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ihnen und Mack ausgezeichnet. 'Wehe aber dem schlechten Schützen. Mit einem „Patzer" ging (Blad 'nur einmal und dann nicht wieder!
Eines Tages sollte er allein mit einem Herrn, der das edle Weidwerk erst seit ganz kurzer Zeit betrieb und Int Hühnerschieben noch recht wenig Äebung hatte, gehen. Als Black nach einigen Stunden, ersichtlich übler Laune, allein nach Hause kam, wußten wir gleich, daß er mit seinem Häger schlechte Erfahrungen gemacht hatte.
Dieser erzählte uns dann, Black habe ausgezeichnet gearbeitet, ihn ganz selbständig auf mehrere Ketten Hühner geführt und sie gestanden wie eine Mauer. Es sei ihm aber nicht gelungen, ein Huhn zu schieben. Als er die ersten Male gefehlt habe, hätte ihn der Hund erstaunt und mißbilligend angesehen, habe aber doch noch weiter gesucht und ihn auch noch wiederholt zu Schuh gebracht MS er aber immer wieder vorbeigeschossen habe, sei es dem Hund anscheinend zu dumm geworden und er sei einfach heimgelaufen. Auf sein Pfeifen habe er gar nicht reagiert. Black hatte sich also gedacht: „3u was soll ich dem Herrn Hühner suchen und vorflehen, wenn er sie doch nicht schieben kann? Da geh' ich lieber 5dm.“ —
Am nächsten Morgen weigerte sich Black den schlechten Schutzen au, die Hagd zu "begleiten, wurde aber trotzdem gezwungen, an der Leine mitzugehen. Im "Revier losgelassen, lief er schnurstracks heim. Gr ist mit diesem Herrn nie mehr allein auf die Jagd ge- gangen.
Mit guten Schützen ging er sehr gern und erkannte solche Hagdgäste, wenn sie nach langer Zeit wieder zu Besuch kamen, sofort und zeigte grobe Freude über das Wiedersehen. Dagegen hatte er für .Patzer" nur Verachtung! Black wurde auch zur Abrichtung junger Hühnerhunde als Lehrmeister benützt. Auch hierin leistete er Hervorragendes in selbständiger, überlegener Arbeit. W«emt er Hühner Vorstand und eS sprang ein anderer Hund ein, ihm alles verpatzend, war er wütend. Er wurde aber dann nicht, wie die meisten Hunde in solchen Fällen tun, selbst hitzig, sondern er strafte den Liebeltäter Durch Aüraufen u*_> ging dann ru.jig seiner Pflicht nach. , , c
Niemals wäre Black einem gesunden Hasen nachgelaufen. Wenn junge ober schlecht dressierte Hunde auf der Hühnerjagd Hasen hetzten, lieh ihn das ganz kalt. Er hatte bet dieser Jagd nur für Hühner Interesse. Auf Treibjagden sing er auf Befehl jeden angeschossenen Hasen, weigerte sich aber dem Befehl nachzukommen, sobald er erkannte, daß der Hase gefehlt sei. Er hetzte also nicht aus Vergnügen, sondern mir, wenn ihm feine Aase sagte, daß es notwendig sei. das kranke Stück zur Stelle zu bringen. Gr war viel zu intelligent und hatte zu viel Erfahrung, um einem gesunden Hasen nachzurennen, da er genau wußte, daß er einen solchen doch nicht fangen könne. Sin einzelner Hund wird einen) gesunden, ausgewachsenen Hasen nur in den seltensten Fällen fangen können. .
Die Menschen machen es mit der Dressur ihrer Tiere oft ebenso falsch, wie mit der Erziehung ihrer Kinder. Den Kindern wird auch etwas untersagt, sie tun es doch, werden aber nicht dafür bestraft. Erst wenn sie einen Schaden angerichtet haben, oder wenn sich die Eltern vor Fremden schämen, so schlecht erzogene Kinder zu haben, wird bestraft und dann meist im Zorn und oft in roher Weise, ein Verfahren, das beim Kind wie beim Tier fv falsch als nur möglich ist.
