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wagte
Der Rbendmahlsüsch.
Tie allgLMeiiw VvrWtzms geht dahin, daß Christus und seine Jünger das feierlich« Abendmahl an einer Langtafel eingenommen haben. Sie ist beeinflußt! Wiarden von den bezüglichen Darstefa
„O, ganz nach Wunsch!" versicherte er int Do ne vollster Aufrichtigkeit. „Wenn ich! auch! wahrscheinlich nie mehr auf die i^bee komuton werde, Ostereier zu verstecken, für diesmal bin ich doch mit dem Ergebnis außerordentlich zufrieden. Ich werde wir die Freiheit nehmen, liebes Fräulein Hertha, wich Ihnen gegenüber brieflich noch des Näheren über diesen Gegenstand zu äußern."
Er lächelte sie an, drückte ihr die Hand, daß ihr das Blut heiß ins Gesicht schoß, und lief davon, als hatte er den Teufel' ober die Fran Direktor Bauberger auf den Fersen.
Ter Brief aber, den zwei Stunden spater ein Dienstnmnnj Nebst einem herrlichen Blumenstrauß für Fräulein Hertha brachte, bedeutete für die Familie Bauberger die übelste aller Oster-Ueber- raschungen, denn er enthielt in aller Form' eine Bewerbung NM die Hand der armen SBer'rolanbtm, die sich! vor Bertvirrung imd Glück kau in zu fassen wußte. Kein Wunder, daß zu dieser Stunde daS schön bemalt« Porzellanei, von Frau Direktor Bau- BergerS kräftiger Hand geschlendert, kläglich in Scherben ging.
„Aber wollen Sie denn schon fort, Herr Doktor?' .....
sie erstaunt zu fragen. „Ist Ihnen die llebervaschnug! nicht nach Wunsch gelungen?"
„Wie kindisch!" sagte die Frau Direktor ru hochst ungnädigem Tone. „Ter junge Mensch hat mitunter wirklich recht alberne Ideen. Wenn Hertha in ihrer stillen Verliebtheit nicht selbch verständlich alles täte, was sie ihm nur an seinen blöden Augen! Mesen kann, so würde sie ihn als verständige Person davon «o geb rächt haben. Sieh nur, Hermann, wie die Zangen mit ihren SvnntagSHosen auf der Erde Herumrutschen, tvegen dieser lmnlpigen Ostereier! Mir mich scheint der galante Herr 'Schwieger-, svhn in spe ja nicht einmal das Geld z!u emeni Blumen sträng übrig gehabt zu haben. Nun, Annie, 'bist du so wNng neugrerm Niif dein Präsent, daß dirs nicht der Mühe Wert ist, danach 511 FElein Annie, die mit der verdrießlichsten Miene von der Welt in einen der gepfändeten Sessel gesunken War, machte ernte! mbwehvende Handbtewegung. . , _.. ,,
„Was frage ich nach seinen Präienten, Manta! Für mich gibt es keine Freuden Mehr auf dieser Welt."
„Fang nur mit Gottes willen nicht Widner an zu lamentieren! Daß auch mir dein Vetter Erich tot und für sich willkommener! «sMen märe, als dieser hölzerne Doktor, weißt du doch recht gut. Aber du weißt auch, daß rin vermÄgeuSkoser Schwiegersohn bei unseren derangierten BerMtuissen nicht in Betracht kommen kann. Tu müßt dich eben bei beiitetrt Papa dafür bedanken/
„Jia, ja, ich weiß alles, Mama," seufzte Fräulein mnttei «cht aus Herzensgründe. „Aber zu denken,daß ich nun heute wieder einen ganzen Tag laug die Liebenswürdige gegen ihn spielen muß, bloß um der köstlichen Aussicht willen, dermaleinst den schönen Namen Sterzinger zu führen —"
„Du wirst dich wohl dazu entschließen müssen, intern armes Kind. Tenn teilt wir ihn nicht bald festmachten, vergasst et sich nach Men Ernstes in Hertha, deren Schwärmerei für seine Fischigen ihm' trotz seines StumpffinnK auf die Tauer doch unmöglich entgehen kann."
Sie hatte 'während solcher, für den lauschenden Doktor höchst erbaulichen Rede an Stelle des apathischen Töchterchens zu suchen ön gefangen und war bald genug an das Arbeitskorbcheu geraten. „Ah, da hätten wir ja sein Geschenk!" rief sie. „Ein Porzellanei — und ein goldenes Armband. Ohne Steine! Und verdammt leicht. Wenns hoch kommt, feine neunzig Mark wert. Na, ein' Verschwender ist der Herr Dr. Sterzinger jedenfalls nicht."
Ta er die hübschte Jßeei von dem durch Annie gelüsteten Vorhang und von seiner daran anschließenden Präsentation als lebendige Ostergabe nunmehr wohl als endgültig verflüchtigt be- krachiten durste, kämpfte der unglückliche Doktor iMniter verzweifelter Mit dem Entschluß, freiwillm aus seinem' Versteck hervorzutreten, »vtenngleich er nicht ohne Schaudern au den Effekt seines Erscheinens denken konnte. Zu seiner grenzenlosen Erleichterung Mr faßten ihm alle dramatischen Szenen erspart bleiben. Nachdem nämlich Fräulein Annie das ihr von der Mutter gereichte Armband mit einem geringschätzigen Achselzucken wortlos beiseite «Worfelt, und nachdem bis beiden jugendlichen Bauberger ihrer Enttäuschmtg hinsichtlich der Anzahl und Größe der inzwischen anfgefundenen Ostereier in hinlänglichen drastischen Ausdrücken Luft gemacht hatten, begab sich die ganze Familie in das anstoßende WvhnziMmer, und Peter Sterzinger fand damit die heiß- ersehnte Möglichkeit, sich auf den Fußspitzen in den Korridor zu Mchten. Hier stieß er auf Fräulein Hertha, die er in hastigen Wüfterworteu beschwor, ihn« feinen lieber rod und seinen Hut W verschaffen, da sie diese verräterischen Zeugen seiner Anwesenheit natürlich irgendwo hatte verstecken müssen.
