488

Clebaftion: K. N-uratb. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch. und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»

V'ramanträtsel.

In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaabbde ee f i kkllmn rrr ssu u derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen solgeudes bedeuten:

1. Einen Buchstaben.

2. Teil des menschlichen Körpers.

3. Mathematische Figur.

4. Deutsche Stadt.

5. Einen Raubvogel.

6. Biblischen Rainen.

7. Einen Buchstaben.

Die senkrechte und magerechte Mittel­reihe ergeben das Gleiche.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Teller, Heller, Keller, Weller, Iller, Hiller, Schiller.

vermischtes.

,. Führt eure Kinder nicht int tim am Gängel­band. Es gehört eine gehörige Dosis Widerstandsfähigkeit und

Selbständigkeit dazu, um in dem heutigen intensiven Daseins­kämpfe vorwärts zu kommen. Es kann daher den Eltern nicht dringend genug ans Herz gelegt werden, ihre Kinder dem­entsprechend zu erziehen. Wer selbst mitten im Leben steht, hat überreichlich Gelegenheit, zu beobachten, welch' traurige Figuren verwöhnte, verängstigte und unselbständige Menschen heute ab­geben. Bei aller Begabung werden sie nie für voll angesehen Und von ihren wenig Rücksicht nehmenden Kollegen beiseite ge­schoben, Und wer trägt die Schuld? Wohl in den weitaus meisten Fällen die Eltern, die mit ihrer grundverkehrten Er­ziehungsweise ihren Kindern den Weg nach oben förmlich ver­bauen. Eine alte Erfahrung lehrt uns, das; die Kinder, die in ihrer Jugend am änglichsten behütet und am sorgsamsten gepflegt worden sind die gleichsam im Treibhause aufwuchsen, später oft kränkeln und recht unsicher durchs Leben gehen. Es fehlt ihnen eben an Widerstandsfähigkeit und Selbständigkeit; sie sind durch die übertriebene Fürsorge ihrer ängstlichen Eltern derart ver­wöhnt, das; sie weder den Unbilden der Witterung, noch den Stürmen des Lebens zu widerstehen vermögen, ohne Schaden zu nehmen. Der Besitz dieser beiden Eigenschaften ist in dem heutigen Lebenskämpfe bitter not, es ist daher die unabweisbare Pflicht der Eltern, ihre Kinder von frühester Jugend an zur Widerstands­fähigkeit und Selbständigkeit zu erziehen.

* Unverbrennbare Brennstoffe. Dem Ingenieur Rudolf Schnebel in Berlin ist soeben eine Erfindung durch Patent geschützt worden, die möglicherweise auf dem Gebiete der industriellen Feuerungen eine völlige Uniwälzung zur Folge haben wird. Es handelt sich nach denDokumenten des Fortschritts" nur eine auf physikalisch ganz neuer Grundlage aufgebaute Verbrennung von Gasen im Innern unvcrbrennlicher Stoffe, die auf diese Weise eine Art unverbrennliches Brennmaterial darstellen. Das neue Verfahren gestattet eine bisher unerreichte vollständige Ausnutzung der in den verbrennenden Gasen frei werdenden Wärme und die Erzeugung so hoher Teniperaturcn, wie sie durch einfache Gasver­brennung überhaupt noch nicht erreicht wurden. Die bekannten feuerfesten Stoffe Ehamotte, Asbest und Quarz sowie verschiedene Metalle werden innerhalb weniger Augenblicke mit verblüffender Leichtigkeit und Eleganz zum Schmelzen gebracht. Das mit außer­ordentlich einfachen Mitteln durchzuführende Verfahren dürfte binnen kurzem nicht nur die bisher üblichen Systeme industriellev Feuerungen größtenteils verdrängen, sondern auch den Anwen­dungsbereich hoher Temperaturen wie z. B. zur Herstellung des wertvollen Quarzglases, zuni Raffinieren von Stahl usw. be­trächtlich erweitern.

