(Fortsetzung folgt.)
, , durch meinen
M lassen, ob einer meiner Angestellten beteiligt habe, und er hat mir gemeldet, dM ganz ausgeschlossen sei,"
vrrriMehter.
* Die Haustiere a l s K r an k h e i ts v er m i t t l er. Es kann nicht genug davor gewarnt werden, daß Personen, diean einer ansteckenden Krankheit leiden oder in der Genesung begriffen sind, sich viel mit Haustieren zu schaffen machen. Tie Eriabr- ungen sprechen unwiderleglich daiür, daß aus diesem Wege K r an k - heitskeime verbreitet werden. Es ist ja auch nichts natürlicher, als daß ein Kranker bei Liebkosungen einer Katze oder eines HundeS den Krankheitskeim aus das Fell des Tieres übertragt und
industriellen Interessen der Tinge stech stilisierte. Dieses Spielzeug setzt seine Kunst fort. Es stilisiert die innersten spielerischen! Eigenschaften der Dinge und trifft damit eine Karikatur auch der ernstesten Beschäftigungen, wie sie nur ein intelligenter Großer fertig bringt, der sich von dem Pathos des Lebens auf einiges Kinderstunden erlösen will. Die Abbildungen aber werden gefüllt von den weisesten pädagogischen Aufsätzen, die dieses Pathos nicht überwinden dürfen, sollte ihr guter Zweck nicht in die Brüche gehen. Oder etwa spiegeln auch sie oft das Kind unfreiwillig im Autor?, Doch davon will ich nichts sagen.
Ich möchte mit all diesen schönen Kindersachen spielen luitti mich in ihnen vergessen, um mich zu entdecken. Was der kleines Rudi neben mir daz-n sagt, ist mir nicht gleichgültig. Ich brauche ihn ja, um durch ihn ntzir diese Kunst zu sanktionieren. Sollte er Gefallen daran finden, es wäre nur zu meinem Vergnügens Darum verehre ich ihn, richte mich ganz nach seinen Orakelfis und mache ihm ordentlich die Kur; tvie die Inschrift laute«, die über dem modernsten Kinderbasar Europas, den Hallen des belgischen Seebades Westende zu lesen ist: O Patents, soyez faibles envers les enfants! - ,
Ach ja, ich möchte mit all diesen Sachen spielen. Da ist! das große Kriegsschiff, es ist ein Japaner und geht gegen Port! Arthur, das trotzig auf einem Felsen liegt, mit Erbsenkanonaden vor. Dichte Soldatenkarrees stehen auf dem Lande. Von Zeit zu Zeit knallt eine Tischplatte, hebt sich dampfend hoch und dia Soldaten fallen alle um, daneben fitzt ein Automat, der einens Wnstler mit Samtjacke und Haarlocke vorstellt, und immer wenn die Tischplatte sich hebt, sagt er: „Das ist großer Stil". In Port Arthur selbst aber sind viele schöne Häuser, die von Puppens bevölkert sind. Da sieht man einen Mann, der etwas betrunken ist und immerfort aus seine Frau schimpft, weil sie ihm nicht gut ist. Daun zwei Leute, die sich an einem Brunnen entsetzlich verhauen, bis der eine hineinfällt und unten in einer Schublade! wieder herausgezogen werden kann. Dann wieder einen Mann, fier meiner.Frau immerfort nachläust, aber sie drehen sich ununterbrochen int1 Kreise herum. Ein Dichter sitzt daneben und schreibt das alles auf, weil er ein Theaterstück daraus machen I will. Dann sieht man das Rathaus mit einem prächtigen Saal, fii dein die freie Gemeinde aus niedlichen, kleinen Ledersesseln! eine Beratung pflegt. Da es nicht genug Puppen im Talars gMt, fiijmNit (man einige denkende Pferde von einer Kanon« weg und setzt sie daneben. Alle sitzen ganz still und denken übe« die Zukunst des Staates Lippe nach. Nebenan ist der Palast mit einem herrlichen, reichgeputzten König, der soeben von einem Segelboot abgestiegen ist und jetzt einen Mann im Gehrock empfängt, der ein Kunsthistoriker ist. Dieser hat am rechten A-rms einen Draht, mit dem man ihn aufziehen kann. Damit zeigt er immerfort auf den Fries mit der Arche des Noah, der oben! rings um das Zimmer läuft und den ganzen zoologischen Garten darstellt. Aber der König schüttelt (mit dem Kopf und ist so
