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Mn ausgezeichneter .........,
kommen sie eben um die Biegung!
S. Gräfin Leay. Ngent. Oberst Wardlow (Mütze rosa, Bode blau und schwarz).
S. Desbor ough, Eigent. Lord Backwater (Mütze und Mermcl gelb).
4. Silberstrahl. Eigent. Oberst Roß (Mütze schwarz, Kacke rot).
5. JriS. Eigent. Herzog von Balmvral (Mütze und Jacke schwarz und gelb gestreift).
,, 6. Rasper. Eigent. Lord Singleftrd (Mütze lila, Aenne! schwarz).
„Wir haben Unser zweites Pferd zurückgezogen und unsere tzanze Hoffnung auf Ihr Wort gesetzt," sagte der Oberst.
..Men wird die Tafel mit den Zahlen angehängt," ries ich. r,Alle sechs stehen darauf."
_v ..Alle sechs! Dann läuft also mein Pferd auch?" sagte der Oberst m großer Erregung. „Aber ich sehe es nicht. Meine Farben find nicht dabei." ।
...Bis jetzt sind nur flins vorübergekommen. Dies hier muß W fein.
Als ich diese Worte sprach, trabte gerade ein »nächtiger! Manner von der Wage her an uns vorbei; der Jockei aus seinem Salden trug des Obersten wohlbekannte Farben, die schwarze Mütze imd rote Jacke.
..Das ist nicht mein Pferd," rief der Besitzer des Silberstrahl. »Das Tier hat ja kein weißes Haar am Leibe. Was haben Sie M angerichtet, Herr Holmes!"
„Soffen Sie uns doch erst sehen, was es zu leisten vermag," sagte mein Freund mit unerschütterlicher Ruhe. Einige Minuten lang ließ er meinen Feldstecher nicht vom Auge. „Vortrefflich! in ausgezeichneter Start!" rief er plötzlich, „Da jetzt
Nacht im Stall von Dartmoor zugeiragen hakte und auf welch« Werse es ihm gelungen war, das Geheimnis zu enträtseln.
„ .^.'Jchgestehe," sagte er, „daß alle Schlüsse, die ich aus de» Zeitungsberichten gefolgert hatte, gänzlich auf Irrtum beruhten, und doch enthielten sie Andeutungen der Wahrheit, die nur durch verschredene Einzelheiten verdunkelt wurde, welche mich von der Fährte ablenkten. Als ich nach Devonshire fuhr, war ich überzeugt, baß Frtzroy Simpson das Verbrechen begangen hätte, obwohl ich natürlrch einsah, daß noch nicht genügende Beweismittel gegen rhn hergebracht warm."
. ..Zm Wagen, auf unserer Fahrt nach Strakers Hause, kam nur zum erstenmal der Gedanke, welche wichtige Rolle das Hammel- rag out der der Sache gespielt hatte. Sie erinnern sich vielleicht, daß ,ch in meiner Zerstreutheit noch sitzen blieb, während alle schon ausgestregm waren. Ich verwunderte mich gerade innerlich darüber, wie ich imstande sein konnte, eine so deutliche Spur zu übersehen."
„Wozu sie nützm sollte, begreife ich auch jetzt noch nicht." warf der Oberst ein.
»Es war das erste Glied in der Kette meiner Beweisführung, — Beim Opiumpulver ist Geruch und Geschmack nicht gerad» unangenehm, aber doch entschiedm bemerkbar. In den meisten Speisen würde man es gleich herausschmecken. Ein Hammelragout aber ist gerade ein Gericht, in dem ein solcher Beigeschmack schwer zu erkennen wäre. Wie sollte nun wohl Fitzroy Simpson, ein ganz fremder Mann, es veranlaßt haben, daß an jenem Abend in Strakers Hanse Hammelragout gegessen wurde? — Oder läßt sich annehmen, daß er gerade mit dem Pulver in der Tasche einhergegangen kam, als dort zufällig ein Gericht gekocht worden war, in dem man das Opium nicht schmecken konnte? — An ein so unerhörtes Zusammentreffen vermochte ich nicht zu glauben und schloß daher bei der Erwägung des Falles Simpsons Person völlig aus, wahrend ich meine ganze Aufmerksamkeit auf Straker und seine Frau richtete; denn diese beiden konnten allein das Hammelragout zum Abendessen bestellt haben. Das Opiumpulver war erst in die Portion des Stallknechts hineingeschüttet worden, nachdem sein Teller aufgeschüpft war, denn die anderen hatten ohne 'schädliche Folgen von Sem Gericht gegessen. Wer hatte wohl Gelegenheit gehabt, das zu tun, ohne daß die Dienstmagd es gewahr wurde?"