Es gibt Menschen, die mit vierjährigen Kindern nicht fertig werden, ein beschämendes Zeugnis, das sie sich selbst damit ausstellen. Auch hier fehlt es nur an der Konsequenz. Man muß immer darauf achten, daß ein Gebot unter allen -Umständen befolgt wird, auch wenn dies unbequem und mühsam zu erreichen ist.
Wie lästig find Hunde, die sich in Wohnräumen auf alle Möbel legen, alles schmutzig machen, die überall liegen, nur nicht auf dem Platz, der ihnen zugewiesen ist. Aus den Befehl „An Platz" ist noch jeder meiner Hunde umgehend auf feine Decke oder in seinen Korb gegangen. Ich ließ es mich aber nicht verdrießen ihn im Anfang 5er Dressur, wenn nötig, zwanzigmal nacheinander dahin zu befördern, bis er verstanden hatte, was er sollte.
Wenn er es verstanden hat und absichtlich nicht tut, muß er durch strenge Worte oder einen Klaps mit der Hand — die Peitsche ist dabei gar nicht nötig — bestraft werden, und zwar konsequent ob man allein mit ihm äst oder nicht, ob die Möbel, auf denen er liegt, gute ober schlechte sind, ob es an sich ganz gleich wäre, ob er da liegt ober dort — nur bann wird der Hund später unter! allen Umständen gehorchen.
Mein Kismet war so gewöhnt, dem Kommando „Platz" zu folgen, daß er es auch tat, wenn mein Graupapagei Jackl das Wort ganz in meinem Tonfall aussprach.
Ich beobachtete den Hund einmal, wie er sich an dem Käsig des Papageis zu schassen machte, um sich Kuchenstückchen, die der Vogel oft herauswirft, zu holen. Hackt schrie plötzlich „Kismet an Platz!" und sofort ging der Hund mit eingezogenem Schwanzes seinen Teppich unter meinem Schreibtisch.
In einem meiner Zimmer hatte Kismet die Erlaubnis auf einer Chaiselongue zu liegen, aus deren Fußende eigens für ihn eine Decke ausgebreitet war.
Eines Tages sprang er hinaus und bemerkte, daß die Decke fehlte. Er drehte sich ein paarmal ratlos um, legte sich nicht hin und überlegte, was zu tun sei. Schließlich sprang er wieder
herunter, lief zu seinem Korb, holte sich von da ein Kiffen, schleppte Ls auf die Chaiselongue und legte sich darauf.
N'eter Vorgang beweist wieder, mit welcher Lieberlegung Tiere manchmal handeln und wie int l. ge.it sie sind.
muß sich aber nun nicht vorstecken, daß Kismet etwa ans (Rücksicht und zur Schonung der Chaiselongue sich nicht ohne Decke auf ihr niederließ. Damit würde man dem Hunke Dinge gutrauen, die seine Denk- und Llrleilssähigkeit übersteigen würden. Der Hund war die Decke, die seine Witterung enthielt, ge- wöhrnt, er wußte, daß er auf ihr liegen durfte, aber nicht neben ihr: daß dies aus Reinlichkeitsgründen geschah, begriff er selbstverständlich nicht. Die Chaiselongue ohne Decke war für ihn einfach verbotenes Gebiet. Sein Gehorsam war fo ausgeprägt, daß (:r sich nicht erlaubte das Verbot zu umgehen. Gr war daher be- ftrebt, die Angelegenheit durch Herbeiholen des Kissens, das seine Witterung ebenfalls enthielt und das ihm zugewiesen war, zu regeln. Er lag lieber auf der Chaiselongue als in seinem Korb — alle Tiere lieben erhöhte Standplätze — und so ersetzte er di, fehlend« Deck« mit seinem Kissen.
Wie dir Spielkarten entstanden.
