 Mr spielen und auf Verlangen auch um 11 Mr I vormittags. Eine spätere Hand hat in dem Mstruktionsbriefvon I Metern Jahre den ganzen Paragraphen durchgestrrchen, und es! ift von glaubwürdiger Seite versichert worden, dah das Spielen eine Zeitlang ganz aufhörte. Als man dann später wieder zu I -er alten, schönen Sitte zurückgrtff, verlangte man von dem i Türmer nur noch, dah er alljährlich im Monat Mai abends uni | 8 Ähr musizierte. I
Man brachte der überlieferten Sitte kein rechtes Verständnis mehr entgegen, hielt sie auch für Kl beschwerlich und zAtraukend für den Türmer. 3'n alter Zeit hatte Ne Geplloieirheit emM doppelten Zweck. Einerseits sollte sie eine Kontrolle für die Wach- ßmkeit des Turmmannes sein, andererseits diente sie auch dazu.
n im Felde arbeitenden Leuten die Tageszeiten kundzugeben. I Aber auch ästhetische Gründe mögen mit in erster Linie matz» gebend gewesen sein. Änsere sanges- und wuWrohenDvrsahren fichten es ganz besonders, dah ihnen alltäglich ein Chvral oder ein weltliches Lied bei ihrer Arbeit über die Sorgen des Lebens hinweghalf.
So hörten es unsere Ahnen auch gerne iW.rt ihnen der Dünner nach einem schweren Gewitter sein Lied „Bun danket alle Gott" vorspielte. Eine alte Sitte war auch öas Aeu,ahrs- anblafen" Aach jedem Frühgottesdienst bläst der Stadtnmstkus noch heute, wie in alter Zeit, seinen Choral vom Turm. Goenso wird es noch jetzt nach jeder Beerdigung gehalten. Aimmt jemand Abschied von der Stadt, so geben ihin die Abschiedslieder vom Turme das Geleite. Am Geburtstage des Landesfürsten spielte der Diadtmusikus ebenfalls seine Weifen. Am Weihnachtsabend wird noch heute „das Christkind gewiegt'', d h. der Alsfelder Gesangverein „Liederkranz" singt um 7, 8 urch S W Ecken des Turmes unter Musikbegleitung bei strahlendem Christ» bäum seine Weihnachtslieder.
Diese Sitte, die sich seit dem Jahre 1626 nachweisen läßt, war in Gefahr einzugehen. Die Avt der Zeit hat dazu geführt, 6a6 der Posten des Türmers im Jahre 1921 aufgehoben tourt*. Schwierigkeiten bei der Aufbringung der Kosten brachten den Bestand der alten Sitte tn Gefahr. Durch freiwillige Spenden ist es aber im letzten Jahre ermöglicht worden, wiederum „das Christkind zu wiegen". Auch das liebgewvrdene Maiblasen stand in diesem Jahre vor dem Eingehen. Der hochherzige Spendersinn der Alsfelder Bürger hat es aber ermöglicht, di« Sitte vorerst zu erhalten.
nehmen könne. •.
Als sie ging, standen einige Bauernweiber vor der Tur Sie wollten hinein, um einen Kindbettbesuch zu machen, und Jungser cholm hörte wie sie ärgerlich über das Ereignis redeten und einen fengen Schneidergesellen als Vater der Kinder bezeichneten. Da stieg wieder etwas bei ihr in die Hohe: Empörung Zorn, Ekel Wo hatte sie nur ihre Gedanken gehabt, daß sie bis letzt diese Begebenheit überhaupt nicht in Verbindung mit einem Mann gebracht hatte? Änd noch dazu unehelich! Als ob es fEgenug.wäre wenn sich die verheirateten Frauen mit den Männern einlieyenl Sie war tief entrüstet.
Ihr Weg führte durch ein Gehölz Bei einer Wegkehre lag ein wandernder Handwerksbursche aufdemGesicht ugd schltes Seine Hosen waren zerrissen, so dah HM^es b«r
vvrsah, und neben ihm lag eine Lrterflasche. Als JungferHolm vorbeiginq, hob er den Kopf, dann stand er auf und ging ihr zö- aernd Nach Sie ängstigte sich und fing an zu laufen, rasch und Immer rascher, bis sie außer Atem in der Stadt ankam erft wagte sie, zurückzuschauen, und sah ihn wieder in das Gehölz hineinstolpern.
Daheim fieberte sie. Mr erster Gedanke vxrr das Kind wieder abzubestellen aber dann Lachte sie daran, dah sie es in den Ar» mm gehalten hatte, und welch ein köstliches Gefühl das gewesen war Darauf fiel ihr indes auch wieder der Schneidergeselle ein, und'La war sie fest entschlossen, das Ästrd nicht zu nehmew So Lachte sie hin und her und konnte zu keinem Ergebnis kommen. Gin Tag um den anLern verging, nun konnten sie ihr jeden Aag Las Kind bringen, und sie hatte noch keinen Entschluß gefatzt.