V o m L o n d o n e r K i r ch c n b c s u ch. Nach einer Statistik, die derDaily Chronicle" anfstellt, geht zurzeit nur noch jeder dreizehnter Londoner am Sonntag in die Kirche. Die Samm- lnngen, die in den verschiedenen Kirchen gemacht zu werden pflegen, gehen ebenfalls immer mehr zurück. So hat das Metropolitan- Hospital 1903 noch 49 000 Pfund Sterling zusammengebracht, 1909 aber nur 39 000 Pfund Sterling, also um 20 Prozent weniger, und dies, obschon Sonntags nicht allein in den Kirchen, sondern! auch an ihren Pforten, ferner an den Haltestellen der Trams und an den Stationen der in der Nähe befindlichen Untergrund­bahnen gesammelt wird,

Büchertisch.

' Griebens Reiseführer. Band 28. Mosel und Vulkanische Eifel. Neunte neu bearbeitete Auflage. Mit drei Karten. Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. Dieser beliebte Führer durch das Gebiet der Mosel mit ihren herrlichen! Landschaftsbildern hat in der neuen .Auflage eine wesentliche! Erweiterung, erfahren durch die Aufnahme des Gebiets der Vul­kanischen Eifel. Ueberall ist darauf Bedacht genommen, daß nichts Bemerkenswertes übersehen wurde. Durch geeignete Verweise ließ es sich ermöglichen, die interassanten Punkte und Gegenden von verschiedenen Punkten aus aufzusuchen. Der Gebrauch des Führers wird durch ein sorgfältig bearbeitetes Register sehr erleichtert.:

