Ihre Familie vorhanden." Nun war ich, iv'eti Die Wiederimpfung im 12. Jahre, wie sie jetzt Gesetz ift, damals ttoch nicht eingesnhrt war, seit meiner ersten Jugend noch nicht wieder geimpft worden. Ich und meine Familie innßten sich also impfen lassen. Die erste Wiederimpfung gmg nicht an; es folgte die zweite, und da bekanr ich ecnett so-schliminen Arm, daß ich mehrere Tage einsitzen mußte. Die Poaen ciriffen iit dein Kirchspiel nm sich, und- eure Unzahl ~eiue starben. Sie wurden bei Nacht auf den Friedhof gebracht und ohne Sang und Klang b»rdigt. Alles, was sich in ihrem Krankenzimmer befunden hatte, Jetten, Möbel und Kleider, sie wurden ins freie Feld gebracht und kurzer Hand verbrannt. Um den Hinterbliebenen einen -i rost zu gewähren, hielt ich dann gelegentlich einer anderen Beerdigung auf dem Grabe der Opfer der Pocken Nachtrag M) die Leichenfeier ab. Doch zog auch dieser ungebetene Gast dank der getroffenen strengen Maßregeln seitens der Behörden bald wieder ab.
Vermischtes.
* Die Schwalbe im Volksglauben. Unter all den anmutigen Bewohnern der Luft erfreut sich keiner bei den Menschen solcher Beliebtheit wie die Schwalbe, die ganz zum yaiistiep geworden ist und als guter, glückbringender Geist unter dem Dache nistet Uebernll gilt die Schwalbe, die Bringerin des Frühlings, für unauiastbar, überall auf Erden bereitet man ihr l-ebevolle, gastliche Aufnahme, selbst der Ostjate in Westsibirien nagelt ihr ein Brettchen unter das Nest. Wie sich dme Vorliebe für Schwalben im Volksglauben wiederspiegelt, davon erzählt Dr. I Gengler in einem inhaltsreichen Aufsatz des Globus, feo heisst cs in Süddeutschland: Glücklich der Mann, unter bellen Dach die Schwalbe ihr Nest geklebt, denn kein Blitz vermag ihm zu schaden; der Bube aber, der ein Schwalbennest zerstört, ist verflucht, seine Eltern werden Kummer und Schande au ihm erleben" Der Spanier sagt sogar: „Wer eine Schwalbe um- bringt, tötet seine Mutter." Welch Hobe Bedeutung man der Schwalbe als Glückbringeriu zuschrieb, zeigt eine früher viel genannte Regel: „Wer die erste Schwalbe im Frülpahr lieht, darf nur unter seinem linken Fuß nachgraben, er wird dort etn|d Kohle finden, die ihm, so lange er sie bei sich trügt, stets Glück bringt." In Franken und Thüringen ist der Glaube verbreitet., das; die in den Kuhställen nistenden Schwalben, wenn sie gestört werden, die Kühe mit ihren aus spitzen Stacheln bestehenden Schwanzfedern in die Euter stechen, so daß diese nur Blutmilch geben. Gegen diese Krankheit gibt es nur ein Mittel. Man setzt einen Scherben voll solcher Blutmilch auf das Dach des Stalles oder der Scheune, über das viele Schwalbeii hin und her fliegen, und in kurzer Zeit geben die Kühe wieder normale Milch. In Oberbayern, in der Freisinger Gegend, verehrt man die Schwalbeii ebenso wie überall, aber es gilt als ein böses Vorzeichen, wenn, ein solcher Vogel durch das Fenster in ein Zimmer fliegt, denn dies bedeutet, daß in dem Hause bald eine Leiche sein ivird. Die segenspendende Eigenschaft der Schwalben wurde früher auch von Kurpfuschern ausgenutzt, ivobei die Tiere freilich der vermeint- lichen Heilung der Menschen zum Opfer fielen. So kennt die Volksmcdiziil ein Wasser, das aus zerhackten jungen Schwälbchen gebrannt wird und besonders gegen die fallende Sucht und alle möglichen Gehirnkrankheiten gut fein sollte. Ein gutes Mittel gegen Lähmungen der Muskeln und Verhärtungen der Sehneir wurde hergestellt, indem man zwölf Schwalben mit den Federn! zerstieß und diesen Brei mit Fett, am besten Eberfett, zu einest Salbe verrieb. Gegen alle Arten von Augenleiden wurde das Schell- oder Schwalbenkrant, Hirundinaria, -angewendet, weil die Schwalbeii mit diesem Kraut ihre blinden Jungen durch Berührung sehend machen. Das Verschwinden der Schivalben im Herbst hat dem Volksglauben zu vielerlei Verniutungen und maucheni Kopfzerbrechen Anlaß gegeben. So erzählte man sich: „Die Schwalben verlieren zu Beginn des Winters ihre Federn und liegen nackt zu großen Klumpen geballt in Hohlen beisammen. Bei Beginn der Frühlingswärme ivachsen ihnen rasch ivieder die Federn und sie fliegen davon," oder: „Die Schwalben verwandeln sich int Herbst in Fische, die aber an keine -Angel anbeißen; im . Frühjahr werden sie wieder Bogel," oder: „Alle Schwalbsnj fallen im Herbst in das Wasser und sterben dort; ihre nicht ver-z westen Körper werden im Frühling an das Ufer geworfen, und daraus wachsen wieder neue Schwalben hervor." Am weitesten verbreitet war die Ansicht, daß die Schwalben im Schlamme der Flüsse und Teiche erstarrt den Winter verbrächten. Die Bulgaren sind zwar' der Ansicht, das; die Schwalbe im Herbst nach Afrika zieht, aber sie trauen dein kleinen Vogel nicht die Kraft zu, allein übers Meer zu fliegen. So nehmen sie denn an, daß die Schwalben sich für die weite Reise auf die Flügel der Storchs fetzen und so übers Meer befördert werden. Obgleich die Gelehrten all diese phantastischen Ansichten vom Winterschickfal der Schivalben ins Reich der Fabel verivieseu haben, ist das Fortziehen der Schwalbe doch stets der Gegenstand eifrigen Nachdenkens beim
Volke geblieben. Das beweist ästch die Geschichte von eiueW äußerst wißbegierigen Schuster in Basel, der im Herbst den vor seinem Fenster wohnenden Schivälbchcn ein Halsband umhing mit der Inschrift: „Schwalbe, die du so schön bist, sage mir, wohiiij ziehst du im Winter?" Jrn Frühling kam der Vogel wieder er hatte ein anderes Halsband um, auf dem stand: „Nach Athen, zunc Anion. Warum fragst bu danach?"