Hungen der Kunst, besondters Von Leonardo da Vincis grvßartigrr Schöpfung im Refektorium' des Klosters St. Maria delle Gräzite zu Mailand. Aber die Lckugtafel ist für manche Darstellungen ans ältester Zeit nicht gtewählt morden, trotzdem' gerade sie in bester Weiss ermöglichte, Jesu Gestalt als den Mittelpunkt der gauzten Handlung zu kennzeichnen, die Gestalten der Jünger! klar zu gruppieren und jede von ihnen M Jesu, der die Woasta spricht: „Einer unter such Wird mich verraten," in Beziehung! zu setzen. Statt der Langtase'l ist häufig.der in der römisches Kaiserzeik bÄfabt gewordene runde Tisch gewählt worden. Seine Platte ruht« auf einem Fuß oder auf drei Füßen, die als Kopf, Brust und Klane eines Times gestaltet und „Trapezovhor" beq nannt ittorten. Als Abendmahlstisch, besetzt mit den wesentlichstes Symbolen der Feier, Fischen, Kelch und Broten, komMt er in dest altchristlichen KatakombeuMalereieit vor. Ebenso weisen die hiest ini Kreiste sitzendön Jünger auf das Abendmahl hin.
Tie ältesten h i stä rische n Darstellungen des bedeutunM bollen Biorganges finden sich jedoch in den Mvfailcn von Sk, ApMimwe Mvvv zu Ravsnmr, der in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts als Basilika erbauten Hoffirche Theodorichs deK Großen, und unter den Miniaturen des fagenannten Kodex Rvsfa« nteirsis, eines griechischen Evangöl'inenkodex, der ebenfalls den« 6. Jahrhundert mtgehört und wahrscheinlich als Geschenk eines Kaisers oder Patriarchen der Kirche von Rossaus verehrt worbest ist. Der Tisch ist hier nicht lang' und rechteckig, auch nicht rimfa sondern halbmondförmig. Zwei Ruhebetten nach antiker Art sfahen zu feinen Sei den. Auf ihnen lagern int Halbkreise biß Teilnehmer des Abendmahls, und Mar Christus den linkest Ellenbogen auf die Platte des Tisches stützend. Dagegen sind sonst in den MiniatureU dis Rund- ober Langtische üblich. Test Rundtisch läßt sich zwar noch auf lange hinaus verfolgen, fa tu der lpahrfchein'lich zu Fulda gefertigten Wiener Haudschrcsß des Ottfried von Weißenburg ans der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts und im Kodex Egborti aus dem 10. Jahrhundert, ja, sogar noch iM Abendmahl des Meisters I. A. von Zwolle aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Aber der Langtisq behält doch, wie in den profanen, so puch in beit religiösen Dast- stellnngeku und befondsrA in denen des Abendmahles den Vorrang.
Und nun die Schöpfung des größten Moventiners' . . . , Nicht in das bescheidene Zim'mer eines Morgenläudischen Gastß oder Privathauses hat Leonardo die Feier verlegt, sondern in' einen stattlichen Saal, der mit seiner Kassettendecks, seinen groffarä Wcmdfaldern und seiner bedeutenden Fcnsteravchitektur^an beit bevorzugten Raum eines Palastes erinnert. Wie der Saal, fa ist auch der AbeNdntahlstisch deut Quattrocento entiioiNmsn. Hvlz-t schnitte und Bilder aus jener Zeit beweisen, daß es in den itM kienrschün Familien Brauch war, bei größeren Gastereien stach der einfachen Tischte starke, über Böcke gelegte Bretter mit darüber gedecktem Tafeltuch.' zu benutzen. Lsonardo hat dest Nlton Brauch bsibehalten. Unterhalb der langen Kante des weißelt Tafe'ltuches, das an jeder Schmalseite mit breiter, streng ge-, niufterter Bordüre abgesWossen und an jedem Zipfel zum Knotest geschürzt ist, kommen als Träger der Tischbretter vier Böckk Mit schräg gestellten, vorn durch hübsch geschnitztes Riegelweist verbundenen Beinen zum Borschtein. Zur architektonifch-g'lteich- Mäßigen Gruppierung der Gestalten, wie überhaupt zur seier-c sichen Monnmcntalwirkung der ganzen Komposition hat diest Laugtaftel sehr wesentlich beigetragen. Und so ist sie für später« TarstMnngen des Abendmahles bis. zu der des D'üsseldvrfem Eduard von Gebhardt Mehr oder minder Maßgebend geblieben.
Köttigspromenade.
Alan dari die einzelnen Wörter und Silben nur in Der Weise miteinander verbinden, daß man—wie der König auf dein Schachbrett — stets von einem Feld aus auf ein benachbartes übergeht.
Auflösung in nächster Nummer.
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Auflösung des Rätsels in voriger Nummer:' Sonn e.
Redaktion: K. Neuratb. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Eteindruckerei, R. Lange, Gießen.