Die ältesten und schönsten Spielkarten sind uns aus Deutschland erhalten. Wenn man die Reste des ältesten bekannten Kartenspieles, die sich in den Kupferstichkabinetten zu Dresden und Paris befinden, betrachtet, dann erkennt man den ungeheuren Abstand von diesen Meisterwerken der Kunst zu den. Arschmacklosen Massenartikeln, die unsere heutigen Spielkarten darstellen. Diese ältesten Spielkarten sind Original-Kupferstiche in dem eil en Sinne, wie die „Melancholie" Dürers, und Dürers Bedeutung für die Geschichte des Kupferstiches ist nicht höher zu bewerten als die des „Meisters der Spielkarten", der mit am Anfang des deutschen Kupferstiches und damit des Kupferstiches überhaupt steht. Eingehende Mitteilungen über die äl eiten Spielkarten macht der bedeutende Kenner der Graphik. Pros. Map G e i s b e r g, in einem Aufsatz der „Bergstadt". Die Blätter in Dresden und Paris meffen durchschnittlich 135 zu 83« mm, sind also ganz bedeutend größer als die heutigen Formate. Rur eine einzige Karte hat sich In der ursprünglichen Weise zum Spielgebrauch montiert erhalten, und zwar auf eine Pappe mit schwarzer Rückseite aufgezogen. Das Spiel scheint ursprünglich sechs verschiedene Farben gezählt zu haben: aber unter den erhaltenen Karten, die nur Reste von vollständigen Spielen darstellen, finden sich nur Blätter von je fünf Farben. Der Meister, der diese wunderbar schönen Kartenbilder schuf und der von diesem seinem Hauptwerk auch feinen Ramen empfing, war wohl ein Schweizer. Die Karten sind im Anfang seiner Tätigkeit kurz vor 1446 entstanden und gehören zu den liebenswürdigsten und hervorragendsten Schöpfungen der gesamten Graphik. Diese Kupferstichkarten wie überhaupt a le des 15. Jahrhunderts sind ausnahmslos deutsche Karton. Die auch bei uns allmählich immer mehr eingebürgerte französische Spielkarte läßt sich erst seit dem Ende des 15. Jahrhunderts feststellen.
Die Festlegung der französischen Karte auf vier Farbzeichen bedeutet eine bedauerliche Verarmung gegenüber dem Reichtum der Gestaltungen in der deutschen Karte, in der wir nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch noch alles mögliche andere, wie Gläser, Bücher, Becher usw. finden. Die damals üblichen Grieb» weisen verlangten eben noch nicht eine feststehende Reihenfolge der Farbzeichen, wie sie heute jedem Skatspieler im Schlaf geläufig ist, sondern es wurde, abgesehen vom Trumpf, jeweils der zuerst ausgefpielten Farbe der Vorrang vor den übrigen eingeräumt. Die Freude des Deutschen an genauer Wiedergabe der Wirklichkeit, am Fabulieren und am Humor offenbart sich in köstlicher Weise in dem lustigen Bildchen der deutschen Spielkarten in Kupferstich und Holzschnitt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Eine weitere Verarmung der Spielkarte erfolgte durch die Verdoppelung des Bildes auf den Figuren karten, die seit 1840 in der französischen Karte die Regel ist. Durch die Trägheit der Spieler, die sich durch die Doppelseitigkei! der Figuren eine halbe Llmdrehung ersparen wollten, wurde die ganze bildmäßige Wirkung der Figur auf- gegeben. Als Grund für die bedauernswerte und ungerechte Bevorzugung der französischen Kartenspiele gegenüber den prächtigen alten deutschen führt Geisberg die betrübliche Erschein ng im deutschen Kulturleben an, die sich ja auch in der Sprache, im Kunstgeschmack und in der Mode in d.n letzten drei Jahrhunderten so bemerkbar gemacht hat: „Die leidige deutsche Schwäche für ausländisches Wesen und Ware."
Fichte an jeden Deutschen.
Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben, an deines Volkes Au ferst ehn.
Laß diesen Glauben dir nicht rauben trotz allem, allem, was geschehn.
Lind handeln sollst du so als hinge von dir und deinem Tun allein das Schicksal ab der deutschen Dinge, und die Verantwortung wär' dein.
vchristleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl'schen Llniv.-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Sieben.


