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die er bei tot» war, bettete er vierzig Menschen das Leben, d-w int Schnee den Weg verloren Witten. Einmal fand er| ein zehn Jahre altes Kind int Schnee liegend-, von jenem schweren schlafe umfangen, der dem Tode voraufgeyt. Bach!) wärmte das Kmd Mit seiner Brust, weckte es durch Lecken und Schütteln, legte sich dann neben das Kind nieder und erMutigte es, sich tfpm auf den Rücken zn setzen. Tann trug er es zuM .Hospiz. Barry starb als ein Märtyrer seines Rettungsberufes: er wurde von einem! Unbekannten wahrscheinlich aus Irrtum getötet." Auch heute besitzt das Hospiz Hunde, die dem berühmten Barry an Klugheit und Kraft nicht nachstehen. In den Ställen wohnen fünfzehn Rettmigshnnde, die alle int Hospiz gezüchtet sind und wahrend» der Sommermonate trainiert werden. Tann ziehen die Acoiiche mit ihren Hunden Hinaus zu den Schneefeldern, und hiev werden! sie abgerichtet, im Schnee Mb oder ga»tz Vertzrabene Menschen auszuspuren. Tie Hunde werden gelehrt, zu bellen, wenn sie fetoand finden, um die BerirÄten zu wecken, w^nn sie schlafen. Tann führt sie der vierbeinige Retter zuM Hospiz, uitt> schon von weitem künden sie den Mönchen durch ihr Bellen die Ankunft eines Hilfsbedürftigen an. Es befinden sich prachtvolle Exemt- plare -dieser sorgsam gezüchteten Hunde in den Ställen des- Hospizes. Sie erreichen oft eine Schulter-Höhe von dreiviertel Meter und Mehr, sind außerordentlich kräftig und können selbst einen Mann ansehnliche Strecken weit schleppen. Mait Hat int Hospiz Fälle erlebt, in denen die Hunde verirrte Leute 1200 Meter weit durch Leit rauhen hohen Schnee geschleppt haben. Int September be- ginnt die Arbeit, der wackeren Stiere; wenn die Schneemassen! dann die Wege verschütten 'und der Sturm sausend- durch die Klüfte braust, -wird es fast zur llnutöglichkeit, das einsame Hosp-iz zu erreichen, Und Unerfahrene fallen der Wlte zum Opfer. Tie Mönche selbst haben bcn Tod manchen Bruders zu beklagen, der! im Winter bei Streifzügen nach vermißten Wanderern den Tod fand; auf dem Wege zum Hospiz passiert man ein schlichtes Eisenkreuz, das zu Ehren von Francois Carl errichtet wurde, eines jungen tapferen Mönches, der beim RettungsweM von einer Lawine erfaßt und getötet wurde. Erst vor wenigen Jähren, ivurde ein Trupp Reisender, denen die Mönche das Geleit gaben, von einer Laivine verschüttet; zwei Brüder Verloren dabei das- Leben. Es sind keine sportbegeisterte ToNviften,,die hierein den! WinterMonaten mit deut Schnee und der Kälte kämpfen. Lchaven von armen Arbeitern kreuzen alljährlich den St. Bernhardt-Paß; im Februar und März passieren an einem- Tage oft Hundert die verschneiden Pfade. -Tas ist die Zeit, in der die Mönche mit ihren Hunden ausziehen, um die Reisenden zu unterstützen und ihnen Hilfe zu bringen. Es sind abgehärtete wetterfeste Männer, die in deut Kloster leben, ihrer insgesamt fünfzehn Mönche; ii'itf-» zehn Jahre lang leben sie auf dem- Hospiz, das Maximum an Zeit, das selbst besonders widerstandsfähige Männer dauernd bei so «Ustrengendem Dienste in der dünnen Höhenluft leben könnest. Tie n reiften sind nach Ablauf dieser Frist auch körperlich go- bwchest Und bezahlen ihre opiferMUtige Menschenliebe mit Entkräftung und Siechtum. Nickst feiten sind die Tage, wo die Mönche zwölf, achtzehn, ja sogar vierundzwltuzig Stunden lang zwischen Schnee und Eis verweilen, und sie wetteifern darin mit ihren Hunden, den treuesten Gehilfen beiist Rettungswerke. Der ehrwürdige Pater Tarbellay, der seit mehr als einem Jahrzehnt, aus dem Hospize lebt, erzählt von Fällen, in denen die Hunde ost zwei bis drei Tage lang ohne Rast, in der WinterMte weiltest, kümmerlich «ötöjfet und ruhelos auf den Spuren Verirrter. Er selbst verdankt der Klugheit eines dieser! Hunde sein Seben. „Wir eilten mit drei Hunden den Paß Hinab auf der Suche nach Wei Reisenden, von denen wir fürchteten, daß sie im Schneegestöber Und in der Dunkelheit den Weg verlieren könnten. Tie , Hunde waren uns voraus. Plötzlich höben Wir ein Bellen, wir eilen! Herbei und sehen das Tier hastig im Schnee wühlen. Ich wußte, daß darunter etwas vergraben liegen mußte, eilig- räumten wir den Schnee beiseite Und bald stieß ich Ms einen Menschenkörper. Der Unglücklich« lebte noch und wurde -mit Wein und Biskuit gestärkt. Im selben Augenblicke höre ich in der Nähe ein zweites! Bellen. Ich springe aus und eile in der Richtung davon, als plötzlich Mein Hund Mich am Rocke packte, znrückzerrt und in den Schnee wirft. Ich wunderte mich, sprang auf, aber bald- entdeckte ich Mit Hilfe der Laterne die Ursache von des Hundes ungewohntem Berhalten: ich stand hart ton Rande eines Abgrundes. Rur der Klugheit des Tieres verdanke ich meist Leben." Auf jenem! Streifzuge wurden acht Personen aus dem Schnee vor sicherem Tode errettet Jetzt ist das Hospiz durch ein Telephon Mit beit tiefer liegenden Orten verbunden!, die Mönche werden über die Zahl der emporstjeigenden Wanderer unterrichtet und können so sicherer als früher Hilfsbedürftigen beistehen.
