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MHewWwMattn MüÄe'n WdrÄckt. iw VMM wir erüsten Worte,« ito? Vie drohe,!-« .»Zuchtrute Gottes" am Himmel hingewissen und ein geruhiges, Gott wohlgefälliges Leben anempfohlen wurde. Da'mrt der öerr das surchtbace Uebel nock;, abwende. Kometen-- MedaMen Mrrdeu geprägt, auf denen Inschriften zu lesen waren, Wie z. B.: „Der Stern droht böse Sachen! Vertraue Gott, er Wtrds wohl machen!" Oder: „Gott gib, das; dieser Siometfterit toS Besserung unseres Lebens lern." Alle Chroniken Dom frühen Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert hinein sind Doll Don entsetzlichen Nnglücksfälleu imd greulichen Schäden, die der Kvmet -«wirkte, Komtte man sonst nichts schlimmes ausfindig machen, was gerade unter dem schrecklichen Himmelszeichen hätte passieren Wunen, so gab es doch wenigstens, wie ein Chronist von anno, 1668 berichtet, „ein groß. Sterben unter den Katzen in West- falenlaud", oder der Kvmet imrrde zum mindesten für eine Miß- «eburl verantwortlich gemacht, ftir ein Kalb mit zwei Köpfen! Vder sonst ent Monstrum, wie es aus Spanien berichtet wird, »«cn 30 schue lang und vier hoch!, dessen gestalt wie ein halber Mensch, Crvcodlt und Satyr mit Homer gewesen, mit einem Eoniet und vier Buchstäben". Nm .diesem offensichtlich am Stentenzelt ausgedrückten Zorn Gottes zu entgehen, tat man Merkt. Papst Clemens VII. erklärte z. B. einen 1532 erschienenen Kometen für einen Spuk deS Teufels und schleudert seinen Bannfluch gegen ihn. Allenthalben wurden Bußpredigten 'abgehalten und besondere Gottesdienste gegen ben Kvmeten an- Mvrduet. Ml dies jedoch waren nur vage abergläubische Vov- MRnngen, die aus der astrologischen Anschauung der Zeit genährt wurden, nach der Sternenlaus und Menschenschicksal in engster Beziehung standen. In neuerer Zeit wurden es aber dann sch-vere wissenschaftliche Befürchtungen, die große Aufregung hervorriesen. So glaubte man, daß, die Kometen, die in kvittkürlicheu Bahnen den Weltraum durchzögen, ganz leicht mit der Erde zusammeustvßen kömiten. Auch als man erkannt hatte, daß die Schw-eifsterne in festen Bahnen um die Sonne wandern, hörte doch die Sorge nicht auf. Es gibt nämlich Kometen, deren! Bahnen so gelegen sind, daß, sie die Grdbahn an einem Puntte! berühren. Zn diesen gehört der .Kantet Mela, wie er nach seinem Entdecker genannt wird. Ms seine Wiederkehr im Jahre 1831 kevorstaud, berechnete man, daß, er sich der Erdbahn bis auf rund zwei Erddurchmesser näherte, eine Strecke, die der Kvmet- fthweif weit Überstreift. Ti« Vernichtung der Erde schien be- Vorzustehen! Aber man hätte vergessen, daß, sich zwar die Bahnen stark nähern, daß die beiden Gestirne aber deshalb noch lange Kickst zu gleicher Zeit durch jenen nächsten Punkt zu wandern! brauchten. In der Tat ging denn auch her .Komet bereits am 29. Oktober 1832 durch jene Stelle, >vv man den Zusammenstoß befürchtete, und die Erde kam hier erst aut 30. November an. Mn deut Kvmeten Biela hat man mich die allmähliche Auflösung! Mrd Vernichtung eines solchen Schweissterns beobachtet. Als er 1845 wieder in das Gesichtsfeld der Astronomen trat, spaltete ex sich in zwei Teile, deren Zwischenraum 1852 schon Shg Mill. Km. betrug. In ben Jahren 1859 und 1866, wo er hätte ;n> scheinen müssen, suchte matt ihn mit Men Fernrohren der Welt vergebens. Int Jahre 1872 aber wurde seine Eistenz wieder bemerkbar und zwar in einem stttndenlangcn gewaltigen Stern- schmtppeufall, der am 27. November, gerade an dem Tage, an tem ine Erde ben der Kvmetenbahir nächsten Punkt ihrer eigenem Bahn erreichte, niederging. Tas Zusammentreffen mit den Trümmern dieses Kometen äußerte sich also in einem reichen Sternschnuppenfall, und dieses Schicksal begegnet der Erde im Jahre überhaupt ein paarmal, in jenen sternschnuppenreicheü Mächten vom 8.