„Noch bevor ich hierüber ins reine kam, war mir klar geworden, weshalb der Hund nicht angeschlagen hatte; denn eine richtige Schlußfolgerung leitet immer stets auf neue Spuren. Daß ein Hund im Stall gehalten wurde, bewies der Vorfall mit Simpson, und doch hatte er nicht laut genug gebellt, um bi« beiden Knechte auf dem Heuboden zu wecken, als jemand in den Stall kam und ein Pferd hinaussührte. Offenbar mußte der nächtliche Besucher dem Hunde wohl bekannt gewesen sein."
„Ich war jetzt so gut wie überzeugt, daß John Straker bei nachtschlafender Zeit in den Stall gegangen war, um den Silberstrahl herauszuholen. Aber zu welchem Zweck? — Gewiß mit unredlicher Absicht, sonst hätte er nicht seinen eigenen Stallknecht zu betäuben brauchen. Aber unerklärlich blieb es mir fürs erste doch, bis mir einfiel, daß Pserdezüchter sich den Gewinn großer Summen sichern können, wenn sie einen Agenten beauftragen, gegen ihre eigenen Renner zu wetten, und es dann den Pferden durch irgend eine Hinterlist unmöglich machen, den Sieg zu erringen. Es waren Fälle vorgekommen, daß man den Jockei bestochen hatte, doch gab es auch noch ein versteckteres und unfehlbareres Mittel. Was aber war hier geschehen? — Ich hoffte, der Inhalt von Strakers Taschen würde mir Aufklärung darüber geben, und ich täuschte mich nicht."
„Sie erinnern sich gewiß noch des seltsamen Messers, das man in des Toten Hand gefunden hat; kein Mensch, der bei Sinnen! ist, hätte es als Waffe gewählt. Messer von solcher Form werden, wie uns Doktor Watson mitgeteilt hat, bei sehr schwierigen chirurgischen Operationen verwendet. Und zu einer derartigen Operation sollte es auch in jener Nacht dienen. Bei Ihrer großen! Erfahrung in allem, was mit der Rennbahn zusammenhängt, werden Sie, Herr Oberst, ohne Zweifel wissen, daß man am Schenkel des Pferdes, unter der Haut, einen kleinen Einschnitt in die Sehnen machen kann, so daß äußerlich keine Spur zurückbleibt. Infolgedessen fängt das Pferd an, ein wenig lamn zu gehen, was gewöhnlich aus Ueberanstrengung geschoben wird oder auf einen leichten Anfall von Rheumatismus; ein Bubenstück vermutet niemand dahinter." . , , , „
„Der Elende! Der Schurke!" schrie der Oberst.
„Das liefert uns zugleich die Erklärung, weshalb Jom« Straker das Pferd aus das Moor himmsgeUhrt hat. Tini fa feuriges Pferd würde sicherlich jeden aus dem festesten Schlaf geweckt haben, fobald es den Messerstich fühlte, SXe Sache mutzt«! durchaus im Freien vorgenommen werden."
„Ich war wie mit Blindheit geschlagen," riek der Oberstr „natürlich brauchte er ein Licht bazn und strich das Zünw-» icrficbcri ün."
