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Donnerstag den 16. Juni
1910 — Nr. 92
Not verkaufen? Würdest du je Deutschau verkaufen, Hanns-
nicht ab!" , , , • , r.
„Ich mag ihn nicht," sagte die junge H-rau pefag, ,,ui) mag ihn ganz und gar nicht. Wie kann er ohne zwingende
ihren Mann. ,
Aber die Lider halb über die Augen srnken laßend, ignorierte der Freiherr den Inspektor »oltstaudrg. Nur eine feine Röte überzog fluchtig sem blaß-braunliches G sicht. „Sieh mal, Chwaliborczyer Merzen! Er z.rgte mit der Peitsche. „ . .
„Aber er ist lauge nicht so schwer wie der unsre, fneg sie hastig heraus; es drängte sie förmlich, ihm rasch etwa.- ^'^^Du'irihü dich^Kind, er ist ebenso Ivie der unsre. Er könnte sogar besser sein, denn Deutschau hat langst nicht den famosen Weizenboden wie Chwatloorczye.. v Garczynöki will eben nichts mehr hinein^ecken. vto) denke, ’IÄ« **»»« * «> d-m,? » die Kommission?" Helene blickte ganz entsetzt.- ^Sem schone» Gut! Ueber vierhundert Fahre xn der üchnuie lmingsteiw sagt er so! Muß er verkaufen? Schrecklich. Sag, Hann^ Martin aeht's ihm denn so schlecht?"
„Ach, bewahre!" Doleschal lachte. vergehst du nicht, Kind! Warum soll es ihm denn schlecht geycn das nicht! Aber vielleicht auch, daß er dabei an bxe U- ziehung seilles Sohnes beiut — er hat nur du z g Jungen —, und seine Frau kann stcy absolut nicht schließen, sich von dem zu trennen, tote er erzählt. Uno au die Dauer geht das doch nicht: nur der Unterricht beim Vikar. Ich bitte dich, so ein katholischer Geistlicher nux Seminarbildultg , was kann der Junge da lernen. Uber vor allem, wenn es einem so bequem geboten w-no wie iefet! Er kann sich glänzend rangieren. Er geniert sich nur ndch ein bißchen. Die Großpolen lind die Bolkscharter tverden es ihm ordentlich anstreichen, wenn er an die ckngedluug verlauft. Das halftert ihm auch sein Kuryer Poznansli
Das schlafende Heer.
Roman von Clara V i e b i g.
(Fortsehung.) (Nachdruck verboten.)
Alle Schnitter kannten das Gefährt von Nieinczyce, aber nicht alle grüßten. Wenige mir; viele grinsten tpjnijg. aha, der Niemczycer! Daß ihn der Donner erschlage^ D e Arbeiter sollten nicht Schnaps bekommen? Haha, mochte er danii sehen, wo er noch Arbeiter herkrlegte.
Der Chwaliborczhcer Inspektor, Herr Izulc, der aus tänzelndem Braunen in der Nähe seiner Schnitter hiüt, und, mit der verknoteten, vielschwänzlgen LederpeiFch hier- ulld dorthin weisend, Befehle schrne, tippte mit dies nachlässig an seinen §ut. .
DaS sollte ein Gruß sein?! Unverschämt^dieserSchulz Helene warf einen schnellen, ängstlichen Seitenblick auf
d^^Dü sei Gott vor — nie!" Sein Gesicht wurde sehr ernst" gm würde Mich ja versündigen am Andenken meiner Vor ahreli Der Großvater und dann mein Va er ha.^n Deutschau gehalten, mit vielen Opfern. Nun halte ich -.
Sie lachte fröhlich. „Grade so denk' ich- Und die gunaens sollen auch so denken. Weißt du, und dann werden wir int Erbbegräbnis, das der alte Großvater so schön int Park angelegt hat alle nlitelnander Wasen. W muß einem doch im Grave noch ctit angenehmes Gefühl sein, du liegst im eigenen Grund und Boden.'
Er nickte. „Natürlich! Aber sprich nicht ,o etwas, Selene, wir sind noch zu jung dazu. .""b. Mr haben ja nock so viel vor uns! So vieles zu schaffen, zu Heisern. Wenn die Zeit nur reicht. llebrigens, wenn Garezynski verkauft soll niir's recht sein. Dann bekommen wir noch mehr Ansiedler her - hoffentlich Deutsche und recht viele' Kleine Leute, die macheu da» Volk au». Siehst du, et hob die Peitsche und wies gerade aus, wc' einzellig kleine Häuschen, tote ängstlich auf ^rtomkuFlachesich zusammenduckteii — „da haben ton Ansiedlung - ß
und da ist der Kirchturm von Pociecha-Äorf! Sie hüben ihn gerade im Rücken. Wie guckt er schwarz.
Laß ihn! Siehst du," - er hielt sein Pserd au — .da, "selbst der GrenOein ist jetzt sä^ar^wery. Holla, wer trampelt denn daraus herum? Ist, das Nicht der oihwaliborc-yeer Schäfer?"
-utf dem Grenzstein, der auf schtoarzgeteertem Grund in weithin leuchtenden leisten Buchstabeü,,Ansiedlung Augenweide" ivies, stand Dudek, der Schäfer.
"süw'r stützte er sich, um' oben auf dem schmälert, fi-barfaekanteten Stein die Balance zu halten, auf seinen canac-n Kienswch der mit der eifengekrümmten Spitze wobl gewichtig genug war, einen Wolf nrederMschlagm. D<"' blaue Strumpf, au dein er sonst rinerinndlich strickte, lag achtlos am Boden. Die vielen hundert Schafe, des Sckstfers Obiut anvertraut, hatten sich von Ghtvaliborczycer Rooqenstoppel längst hinüberverloren auf Nachbarland. Auch der Hüiejunge war davongeschlichen und träumte im Grenz-
auf die kleinen Häuschen, ängstlich rn der großen Wi tir z DM^ÄckÄuM^Ädr noch jung gewesen, da war W
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