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Der Zweck, den ich I)tilgte verwlgie, war der, zu zeigen, em Ivie hoher Söctt her gcitcinen Seiinhti^ bev D ct*i l ti) fei beit u n fe re v en asten Heimat inneivohnb itnb btt 6 niichts geeigneter tst, zur Erwerbung dieses Schatzes, als die Beschäftigung nut den uns, sei es durch Bücher und Karten, sei cs durch den Bolksmund, überlieferten Gewann amen in Feld und Wald, tu Wann und Werd. Ob wir unsere Blicke vom Pfaffenwald hinüberschwerten Innen über die Stadt nach dem Büdinger Wald und der Ronneburg, oder vom Wildenstein ans die Mark überblicken und das seemental, überall liegt das schönste und köstlichste Flurbuch vor uns ausgebreitet mit seinen vielhundertjährigen und vielhundertfachen Ueberlrese- xungen. Mau muß nut. darin zu lesen wissen.
Entschuldigt, aber ich bin gelaufen. Der Nrr Bürgermeister nnd Bergmann Peter Kraut läßt euch durch mich vermelden, daß gestern am ersten Pfingsttag nachmittags 2 Uhr der Wohlgeborene unser "gnädiger Herr Graf Henrich auf der Ronneburg von dieser
Zunächft^stockte ^d'ie Unterhaltung völlig. Als erster brach der erteil er r ©-cbiueiQeit SfBie gut, ^rmt ® eDtxt t e r ilt, nur gut,
* Der Streit der Männer war,vergessen. Sie kamen alsbaldauf die Regierungsverhältmsse zu sprechen »nd ihre Frauen auf oas mutmaßliche Gepränge des Leichenbegängnisse». Als dre Kannen rum dritten Male gefüllt waren, und sich der Genchtsschoffe und Balbierer Simon Dillmann, der tüchtig Bescheid hatte tun müssen, wieder entfernt Hatto, da er noch andere wichtige Auftrage zu erfüllen habe da kam in den beiden Lagern das Gespräch bald wieder lebhaft ^in Gang, die halbe Traurigkeit, die kurze Zeit die Gemüter im Bann gehalten hatte, war verschwunden, und das natürlich^ menschliche Empfinden behielt die Oberhand. Die Gasterei schloß so fröhlich, wie sic angefangen, hatte _
Und nun möchte auch ich schließen. Es war nur hei der Fülle des Stoffes einerseits nicht leicht, immer das richtige Matz der Beschränkung zu finden, andererseits mußte ich mir Nicht fetten Erklärungen versagen, die vielleicht zimi richtigen VernandniÄ des Vorgetragenen nötig gewesen wären. Da ich innerhalb dc» OrtsqeioerbevereinS gesprochen habe, so durften wohl Mit Recht Mitteilungen über das Handwerk und Gewerbe erwartet werden Werin ich davon abgesehen, und mich darauf beschrankt habe, ta» «ufere Bild der Stadt uiid des Burgfriedens vor 300 Jahren hie und da zil beleuchten, und wenn nur den damaligen Büdinger Stadt- und Dorfbeivohner nur in seinen Beziehungen zur heimatlichen Sckiolle kennen gelernt haben und wenn ich schließlich diese selbst lediglich von dem Gesichtspunkt ihrer Bebauung und Bewirtschaftung aus betrachtet habe, so geschah dies in der ausgesprochenen Absicht, auf diesen Grundlagen dem bodenständigen Büdinger Handwerk und Gewerbe ein andermal eine Abendstunde
Uersü siebtes.
' Moderne Kassamakultur. In den Unionsstaaten Süd-Aiabaina, Mississippi, Georgia und Florida wird jetzt dein fünf bis sechs Fuß hohen, buschigen Kassawastrauch große Sorgfalt geschenkt. Er wächst nur in tropischen Gegenden und seine, Wurzeln ergeben relativ mehr Stärke als irgend eine andere Pflanze der Welt. Er gedeiht in leichtsandigeiN Boden am besten. Als Tapioka kennt man ihn bereits allerorten; daß er aber auch zur Mästung von Rindvieh, Scbcuen und Schiveiueu, die , ihn mit grover Gier fressen, eine große Rolle 511 spielen berufen ist, hat man erst jüngst entdeckt. Experimente haben ergeben, daß Kassawa das billigste MästungSfntter ift; man benutzt hierzu nur die Wurzeln, deren Durchschnittserträguis acht Tonnen pro Ülcre (40 '2lr) ist. Tie auS diesen Wurzeln erzeugte Starke kommt auf fünf Cents pro Pfund und ist nach kürzlich angestellten Versiichen für Wäschezivecke 6 mal besser al3 die beste Weizenstärke, die um 20 Prozent mehr kostet. Die Mästung mit Kasscuva kommt dabei um 30 Prozent billiger zu stehen, alS die anderen Mästung-.methoden. Bislang hatte man für Kassmva künstliche Befruchter in. Anwendung gebracht, aber kürzlich hat man entdeckt, ■ daß geivisse, in den Kassawagegeuden wild ivachsende Bohnen- und Erbjenarten vorzügliche natürliche Befruchter des Kassaiva sind.