„Ohne Frage. Bei der Untersuchung seiner Besitztümer war es mir übrigens gelungen, nicht mir die Art zu entdecken, wie er das Verbrechen begehen wollte, sondern auch seine Beweggründe. Sie leben ix der Welt, Derr Oberst, und werden wissen, daß man nicht die Rechnungen anderer L«tte in der Tasche hMMWtragetz pflegt, Jeder hat gewöhnlich genug MMt W
Bon unserem Wagen aus konnten wir die gerade Bahn ihrer ganzen Länge nach prächtig übersehen. Die sechs Pferde waren ganz nah beisammen, man hätte sie alle mit einem einzigen Teppich bedecken können. Halbwegs kam jedoch der gelbe Jockei aus Capls- ton an die Spitze. Aber noch ehe die Renner in unserer Nähe waren, hatte des Obersten Pserd den Desborough überholt; es schoß wie ein Pfeil dahin und erreichte den Pfosten reichlich sechs Pferdelängen vor seinem Nebenbuhler. Der „Iris" des Herzogs von Baluwral folgte als drittes in geringer Entfernung.
„Jedenfalls habe ich das Rennen gewonnen," stieß der Oberst keuchend heraus und fuhr sich mit der Hand über die Stirn. „Mer fein Mensch kann klug daraits werden. Mir scheint doch, Herr Holmes, Sie haben Ihr Geheimnis nun lange genug für sich behalten."
„Jawohl, Herr Oberst. Sie sollen alles wissen. Kommen Sie, wir wollen uns das Pferd zusammen betrachten. Da ist es/' fuhr er fort, als wir die Umzäunung bei der Wage betraten, tu der nur die Besitzer der Rennpferde und ihre -K'ennde Einlaß erhalten. „Sie brauchen ihm nur das Gesicht und das Vorderbem mit Spiritus zu waschen, dann haben Sie Ihren alten Silberstrahl unverändert toteber."
„Sft das möglich?!" 1
,Lch fand ihn in den Händen eines Betrügers Und nahm mir die Freiheit, ihn das Rettnen so mitmachen zu lassen, wie er hierher geschickt worden war."
„Mein bester Herr, Sie haben Wunder getan. Das Pferd ist in vortrefflichem Zustand. So gut ist es noch nie gelaufen. Ich muß mich tausendmal bei Ihnen entschuldigen wegen meiner Zweifel an Ihrer Geschicklichkeit. Sie haben mir durch die Auffindung des Pferdes einen großen Dienst erwiesen. Noch lieber wäre es mir freilich, wenn Sie auch den Mörder des John Straker entdecken könnten."
„3ft schon besorgt," sagte Holmes mit größter Ruhe.
Wir starrten ihn beide mit offenem Munde an, der Oberst find ich. „Sie haben ihn festgenommen! Wo ist er denn?" 1
„Er ist hier."
' >,Hier! Wo?" '
„In meiner nächsten Nähe in diesem Augenblick." Der Oberst wurde rot vor Zorn. „Ich erkenne vollkommen ttn, daß ich Ihnen zu Dank verpflichtet bin, Herr Holmes," sagte er, „aber, was Sie soeben sagen, kann ich nur als einen sehr schlechten Spaß oder eine Beleidigung ansehen."
Sherlock Holmes lachte. „Ich glaube durchaus nicht, daß Sie auf irgend eine Weife an dem Verbrechen beteiligt sind, Herr Oberst," sagt« ter; „der wahre Mörder steht unmittelbar hinter Ihnen."
!®r schritt an ihm vvrb'ei und legte feine Hand Mf bfett) glänzend en Hals des Vollblutpferdes.
„Silberstrahl!" rief der Oberst und ich wie aus Einem Munde.
„Sa, das Pferd. Seine Schuld wird dadurch gemildert, daß M aus Notwehr gehaitdelt hat, und daß John Sträker ein Ihres Vertrauens durchaus unwürdiger Mensch war. — Aber da tönt eben die Glocke; ich erwarte einen kleinen Gewinn beim nächsten Stauten und will daher meinen MsKhrlichen Bericht auf eine geeignetere Zeit verschieben."
Ms wir am Abend nach London zitrücksuhren, hatten wir ®ine Ecke des Pullmannwagens ganz für uns. Vermutlich wird di« Reise dem Obersten ebenso kurz vorgekommen sein wie mir, tram mfterwegZ erzählt« Ms mein Freund, was sich in jene«


