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es auch die Fruchtpresse des damals in Hesse» wichtigsten Frucht- Wochenmarktes zu Grünberg, wovon wir einen Auszug bringen wollen:
Auszug aus dem Marktprotocoll der Stadt Grünberg über die im Lanke des Jabres JH61 auf dein Wochenmarkt ver- kau'ten Jrüchie.
1.
2.
3.
4. ö.
6.
7.
Es wurden verkauft:
55717, Malter Weizen kur 4813*/* , Kor» , .....
3174'/. , Gerste „
4562 , Ha'er , ......
3537a , Erbsen .
753*/, „ allerlei Frucht, incl. Samen,
Lein kür
104Q*/. „ Kartoffeln für . . . . ^
73 640 fl. 26 Rr. 47 488 „ 12 „ 26116 , 11 „ 21 137 , 43 „
3 783 „ 26 „
10 731 „ 17 „
4 261 „ — „
2U 2tia‘ , Alalter Summa 1ö7 lol fl. 15 Kr.
Gegen das vorbergehende Fahr wurden: 1. mehr verkauft: 7057. Malter Weizen, 1060 Dialter Gerne, 860 Maller Haier, 162'/4 Dialter Erbsen und 217'/, Dialter Kartoffeln; 2 weniger verkauft : 1410'. ih alter Korn und 485 Malter allerlei Fruchte, incl. Samen und Lein.
Grünberg, am 31. Tecember 1861.
Der Diarktvroiokollkührer i Bon-Eiff.
(Das Gewicht des Malters war auf dem Grünberger Wochenmarkt festgesetzt: bei Weizen 200 Psd., bei Korn 180 Pfd, bei Gersie 160 Pfd. und bei Hafer 120 Pfd.)
Fruchtvreise (11. Januar!:
Weizen 200 Psd. 13 fl. 59 Kr. I Genie 10 Pfund 7 fl. 52 Kr. Korn 180 , 11 , 14 , | Hafer 120 , 4 , 38 ,
Frachtpreise (5. Avril):
Weizen 200 P'd. 13 fl. 40 Kr. Hafer 120 Psd. 5 fl. 13 Kr.
Korn 180 „ 11 , 8 , Kartoffeln 2u0 Psd. 5 fl. 2 Kr.
Gerste 160 , 8 , 18 ,
Fruchtpreise (31. Mai):
Weizen 200 Pfd. 13 fl. 44 Kr. Hafer 1-0 P'd. 5 fl. 29 Kr.
Korn 180 , 10 , 50 „ Kartoffeln 200 Pfd. 4 fl. 56 Kr.
Gerste 160 , 8 „ 29 ,
Preise der Metzger waren zu Grünberg 00m 2. bis 16. Januar 18-3. Rach eigener Angabe der Dietzger.
Ochsenfleisch 15 Kr., Rindfleisch >3 Kr., bei zwei Dietzger 12 Kr., Kalbfleisch 6 Kr.. bei einem Dietzger 7 Kr., Schweinefleisch 17 Kr., Hammelfleisch bei zwei Dietzger» 10 Kr., bei einem 11 Kr. Schweinewursl 2o Kr., gemischte Warst 16 Kr., Eervelatwaril 36 Kr., Bratwurst 24 Kr., Preßkovf 24 Kr, Fleischwurft 24 Kr., Schwartemagen 24 Kr.; Schmelzspeck 3> Kr., Lolpersleisch 17 Kr., geräucherter Schinken 24 Kr.; Schweineschmalz, ausgelassen 24 Kr., unaasgelaffen 28 Kr, Stierenfett 20 Kreuzer
(NB. 3ii Grünberg gab es damals 10 Dietzger. Tie Preise sind per Pfund. Bei den nachfolgenden Auszügen laffen wir einen Teil der Dieygerwaren weg, iveil deren Preisveräuderungen un- roeientltdj sind.)
Boni 10. bis 23. April 1862: Ochsenfleisch 16 Kr., bet einem Dietzger 14 Kr.; Rindfleisch 13 Kr., bei einem Dietzger 14 Kr.; Kalbfleisch 6 Kr., bei einem Dietzger 5 Kr.; Schweinefleisch 17 Kr.
Pom 3. bis 16. Juli 1862: Lchsenfleisch 15 Kr.; Rindfleisch 11, 12, 13 und 14 Kr.; Kalbfleisch 5 kr., einer 6 Kr.; Schweinefleisch 17 Kr., einer 16 Kr.
'Bviii 9. bis 22. Oltober 1862: Ochsenfleisch 15 Kr.; Rindfleisch 1^ Kr, einer 13 Kr.. zwei 14 Kr.; Kalbfleisch 8 Kr., drei 7 Kr.; Schweinefleisch 17 Kr.; Hammelfleisch 12 Kr.
Pom 18. bis 31. Dezember 1862: Ochsenfleisch 15 Kr.; Rindfleisch 12 und 13 Kr.; Kalbfleisch 6 Kr-, einer 7 Kr.; Schweinefleisch 17 Kr.
Preise der B ä ck e r w a r e n zu Grünberg und Londorf für den 4vfündigen Laib 'Biob.
Grünberg balle 27 und Londorf 4 Bäcker.
Im Januar 15 und !•>*/, Kr.; im Februar 15 und 15'/, Kr.; im März 15 und 15'/, Kr.; rm April 15 Kr.; im Mai 15 Kr.; int Juni 15 und 15'/, Kr.; im Juli 157, und 16 Kr.; im August 14, 13*/, und 13 Kr.; im September 13'-,, 13, auch abers 12*/, Kr.; m October 137, und 13 Kr.; im November und Deceinber 13 und einige 127, Kr.