—12. August und vom 10.—13. November. Durfte Man so über die Gefahr eines Zusammenstoßes mit einem Ktt- tneten beruhigt sein, so zog dafür sein Schweif, wie ja auch diesmal! wieder, eine Fülle von Aengsten und Sorgen nach sich. Tie Kometenschweife haben eine ganz gewaltige Ausdehnung; die des Riesenlomots von 1843 betrug 250 Millionen Km. Länge, eine Strecke, die man daran ermessen kann, daß die Entfernung der Erde von der Sonne, die ein Eikzug in etwa 230 Jahren zurück« fegen würde, nur 149 Millionen Km', lang ist. Ter Kometeni- Mveif wird von einer ganz unvorstellbaren feinen, ganz dünnen Materie gebildet, durch die auch, die allerkleinsteu Sternchen hindurchilenchten. Man schrieb dieser Gasmaske die schlimmste Wirkungen zu. Sv ließ ein Arzt um die Mitte des' 19. Jahr- MmdertS in England alle Brunnen zudecken, damit die giftigen Rvmetengase nicht das Wasser verderben könnten. Doch hat man festgestellt, daß die Erde schon öfters-Mit Kometenschweifen zn- sammengetroffen ist; z. B. im Jahre 1861 mit dem Schweif Kes Juni-Kometen. Aber nichts anderes wurde beobachtet, als tin feines, dunstarttges Leuchtm des Himmels und ein; Aufblitzei» von Sternschnuppen. Unsere Mutter Erde war übrigens seit dem Jahre 1882, wo sich der letzte große Komet zeigte, von einr'm wirklich glänzenden und dem Auge auffälligen Schweifstern ge- imiedeu worden.
Goethe in Briefen Charlotte von Steins.
Die Antworten der Frau non- Stein auf Goethes glühende Bekenntnisse sind uns in ihrer Gesamtheit für immer verloren; der schönste Liebesbriefwechsel, den unsere Sprache besitzt, ist ein gewaltiger Monolog, keine heimlich-innige Zwiesprache ztveier Herzen. Wie unendlich viel tiefer würden wir in die inneren.
Zusammenhänge dieses' einzigartigen Verhältnisses blicken MnneN, wenn den Worten des Mannes ein Echo aus der Seele der Fraü zurückhallte! Aber in diesem auf uns gekommeneit Dokument der wichtigsten Epoche im Leben des größten Deutschen bleibt die Geliebte stumm. Wenn heute sich um den Charakter und die Bedeutung der Frau von Stein für Goethe wieder ein Streit erhoben hat, wenn überhaupt das Bild Charlottens in der viel-; farbigen Spiegelung freundlicher und feindlicher Beurteiler hiit-- und herschwanken konnte, so trägt die Hauptschuld daran der Umstand, daß entscheidende Aeußerungen von ihr über dies höchste Erlebnis, ihrer Seele nur spärlich erhalten sind. In neuester Zeit ist jedoch auch aus ihren Briefschaften alles Wichtige veröffentlicht worden, und wenn auch der intime Einblick in ihr inneres Leben während ihrer engsten Beziehung zu Goethe uns wohl verschlossen bleiben wird, |o haben wir doch aus ihren. Familienbriefen Charlotte als treusorgeude Mutter, als vornehme, fein empfindende Freundin kennen gelernt, vernehmen auch rein den durch die, Zeit geläuterten Nachklang der großen Liebcs-- melodie, hie so jäh abbrach. Rührend ist es, wie sich nach völligem Bruch die, die sich einst am nächsten standen, aus der End' fremdung wieder zur herzlichen Freundschaft zusammensiuden!, tote die abgeschnittenen Fäden wieder zusammengesponnen werden und vor der freundlichen Sonne des abgeklärten Alters die dunklen, Schatten weichen. Diese versöhnende Entwicklung, die dem leidenschaftlichen Drama den harmonischen Abschluß gibt, leuchtet anmutig aus einer Zusammenstellung von Briefen Charlottes hervor, die Fedor von Zabeltitz in einer reichhaltigen, bei Ullstein & Co. in Berlin erschienenen, Sammlung „Briefe deutscher Frauen" gegeben hat. Mit dem tragischen Gefühl, daß sich ein Ende ihrer Liebe vorbereite, beginnen die Mitteilungen: „Die Ahnung, daß der Kreis der