In einer englischen Caucherschule.
Jedes Schiff der britischen Marine führt eine Taucher- Abteilung mit sich, die ans sorgsam ausgebildeten Tauchern besteht. Diese Taucheräbteilnngen werden nur aus Freiwilligen gebildet, die sich, vor ihrer Aufnahme einer genauen ärztlichen Untersuchung unterwerfen müssen; denn nur eine sehr kräftige Konstitution hält die Anstrengungen und Ge
fahren aus, die dieser Berltf mit sich bringt. Daher erhalten auch die Taucher eine höhere Löhnung und genießen andere Vorzüge. Ausgebildet iverden diese Leute in einer der drei englischen Taucherschulen, die sich zu Portsmoitth, Devonport und Chathan befinden und von denen Portsmouth die bedeutendste ist. Folgen wir nun einem Berichterstatter des Scientifie American auf die erste Werft von Portsmouth zu dem riesigen S-tahlkessel, in dem die Taucherschüler ihre ersten Studien betreiben. Es ist ein gewaltiger Wasserbehälter von 13 Fuß Höhe und etwa 18 Fuß Durchf- messer, der in Manneshöhe eine Anzahl von Fenstern enthält, durch die der Lehrer die Bewegungen dieser Anfänger verfolgen kann. Oben führt um den Behälter eine Galerie herum, von der aus der Taucher herabgelassen und an Seilen gehalten wird. Der Schüler wird zunächst, über Art und Bedeutung seiner Ausrüstung unterrichtet und muß sich in dem schweren Anzug auf festem Boden bewegen lernen, um seine Instrumente, das Telephon, die Leiter und die Rettungsleine, richtig zu halten und zu gebrauchen. Das Herabsteigen ins Wasser ist für den Ungewohnten ein sehr schwieriges und angsteinflößendes Unternehmen; je tiefer er nämlich unter der Oberfläche verschwindet, einem desto stärkeren Druck pst der Körper ausgesetzt. Bei einer Tiefe von zwanzig Fuß beträgt dieser Druck z. B. schon 8i/z Pfund ans den Quadratzoll; bei größerer Tiefe wächst er dementsprechend. 204 Fuß sind die größte Tiefe, zu der je ein Taucher herabgedrungen ist; es war dies der Taucher James Hooper, als er nach, dem bei Pichidanque in Südamerika gesunkenen Schiff „Kap Horn" tauchte; er hatte den enormen Drnck von 881/2 Pfund ans den Quadratzoll auszuhalten. Bei einer mäßigen Tiefe von 32 Fuß ist der ganze Körper des Tauchers einem verstärkten Druck von 20 000 Pfund unterworfen, wozu der gewöhnliche Luftdruck von noch einmal 20 000 Pfund kommt, so daß ein Äesamt- druck von 40000 Pfund ansgeübt lvird. Solch ein Druck ruft nun zunächst bei dem Anfänger erhöhten Pulsschlag und Atembeschwerden hervor und es bemächtigt sich seiner eine große Nervosität, die sich erst allmählich verliert. Läßt diese Nervosität beim Herabsteigen nicht bäld nach, so muß der Mann die Schule verlassen; er ist nicht tauglich. Auf dem Boden des Wasserbehälters hat der Schüler Bewegungen auszuführen, die ihm der durch das Fenster beobachtende Lehrer telephonisch zuruft. Bei dem Gewicht des Taucheranzugs von 160 Pfund werden diese Bewegungen dem Anfänger nicht leicht. Sechs Wochen lang loerden diese Anfangsübungen fortgesetzt; hat der Taucherschüler sie glücklich überstanden, dann kommt er in die „Offene See- Klasse", in der er seine Arbeit unter den natürlichen Bedingungen ausüben lernt. Hier kann der Lehrer die Be- wegungen des Tauchers nicht mehr beobachten; hier ist der Schüler ganz auf sich selbst angewiesen, und es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen dem eng begrenzten Raum des! Kessels und der ungeheuren Weite des Meeres. Die größte Vorsicht wird ihm bei seinem ersten Abstieg ins Meer eiu- geschärft; allzugroße Wagchalsigkeit könnte ihm leicht den Tod bringen. Ein langsames Heraufkommen ist noch notwendiger wie ein langsames, behutsames Hinabsteigcn, uitd für besondere Notfälle sind Vorsichtsmaßregeln getroffen, um eilt schnelles Herauftauchen zu ermöglichen. Nach den ersten Versuchen in geringer Tiefe wird der Schüler der „Offenen See-Klasse" allmählich bis zum Hinabtauchen in eine Tiefe von 120 Fuß gebracht. Dies ist das Maximum der Tiefe, in die der Marinetaucher hinabgehen muß; Tiefen von 150 Fuß kommen nur in ganz seltenen Fällen vor. Hat sich der Taucher daran gewöhnt, auf dem Boden des Meeres zu gehen, so erhält er verschiedenartige Werkzeuge-, um mit ihnen zu arbeiten. Nun beginnt ein neues unwichtiges Stadium des Lernens. Es ist sehr schwierig für den Taucher, mit den immer aufwärts strebenden Justrrp- menten umzugehen und sie richtig anzuwenden. Ist seine Ausbildung endlich vollendet, so wird er aus einem Kriegsschiff angestellt. Die Marinetaucher haben eine große Anzahl von Arbeiten zu erfüllen. Ihre wichtigste Aufgabe


