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der Boden für die großen Persönlichkeiten ist immer rrgend- wie vorbereitet. Jesus, Luther, Bismarck, sie kamen alle, ,/rls die Zeit erfüllet war", sie liegen sozusagen m der Luft, aber daß sie dann kommen, so wie sie kommen, mrt solchem Geist, mit solcher Kraft, mit solcher Gemali-tat, woher dieses? Hier stehen wir vor einem Gehermms und ahnen ehrfurchtsvoll das schöpferische Walten des Gottes, in dem wir leben, weben und sind.

frf'.n- irSp P-'-'ttnlichkeit ein Geheimnis, so bedeuten die großen Persönlichkeiten eine Steigerung dieses Geheim- li., , .ul LcueiuuMei, das Liter materialistischen Er­klärungsversuche spottet. Ein jeder Mensch tritt als eme noch nie dagewesene Individualität m die Welt der Er- scheirlungen, er ist ein Produkt seines Milieus und doch zu­gleich ein fleischgetvordener Schöpfergedanke Gottes, er empsängt von seiner Natur- und Menschenumgebung, ctper er einpsängt nicht nur, sondern er gibt auch, er wird nicht nur gelebt, sondern lebt auch, lebt sich seiner Uinwelt ein und sucht den Menschen wie den stofflichen Dingen seinen Geist, sein Wesen und seinen Willen aufzuprägen. Die großen einzelnen aber, in denen das Ewig-Göttliche im besonderen Glanze aufleuchtet, sind vollends doch etwas mehr als nur ein geistiges und seelisches, sozial-kulturelles Sammelsurium und Bilderalbum ihrer Zeit und ergeben sich durchaus nicht als eine Selbstverständlichkeit aus dem Modejournal ihrer Umgebung, sondern wirken mit der schöpferischen Kraft ihrer Persönlichkeit ein Neues hinein in die Welt. Der Genius ist ein Gottessohn, vom Vater «in Ewigkeit geboren, und doch auch ein Erdensohn, vom Weibe geboren, in der Hülle, im Fleisch und Blut seiner Zeit. Er drückt seiner Umgebung das Siegel seines Geistes auf, gestaltet seine Untwelt, haucht ihr sein Leben ein und wird so zur Seele neuer Bewegung und Daseinsgestaltuug. . .

Der Genius beleuchtet recht grell die dem Wesen des Geistes nicht gerecht werdende Einseitigkeit des Satzes: der Mensch sei das Produkt seines Milieus, und kehrt die andere von der Stoffanbetung vergessene Wahrheit an das Licht: Das Milieu ist ein Produkt des Menschen.

Gäbe es wohl ein Kreuz, gäbe es ein Martyriunr, wenn es nur Kinder der Umwelt gäbe? Die Umwelt läßt die ihr konformen Geister doch gewiß in Frieden, aber wenn Geister kommen, die sie wecken, umgestalten wollen, die aus innere und äußere Lebensveränderung drängen, da steht sie auf zum Kampf, bereitet Hemmnisse und Schwierigkeiten, errichtet Kreuze und Scheiterhaufen.

Erst die materialistische-sozialistische und die indi­vidualistische Betrachtung zusammen ergeben die Wahrheit. Darum ist es auch bei der Geschichtsbetrachtung Pflicht, der Persönlichkeit, den großen Männern zu geben, was ihnen gebührt. Das Christentum ohne Christus, die Re­formation ohne Luther, die Gründung des Deutschen Reiches ohne Bismarck erklären zu wollen, wäre eine brutale Ge­schichtsmißhandlung. Jeder vorurteilslose Blick in die Ge­schichte belehrt uns, wie die Masse von den großen einzelnen vorwärts geschoben wird.

Sanger-Anekdoten.

Eine Fülle charakteristischer und amüsanter Anekdoten ans der Laufbahn berühmter Sänger und Primadonnen hat der Amerikaner- Henry T. Finck in seinem neuen BucheMusikalisä-e Erfolge! und wie sie errungen wurden" zusammengestellt. Er erzählt von der Jugendzeit Jeand«Reszekes,als Jean noch mit seinem Bruder Eduard zusammen arbeitete; er hielt viel von dem Urteil Bnes Bruders und wenn Eduard ihm am Abend nach der Vor- llnng sagte:Jean, du hast heute wie ein Schwein gesungen," nn war Jean ehrlich betrübt, aber er versäumte es doch nicht, bei passender Gelegenheit Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Eduard de Reszke hatte nicht die gleiche Arbeitsenergie wie Jean; dem mangelnden Trieb mußte dann der Kammerdiener nachhelfen, der angewiesen war, Eduard die Zigarette wegzunehmen und ihn von Stunde zu Stunde aufzufordern, sich ans Klavier zu setzen. Ws Jean de Reszke später seine Hochschule für Sänger in Paris eröffnete, sah er ost einen Kreis berühmter Sänger um sich vev- sammelt, die von weit her gereist kamen, um sich 'bei ihm in ihrer Kunst zu vervollkommnen. So zählten auch Knote und S l e z a k zu seinen Schülern. Knote erlaubte sich mit dem berühmten Kol­kegen einen originellen Scherz: Als er zu ihm kam, stellte er sich als Handelsmann vor und ließ sich von Jean de Reszkeent­decken". Jean war über seineEntdeckung" aufs höchste begeistert Und versicherte bent vermeintlichen Handelsmanne immer wieder: Sie können auf der Bühne noch einmal berühmt werden und ein

