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Wen!» eZ Mo eure alte PorträtiftenerWrung ist, daß Manner ES, Frauen links hübscher sind und infolgedessen bet der Wahl einer Ansicht für männliche Modell« die Drehung des' Köpkes Nach links, ’ d. h die Betonung der rechten Gesichtshälfte, für Frauen die Drehung nach rechts und bannt die Präsentierung des Kitten .Halbgesichtes bevorzugt wird, so erklärt sich diese Praxis ans der - - selbstverständlich gewordenen — Gleichsetzung spezifisch lmämklicher Schönheit mit geistigem DnrchgearMtetsein des Gesichts imtb der 'Gleichsetzung charakteristisch weiblicher Schönheit nut dem Ausdruck des Gefühlsmäßig-Weichen uni) Unverarbeiteten, akzentuiert durch Profilierung des KopfeS oder dura, die Licht- nnd Schattenderteilnng der Maler in Männerporträts die salteu- reichere Zntelliqenzseite, tn Frauenportrats di« glattere Gesühls- seite des Gesichtes. Es lohnt sich, der Frage nachzugehen, ob die Scharssichtigkeit und der physwgnomische Instinkt guter Porträtisten oder Photographen nicht etwa bei der Darstellung geistig arbeitender Frauen, %. B'. in Schriststellerinuienporträts, die Drehung des Kopfes nach links der Wendung nach rechts vorzieht?
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--- Ans de in Bekenntnisbuche t>Ür Könige'. Von einem eigenartigen Album, in dem fast alle gekrönten Häupter Europas auf gestellte Fragen gewissenhafte Antworten schriftlich Niedergelegt haben, weiß ein« englische Zeitschrift allerlei Einzelheiten zn erzählen. Dies Bekenntnisbuch der Könige ist Eigentum der Königin von Griechenland und nie versäumt es die Besitzerin, bei dem Besuche fremder Herrscher das Buch mit der Bitte um Beantwortung irgend einer Frage zu übergeben. Dem König von Griechenland, ihrem Gemahl, legte die Königin in ihrem Mbnm die Frage vor: „Was ist Ihre Idee vom Glück?" Der König mag wohl eine Weile in der Stille nachgegrübelt haben, ehe er schließlich! kurz Und witzig schrieb: „Stets eine Doppel- froite zu haben ohne eine Krone." Weniger doppelsinnig äußert sich der Wnig von Schweden ans die Frage, welche Vorstellung er von Unglück habe. „Ein Unglück," so meint der schwedische Monarch, „das sind zu enge Stiefel, ein Korn darin und darüber ein schwerer Fuß." König Eduard wurde die Frage vorgelegt, welche Art von Menschen er für die unangenehmste Halle. Der gekrönte Führer der Mode und des guten Dones zögerte nickst, seine Anti- Pathicn zn entschleiern und er schrieb mit fester Handschrift in das Albuin: „Das unangenehmste Wesen der Welt, das ist meiner Meinung nach der Mensch, der durchaus mit dem Regenschirm auf Einen Hinweisen muß, und dabei schreit: Da ist er!"
