Dod in den Rachen fallen, Nch zerdrücken und ertränken lassen wie eine Katze int Sack, nein, das konnte er nicht, um Eines Mädchens willen. Und weil er sich salviert hatte, da kam der andere und brüstete sich, und das Mädchen warf sich ihm an den Hals. , L ,
Unb der andere, der stand letzt da als der Lueger. Und wenn er sich jetzt ans ihn stürzte, was dann? In seinen Fäusten würde er ihn zerdrücken, er hatte ja die Kraft und er hatte auch jetzt den Sieger'stolz. Und er, er konnte gar nichts tun als gehen, — als sich wegschleichen. , , ,
Hendrina van Endcrt hatte ihn sa auch gehen gehechcn! Er musste sie dem anderen lassen! Er knirschte mit den Zähnen, ^nvch einmal ballten sich seine Hände. Ta stand Beert van Endert und hielt das Mädchen int Ann und küsste sie.
Und er mußte das Feld räumen! Sich hinwegschleiche» — wie hatte doch Hendrina van Endert gesagt:
„Feig wie ein Hund ----" Ta stand der ändere und
sah ihn an, als sei er ein fremder Mensch, der hier nichts zu suchen hatte. — Nur fort — nur fort!
Die Tür siel schwer ins Schloß, Hendrina van Endert hob den Kopf.
Aber Beert lachte und reckte sich hoch:
„Der ist fort, der kommt nicht wieder!"
„Fort? — Gottlob!"
Aber sie horchte doch noch hinaus.
„Was ist das?"
Ein Brausen und Rauschen war in der Luft.
„Tas Rheineis treibt!"
Sie schauderte zusammen und schlang den Arm um seinen Hals.
„Ach Beert!"
Draußen wurden Schritte laut, die Menschen gingen allmählich heim. Hendrina horchte:
„Jetzt kommt gleich die Hildegard. Aber ich will ihr nichts erzählen. Komm, laß uns heimgehen."
IX.
Den zweiten Tag darauf lavierte die „Maria Hendrina von Goch" aus dem Winterhafen in den freien Strom. Noch führte der Rhein einzelne Schollen, irotfi war das Wasser hoch und brauste mächtig und wars gelbe Wellen gegen die SchissKwand.
Aber draußen wartete der Gutjahr-Dampser, um seine Kühne stypmans zu schleppen. Langsam trieb die „Maria Hendrina" den Strom hinab.
Der alte van Endert arbeitete mit Mathes ain Ruder. Bor der Kajütentür stand Hendrina mit Beert, sie winkten den Weingartners zu, die am Ufer waren. Stolz glitt das Schiff vorbei, um dann ins Schlepptau des Dampfers genommen zu werden.
Kopfschüttelnd stapfte Weingärtner mit seiner Tochter den Kai hinab. „Ich kann mer des nct zesammeklaviern. Und es is mir gar net recht! Ich hawwe gedenkt, die Hendrina nimmt -den Georg Werner, und der Beert, des wär so e Biann für dich gewese! Der hält mer schön gebäht als Schwiegersohn. Un nu ufs emol is der Amerikaner in die weite Welt und die Hendrina, die weint ihm $ii Trän nach! Und des seh ich schon, der Beert, der is net für dich!"
Hildegard Weingärtner seufzte ganz leise. Aber dann schüttelte sie rasch den braunen Ktzvs, als wollte sie etwas verjagen und lachte:
„Ach Babba, so schnell wirschte mich net los! Und die Hendrina, die baßt aach viel besser für den Beert wie ich. Wüäüts noch, löie du emol gesagt hoscht, wenn die Lieb entöl die zwei packt, dann is das ä ganz aparte Art vnn Lieb! Ich glaab, du hoscht recht geholt! Nor, daß es die zwei uff ne Umweg gepackt Hot! Uewer den Tschortschie eroeg! Und was der oau- gestelit Hot, das kann ich mer aach net zesammedeichsele. Tie Hendrina, die sagt kä Sterbenswürtche und der Beert aach nct. Awwer kassiert is was. Ich hawwe'n gesehe, wie er uss die Bahn is gcfter morge in aller früh, ausgesehe Hot er wie ä Lein- duck so weiß. Und er Hot mich so bees aageguckt und kaum sei Hut abgedvhn. Na, es is schun besser, daß die Hendrina den Beert nimmt, die basse besser zesamme!"
Der alte Weingartner lachte laut:
„Was bloß da alt' van Endert für e merkwirdig Bonem (Gesicht) gemacht hot. Uff einer Seit' hot er geflennt und uff der annern so hallweg gelacht. Na, dem kann's ja egal sein. Der behält die „Aiaria Hendrina" und kriegt e guhde Schwiegersohn. Der ald Fuchs, der deichselt sich alles zurecht!"
„Alleweil drehe se bei," rief Hildegard Weingartner.
Draußen auf dem Rhein drehte die „Maria Hendrina" langsam bei. Man sah noch deutlich Beert und Hendrina.
