134 -

Mahlzeiten Rvsenblätter von der Deck tme etnRegen herab- aeMättet baß Kränze am8. Rosen allgemein getragen mürben. Minins kennt bereits zehn Arten. derCenttfoNem-- Aebm der Lose fand eine besondere Pflege der Efeu, außerdem die Orange urtb der Oleander, der durch Alexander nach Griechenland und Von da nach Rom kam.

Mit der Aufnahme des Christentums gewinnt der Blumen- Bult «ine anbere Richtung. Die Kirche wird von da nn bn Be- schütz erin der Blumen, und je mehr im Mittelalter derBlumM

im SSauk Ku rücktritt, desto mphr bleibt derselbe in derKtr^ LmiL W ist char^istisch für diese Zeit, daß in Denkmalmr ter Kunst die Pflanze mit ihrer natürlichen Farbe urS Freche immer mehr Wrücktritt. Die romanische und ine goMcye <)eil «l7tzen die römischen Blumengewinde mit steifen Stern ha^ arbeiten und Dem geometrischen Maßwerk, kaum daß M spateE Kl echzewe Matt« an ben Säulmkapitellen schüchtern sich E^Erst^mtt^ Renaissance tritt die Blume wiederin ihr m»nfrh,ri*e6 Röcht ein Die Kunst wirb weltlich menschlich IM LLn^ttE^s Wortes, Giotto unb van.Dyck ^ingm au £ Bildern mit Borliebe Blumen an bte antiken Kunst kckLvkunaen werben ausgegraben und studiert, unb eine neu AnuMreudige unb genußsüchtige Wett se^t ih^Z^Estehung unb üeht in weltliche unb kirchliche ©ebaube em. Rus vor übergehmden Dekorationen der Gebärche schoPfM bie ^nstler ihre Anregungen zu den prächtigen Pilaster- und Friesoer rationen, zu den Einfassungen und ^Ea'hmungen der gewaltigen Kirchentüren, und ein lustiges Arabeskenwerk (mchst m dem Heu tigen Sinne) suchte die Kunst der spanischen Moslemin m das sonnen verklärte Italien zu übersetzen. olus-

Mnrenr und Venedig werden bte Blumenstadte nut ^uus» zeichming" es erscheinen die Dichter bei öffeilllichen Festlichkeiten wi3er mit den Kränzen auf dem Haupte, Blumen^ vor aikm Rvsenfeste werden in Szene gesetzt und an Stelle der christlich Legenden treten kostbare Sagen aus dem Altertum^ , -

Die von den Antiken entnommene Groteske die Berbindung von pflanzlichen und menschlichen Formen, mußte erklärt werden, unb man erfand dafür die schone Sage von den Kriegern Mermr bers die einst auf einer Wiese einen wunderschönen Gesang hörten unb bei näherer Nachforschung sahen, daß dtefer Gesang dorr ätherischen Mädchen komme, deren Düsten aus seltsam ge­formten Blüten herauswuchsen, die mtt der Sonne sich öffneten unb am Abend verwelkend sich schlossen

Ebenbürtig dieser allgemeinen Freude an bei: /^tur uud ffiren Blumen stehen bte Ziergärten der Renaissance da, bevölkert mit den ^heitersten Erzeugnissen der bildenden Kunst.

(Schluß folgt.)

PerfönUche Erinnerungen an Ernst Possart

Don Friedrich Roack.