Eines Morgens, an dem sie wieder wie gewöhnlich voller Zweifel erwacht war, kam die Möpfin nicht wie sonst immer aus ihrem Korb unter dem Bett hervor und leckte ihr die ^rnd. Ob i sie wohl krank war? Jungfer Holm sprang auf und zog den Korb hervor — und siehe La! Die Möpsin hatte den reizendsten kleinen £S neben sich im Korb. Jungser Holm schlug die Hande zu» stimmen vor Entzücken und Erstaunen — ach, „Perle war einfach großartig! Sie hatte sich die Gedanken ihrer Herrin W eigen g^ macht und einen fremden jungen Hund angenommen! Das nahm Jungfer Holm als einen Wink des Himmels, alle ihre Zweifel | waren gelöst — sie wollte das Kind annehmeii.
I Aun hatte Jungfer Holm plötzlich viel zu tun mit.den> Dvr- bereitungen. Eine richtige Wiege muhte her und Kindszeug und
I eine Milchflasche, und für gute Milch muhte gesorgt werden den jungen Hund vergaß sie völlig darüber. Als er ihr endllch wieder einfiel, wurde sie ganz bestürzt u>ch meinte, er müsse in»
I zwischen verhungert sein; aber er lag im besten Wohlsein oben aus I dem Boden, dahin hatte ihn die Möpsin gchchleppt. Jungfer Holm setzte ihm Milch vor und tauchte ihm dir Schnauze mehrere Male
| in den Teller, aber er wollte nicht tranken. Was sollte sie tun? I — Die Saugslasche! Ob ein Hündchen nicht auch aus der Flasche j saugen konnte? Die machte Len Versuch, aber er mißlang. O, ite war im Begriff, vor Hilflosigkeit zu weinen. — .Was in aller
| Welt sollte sie tun? Das Hündchen muhte ihr ja in den Händen | verhungern, und „Perle" tat ihr so leid -
So ungern sie sich auch eines Mannes bedrente, so bequemt» j sie sich doch endlich dazu, den Tierarzt zu hvlen. Gr brm, und sie . I erzählte ihm, wie die Sache stand. Aber als er auf denDodm I hinaufkam, lag La das Hündchen und saugte an der Mopsrn nach I Herzenslust. Der Tierarzt, der die Jungfer gut kannte und auch I schon von der merkwürdigen asketischen Möpsin gehört hatte, I konnte sich nicht enthalten, sondern brach in hell^ Gelächter aus | er hatte ja schon daran gedacht, für eine toissMsch-Ätlichs Zettfchrtsr I einen Aufsatz über die Wundererscheinung „Asketische Ginwirtung eines Menschen aus ein Tier" zu schreiben Änd neben lhmstano I die Jungfer und zitterte und brach endlich tn krampfhaftes Weinen | <ms. Gr schaute sie verwundert an, wurde dann aber ernst uno I schlich sich davon.
Äm die Jungfer stürzte alles zusammen; die Welt war schlecht, | die Möpsin treulos, ebenso sinnlich wie alle andern Tier«, uno | überdies eine Heuchlerin. Sie wollte dieses Geschöpf mitsamt dem I jungen Hund ertränken. Sie wollte selbst sterben! Sie wollt« I Sie wollte--!
Das Maiblasen tn Alsfeld.
Don K. Dotter.
„Was soll doch Lies Drommeten fein?
Was deutet dies Geschrei?
Will treten an Las Fensterlein,
Ich ahne, was es fei." (Mland.)
Gar mancher, der im Monat Mai des 2lbenüs um 8 Ähr ^n Bem alten Turme der Alsfelder Walpurgiskirche em ernstes SS & SS TiÄÄMSÄS ESSrt» ”Ä
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bekommen hat. Andere glaubten, diese Gepslogenhett mit alten Maigebräuchm in Zusammenhang bringen zu musfe^ w^ halten sie für neueren Ärspvungs. Alle die* ©maiungen sind unzutreffend. Genaue Auskunft über diese Sitte geben uns die Akten in dem städtischen Archiv.
Bereits im Jahre 1626 hören wir, dah der Alsfelder Stadt- musikus und Turmmann, der seit etwa 1562 feme WohMng bock oben auf Lenr Durm hatte, jahraus, jahrein alltäglich feine GxseUe" zu gebührender Zeit und Stunde" blasen mußte. Much sie Änstmcktivns- und Beslallungsbrtefe «ItaiÄM- 1772, 1788 und 1816 verlangen von d^rnTürE ^isalltagttcke mehrmalige Abblasen. 1772 wrrd erwähnt, Latz Lies täglich fünf mal zu geschehen pflegte, und zwar:
um 8 Ähr morgens (im Winter um 4 Ähr),