Auszug aus dem Marktprotocollbuch der Stadt Grünberg über die im Lause des Jahres -862 ans dem Wochenmarkt verfaulten Früchte.
Es wurden verkauft:
1. 399(5’/4 Malter Weizen für
49 353 fl.
V
4. 3499'/,
e
7.
874
Summa 151 537 fl. — Kr.
1740--7, Malter
46147, 34337.
2.
3.
558
426
7
7
45 021
25 065
14 766
5 487
8 609
3 233
Korn „ .....
Geiste „ .....
Hafer , .....
Erbsen ,
allerlei Früchte, incl. Samen und Lein für ....
Kartoffeln für
5.
6.
[. 31 Kr. 18 , 32 , 46 „ 39 „
Gegen das Vorjahr ivurden: 1. mehr verkauft: 259 Malter Gerste uub 204'/, Malter Erbsen; 2. weniger verkauft: 1574'/, Malter
Weizen, 199'/, Malter Korn, 1062'/, Malter Hafer, 3277* Malter allerlei Früchte und 1667t Malter Kartoffeln.
Grünberg, im December 1862.
Der Mcirktprotocollsührer: Bon-Eiff.
Vermischtes.
* Bilder von der chinesischen Hungers^ not. Geradezu ergreifend ist der Bericht, den das „Unter* stützungskomitee tn Schanghai" von der chinesischen Hungersnot in Zentralchina soeben in die Welt hinausgesandt hat. Man sieht auf den Straßen ganze Familien einherwandern, die sich nur mühselig noch aufrecht halten können und es ist entsetzlich, zu beobachten, wie Eltern ihre Kinder zum Kaufe anbieten. Einer der Aerzte, die das „Rote Kreuz" in die Hungergegend gesandt hat, berichtet, daß Mütter ihre eigenen Kinder in die Lager der Soldaten bringen und sie dort verkaufen. Von dem Erlös, der durchschnittlich ungefähr 2.50 Mk. in unserem Gelde beträgt, fristen sie dann einige weitere Wochen ein kümmerliches Dasein, ohne jedoch hem furchtbaren Schicksale entgehen zu können. Denn woher soll Hilfe kommen? In Nord Kiangsu und Nord Anhwei sollen Kinder sowohl wie erwachsene Frauen für zwei mexikanische Dollars, also ungefähr 4 Mk. in unserem Gelde, pro Stück öffentlich von ihren Angehörigen ausgeboten werden, und viele bieten sich selbst zum Kaufe an, um die übrigen Familienmitglieder zu retten.
* Der König der Peitschenkünstler. Die englische Königsfamilie hatte dieser Tage im Buckln ghampalaste einen seltsamen Gast, nämlich Herrn Mills, bekannt unter dem Namen „Salt Bush Bill", König der Peitschenkünstler". Herr Mills, ein Mitglied der Ausstellung „Wild Austra- lia", die die verschiedenen Regierungen Ausstraliens in England veranstalten, führte der englischen Königsfamilie feine Peitschenkünste vor. Zunächst nahm er in der linken Hand ein brennendes Streichholz und k atsch e mit seiner Peitsche so, daß das Streichholz ausgelöscht wurde; dann entfernte er mit einem zweiten geschickten Peitschenschlage die Asche von einer Zigarette, die er zwischen den Lippen hielt, eine Leistung, die außerordentlich gefährlich aussieht und es auch tatsächlich ist. Hierauf ging Herr Mills zu schwierigeren Dingen über: er arbeitete nämlich ohne Äugen. Zunächst wiederholte er mit verbundenen Augen den Streichholztrick, wobei aber seine Assistentin das brennende Streichholz hielt, ebenso machte er es dann mit der Asche der Zigarette, die ebenfalls seine Assistentin zwischen den Lippen hielt. Alsdann veranstaltete er um deren Kopf herum ein wahres Kreuzfeuer von gefährlichen Peitschenhieben, von denen nicht einer treffen durfte. Dann beschloß er die Vorführung, indem er seine Fertigkeit in Knoten- und Schleisenschlagen beim Peitschenknalle zeigte. Die englische Königsfamilie soll sehr befriedigt gewesen sein.
*18edenkliches Zeichen. „Mit der Zerstreutheit meines Mannes wird es immer ärger: gestern brachte er aus dem Re* staurant einen fremden Hut mit!" — „Gott —• das kann Vocm kommen!" — „Aber einen schlechteren!"
*“$16 alte Jungfer. „Der Staatsanwalt hat den Antrag gestellt, daß Ihnen die Hälfte Ihres Entschädigungsanspruches zugesprochen wird! Nehmen Sie seinen Antrag an?" — „Einen Antrag vom Herrn Staatsanwalt? Na, selbstverständlich l"
Silbenrätsel.
art, da. ei, gan, gar, gen, hel, low, mi, pert, rog, rü, fee, feit, fa, weil, ivil.
Ans vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:
1. Stadt in Böhmen.
2. Ein Mineral.
8. Insel in der Ostsee.
4. Schauspieler und Lustspieldichter.
5. Irländische Hafenstadt.
6. Gebirgssee in Oberitalien.
7. Russische Hafenstadt.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung der altäghptischen Hieroglyphen in voriger Nummer« Dleiilch, bezahle deine Schulden.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Veilag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiitdruckerei, R. Lang«, ©ieieifc