I böse auf den Kunsthistoriker, daß er den Saal verläßt. Vier Menet in Livree bücken sich hinter UM bis ihnen die nemefrt Hosen platzen. Doch das macht nichts, Mama näht sie wieder und hängt sie fein an Bügeln auf, in dem großen sezessionistischen Schrank drüben in der Puppenstube, wo alle Schlipse. Stiefel-
I böcke und Hemden mit festen Manschetten sauber geordnet find. Es ist eine ganz moderne Puppenstube mit Miniaturmöbeln
I neuesten Stils, bürgerlichen Empiretapeten und Bildern von Schwind. Im Papierkorb liegt der Struwelpeter, auf dem Kauapeetisch die Neue Rundschau. Eine entzückende Versammlung modischer Puppen in den Kostümen aller Zeiten ist darin aufgestellt und wartet auf mich, da ich mit ihulM am liebsten spiele. Ich spiele „Kultur". Die Kavaliere müssen über das Parkett gleiten, die Damen graziös lächeln, ferne Zärtlichkeiten schweben von, dein einen zum andern hinüber, einige sind von jener müden Zart- Wt, wie sie sich bei vornehmen Geschlechtern in den letzten Erben vorfindet, andere hab eil bewegte Gesten, in denen d as „Leben" fit, einige zeigen die blasierte Linie der perversen Schamhaftigkeit von Prärafaeliten fiitd die buntesten erinnern an die revolutionärem romantischen Jünglinge, wie sie Theo Gautier schildert. Man kann sich tagelang mit ihnen amüsieren. Endlich aber schlagt die Stunde für Port Arlhur, dessen Erbsen verschossen sind. Ditz Japaner erobern die Stadt und ziehen durch die Siegesalle« bis Europa. In Europa ist ein großes BarietÄheater, tni
I dem die siegreichen Japaner jeden Abend als Seiltänzer find Akrobaten auftreten, dein Lulu mit den durchbrochenen Strümpfen, ! Schigolch mit dem gelben Ueberrock, Rodrige Quast mit den geschwollenen Muskeln und der Privatdozent Hilft mit dem großen Kalabreser — bis es Zeit zum Schlafengehen ist. Der Schutz-
| mann kommt und steckt sie alle in die Pandorabüchse.
Kind und Kunst. |
Von Professor Oskar Bie. I
f Das beim Herannahen der Weihnachtstage besonders wich»- I tige Thema „Kind und Kunst" ist in diesen Wochen wieder I her Inhalt zweier vielbesuchter Berlin er Ausstellungen I gewesen. Aus diesem Anlaß darf wohl eine nachdenksame Plan- I derer des bekannten feinsinnigen Aesthetikers Professor Oskar I Wie auf allgemeines Interesse rechnen. Die Arbeit entstammt I einem demnächst im Verlage von Erich Reiß erscheinenden I Buche, in dem Bie unter dem Titel „Reise um die Kunst" 1 eine Auswahl aus seinen reizvollen Betrachtungeng über Fragen I (unserer ästhetischen Kultur darbietet. Die Schriftl. | Wie ist das eigentlich mit der neu erstandenen Kinderkunst? I Seien wir einmal ehrlich. Das Kind ist das einzige Wesen unter I all den Individuen, die man mit der neuen Kunst bedachte, I welches sie nicht gewünscht hat. Die Kunst des Kindes ist viel I ewiger und viel zeitloser als diese kleinen Moden, die uns Er- I wachsene beschäftigen. Das Mud hat eine unermeßliche Pham- I tafle, wenn es ein Messerbänkchen für eine Eisenbahn, einen I Stuhl für einen Luftballon nimmt, ein Waschbecken für den Schlachtensee und zehn Stricknadeln für den Grünewald. Das j Kind hat nicht den geringsten Stil nötig, um sich seine Illusionen I schmackhaft zu machen. Es hat eine Kunst, die älter ist als 'Homer Und länger dauern wird als die Märchen des Andersen und die I