Tod im Kampfe für das Vaterland" übergeben hatte gegen Kassel. Südlich der Stadt, an einem Gehöft, das seitdem die „Knallhütte" heißt, traf Dörnberg am 23. April früh zwischen 4 und 5 Uhr auf die Truppen ^eromes. -"ich halbstündigem Kampfe stoben Dörnbergs Scharen auseinander- Dörnberg entkam mit knapper Not der Gefangenschaft und floh nach Böhmen. .
*' Schwäbisches Schulwesen m der guten alten Zeit. In der dieser Tage zum Abschluß gelangten großen Publikation des Württembergischen Geschichts- und Altertumsvereins über den württembergischen Herzog Karl Eugen und lerne Zeit wird von Dekan Dr. Schmid auch das Volksschulwesen, für das sich unter Herzog Karl Eugen ein bedeutender Aufschwung ani- bahute, ausführlich behandelt. Als Karl Eugen 1737 zur! Ra- gierilng gelangte, Ivar die Schulordnung von 1729 tn Kraft, der zwar von den Historikern mancherlei Vorzüge nachgeruhmt werden, deren Anforderungen aber die meisten Schulen des Landes nicht entsprachen. Ein Hauptgrund lag in der Person der Lehrer, denen es in weitgehendem Maße an der nötigen Bildung fehlte. Es gab Gegenden, wo es die Regel war, daß Bauern und Handwerker, insbesondere solche, die zu ihrem eigenen Beruf nicht mehr tüchtig waren, ohne weitere Ausbildung das Schulhalten uber- nahnien, so namentlich aus dem Schwarzwald, der schwäbischen Alp und Welzheimer Wald: aber wenn auch in den dichter bewohnten Landesteilen mit geschlossenen Dörfern in der Regel ausgebildete Lehrer wenigstens in den Pfarrdörfern waren, jo bestand die Ausbildung eben darin, daß man als „Lehrling" bei einem Schulmeister, die Schulmeisterssöhne bei ihrem Vater, die Kunst- grifse des Unterrichtens absah, die dieser ebenso handwerksmäßig seinerzeit gelernt und seither gewohnheitsmäßig geübt hatte. Von einer wirklichen Ausbildung konnte ebenso wenig wie bei den Schulmeisterlehrlingen, bei den Schulmeistevgesellen, den „Provisoren", die Rede sein. Dieses Provisoviat bestand darin, daß Man bei einem alten oder kranken oder durch seine Nebenämter als Gerichtsschreiber etc. am regelmäßigen Schulhalten verhinderten Schulmeister oder bei einem solchen mit zu großer schtiler- zahl sich verdingte. Außerhalb der Schule war der Provisor- eben der Knecht des Schulmeisters, der zu allerlei häuslichen und landwirtschaftlichen Arbeiten verwendet wurde. Bei der Wahl der Schulmeister durch die Gemeinden waren meist weniger die Tüchtigkeit des Bewerbers als andere Rücksichten ausschlaggebend, wenn auch die Uebung, daß bei der Wahl des Schulmeisters darauf gesehen wurde, ob er ein Handwerk auszuüben vermöge, das augenblicklich im Dorf nicht vertreten war, mehr und mehr aufhörte. Immerhin hieß es noch 1762 bei einer Gelegenheit, man habe mehr einen Barbier als einen Schulmeister im Ort gesucht. Einen großen Vorzug bei der Wahl hatte ein aus dem «Ort selbst stammender, zumal wenn er einige Güter hätte, deren Ertrag ein willkommener Zuschuß zu der schmalen Schulbesoldung war, sodaß die Gemeinde der Notwendigkeit der Erteilung einer Zulage überhoben war. Ueberhanpt war die Besoldung äußerst kärglich.*) Je nach der Größe der Schule belief sich die Einnahme auf 20—300 Gulden im Jahr, doch wurde dieses Maximum nur in sehr seltenen Ausnahmefällen erreicht. Auch war das Schulgeld oft sehr schwer einzutreiben; und wenn es in Naturalien zu leisten war, war je nach der größeren oder geringeren Beliebtheit des Lehrers die Qualität besser oder geringer-. Ein bedenkliches Kapitel war auch der Raummangel in den Schul- Häusern. Gab es doch in Stuttgart, vollends aber auf dem Land Schulhäuser, in denen nur eine einzige Stube war, die also nicht bloß als Unterrichtsraum für die Schüler, sondern auckt als Wohn- und Schlafraum für den Schullehrer und seine Familie diente; es läßt sich denken, welche Störung die Schultätigkeit dadurch erleiden mußte, zumal wenn ein Mitglied der Familie krank wurde oder diese Zuwachs erhielt. Mitunter gab cs sogar gar kein öffentliches Schulhaus, und das Häupterforderrtis, auf das bei der Lehrerwahl gesehen werden mußte, war dann, ob der betreffende Bewerber eine geeignete Stube hatte. Interessant für die heutige Zeit sind auch die Gehaltsbezüge an den höheren Lehranstalten. Der Rektor des Gymnasiums illustre zu Stuttgart, des heutigen Eberhard-Ludwigsgymnasinms, bezog um das Jahr 1764 neben freier Wohnung eine Besoldung von 547 Gulden 15 Kreuzer, davon 300 Gulden in Geld, das Uebrige in Naturalien nach dem üblichen Anschlag, z. B. acht Eimer (!) Wein gleich 64 Gulden. Die Professoren bekamen an Geld und Naturalien 389 Gulden, die Präzeptoren von 326 Gulden abwärts bis 256 Gulden im Jahr. Unter Herzog Karl Eugen, der, wie uns auch der bekannte Spottvers des Dichters Schubart bezeugt, selbst ein gutes Stück Schulmeisternatur in sich hatte, hat das gesamte Schulwesen Württembergs einen bedeutendenAuischwung genommen.