BermvtM verdienen." Weiniger zuversichtlich äußerte sich C a- r u so s erster Lehrer.Du wirst noch einmal 200 Lire.im Monat verdienen, wenn du ein bischen größer geworden bist." , Ter Schüler Wurde ein wenig größer und verdient heute eine Millian Lire im Jahr. Oft erzählt Caruso die Geschichte von seinem erste» Zusanrmentveffen mit Verdi. Als der Altmeister der italienische» Musik in Mailand im Theater zum erstenmal Caruso hörte, rief er aus:Caruso? Dian sagte mir, er halte eine schöne Stimme, aber mir scheint, sein Kjopf sitzt nicht anr richtigen Weck." Diel großen Erfolge, die die M a l i b r a n auf ihrer Bühnenlaufbahn; errang, verdankt sie nicht zum wenigsten ihrem Vater, der sie sehr streng zur Arbeit anhielt und vor dem sie eine 'grenzenlose Angst hatte.Vaters Augen waren so allmächtig, daß ich unter ihnen gewiß von der 5. Etage auf die Straße gesprungen wäre, »ohne mich zu verletzen." In Newyork sollte sie zusammen mit Garcia im Othello auftreten. Die Malibran wär damals 17 Jahre alt und hatte nur kurze Zeit, uM sich auf die Tesdemiona vorzubereiteu. Sie wollte die Partie ablehnen, aber ihr Vater zwang sie zur Annahme und erklärte ihr, weint sie nicht ihr Bestes geben würde, dann werde er sie mit seinem Dolch erstechen. Marias Angst war so groß, daß sie in ihrer letzten Szene in Erinnerung an diese Drohung plötzlich angstvoll aufschrie:Vater, Vater, um Gottes Willen, erdolche mich nicht." Das Publikum hielt die Worte für zur Rolle gehörig, und der Abend wurde ein Triumph für die jimga Sängerin. Welchen svunderlichen Abenteuerit berühmte Prima­donnen ausgesetzt sind, das zeigen zwei Vorfälle aus bent Leben von Christine Nilssvn. In Newport verfolgte sie einmal ein Wahnsinniger eine Woche lang; er hatte sie als Margarets gehört und glaubte, daß sie mit den an Faust -gerichteten Liebes­worten mtr ihn gemeint haben könne. Stundsirkang stand er vor dem Haufe und wartete, und wenn sie in ihren Wagen stieg, etltS er ihr nach und rief:Küsse mich, Margarete, küsse mich." . Eines Tages kam der Irrsinnige in den Salon der Künstlerin, in dem eine Gesellschaft versammelt war, stürzte auf die Nilsfon zu, um­armte sie und rief immer wieder:Küsse Mich, Margarete." Tw Anwesenden warön so verblüfft, daß ferner daran dachte, bett Fremden zu packen. Tie Künstlerin mußte sich allein losringen! und nach einem Polizisten rufen. Als sie dann hörte, daß der Eindringling irrsinnig war, bat sie für ihn um Straflosigkeit und stellte nur die Bedingung, daß der verrückte Liebhaber bis zu threr Abreise aus Nuvhork in Gewahrsam gehalten^werde. In Chicago belästigte sie ein zweiter Irrsinniger, ein Student, der sich in sie verliebt hatte und sich in den Kopf gesetzt chatte, sie zu heiraten. Eines Tages erschien er mit einem vierspännigen sckLttten vor bent Hotel und erklärte, er sei gekommen, um seine Braut znt Trauung abzuhölen. Der Hoteldirektor konnte den Geistesgestörten nur durch die Vorspiegelung loswerden, die Nilssvn sei bereits in die Kirche gefahren und erwarte ihn dort. Welche schrankenq lose Begeisterung das musikalische England Jenny Lind ent» gegenbrachte, das zeigte sich bei ihrer Mreise nach Amerika. Tas Volk war so enthusiastisch, daß man in Liverpool Unruhen be­fürchtete, und die Polizei fejfernb darauf, daß Jenny Lmd tust- gehüm und durch eine Seitenstraße an Bord gebracht werde Während Tausende am Kai harrten, wurde dieser eschmuagck glücklich durchgeführt. Als das Schiff dann abfuhr, entstand im Hasen überall Bewegung:Wie durch ein Zauberwort rechten sich älle Fahrzeuge auf dem Flusse zur Parade auf, 'und während am Ufer eine unabsehbare Menschenmenge dahinzog uno Ab- schiedsgrnße rief, donnerte in der Ferne Kammeusalut.Auf bent Dampfer aber sah man die kleine Frau." so berichtet 'ein Augen» zeitge,bett Arm auf den Kapitän West gestützt, tvährend sw enthusiastisch mit ihrem Taschentuch winkte."

humoristisches.

* Gut gegeben. Herr:Fräulein, darf ich Ihnen viel­leicht meinen Schirm anbieten?" Dame:Na, was wollen Sie denn für das alte Ting haben?" ,n

* In der Pause.Ter Text der neuen Operette tst hübsch aber die Musik kamt mir gestohlen werde»,"Ist sie auch." --------------

Bilderrätsel.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Löwe, Möwe.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Vietze»