* Wie Vermögen in Minuten gewonnen und verloren werden. 20 Milliarden Mark, das ist die märchenhaste Summe, die in Amerika alljährlich durch Spekulation und Wetten verspielt oder gewonnen wird, genug Geld, so stihrt eine englische Wochenschrift auS, um alle Kriegsschiffe der Welt zn bezahlen. Allem bei einem Rennen wurden kürzlich von New-Borker Buchmachern nicht weniger als 6 Millionen Mk. umgeseht. Zu ihnen treten noch die Riesensummen, die in den übrigen Großstädten Amerikas verwettet werden, so daß nach einer genauen Schätzung in ganz Amerika im Laufe eines Jahres nicht weniger als 8 'Ö Millionen Mark allein für Pferderennen verwettet werden. Aber wie gewaltig diese Zahl auch erscheint, sie schrumpst fast zur Bedeutmtgs löst gkeit zusammen neben den Rieseitsummen, dte an den Börsen verspekuliert werden. Eine häufige Erscheinug ist es, daß der Millionär, der als reicher Dollarmagnat die Börse betritt, sie kaum eine halbe Stunde später als Bettler verläßt, indes ein anderer in der gleichen Zeit den Sprung vom armen Manne zum reichen Kapitalisten macht. Ganz Amerika wird verzehrt von dem Ehrgeiz, schnell, fast noch schneller als möglich, reich zu werden. Der Lausbursche eines Geschäftes spekuliert mit seinem Monatsgehalt, die Verkäuferin spielt mit ihren kleinen Ersparnissen in Eisenbahn-Aktien. Bor kurzem wurde in New-Por! bekawit, daß ein Ausläufer in einer glücklichen Woche nicht weniger als 40000 Mk verdient hatte; in der gleichen Zeit gewann ein Kommis die fünffache Summe in einer Spekulation mit Union-Paeisic-Aktien, und das Schreibma- schinenstäulein emeS bekannten New-Borker Börsenmaklers, das die Ratschläge seines Cheis sich zu nutze gemacht hatte, konnte nach Verlauf von wenigen Tagen mit einem Vermögen von 250000 Mk. der Schreibmaschine den Rücken teuren. Aber dies sind Glücks- fällc; wie hier das Schicksal günstig lächelte, so zeigt es anderen eine bittere Miene, und der Spiellrieb verschlingt in wenigen Stunden die Ersparnisse eines langen Arbeitslebens. Doch diese Zahlen bedeuten nichts gegenüber den uiigeheueren Gewinnsten und Verlusten, mit denen die Millionäre ihr Schicksal erproben. Erst vor kurzem gewann Joseph Hoadley nicht tveniger als 4 Millionen in fünf Minuten an der Ncw-S)o>kcr Baumwollbörse und als er sich dann nach der Börse zum MittagSllsch setzte, konnte er zufrieden vor sich hin lächeln, denn er war um 10 Millionen reicher als ivenige Stunden vorher, da er am Frühstückstisch sein Ei mckklopste. Der kürzlich verstorbene Eisenbahnköuig Harriman verdiente einmal 8 Millionen in acht Minuten; am selben Tage wurde einer seiner Portiers ein ver> mögender Mann: er gewann 200000 Mk. Theodore Pride gewann vor einigen Jahren in Baumwollspekulationen innerhalb fünf Minuten 2 Millionen. Als er eine Halde Stunde später die Börse verließ, hatte er diesen hübschen Verdienst sogar noch verdoppeln können.
Aber ebenso großartig wie die Gewitmsie sind auch die Verlusts Joseph Letter verlor bei einem Preissturz in Weizen in einer Stunde nicht weniger als 6‘/2 Million Mk. und Fakes Altor mit zwei Ge- schä'tsireunden zwischen Frühstück und Lunch 12 Million Mk. Eine Kursschwankung in Union-Pacific-Aktien kostete mehreren Millionären, zu denen I I. Astor und Mr. Goelet zählten, das Riesen- vermögeu von 36 Millionen Alk.