*’ Der „Tag der Mütter". Aus New-Jork wird berichtet: Zum ersten Male in diesem Jahre wird in den großen Städten der Vereinigten Staaten ein neuersonnener Festtag feierlich begangen werden, den einstweilen weder der
*) Man darf aber nicht vergessen, daß das Leben damals bedeutend weniger kostete als Heutzutage. Die Red.
Kalender noch der Staat anerkennt: der Tag der Mütter. Schon vor einem Jahre hatte im Kongreß Senator Burkett vorgeschlagen, int Jahre einen Tag zu bestimmen, der der Ehrung der amerikanischen Mütter gewidmet sein soll. Erschlug vor, daß alle amerikanischen Männer am zweiten Maisonntage zu Ehren ihrer Mütter eine weiße Blume tragen sollten. Aber sein Vorschlag fand bei den Gesetzgebern wenig Anklang. Was im Parlamente scheiterte, fand bei den Frauen und bei der Geistlichkeit den lebhaftesten Beifall. Schon im vergangenen Jahre versuchte mau anknüpfend an den Tag der Kinder auch eine feierliche Ehrung der Mütter, aber der Gedanke war noch zu neu und die Feier nur beschräukt. Seitdem haben die Frauenklubs sich mit glühendem Eifer des Gedankens angenommen. Alle New-Iorker Damenklubs, 140 Vereine mit nicht weniger als 45000 Mitglieder, werden in diesem Jahre den Tag der Mütter feierlich begehen, Am Vormittage ziehen alle Vereine mit flatterndem Banner zu deu Kirchen der verschiedenen Distrikte, und am Nachmittage sollen besondere Andachtstunden für Kinder und Mütter abgehalten werden. Von der Kanzel herab sollen die Pflichten und die Verantwortung der Mütter geschilvert werden. Das Beispiel New-Iorks hat in den anderen großen Städten lebhaften Widerhall gefunden, man wird dem Vorbild nacheifern und überall sind die Vorbereitungen zu dem Feste bereits im Gauge. So schaffen sich die Frauen Amerikas ihren eigenen Ehren- und Feiertag, dem, wenn er sich einbürgert, voraussichtlich auch die Regierung schließlich Rechnung tragen wird.
Modezeitungen.
>— Das neu erschienene F avvrit-Modenalbn in für! Frühjahr und Sommer 1909 bietet eine anschauliche, gedrängte Uebersicht unb erleichtert die Wahl von Neuanschaffungen indem sie mit Hilfe der zu jedem dargestellten Modell erhältlichen Schnitte jede Fran in den Stand setzt, sich ihre Kleidung ohne viel Mühe selbst herzustellen. Das Heft erscheint im Berlage der Jn ter national en Schni 11ma nn fa k t nr in Dresden, wo auch ein nettes Heft über „Die Backfi sch kl eid n n g" erschienen ist. Alles was der Backfisch und die werdende junge Dame: an Kleidern und Wäsche braucht, ist darin enthalten und ans-, führlich beschrieben. Dabei ist nicht nur auf den guten Geschmack, sondern auch auf möglichste Beschränkung in den Auf- w-eudungen Rücksicht genommen. Auch das Was die Fugend braucht ist in reichhaltigster Weise übersichtlich vereinigt in dem Jugend-Album und reichhaltigem Wäschebuch, das im' gleichen Verlag erschienen ist. Zn all den dargestellten Modellen sind die leicht verwendbaren Favorit-Schnitte erhältlich. Auch für Wäsche enthält das Album die besten Vorlagen zur Selbstanfertigung. — Der neue Frühjahrsh n t. Gab die vorjährige Hutmode Spöttern reichlichen Anlaß ihren Witz zu Üben, so dürften die Formen der diesjährigen Frühjahrs- und Sommerhüte sie kaum! zum Schweigen bringen. Denn was sich die Mode im Vorjahis des Guten in der Breite zu viel getan hatte, das tut sie dieses Jahr in der Höhe. Tie bekannte „Modenwelt" von Lipper!- Heide in Berlin zeigt das an vielen Abbildungen in ihrem April- Hefte, das auch eine reichhaltige SaMmlnng von teilweise farbigen Kostümbilderu bringt, sowie Schnittmuster, Beschreibungen usw., die der praktischen Hanssvan sicherlich willkommen sind. Muttern bietet der umfangreiche Teil Kindevgardevobe eine Menge hübscher Knaben- und Mädchenkleidermvdelle für die wärmere Jahreszeit, viele hauswirtschaftliche Winke, Schönheits- und KörpestP pflege und interessante Lektüre.
Leiterrätsel.
In die Felder nebenstehender Leiterfigur sind die Buchstaben aabbehhiiijmn noprrsssuu derart einzutragen, daß die Sprossen der Leiter der Reihe nach Folgendes bezeichnen:
1. Berauschendes Gilt.
2. Niederländische Insel.
3. Türtische Ortschait.
Die Buchstaben in den beiden Seitenbalken sollen teils von oben nach unten, teils von unten nach oben gelesen — den Namen eines Komponisten ergeben.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung bcS Bilderrätsels in voriger Nummer: W a l l e ii st e i ii.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Bering der Briihl'jcheii Uuiversitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


