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”) etwas.
Der Wast war aber tote Mei so schwer linbi vermochte sich nicht zu rühren. Schließlich wäre der Paulen Jörg beinahe selbst noch auf die beiden gepurzelt. '
„Es derwürgt mi oaner! Heilige Muttergottes, es der- Würgt mi oaner!" gurgelte der Sepp in Tönen der höchsten Angst.
„Ob d' stad bist, sag' i!" beruhigte ihn der Paulen Jörg.
-„Es is ja lei der Wast!"
„Er derwürgt mi! Er derwürgt mi!" jammerte der Sepp trotzdem ebenso kläglich weiter. „O meine heilig'» Nothelfer!"'
Zum Glück kam jetzt die Dorfgasse herunter der Nachtwächter. >,Was is denn los?" fragte er und leuchtete mit der Laterne! in den Graben.
„Der Wast und der Sepp sein in Graben gefallen. I der- pack's nit alloan. Muaßt mir lei du helfen!" erklärte der Paulen Jörg.
„I kann's nimmer derschnaufen! Er derwürgt mi! O du bluatiger Heiland!" winselte der Sepp.
Dem Jörg gelang es' im Verein mit dem Nachtwächter niedlich mit Müh und Not, den dicken Wast heraus KU befördern. Beim Sepp ging die Sache schon leichter.
„Fahlt dir eppes?"^) fragte der Nachtwächter den Sepp.
„Naa! Iatz nimmer!" erwiderte dieser.
„Nachher können wir giah'n!" meinte der Paulen Jörg. r,J bring' den Sepp hoam, und du, Nachtwachter, den Wast!"
„I kann schon alloan giah'n!" wehrte der Wast den Nachtwächter ab, der ihn beim Arm führen wollte.
Der kleine Trupp der viere ging eine Weile schweigend weiter. Man war außerhalb des Dorfes gekommen. Da bog der Paulen Jörg mit dem Sepp nach rechts ab, während der Mast, gefolgt vom Nachtwächter, vorwärts- torkelte. .^Endlich war man beim Güte! des Wast angelangt.
„Du kannst schon z'ruckgiah'n!" brach der Wast das Schweigen.
„Findist die Haustür?" erkundigte sich der Nachtwachter.
„Ah woll! Geah' du lei!"
„Aft guate Nacht!"
„Guate Nacht!"
Der Nachtwächter ging wieder ins Dorf zurück. Der Wast tastete sich an der Mauer seines Hauses entlang, bis er die Tür sand. Sie war natürlich von innen verriegelt.
Der Wast klopfte erst leise, dann immer lauter. Nichts regte sich.
„Thies'!" rief der Wast ängstlich. Ein erneutes lautes Pochen. Keine Antwort.
„Thres! Thresl!" schrie der Wast Und pochte mit beiden Fäusten. Noch immer keine Antwort. „Thres. Geah', sei fein! Tua auf!" bettelte der Wast, den es vor Kälte förmlich beutelte.
Nun ward im Oberstock ein Fensterl ausgemacht. „Was willst denn?" schrie eine keifende Stimme herunter.
„Auftuan sollst!" sagte der Wast ganz wehmütig.
„Könnt' mir einfallen!" Das Fensterl wurde heftig zugeschlagen. Eine Zeitlang stand der Wast wie zerdroschen da. Es fror ihn elendiglich. — „Thres!" Er pochte nun wieder. Droben wurde das Fensterl abermals aufgemacht.
„Ob d' iatz a Ruah' gibst bei der Nacht oder nit! Tu Fallot, du! I will fchlafen!" belferte die Thres.
„Laß mi eini! Es is soviel kält da heraußen!"
„Dös g'schieht dir schon recht! Wärst früher kommen!"
„I . . . i. . . -erfrier' bald!" jammerte der Wast und begann herumzuhüpfeu wie ein Hcuschreck.
„Is koa Schad' um di!"
„Geah', bitt' di schön, laß' mi eini, Thres! I tua's ganz g'wiß nimmer!"
„Dös sagst du alleweil! Und alleweil is dö gleiche Mett'n! § ent’ kimmst mir nimmer eini! Kannst tuan, was d' ivillst!"
Die Thres schlug wütend das Fenster wieder zu. Der Wast begann das Vergebliche seines Flehens einzusehen und tastete sich, vor Kälte schnatternd, das Häusl entlang bis zum Goasstall hin, um dort zu übernachten.
Eine neue schreckliche Ueberraschung harrte seiner. Die Stalltür war mit zwei riesigen Vorhängschlössern versichert und geschlossen. Der Wast glaubte, es treffe ihn vor Entsetzen puf der Stelle der Schlag.
Himmelblauer Höllteusel!" fluchte der Wast mit weinerlicher Stimme und trommelte mit beiden Fäusten an die Stalltnr. Die Goas drinnen ließen ein erschrecktes „Määääh!" hören.
„Seid's stad, Viecher verdammte!" schimpfte der Wast nun wütend auf die Goas. „Geahst eini oder nit!" Der Wast stemmte sich mit Leibeskräften gegen die Tür, trat mit den Füßen dagegen, Um sie einzubrechen. Alles umsonst. Tie Tür gab nicht nach. Der Wast fluchte und wetterte und machte einen Mordsspektakel.
Da ließ sich vom Haus her die Stimme der Thres vernehmen: „Wann du iatz nit glei' aufhörst, aft ttmm' i abi, und treib' dir die Muck'n ans!"
„Kimm lei!" ries der Wast zurück. „Laß mi eini! Nachher hör' i ans!"