tcfend, Otfried Müller, G. W. Nitzsch, F. Passow, Pott, Fr. Ritschl, Schelling, Süvern, F. G. Welcher; I. G. Droyscn, Justus Möser, I. v. Müller, L. Häußer, L. Hoeren, R. Pauli, A. L. Schlözer, Weizsäcker; die Schriftsteller und Dichter: G. A. Bürger, M. Claudius, Gellert, Gottsched, A. Gryphius, E. Geibel, G. E. Lessing, G. Ehr. Lichtenberg, F. v. Matthisson, A. W. und Friedr. Schlegel, Ehr. Dan. Schubart, Jul. Stinde, Wieland, von Fvr- fchungsreisenden Nachtigal, Schoinburgk u. a. An zweiter Stelle stehen die Juristen (einschließlich der Diplomaten und Parla­mentarier). Söhne von Juristen waren u. a. die Theologen Speuer, W. Baur, Richard Rothe; die Juristen G. und W. Beseler, Bruns, M. v. Forckenbeck, R. Gneist, I. Gruner, K. Hinschius, Jhering, Meinten (Kabinettsrat, Großvater Bismarcks), R. v. Mohl, Rodbertus, Suarez, Windscheid, K. S. Zachariä, die Aerzte: V. Bruns, Gurlt, Martin, Rokitansky; die Naturforscher und Mathematiker A. Braun, Fresenius, Heinrich Hertz, A. W. Hof­mann, Steinheil; die Historiker Grcgorovius, Meyer v. Knonau; die Philosophen und Philologen M. Barriere, E. und G. Cnrtius, Fleckeisen, H. L. Fleischer, Nägclsbach, Schweighäuser, Thoma- sius, Trendelenburg; die Dichter und Schriftsteller K. E. Ebert, Musäus, Fritz Reuter, Rückert, Uhland, Victor Hehn, K. Tel- maittt u. a. Söhne von Äerzten waren: Die Theologen Döllinger, Hergenröther (beide katholisch), Tischendorf; die Juristen O. Bähr, Mühlenbruch, Ed. v. Möller, L. Schwarze; die Mediziner Nägele, Nasse, Niemeyer, Siebold (drei Generationen), Vesalius, K. Vogt it. v. a.: die Philologen Pestalozzi, Reisig, Scaliger, R. Schleicher; die Historiker Reumont, W. Menzel, Rotteck; die Schriftsteller und Dichter G. Frchtag, Möricke, W. Müller, Schiller, Varnhagen von Ense. Verhältnismäßig wenig zahlreich sind die bedeutenden Söhne von Philologen und Pädagogen. Zu nennen wären als solche etwa: die Theologen Snethlage und Thiersch, die Juristen K. I. Roth, Gerber, die Historiker Arneth, Giesebrecht, Nitzsch, der Chemiker Bunsen, der Tichter Tiedge. Offiziere hatten zu Vätern die Theologen Mclanchthon, Twesten, die Juristen Thi­baud, v. Vangerow; die Philologen Brugsch und Bartsch, der Historiker v. Noorden u. a. Söhne von Volksschullehrern waren: die Theologen Baumgarten-Crusius, August Tillmann, Neander; die Philologen Ahrens, Forchhammer, A. Meincckc, Fr. A. Wolf; die Juristen Mathy, Külpis, Stobbe; die Naturforscher Möbius, Westphal u. a. Diener hatten.zu Vätern I. tz. Voß und der Historiker Wilken; eines Schuhflickers Sohn war Joh. Joach. Winckelmann. Eine völlig ausreichende Erklärung für diese Zahlcn- verhältnisse und namentlich für den sehr erheblichen Anteil des evangelischen Pfarrhauses an dem wissenschaftlichen Nachwuchs der Nation gibt es natürlich nicht. Wohl aber wird man einige der von Schulte beigebrachten Gründe gelten lassen dürfen. Von allen gebildeten Familienvätern haben zweifellos die evangelischen Geistlichen die meiste Zeit, sich der Erziehung ihrer Kinder zu widmen. Mehr als zwei, höchstens drei Stunden täglich braucht der Pfarrgeistliche für sein Amt selten, den Rest hat er für sich zur Weiterbildung und für seine Familie. Da viele vor der Erlangung eines Pfarramts eine Lehrtätigkeit ausübten, sind sie vorzüglich befähigt, ihre Kinder gut zu leiten, wozu ihre durchweg gediegene klassische Bildung besonders beiträgt. Auch hat der evangelische Pfarrer meistens in der Gemeinde eilte sehr angesehene Stellung Beweis: Heiraten mit reichen Mädchen aus Kaufmannsfamilien oder mit Töchtern adliger Patronatsherren, die ihnen zu Hilfe kommt, um' die Söhne auf den auswärtigen Gym­nasien und der Universität zu versorgen. Stiftungen für die Söhne von Geistlichen gibt es in Menge. Ferner ist zu beachten, daß die fast durchweg streng moralische Lebensführung der evangelischen Geistlichen, Pflichtgefühl, Einfachheit, Sparsamkeit und Ordnung als Beispiel wirken und für ihre Kinder ein Gut sind, das wert- voller ist als Geld und Besitz. In allen anderen Berufen liegen die Verhältnisse in vieler Beziehung nicht so günstig. Der viel beichafttgte Arzt und der geplagte Schulmann, der zwanzig und mehr L-tunden in der Woche unterrichtet, haben meist wenig Zeit und Lust, sich intensiv mit der Erziehung und geistigen Forderung ihrer Kinder abzugeben. Auch fehlt die Anziehungs- kraft, welche beim Geistlichen und bei vielen Juristen die Stellung des Vaters übt. Mit Recht weist Schulte übrigens darauf hin, welch unermeßliches geistiges Uebergewicht das protestantische Pfarrhaus durch die angedeuteten Vorzüge über das katholische be>ltzt Aer große Vorsprung, den die Evangelischen heut gegen­über den Katholiken ans den meisten Gebieten der Wissenschaft und in der Literatur in Deutschland haben, ist nicht in letzter Reihe dem evangelischen Pfarrhause zu verdanken. Bei seinen Betrachtungen über das Durchschnittsalter der Gelehrten kommt Schulte zu dem Ergebnis, daß die Theologen am günstigsten, die Aerzte am ungünstigsten stehen; für erwiesen glaubt er ferner ansehen zu können, daß geistige Arbeit das Leben nicht verkürzt, sondern bedeutend verlängert. Vielleicht bedarf es hier aber doch di's Zusatzes: wenn sich die geistige Arbeit mit einer gewissen Ruhe und Stille verbindet!