Während meiner Gymnasiasten- und Studentenjahre In 6em lieben Gießen litt ich, wie so mancher Jüngling, an einer heftig«: Dheaterschwärmerei. Bei allen Aufführungen m Privatgefeft- schaften und in den Kasinos benachbarter Landstadtchen wurde ich zugezogen, um bald eine komische, bafi> «ne Liebhaberrolle zu mimen, unb glaubte infolgedessen ernstlich, sur die Bretter geboren zu sein, die die Welt bedeuten. In besonders wertvoller Erinnerung steht mir noch eine Wohltätigkeitsvorstellung im Klubsaal, wo ich zugunsten irgendwelcher äleberschwemmten in einem Lustspiel zusammen mit Marie Wittich, der später berühmt gewordenen Dresdener Wagnersängerin, ausgetreten bm leider nicht als ihr Liebhaber, sondern nur als ihr dicker Onkel den ich mit Hilfe der Hosen des korpulenten Rechtsanwalts Franz Eckstein spielte. Ich bin sogar einmal, wie ick- heute nach fast einem halben Jahrhundert auch öffentlich eingestehen darf, auf einer wirklichen Bühne mit echten Schauspielern aufgetreten. Es war in dem Leibschen Saal, wo vor der Gründung des Gießener Stadtkhsaters jeden Winter eine wandernde Truppe bte neuesten Berliner Lustspiele und Operetten zum Besten gab. "Direktor Kurde kündigte mich auf dem Zettel mit beit üblichen drei Sternen als einen ungenanntenhiesigen Dilettanten" an unb machte damit ein vrltes Haus. Als ich ihn am folgenden Morgen um sein Urteil über meine Befähigung fragte, tat er sehr wichtig und erklärte mir ziemlich von oben herab, es werde aus mir nichts recktes werden, denn ich hätte bte Figur eines Helden und das Talent eines Komikers. Ich war natürlich mit diesem abfälligen Urteil des Schmierendirektors nicht zufrieden, beschloß, an eine höhere Autorität in ber dramatischen Kunst zu appellieren und reiste ein ^Halbes Jahr danach geradewegs nach München, wo Ernst Possart damals Direktor des Hoftheaters war. Ich erwartete nichts mehr und nichts weniger, als baß er meine hohe Begabung sofort erkennen unb mich sofort dabehalten würde, um mich den Orest in Goethes Iphigenie spielen zu lassen, den ich völlig inne Batte, denn ich hatte ihn während geschwänzter Kvllegienstunden im Dchiffenberger Wald den Tannen vordeklamiert. Zu Possart, den ich als Künstler vor allen anderen verehrte, besaß ich. bereits eine persönliche Beziehung, da ich ihn einmal um eine Selbst- schUft für meine Autographensammlung gebeten hatte, bte er Mir auch bereit willig st lieferte. Ich vermeinte daher, baß ich bei

Hm kchvu gut eingeführt sei. Gin ISjähriger Schwärmer bildet sich leicht allerlei Schwachheiten ein.

