;,u enent Stück Speckseit Hilst en Schnaps zum Verdaue. Zum Vieruhr hab ich daun wieder mei Schuäpsche, un beim Niaachtesse nach dem Tagesbrast tut einem en Schnaps recht not, und vor dem Schlosengehe Hilst noch ein Schuäpsche ior die Bettivärml — Aber Mann, rüst der Herr Proiessor, der sorgsam mitgezählt hat, das sind aber doch noch lange keine vierzehn! — Ei uo, Herr Pro- -effer, so daun und romtn nimmt aauer hie und da doch a mol gern e Schuäpsche!
.* Unentgeltliche Sommerfrische auf dem St. Bernhard. Auf der Paßhöhe des St. Bernhard steht das alte Kloster der Zisterzienser und geivährt nun schon seit vieles Jahren den müden Wanderern Unterkunft. Der Ordensregel gemäß müssen sie den Fremden freie Unterkunft gewähren. Aber in jedem Fremdenbuch ist zu lesen, man möge in die Sammelbüchse der frommen Brüder mindestens ebensoviel legen, rote man in einem modernen Hotel bezahlen müßte. Es scheint jedoch Heute zu geben, die die gute Gelegenheit ausnuhen, recht btlltg Atzung und Wohnung in guter Luft zu genießen. Denn voll Verzwerf- lung verkünden jetzt die Mönche von St. Bernhard, sie Wurden sich wohl oder übel gezwungen sehen müssen, bestimmte Taxen wie .jedes Fremdenhaus ju erheben. Denn es habe Touristen gegeben, die wochenlang die Gastfreundschaft des .Hospitals in Anspruch genommen und dann ein Zweifrankenstück in die Buchse getan hätten. Dabei sind die Brüder von St. Bernhard nur verpflichtet. Fremde auf 24 Stunden zu bewirten.
Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer;
Schach — China - Heine — Anteile — Unna — Main — Wahnfinit - Lüsen — Ischia; — Sachen;
S ch a tt m ro e i n.
Die Küche verfügt jetzt über hiesigen und holländischen Wirsingkohl, Weiß-, Roseft-, Blumenkohl; ferner smd die Mohrrüben lind lveißen Rüben ein gutes Gemüse für den bürgerlichen Tisch. Bon den Hülsenfruchten weiß man, daß sie sättigend und nahrhaft sind, und wenn man immer wieder hört die Kinder essen sie nicht gerne. ., so versuch es die Hausfrau vielleicht einmal mit einem Erbseu-Pudding, und es steht In wetten — wenn der aus der Form gestülpte Pudding, mit zerlassenem Speckfett oder gebräunter Butter auf dem Disch er- scheint —, daß die Eßlust der Kleinen dann großer lern wird a/g zu dem Erbseumus oder Erbsensuppe. Dazu müssen die über Nacht eiugeroeichten Erbsen mit einer Messerpttze Natron und zerschnittenem Suppengrün weichgekocht und durch em Sieb gestrichen werden. Dazu rührt man 2 Eidotter, Eßlöffel Kartoffelmehl, Salz, etwas geriebene Semmel und das zu Schnee geschlagene Eiweiß, kann auch in Würfel geschnittenen gekochten mageren Speck niitimtermischen, füllt die Masse in die mit Butter ausgestrichene, mit geriebener Semmel bestreute Puddingsorm und kocht den Pudding eine Stunde in siedendem Wasserbade.
Die Zusammenstellung von weißen Bohnen oder Kartoffeln mit Aepfeln ist vielfach auch noch unbekannt, und gibt ebenfalls ein gutes Herbstgemüse. Auch sollten die deutschen Hausfrauen sich mehr mit der südländischen Polenta oder den nordlandischen Buchroeizenplinsen befreunden! .
Zur Polenta kocht man Mctismtlch in Salzwasser gar, wobei daraus zu achten ist, daß das Maismehl, das sehr schnell und ausgiebig quillt, immer vom Boden des Topfes aufgerührt werden muß. Der Polentabrei muß so steif kochen, daß der Löffel darin steht. Dann streut man geriebenen Käse obenauf und beträufelt ihn mit brauner Butter, ober man gibt mit Wasser und Zucker verkochtes Pflaumenmus daran.
Zu dänischen Buchweizenplinsen muß man das Buchweizen- mehl anwärmen. Man kocht 1/2 Liter Milch, läßt sie lauwarm werden, gibt 150—160 Gramm Buchweizenmehl, 30 Gramm Hefe, etwas Salz und 1—2 Löffel saure Sahne dazu, läßt den Teig, warm bedeckt, an Warmer Stelle zwei Stunden aufgehen und backt davon in zerlassener Butter oder Schmalz kleine Kuchen auf beiden Seiten braun. Sie werden beim Anrichten mit Zucker, auch mit Zimt bestreut, manchmal mit Sirup ober Honig bestrichen.
Eine echte Oktoberfrncht ist der Kürbis, der besonders gern zum Einmachen verbraucht Wird. Kürbismus mit Reis bildet zur Ab- Wechslung ein einfaches Gemüse, und gebackene Kürbisschnitten ein gutes Abendgericht. Die fingerstarken Kürbisscheiben salzt man, läßt sie ein Weilchen durchziehen. Wendet sie in gequirltem Ei und geriebener Semmel und bäckt sie in heißem Fett braun. Sie müssen sehr heiß aufgetragen werden.