* Abdampf-Verwertung. Die Ausnutzung des Dampfes, der bei großen Maschinenanlagen aus den Zylindern abströmt, nachdem er seine Energie abgegeben hat, macht biet Schwierigkeiten. Man hat ihn z. B. für umfangreiche Heizanlage^ benutzt, aber nicht immer ist dazu Gelegenheit. Man kann di« ihnt noch innewohnende Wanne und Spannkraft durch Kondew- satoren vernichten und dadurch die Leistung der Dampfmaschine steigern, aber dazu gehören große Wassermassen oder Kühl- und Pumpwerke. Besonders brennend ist dies« Frage in den Vereinigten Staaten, wo man bekanntlich mehr Wert auf Billigkeit und ein« fache Bauart der Maschinen, als auf größten Wirkungsgrad legt, und wo deshalb aus den Kolbendampfmaschiiren gewaltige Wärmemengen ungenutzt entweichen. Für diesen Zweck hat sich ditz Dampfturbine als ein Retter in der Rot erwiesen. Sie vermag auch Dampf von ganz geringer Spannung, wenn er nur in großer Menge zu strömt, noch trefflich auszunutzen und zwar so vollkommen, daß die nachträgliche Kondensation sehr leicht ist. Schon! zn öfteren Malen sind ältere Hochdruckdampfmaschinen durch nactz- trägliche Hinzufügung von Turbinen ergänzt worden und leisten nun wesentlich mehr. Z. B. auf Schiffen verspricht man sich große Erfolge, wenn der Abdampf von einer oder mehreren Kolben-- maschinen in Dampfturbinen nochmals ausgenutzt und zum Antrieb einer dritten Schraube benutzt wird. Die größte Ausführung dieser Art dürfte eine Zusatzturbine von rund 7000 Pferdekräften seist, die kürzlich für den Betrieb der Newyorker Untergrundbahn aufgestellt ivorden ist. In der betreffenden Kraststation arbeiten zwei 7500 pferdige, je vierzylindrige Dampfdynamos von alter, spezifisch amerikanischer, d. h. recht schwerfälliger Bauart und entsprechendenk Dampsverbrauch. Um ihren Nutzgrad zu steigern, ist nun die erwähnte Turbine eingebaut worden, die den Abdampf aus bett vier Niederdruckzylindern der beiden alten Maschinen erhält. Es ist eine Dampfturbine mit stehender Achse und dreistufiger Expansion. Obwohl sie fast ebensoviel Kraft entwickelt, als jeds von den beiden älteren Maschinen, nimmt sie so weinig Platz ein- daß man sie nur als Zubehör betrachten kann. Während die bei beit Kolbeumaschinen eine große Halle ansfüllen, genügte für die Turbine der Raum, den man zwischen ihnen durch Weg nehmen einiger großer Dampfleitungen und Einbau eines neuen Kondensators schaffen konnte. Die Leistung der ganzen Anlage aber ist um beinahe 50 Proz. gesteigert worden, und wenn auch die alten Maschinen durch Wegnahme ihres Kondensators etwas mehr Dampf verbrauchen, so steht das doch in keinem Verhältnis zu den dadurch gettronnenen 7000 Pferdekräften. Tie alte und die netto Technik können nicht wirksamer nebeneinander illustriert werden, als in diesen alten Dampfriesen mit ihren ungeschlachten Zylindern, Wellen und Gestängen und der gllat > n kleinen Trommel der neuen, zwischen ihnen kreisenden Turbiidendynamo. R. M.
Literatur.
— Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literatur- freunde-(Herausgeber: Dr. Josef GttUnger, Verlag: Egon Fleische! und Co., Berlin W. 9). Das erste Febrnarhesi ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: — Mar Hochdorf: Eine anssterbende Kunstform. — Karl Berger: Schiller-Schriften (I). — Wilhelm Poeck: Neu-Hambnrg im Roman. — H. Stegemann, G. Herrmann: Knaben-Tragödien. — Bodo Wildberg: Andersen- Ausgaben. — Echo der Zeitungen und Zeitschriften. — Echo des Auslands (Französischer, italienischer, weslschwefterffcher Bries). — Echo der Bühnen. — Kurze Anzeigen. — Kurze Notizen. — Nachrichten. —- Zuschriften. — Ter Büchermarkt.
Geographisches Verschiebriitsel.
Madrid — Persien — Basel — Weser — Pern — Tirol — Serbien.
Vorstehende Namen sollen derart untereinander geschoben werden, daß eilte Buchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, den Namen eines amerikanischen Staates ergiebt.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Gitterrätsels in voriger Nummerst > SST
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Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lange, Gießest«