Essais der Keh. Es bekam diese neue Kunst aufgedrängt von den wankelmütigen und beschrankten Großen, die jetzt, nachdem sie I die Stile der Vergangenheit auf ihrem Kunsttheater erledigt I haben, anfangen, die Stile des Lebens in derselben unterhaltenden I Manier durchzuführen: den Stil des Reifen, der sich alle Kulturen I zurückgewinnt, den Stil des jungen Mannes, der für frische Persönlichkeiten schwärmt, den des Mädchens, das für zarte und abgestimmte Harmonien eingenommen ist, und den des Kindes, das I die Wirklichkeit unter einem breiten, fast plakatmäßig stilisierenden Schema und mit dem offensten Eingeständnis jeder Phantasieregung genießen soll. Unter diesen Stilen des Lebens ist der! Kinderstil der freimütigste. Kaum kontrolliert vom Kinde selbst, schafft sich der Erwachsene in ihm eine Welt der Rückerinnerung, die nicht so seh,-- der Spiegel des Kindes, als vielmehr der Spiegel der Meinung über das Kind ist. In dieser Kunst schafft er sich eine Art praktischen Paradieses ober pädagogischen goldenen Zeitalters, das er selbst mehr braucht als das Subjekt, dem er es einrebet.
Man barf bas nicht als einen Vorwurf verstehen, sondern finr als eine sehr interessante, ja wichtige Erscheinung. Wir lesen im „Jerusalem" der Selma Lagerlöf mit Entzücken, tote der Bauer Bo und bie Schulmeistertochter Gertrud im Heftigen Lande nach des Heilands Wunsch „zu Kindern werden" und sich einen Bezirk der Illusion schaffen, der sie wieder lebensfähig macht: so daß Gertrud, indem sie die Erzählung Bo's vom Brunnen des.Paradieses für Wahrheit nimmt, ihr Fieber mit einem Schluck desselben gewöhnlichen Wassers stillt, das sie in nüchternem Zustande verschmähte. Jetzt ist es für sie das Wasser des Paradieses Jetzt ist für uns alle, indem wir neue Märchen erdichten, neue Spielzeuge schaffen, neue Kinderfriese zeichnen und mit Machintosh aus den phantastischen Dachkammern Kinderstuben mit mysteriösen Balken und Beleuchtungskörpern im Stil der Telegraphenstanaen bauen, die Möglichkeit gegeben, an der Wurzel her neuen Kunst unsere Einbildungskraft zu verktndlichen und mit dem Kinde in uns selbst paradiesisch zu spielen. Das ist ein. Vorteil für die Großen und jedenfalls kein Nachteil für die K^Man wirb uns erlauben, unter diesem Gesichtspunkte alle die neuen Zeitschriften zu begrüßen, die als literarisches Produkt aus der weitverzweigten Kinderkunstbewegung hetvorgegangen sind. Ta gibt'es Wilder mit Familienleben, Lithographien mit Sonntagskindern, Madonnen und Rübezahle, Brunnen und Schaukeln, Kinderzimmer und Engel, die aus Gießkannen regnen, Marchen- silhouetten und Tierzeichnungen, rustikale Stickereien und Buchstabenbücher, Photographien, illustrierte Erzählungen und die famosen Spielzeugfiguren der Dresdener Werkstätten, aus denen sich die Arche Noah, die Schwarzwälder Mühle, ein Dorfidyll mitsamt Automobil, das Märchen von Hänsel und Gretels ein ganzes Theaterstück zusammensetzen läßt. Wie reizende stilisierte Tiere haben diese Kinderkünstler geschaffen, wie nette Dampfschiffe und Segelboote und Rokokodamen. Das Plakat brachte einst die gesamte Wirklichkeit aus eine Reklame spräche, bie bie innersten
same Zerstörung Ihres Weinberges nicht Don meinet Seite aus veranlaßt worden ist. Ich weiß, man hat versucht, es hier und da so zu deuten — sogar die Polizei hat bei mir Recherchen veranlaßt, vielleicht auf Grund irgendeiner Denunziation. Ich habe aber schon am selben Tage, da ich von dem abscheulichen Streiche hörte, Inspektor nachsorsch " sich an der Roheit b