Ein Mrbisauflauf stellt eine billige und gute Warnte Nachtischspeise bar. Man nimmt ein Stück Kürbis, mehr von der Mitte der Frucht, schält es dick ab, putzt die Kerne und Fasern fort, schneidet es klein, kocht die Stücke mit ein Wenig Wasser und Wein zu Brei und rührt diesen durch ein Sieb. 125—150 Gr. Butter rührt man zu Schaum, fügt vier Eßlöffel Zucker, 3—4 Eigelb und das Kürbismus, sowie etwas geriebene, gefiebte Semmel, zuletzt den steifgeschlagenen Schnee der 3—4 Eiweiße dazu, füllt die Masse in die mit Butter bestrichene, mit geriehener Semmel bestreute Auflaufforni und läßt den Auflauf 3A—1 Stunde backen.
Für den Verbrauch der Seefische ist die kältere Jahreszeit günstiger, als die warme. Dabei sei erinnert, daß gekochter Seefisch (Kabliau, Dorsch, Schellfisch ober Seehecht) ganz besonders gut schmeckt mit einer fein abgeschmeckten Thymiansauce. Diese wird bereitet, indem man eine helle Mehleinbrenne nut Fleischbrühe ober Wasser zu ebener Sauce verkocht und mit Messer, Salz und gehacktem Thymiankraut würzt. An, Stelle von Fleischkotteletten bedient man sich jetzt oft der Seesischkote- letten, d. h. man läßt sich fingerstarke Scheiben schneideit, sorgt für möglichste Entfernung der Gräten, salzt sie, streut eine Messerspitze feinen Pfeffers darauf. Wendet sie in Mehl, verquirltem Ei und geriebener Semmel und brät sie in Butter in der Pfanne Wie Koteletten,
, Biicherüsch.
' — Hesses Volksbücherei. Leipzig, Hesse u. Becker Verlag. — Vielen vielerlei Gutes bringt die neue Folge der Volksbücherei. Willibald Alexis mit seinem großen Romane „Ter falsche Woldemar" (Nr. 701—709) muß billig zuerst genannt werden: wundervoll echt und lebendig tritt in der realistischen Darstellung das Treiben der alten wilden Zeit und ihrer phantastischen Gesellen entgegen. Auch L. Sa lo ui0ns, Berliner Schloß- und Stadtgeschichten (Nr. 711/121 in bie alte Zeit zurück, während Kretzers Millionenbauer (Nr 716 bis 720) einen Ausschnitt aus deut „modernen Sundenbabel gibt. Fein impressionisttsch sind die auf Stimmung geftellten Bilder, die I. Havemann in seinem „Am Brunnen n a. Erzäl/" bietet (Nr. 695/96), wogegen des Thüringerwaldpoeten A. Trinius „Neuer Messias u. a. Erzähl." auf wenig Bogen Muster der Volkskunst von tiefer Tragik bis zur harmlosen Fröhlichkeit vereinen (Nr. 715). Th. Pienings heitere Erzählungen: Ich Stänbehaus zu Itzehoe — Ein barmherziger Samariter (Nr 710), sowie Ger stacker s Indianer- und Jagdgeschichten „In der Wildnis" (Nr. 713/14) gehören der anspruchslosen aber äußerst unterhaltsamen Gattung der Volkserzahlung un engeren Sinne an — Gerstücker ist vor allem Jugendschriftsteller gewesen und geblieben —, im starken Gegensätze dazu behandeln Droop und Latwesen in den Nummern 697/98 und 699/c00 Bier- bäum und O. Ernst als Lyriker unter Beifügung zahlreicher Proben. ____________
a b c d e f g h Weiß.
Weiß seht mit dem zweiten Zuge Matt. Auslösung in nächster Nummer.
Schachaufgabe.
Schwarz.
a b c d e 1 g h
Vermischtes.
* Ein Schnäpschen. In dem soeben erschienenen „Land. Kalender für das Großherzogtum Hessen, Ausgabe 1913" (Großh. Staatsverlag, Darmstadt) teilt Generalarzt a. D. Dr. Otto Kapp ess er einige hessische Anekdoten aus alter Zeit mit, darunter auch die folgende: Proiessor W. zu, G. hielt Vortrag in der chirurgischen Klinik und zur Belehrung seiner Studenten nahm er selbst das Krankenexameu mit einem, Bäuerlein vor, das von weit hergekommen war, um bei dem berühmten Arzte Heilung für sein Gebreste zu suchen. Unter anderem wollte W. 'bann wissen, ob und rote viel Schnaps der Patient etwa täglich gewohnheitsmäßig trinke. — Ei, Herr Proiesser, das können als bei Tag so eroer die verzehrt sein. — Was, vierzehn Schnäps, ei wann trinkt ihr dann j die all? — „Ei no, Herr Proiesser, s morgens, wenn mer ufwacht, j trinkt mer gern ein Schnaps, und nach der Morgesopp noch e | Morsche. Zum Zehnuhrbrot trink ich e Schuäpsche, un zu Mittags
Redaktion: K. R e u r a t h. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