Lieben zerrissen und das Häuflein zerstreut wird," schreibt sie am 15. August 1788 an Frau von Schardt, „schwebt auch mir im Herzen. Goethe hat auf seinem Gewissen, den ersten Schritt dazu gemacht zu haben." Im Mai des nächsten Jahres ist sie in Frankfurt bei Goethes Mutter und die Gestalt des teuren in Italien Weilenden steht ihr besonders lebendig vor Augen in den Gesprächen, denn der Mutter ist „von ihrem Sohn zu hören ihr ganzes Leben". Sie erzählt davon ihrem Sohne Fritz, den Goethe erzogen und der auch nach dem Bruch mit ihm in Verbindung blieb, und herbe Resignation klingt aus ihren Schlußworten: „Ich bin Dir getreu mit meiner Liebe; ich möchte noch dazu setzen: „Liebs mich!" aber ich habe Piks gegen diese Art zu schließen bekommen." Die Verbindung Goethes mit Christiane, in der Charlotte eine Erniedrigung seiner edlen Natur sieht, knüpft sich an und bildet sich fort. „Tas Mitleid bemächtigt mich manchmal über ihn, daß ich weinen könnte", gesteht sie dem Sohn, indem sie von Goethe spricht. Als daun der frühere Freund sich Schiller zu nähern beginnt, freut sie sich herzlich über diese Verbindung, die Goethe mit einem auch ihr befreundeten Hause zusammen-- schließt. „Daß Goethe sich Schiller immer mehr nähert," schreibt sie an Schillers Gattin, an die „gute Lolo", „fühle ich auch, denn seitdem scheint er mich wieder ein klein wenig in der Welt zu bemerken. Es kommt mir vor, er sei einige Jahr« auf eine Südseeinsel verschlagen gewesen und fange mm an, auf den Weg wieder nach Hause zu denken." Der kleine Sohn Goethes und Christianens kommt dann als Spielkamerad des kleinen Schiller öfter in ihr Haus. „Es ist ein gutes Kind," schreibt sie, „ich schenkte ihm einige Spielereien, die ihn sehr freuten, und nach drei verschiedenen Pausen, wo er vermutlich einzeln die Gescvenke in seinem Köpfchen rekapitulierte, sagte er allemal ein recht ausgesprochenes: Ich bedanke mich. Ich kann manchmal in ihm die vornehmere Natur des Vaters und die gemeinere der Mutter unterscheiden. Einmal gab ich ihm ein neu Stück Geld, er drückte es an seinen Mund vor Freuden und küßte es, welches ich sonst am Vater auch gesehen habe. Ich gab ihm noch ein zweites dazu und da rufte er aus: All« Wetter!" Ms Goethe im Januar 1801 schwer erkrankte, bricht die alte Neigung in Charlotte wieder durch. Sie bereut nun, daß sie ihm, als er sie zu Neujahr besuckwn wollte, absagen ließ, weil sie Kopfweh hatte, sie fürchtet, ihn nun vielleicht nicht mehr wieder zu sehen und weint mit Charlotte Schiller ganze Tage zusammen: „Ich wußte nicht, daß unser ehemaliger Freund Goethe mir noch so teuer wäre, daß eine schwere Krankheit, an der er seit neun Tagen liegt, mich so innig angreifen würde", gesteht sie ihrem Sohne Fritz. Und nun beginnen sich auch wieder die. persönlichen Beziehungen anzuknüpfen, sie schreibt dem „lieben Geheimderat", sie besucht ihn und die alte Herzlichkeit bricht in den Worten durch: „Da alles, so nm mich heru!m stirbt, so wird mir's Angst für alles, was mir lieb ist, sagen Sie mir ein freundlich Wort, daß Sie leidlich sind." Als dann Goethe gesundet ist, treten sie wieder in einen näheren geistigen Verkehr; besonderes Interesse nimmt Clmrlotte an den Physikalischen Vor-- trägen, die der Dichter vor einem erlesenen Kreise hielt. Zu Weihirachten 1811 schickt sie ihm in Erinnerung an schönes Vergangeites eine kleine Aufmerksamkeit: „Mir deucht, eS wär« so ein altes Recht, daß Sie, bester Geheimerath, aus einem Wachsstock von mir zum Weihnachtsgeschenk haben; hier brennt mein Stückchen also ganz demüthig, da ich eigentlich nichts sinni- Sces zu geben weiß, das Ihrer würdig wäre, es ist doch noch
mex ein Flämmchen, das auf deut Ihnen errichteten Altar


