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Friedel halb-süß.
Noman von Fedor von Zobelti tz.
lFortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
1 „Verehrter Herr Friedel, geht denn nicht alles, wie e's nur gehen kann? Selbst die Idee mit dem sogenannten zuckerlosen brnt Ar Diabetiker hat eingeschlagen, lute die Bestellungen beweisen. Zn den drei Aerzten, die seine Unschädlichkeit für Zuckerkranke bezeugen, tst noch ein Geheimer Medizinalrat getreten; ich habe seinen Namen bergest en, aber sein Brief liegt vorn. Was will man noch mehr <
,Es sind auch keine Geschäftssorgen, die mich plagen, Kesselholz. Mein Mater gefällt mir nicht." .
Der Prokurist neigte den Kopf und zog dabei dre Schultern hoch. „Mir auch nicht, Herr Friedel. Daß ichs offen gestehe. Irre ich mich, oder ist er in letzter Zett auffallend stark geworden? Er sieht so aufgeschwemmt aus.
„Ja, das sieht er. Es geht eine Veränderung nttt ihm vor. Seine ganze Arbeitsfreubig feit ist vorder. Ich bin froh, wenn er nicht iin das Kontor kommt. Er bringt mir alles durcheinander. Gesterir hat er zehntausend Flaschen Spärkling Hock nach Cardiff beordert, ohne daß eine Be- stellung vorlag. Als ich ihn auf beit Irrtum aufmerksam machte, lachte er, schlug sich dann v o rd en Kopf,ri cf, er sei so vergeßlich geworden, und Meinte schließlich, dann müsse er von der Order wohl geträumt haben."
Kesselholz nickte. „Mir ist Aehnliches Mit ihm passtet t, Herr Friedel," sagte er. „Ich kontrolliere seine Befehle deshalb immer im Geheimen nach. Unter uns: es ist so seltsam, aber es ist so. Ich glaube, das mit der gnädigen Frau, das !jst Hm doch wohl sehr nahe gegangen. Es muß schon sso sein. In Wiesbaden erzählt man--
na aber, ich will nicht klatschen!" .
;,Keine Rede von Klatsch. Sagen Sie mtr die Wahr- beit.'Kesselholz. Was erzählt man in Wiesbaden?''
„Ach Gott — na —" Kesselholz kraute suß hmterm Ohr H „der Feßler ist ja so eine lebendige Chronik— und der will wissen/ Itüer Herr Kommerzienrat bezahle tin Nassauer Hof die Rechnungen für eine gewisse Gr asm Orczelska —i oder so ähnlich. Fehler kennt sie: rothaarig, sagt er, natürlich gefärbt — und auch sonst Anstrich m allen Farben. Also so eine Gräfin links um die Ecke."
Fritz setzte sich. Er war sehr ernst geworden. „Haben Sie 'eine Ahnung," fragte er, „ob der Geldverbrauch meines Vaters in letzter Zeit sehr erheblich gewesen ist?''
„Keine Ahnung, Herr Friedel. Der Herr Kommerzienrat verkehrt immer nur direkt mit der Bank. Aber als Mitches können Sie sich ja jeden Augenblick die Konti vor- Ieinen Xciffen/'
„Das würde auffallen. Schönen Dank, Kesselholz. Und bleiben Sie bei dem Nachkontrollieren der Orders meines Vaters." h '
In der Tat: eine neue Sorge hüb an. Daß der Vater sich die Abreise seiner Frau zu Herzen gehen lasse glaubte FrH nicht. Dazu war die Ehe zu ungluck ich gewesen. DeM seltsamen Benehmen des Kommerzienrat» mußten ander« 'urSn zu Gründe liegen. Fritz dachte ane„ Erkrankung. Aber wo sollte die Herkommen? Der Vater war immer eine rüstige Natur gewesen Vielleicht lag die Veränderung in seinem Gehaben an dem Zufluß des rothaarigen Geschöpfes mi Nassauer Hof. Fntz^ kannte^den Direktor des ^Hotels und beschloß, ihn gelegentlich über die Person auszuforschen.
An diesem Mittage sollte bei dem Bauern Nidderkopp eine kleine, aus irgendwelchen Gründen schon mehrfach verschobene Versteigerung stattfmden. Nidderkopp hatte Fritz besonders darauf aufmerksam gemacht: neben einigen Halb stück trefflich geratenen Goldbergs sollten auch mehrere em 'achere Lagen zur Auktion kommen, für die Fritz Verwendung hatte. Beim Frühstück hatte er den Vater nicht gesehen, Karl August hatte sich auch die Langschläfer et angewohnt. Aber kurz vor zwölf erschien er im Bureau, sargfaltig gekleidet wie immer, in heller Weste und Ueberrock, und mef Fritz heiter zu: „En avant, Fritz! Frisch auf zum fröhlichen Jaaen! Wir wollen zu Nidderkopp und dem langen Rickert die idoffnungen zertöppern! Ottmann, Knpka und Kothe smd auch da - und auch Än paar Moselfritzen Den Goldberg lassen wir Hnen; aber den kleinen Sichelhetmer müssen! wir haben. Den brauchen wir zu unserm Halbsüßen.
„Ist auch famos geraten," sagte Fritz. .
„Der beste Jahrgang der Lage, der seit langem ans Nidderkopps Keller geht." ,
Auf der Fahrt zu Nidderkopp beobachtete Fritz seinen Water scharf. Und dabei schwanden alle seine Bedenken, Lächerlich, diesen Mann für krank zu, halten! Seme Gesichtsfarbe war blühend, das Auge frisch, das ganze Stch- geben wie immer: ein wenig burschikos, frei, ungezwungen, ioraenlos. Er erzählte, daß er am gestrigen Abend tm Theater gewesen sei, in einem kleinen Barmte, tu dem sich Ringkämpfer produzierten, und da nahm Fritz dm Gelegenheit wahr, etn wenig auf den Busch zu klopfen.
„Solo, Papa?" fragte er Mit lustigem Augenzwinkern.
,/Oder in polnischer Begleitung?" _
Der Kommerzienrat stutzte leicht und lachte dann fröhlich auf. '„3 je,'" rief er, „bist du hinter meine Schlich« gekommen?!" <
„Du kennst ja die Akustik der Gegend. Ich rate zur
mujßt ■nötiff Bin schon vorsichtig. Ah bah, ein kleines Abentemr Eine Mdtiche Polin, mit der W du paar Mal soupiert habe. Junge, du wirst mir doch nicht ettoti eine Moralpauke halten wollen?'
„Ich denke »licht dran. Nur laß btr nicht zu tief in dje Tasche greifen!"