An einem heißen Junitag kam ich. nach langer Rachtfahrt in München an; für den Schnellzugszuschlag von Würzburg an hatten meine Mittel nicht mehr gelangt, ich mußte daher meine Ungeduld in einem Bummelzug zu zügeln versuchen; aber die Erwartung meines baldigen erften unb erfolgreichen Auftretens an der Münchener Hvfbühne ließ mich die Beschwerden leichter ertragen. Rachmittags zog ich durch das Karlstor in den Schau­platz meiner künftigen ruhmvollen Wirksamkeit ein unb ging geradewegs zur Maximilianstraße 34, wo ber große Mime da­mals wphnte. Mit klopfendem Herzen schellte ich an der Pforte, denn von der nächsten Viertelstunde sollte ja mein Lebensglück abhängen. In Gießen lebte allerdings ein Mädchen, welches damals auch ein Lebensglück für mich bedeutete, aber ich wußte, daß ihr Papa sie nie einem Schauspieler zum Weib geben würde, und verzichtete daher großmütig auf das Glück ber Liebe um der Kunst willen und kam mir dabei sehr heroisch vor. Also ich klingelte. Darauf antwortete drinnen ein unheimliches Knurren von Hunden, und als das Dienstmädchen die Glastür öffnete, glotzten mich zwei mächtige dänische Doggen drohend an, eine wenig ermutende Borbedeutungl Ein Abergläubischer hülle sich durch diesen Empfang vielleicht von seinem Vorhaben abbringen lassen; ich glaubte aber allzu fest an meinen Beruf, um durch zwei zähnefletschende Bestien abgeschreckt zu werden. Ich gab bem Mädchen meine Besuchskarte, auf der gedruckt standFriedrich Roack, stud. hist.", was eigentlich heißen sollteStudiosus der Geschichte", von meinen Kameraden jedoch die um meine Dheater­schwärmerei wußten, alsStudiosus Histriv" (Dchauspielerstudent) gelesen wurde. Darauf wurde ich in einen Empfangssalon ge­führt, worin ein kühles Dämmerlicht herrschte, das nach, dem S)e rumlaufen in der Sonnenhitze mir eine wohltuende Beruhigung verschaffte. Eine vornehme Eleganz gab dem Raum seinen Cha­rakter; nur weniges, aber gediegenes Mobiliar, ein prächtiger Flügel, ein Tisch mit schwerer Plüschdeck, ein paar Polstersessel, an den Wänden kein anderer Schmuck als ein lebensgroßes Bild­nis des Hausherrn und etliche Lvrbeerkränze mit golbgebrmften Schleifen vorn Umfang eines Wagenrades. Alles mutete mich, feierlich und vielverheißend an, besonders die Lorbeerkränze, über deren Anblick ich die knurrenden Doggen vergaß. Aus bem Rachbarzimmer, dessen Tür nur angelehnt war, tönten ver­schiedene Stimmen wie von einer Leseprobe. Das wirkte wieder erfrischend auf mich: ich sah mich selbst schon im Kreise erfahrener Genossen mein Talent ausbilden und auf der Ruhmesletter etnpor- stechen. Dann ging die Tür auf und ber große Mann trat ein. Er bewegte sich gemessen in würdevoller Haltung auf mich zu und schaute mich mit seinen großen leuchtenden Äugen fragend an. Die Erscheinung hatte etwas Majestätisches, obgleich Possart nur von Mittelgröße war und des 'heißen Tages wegen sich sehr bequem bekleidet hatte. Der Hals war frei, über der Brust stand das Hemd offen, der Körper steckte in einem hellgrauen Lüflerröckchen und weiten Hosen, die Füße in Schlappschuhen. Er kam mir aber vor wiejeder Zoll ein König". Dem Manne gegenüber zu stehen, der in München das entscheidende Wort in Theatersachen hatte und mit dem kunstbegeisterten König Lud­wig II. befreundet war, das verwirrte mich nun doch ein wenig und, als er mit seiner prachtvollen Stimme mich nach meinem Begehr fragte, konnte ich nur zaghaft und stockend meinen Wunsch aussprechen, mich der Bühne zu widmen und von seiner er­fahrenen Hand geleitet zu werden. Wenn man bedenkt, daß ich durch eine lange Eisenbähnfahrt ermüdet unb übernächtig, auch nicht gerade satt gegessen aussay, so wird man begreifen, daß meine Erscheinung und unsicheres Auftreten dem großen Mimen nicht sehr vorteilhaft erscheinen mußte. Eine Heldenfigur gab ich, in diesem Augenblick gewiß nicht ab. Gr schüttelte daher fein mächtiges Haupt, als ich. ausgesprochen hülle, und erklärte, er glaube nicht, baß ich auf ibem rechten Weg sei, ich mache mir Von ber Bühnenlaufbahn doch wohl falsche Vorstellungen womit er ohne Zweifel Recht hatte taub habe wohl kaum die notwendige Eignung für ben Beruf. Da ich in meiner jugendlichen Schwär­merei mir eingebildet hätte, er werde mich begeistert in die Arme schließen, so wurde ich durch Idiesen Empfang nur noch verlegener, ich wagte schüchtern einige Einwendungen, sprach von meiner hohen Liebe zur Kunst und meinen eifrigen Vorstudien, aber mit so ungewisser Stimme, baß Possart mich für einen Schmacht­lappen halten mußte. - f

Rein^nein, antwortete er,Sie tun besser, zu Ihren Studien zurückzukehren, auf ber Bühne würden Sie es zu nichts bringen, Schlagen Sie sich bas aus dem Sinn. Sie haben nicht die er­forderlichen Eigenschaften." Und nach einer kleinen Pause führ er fort:Drehen Sie sich einmal nach bem Licht." Ich wanbte mich, so daß er mein Profil sehen konnte.Sie haben ja gar keine Rase." sagte er knrzab. Die meinige war allerdings nicht so hervorragend unb kühn gebogen wie die Possartsche, aber ich hatte bisher geglaubt, damit nicht unzufrieden fein zu müssen, da andere schon von meinem griechischen Profil geredet hatten. Ich raffte daher nochmals all meinen Mut zusammen unb ent­gegnete, daß auf den Brettern doch, viel mtt falschen Rasen gearbeitet würde, und daß ich selbst schon einige Hebung in dieser Art von Vorspiegelung falscher Tatsachen hätte. Possart schüttelte das Haupt:Rein, mein Lieber, es muß von Ratur schon etwas