* Der Islam in Japan. Ein bemerkenswerter Beleg für die pauislamitische Propaganda auch im fernen Osten ist die nenerdiiigs in Tokio erscheinende Monatsschr ist „The Islamitie fraternity“". Sie wird von einem mohauunedauischen Inder her- anSgegebei! und soll nächstens auch in japanischer Sprache erscheinen, um die Japaner mit dem ihnen bisher unbekannten Islam vertraut zu inacheu. Zn diesem Zweck ivirb sie besonders von ben Bereinigten Staaten ans mit Geld unterstützt.
* Singende Hunde. Während sich bei uns die Wissenschaft mit dem Wunder eines sprechenden Hundes beschäftigt, belichtet in einer Londoner Zeitschrift ein Beobachter von einer1 nicht weniger interessanten Erscheinung: von einem Hmide, den man einen Tenor nennen könnte. Es ist ein hübscher Collie, her einem Amerikaner Carlson gehört. Jeden Morgen, wenn, die Glocken einer benachbarten Kirche ertönen, beginnt der Hund zu heulen; aber das geschieht nicht im gewöhnlichen Sinne des Hundeheulens, sondern der Himd bringt Töne hervor, die imusikalisch
genau mit Iden Klängen der Glocke harmonierend «r singt Seines Herrn fiel das begreiflicherweise ans, und er hat Versuche untere itom'mcit, die eine Bestätigung über den musikalischen Sinn femeS Collie brachten; er pfeift dem Tiere vor, das dann die Töne mir völliger Reinheit wiederholen soll. In diesem Zusammenhang miag; daratl erinnert werden, baß bereits vor einigen Jahrerii (in Paris ein singender Hund die Wissenschaft beschäftigt bat. Der Hund gehörte dem Dr. Bcnuati und komtte ohne Mithilfe eines Instrumentes ober Menschenstimmen vollkommen klar eine Tonleiter singen. Bei weiteren Versuchen stellte sich dann heraus, daß das Tier auch andere Töne sofort wiederholen konnte, wenn, sie ihm zwei- oder dreimal vorgespielt wurden, schon Leibnitzi erzählt davon, daß er eilten Hund gekannt hat, der nicht nur! fingen, sondern auch sprechen konnte. Er war imstande, ganz klar und deutlich alle Buchstaben des Alphabetes mit Ausnahme von „M", „N" und „H" zu artikulieren und wenn sein Herr zu ihm sprach, vermochte er angeblich zu antworten. Ob solch« abnormen Fälle einer ernsten Nachprüfung wirklich standhaltenmag freilich für mehr als zweifelhaft gelten. Daß Tiere auf bestimmte Töne, die sie ost hören, in bestimmter Form reagieren/ ist eine alltägliche Erscheinung: man weiß längst, daß ein Hund den Pfiff feines Herrn genau von dem Pfiff eines anderen unterscheidet, in vielen Fällen sogar auch dann, wenn der andere genast denfelben Ton pfeift. Dasselbe beobachtet man auch bei Pferden, ja ausgediente.Zirkuspferde, die während ihrer Zirkuszeit dazu! abgerichtet waren, zu gewissen Melodien zu tanzen, haben später nicht selten Anlaß zu amüsanten Zwischenfällen gegeben. „Jaj füllt eines Tages," so erzählt jener Engländer, „auf einem Pferde aus, das früher in den Händen eines Zirknsdirektors gewesen war. Au einer Straßenecke spielte ein Leierkastenmann. Dem Tieres waren die Töne oder vielleicht auch die Melodie vom Zirkus! her so vertrant, daß es sofort begann, wie in der Manege wtl Kreise her um zulauf en. Es war unmöglich, das Tier davon abzubringen, ich gab sozusagen eine Vorstellung auf offener Straß« und die Sache nahm erst ihr Ende, als ich den Drehorgelspieler veranlaßte, seine Tätigkeit zu unterbrechen."
* Wörtlich genommen. Sie: „Ich hab' es Kara-, liuen ganz energisch gesagt, ihr Grenadier darf nie wieder in die Küche kommen." — Er: „Was hat er denn ausgefressen? — Sie: „Tie Speisekammer!" r
* Aus einem Soldatenbrief. „. . . Denke dir, liebe Luise, gestern träumte mir, du hast ein Weihnachtspaket an mich abgeschickt — ich bin bloß neugierig, wenn 's ankommt!"
* A n f d e ui H e i m w e g e. Student (aus der Kneipe tretend, ben Vollmond betrachtend): „Brauchst dich nicht so wichtig zu machen, daß du alle Monate einmal voll bist; ich bin alle Tage voll!" ,
* Gewitzigt. „Gehen Sie nächstes Jahr wieder nach Marienbad, Frau Krachmeier?" — „Fällt mir gar nicht ent; während der sechs Wochen, die ich fort war, ist mein Mann so verwildert, daß ich bis jetzt an ihm wieder zu erziehen hatte'/
schachaufgadr.
Von I. Ptachuita.
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Weiß.
Weiß setzt mit dem vierten Zuge matt. Auflösung in nächster Nummer -.
Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer: GLUCK LAHN U H U C N K
Redaktion: K. N e U r a th, — Roiatiousbruck und Verlag der Brühl'fche» Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange. Wieße»