Schweigend gingen die Weingärtners am Ufer entlang, imb
beobachteten, wie der Kahn ins Schlepptau genommen wurde. Tann rasselte der Anker des Tamvsers hoch, die Schisfsglocke bimmelte schrill. — Schwarzer Dampf stieg aus dem Schornstein, die Räder der Schraube bewegten sich und warfen weißen Gischt auf. Bis zum Ufer hörte man, wie die Taue sich knirschend anspannten. Und dann zog der Dampfer an, langsam setzte sich der Schisfszug in Bewegung und keuchte den Strom hinauf.
Nun kam er majestätisch vorüber, — nun winkten Beert und Hendrina noch ein letztesmal. Hildegard Weingartner winkte wieder mit dem Tuche.
Dann stihr sie sich hastig über die Augen:
„Ach walt, — der Himmel is bloo — is der ein fort, is der andere do!"
Und während 'das Schiff langsam kleiner tvurd«, kam ein Sonnenstrahl durch die schweren grauen Wolken. Er glitt über den gelben, rauschenden Strom und ließ einen Augenblick lang die Goldbuchstaüen an der Schisfswand hell ausleuch.cn. Und halblaut las Hildegard Weingärtner noch einmal: „M a r i a Hendrina von Goch!" __________
Das alle Buffet.
Bon A. F. Allen Tower.
(Autorisierte Uebersetzung von A. Neumann.)
Sie gingen einen Feldweg entlang. Tie Gegend marjinfam, und niemand war zu sehen. Daher hatte er den Arm um ihre Taille gelegt; zärtlich blickte er sie an.
„Tas ist unser letzter gemeinschastlicher Spaziergang", sagte er. „Heute nachmittag muß ich fort und in den Rauch und Nebel von London zurück."
„Ja", seufzte sie, seinen Händedruck erwidernd.
„Wirst du mich sehr vermissen?" fragte er.
„Unendlich", flüsterte sie mit einem Seufzer.
„Ich bleibe aber nicht lange fort", sagte er zärtlich.
Er stand still und kiißte das errötende Mädchen; willig überließ es sich seiner Liebkosung und erwiderte sie schüchtern.
„Liebst du mich wirklich, Jenny?"
„Tas weist du selbst am besten, Frank."
„Und wenn ich in drei Monaten zurückkomme, werden wir heiraten? Drei Monate sind schnell vorbei."
„Ja, wenn du willst!" ,
„Ob ich will. Närrisches kleines Ting. Noch einen Kuß, und dann muß ich zur Stadt."
„Es ist Mittag. Komm mit mir nach Hause und fahre erst nach dem Essen/"
Sie gingen. Auf dem Wege sagte er:
„Tein Großvater muß nicht sehr erbaut von mir sein."
„Warum?"
„Ich habe kaum eine Woche bei ihm gewohnt, und nun raube ich ihm seine beiden wertvollsten Besitzstücke."
„Tu hast sie noch nicht."
„Eines unter allen Umständen. Tu bist mein."
„Ja, aber von dem alten Bussel wird sich Großvater nie trennen. An nichts hängt er so. Und dabei sind wir doch arm."
„Ich muß es noch einmal versuchen. Es ist sehr alt, nicht wahr?"
„Großvater ist über achtzig, und er sagt, daß es schon da war, ehe er geboren wurde. Es ist wohl sehr wertvoll?"
„Es ist ganz originell. Tie meisten Leute würden nicht viel dafür geben, aber mir gefällt es. Darum möchte ich es gern kaufen."
„Tann mußt du ihn noch einmal fragen . . ."
Gafscr Short und seine Fran Gammer saßen am Herd in ihrem Häuschen.
„Frank Stone reift heute ab", sagte Gaffer. „Hast du feine Rechnung ausgeschrieben? Er hat einen Hausen Geld."
Gammer setzte ihre Brille ans; sie nahm die Rechnung vom Bort herunter und reichte sie ihrem Manne.
„Viel ist das nicht", sagte Gasser. „Für das Mittagessen von gestern hast du garnichts ausgeschrieben."
„Er halte sich das vorgestrige aufw-ärmen lassen", erwiderte die Frau. „Ich habe ihm drei Pence für Gemüse gerechnet."
Gasser lehnte sich in seinen Stuhl zurück und schwieg. TanN sagte er:
„Tu solltest doch die Rechnung ändern. Streiche die drei Pence für Gemüse und schreibe: Braten ein Shilling. Er wird das nicht merken, und er hat ja einen Hausen Geld. Und dann ist er auch in das Mädel verliebt."
Er gab Gammer die Rechnung zurück.
„Und dann", fuhr er fort, „hast du ihm für Milch nur einen halben Penny täglich gerechnet. „Mach' ruhig einen Penny daraus. Nein, ein. Ich weiß selbst, daß er nicht für einen, Penny getrunken hat, aber er hätte es ja tun können, und die Milch mußte da fein. Und beeile dich, er muß gleich nach Hause kommen. . ."
Tann kamen Jenny intb Frank zum Essen zurück.
„Wollen Sie mir das alte Bustet verkaufen?" fragte Frank/ als er vom Tische aufgestanden war.