* T i e s ch e n k s r e u d i g e n Javaner. Die Japaner haben eine wahre Manie für Geschenke; bei jebev nur möglichen Gelegenheit, bei einer Geburt, bei Hochzeiten, bei Todesfällen, kurz bei allen freudigen ober traurigen Ereignissen werben Geschenke ausgelauscht, und eine stattliche Sammlung von solchen zu haben, bildet eine Hauptzierde des Hauses. Freilich nicht alle sind in der Lage, immerfort Gelb für Geschenke an Anbere auszugeben, und so helfen sie sich aui eine Art, die auch in Europa nicht ganz unbekannt sein soll. Die japanische Zeitschrift Niehl-Nicht erzählt, das; es so eine Art Wanbergeschenke gibt, bie von Hand zu Hand gehen unb oft genug zu den ersten Gebern zurückkehren. Dabei rechnet man jeboch sehr mit diesen Geschenken, und bei Todesfällen pflegt man z. B. eine ungeheuere Zahl von Todesanzcigeii z>i verschicken, um als Zeichen der Teilnahme eine kleine Geldsumme von den Benachrichtigten z>l erhalten. Bei Besiichen hinterläßt der Saft zum Dank für die freundliche Aufnahme ein Geschenk, dessen Wert von der sozialen Stellung der Person abhängl. Wer nicht in der Lage ist, diesen Brauch zu üben, der muß eben hübsch zu Hause bleiben unb auf bie Freuden des geselligen Lebens verzichten.
* Nicht verlegen. Gast (auf dem Lande): „Was, ein Ei kostet 20 Pfennig?" — Wirtin: „Ja, wissen Ssi jetzt im Hochsommer fan f' rar." .— Gast: „Aber erlauben Sie, was wollen Sie denn bann erst im Winter sagen?" — Wirtin: „No, da sau s' halt noch rarer!" .
* A u s e i n e r G e in ei n d e r a t s s i tz u n g. Bürgermeister: „Die Strafgelder, die von den Automobilfahrern wegen zu schnellen Fahrens eingekommen find, haben eine solche Hohe erreicht, daß ich Vorschläge, für diese Summe ein Gemeinde-Automobil anzuschaffen ! Aber eines mit möglichst viel Pferdekräften!"
* A h a. „Max, warum redest du denn deinem Freund nicht zu, daß er heiratet?" — „Aber, liebe Erna, er hat mir doch nichts getan!" -
Viicherüsch.
— Griebens Reiseführer. Band 32. Bad Neuen!- ahr und das Ahrtal. Mit 2 Karten. Verlag von Alberst Goldschmidt, Berlin W. Handlich, kurz, übersichtlich und zuverlässig find die wesentlichen Vorzüge des Bändchens. Neben den Angaben über Bad Neuenahr selbst, seine Kurverhältnisse, enthält der Führer ein Verzeichnis lohnender Wanderungen in das Ahrtal. Ausführlich ist auch der beliebte Ausflug in das Brohltal und an den Laacher See behandelt. Die dem Führer! beigegebenen Karten sind neu ergänzt.
— Griebens Reiseführer. Band 77. Die Vogesen, Straßburg, Metz und die Schlachtfelder. Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. Der soeben in 7. Auflage erschienene Griebensche Vogesenführer ist in allen seinen Teilen einer sorgfältigen Durchsicht unterzogen worden. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem neu durchgeführten Höhenwege und der farbigen Wegebezeichnung geschenkt; ferner fanden einige neue schone Wanderungen Aufnahme. Auch auf die für Fußgänger so überaus wichtige genaue Angabe der Entfernung von Ort zu Ort wurde besondere Sorgfalt verwendet. Die Fußwanderungen sind eingeteilt in solche durch die Nordvogesen, Mittel- und Südvogesen.! Dem Führer sind 7 neu ergänzte Karten beigegeben; ferner findet man im Buche einen neuen Grundriß der vielbesuchtes Hohkönigsburg,
Arilhmogriph.
1 2 6 2 5 eine Waffe.
2 6 6 2 landwirtschaftliches Gerät.
3 4 5 1 2 ein Baum.
3 4 3 3 2 Stadt in Frankreich.
4 6 2 3 Tier ans der Ordnung der Insektenfresser.
5 4 2 3 französischer Marschall.
6 2 3 1 bedeutendste Großmacht der Erde.
2 6 2 7 Stadt in Böhmen.
7 4 6 4 Berg in der Schweiz.
Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben der Reihe nach von oben nach unten gelesen den Namen eines Operettenkomponisten.
Auflösiing in nächster Nummer.
Auflösung des Diamaiiträtsels in voriger Nummer?
3?
Arm Kreis 13 r e s 1 a a Falke
Dan
u
Redaktion: K. Neurath. — RolalionSdruck unb Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,