„Du bleibst heut' nacht, wo du bist! Ins HLus kimmst mir nit! Und iatz will i mei' Ruah' hab'»!"
Der Wast war wieder vors HaUs gekommen. „Geah', mach^ mir decht die Stalltür auf!" bettelte er. „Es hak soviel a Kält'tt da heraußen!"
„I geah' nit abi bei der Kält'n!"
„Wirf mir decht den Schlüssel aber, daß i die Stallttiv aufsperren kann!"
„Fallt mir nit rin! Die Goas wollen aa ihr Ruah' hab'»!"
„Geah', Thresl, sei sein! I will mi ganz g'wiß aus (Slfrt Und Seligkeit bessern!" beteuerte der Wast.
„Hatt'st di früher bessert!"
„Grad' in Stall eini! Bitt' schön, Thresl!" Dem Wast wär das Weinen nahe. Es fror ihn fürchterlich.
„I hab' dir's schon g'sagt! Heut' kimmst mir nit eini, Aa in Goasstall nit!"
Die Thres hieb das Fenster klirrend zu. Der Wast wartete! noch eine Weile, ganz stumpfsinnig und immer noch hoffend/ daß die Thres schließlich doch vielleicht ein Einsehen haben würde.
Vergebens. Er pochte wieder. Laut, heftig, aus ganzen Leibeskräften. Oben rührte sich nichts mehr.
(Schluß folgt.)
Thomas Wallbotts SamMenlebsn, Vrautfahrt und Hochzeit.
Bon Gg. Schäfer.
(Fortsetzung aus Nr. 180.)
Eine Viertelstunde später kamen die Mädchen zurück. Frau Wallbott hatte ini Staatszimnier einen guten Kaffee mit Kuchen auftragen lassen. Tapfer griffen die Gäste zu, niemand sprach ein Wort. Tas Essen ist eine so wichtige Sache, daß es durch unnütze Reden nicht gestört werden soll. „Stopf dein Maul, schau auf den Teller, es ist gescheiter, als das Geplapper!" wird dem Plauderer geraten.
Nachdem der Kaffee eingenommen und gebührLNdermaßen..ge- lobt worden war, begann das Spinnen wieder. Um 9 Uhr kamen die Burschen, ruhig und bescheiden nahmen sie Platz. Eine zeitlang war alles still, man hörte nur die Räder schnurren.
„Ein Engel fliegt durch die Stube!" sprach die Bürger^ Meisterin. „Wenn ihr nichts zu reden wißt, singt wieder ein Lied."
Sogleich wurde angestimmt. Tie meisten Mädchen sangen die erste Stimme; Frau Wallbott und ein Mädchen nahmen die zweite Stimme auf, ein Bursche versuchte es mit dem Baß. Das klang vortrefflich.
Nach zehn Uhr wurde aufgebrochen.
„Ich möchte euch für morgen abend ein Paar Rätsel auf- gebeu," sprach die Bürgermeisterin. „Wer sie rät, wird mit einem schönen Apfel belohnt. Gebt acht!"
1. Wenn maus hört. Hört mans nicht gern. Je länger mans hört, Desto lieber es einem ist: (Das Eisen am Pferdehuf).
2. Wo hat der Mund sein Gelenke?
(Am Ellenbogen, wenn er sich krümmt, geht der Mund auf.)
3. Wann ist der Müller ohne Kops in der Mühle? (Wenn er zum Fenster hinaus schaut.)
4. Der Müller hats doppelt, der Schneider, ders verloren hat, sucht es.
(Den Buchstaben „L".)
5. Warum kaufen sich die Müller hellgraue Kleider und Hüte?
(Zum Anziehen.)
„Nun macht euch dahinter, keins darf dem anderen die Lösung verraten, sonst gilt es nicht. Ueberdies wünsche ich, daß ihr euch auf schöne Märchen und Sagen besinnt. Wer etwas derartiges bringt, bekommt eine Extrabelohnung."
Mit herzlichem Dank und Gute-Nacht-Gruß gingen die Leutchen nach Hause. Keine Spinnerin ließ sich ihr Rad von einem Burschen tragen, aber vor dem Elternhaufe pflegten manche noch ein Keines Stündchen zu halten, vorausgesetzt, daß der Vater öder die Mutter nicht das Fenster öffneten und das Mägdlemj mit einigen kräftigen Worten zum Hereinkommen aufforderte,
Hansadam Stein, der die Bärbel Blaut gerne sah, hielt diese an ihrem Hause etwas auf, um ihr noch einiges vorzu- schwatzen. Ihre Eltern konnten den Hansadam nicht leiden, fiel hatten andere Pläne mit der Tochter. Deshalb war die alte! Blaut mit einem Kübel voll kalten Wassers in die Oberstube geschlichen und lauerte dem Hansadam auf. Kaum hatte er mit seiner Rede begonnen, so sauste ihm ein kalter Wasserstrahl Nus den Kopf. Schimpfend lief der Bursche davon; die Hitze war ihm trotzdem noch nicht aus getrieben. ,
Am folgenden Morgen machte Frau Reguie Wallbott Einträge in das Haushaltungsbuch. Der Mrgermeister hielt eine Beratung mit dem Gemeindevorstand, Thomas schaute tn den Ställen nach und überwachte das ANsdreschen der Halmfrüchte.
Die Kleinmagd meldete der Herrin' «Moses Mayerfeld von Gnnzcuau ist draußen!"
„Er soll eintreten,."


