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Met. Da bild st der in, es giäb K Glück ult fei Seligkeit ohne die! Wurt's mol ab, zehn, sufzeh Jahr, do iS schunn annersch."

Sie warf einen scharfe» Mick nach Hendrina hinüber.Meinst du auch,S gäb fei Seligkeit uf der Welt ohne die MannSlent?"

Hendrina fühlte, tote sie rot wurde. Ihr Vater nahm ihr daS Mort vom Mnnde.Hab dich nich eso, Seit! Räsonnier nich Über die MannSlent. Eso schlecht, Ivie du se machst, sind se nich! Und eso gut wie die Weibsleut, sind se noch immer. Dich ärgert ett ja bloß, dast du keinen mitgekriech hast."

Tante Sette lachte:Meinst du, Schwager? Müs nu net all weisst! Wie batst dir denn basse, wenn ich heit noch eine nahm?"

Ter alte van En-dert zuckte znsammmen. Dann lachte er grimmig:Frauensleut kann mer als alle Dummheiten zu- tranen. Ich bät mich gar nich wundern."

Mower ärgere däts dich?"

Aergern? Du kanns machen, was wills, du bis als zienv- lich ling großjährig."

Hildegard klatschte in die Hände:O jeh! O jeh! Die Tante Sette heirat sicher noch emol. Neilich in MKänz, da hawwe ich se gesehe mitn Gawalier! Mitin ganz feine! Ae grostmächtige Schnorr eZ Hot er geholt un ganz verflixte Aage. Awwer nu misse mer nffstehe, wann mer noch bei Dag üwerS Eis wolle. Snnscht werdS dunkel."

VI.

Als sie an die Uebergangsstelle kamen, trafen sie mit Georg Marner und ein paar anderen jungen Leuten zusammen. Der Amerikaner war gleich wieder an Henbrinas Seite. Er ging neben ihr über daS EiS, er säst neben ihr beim Drosselwirt. Mit klugen Augen sah Tante Sette allem zu. Es war wieder voll im DwsseltoirtshauS, laut und lustig, und eS war schon ziemlich spät, als sie heimgingen. Georg Werner führte Hendrina, Hilde- Kard hing sich in Boerts Arm ein. Aber Tante Sette schob sie weg.Der Beert iS heut awend in ei Gawalier. Such du ber'n annere."

Langsam und bedächtig ging sie an Veerts Arm, so daß sie weit hinter den anderen znrückblieben. Ein paarmal sah Tante Sette den nwrtfargen jungen Menschen scharf an. Dann sagte sie Plötzlich und unvermittelt:

Mas sind denn das sor Sache?"

Beert fuhr zusammen. Mit seinen Gedanken war er da vorn hei dem Trupp gewesen.

Mas denn?" fragte er unsicher.

Tante Sette lachte jetzt nicht mehr.Hör, Beert, des gefallt mer gar net! Mann du uff deine Fährte nach Määnz komme bist un hoscht mer erzählt Nun meint liewe Herr Schwager, un vnn der Hendrina, dann hawwe ich immer bei mir gedacht, 'daß des gar net anners sein könnt, daß die Hendrina und du ä Paar gibt. Ich weeß doch aach, wo Barthel de Most holt! Manu ich aach mei Späß mache, un itower die MannAlent herziehe, des Wollt ich doch net, daß Hendrina net heirate soll. Ausgerechnet ä Mädche wie die Hendrina. Ich hawwe mich heit ordentlich verschrecke, wie ich se gesehe hab. Sv a Veen Ding es se gcwcse, noch net in die Schul gange, Ivie ich se eS letztmol gesehe hab. D« Endert, hot se jo net nach Määnz komme lasse, vor lauter

Aengscht, se kennt & bische lnschtig were, nn was anneres sehe

im Here, wie das armselig Lewe do unne int Niederrhein bei

der alt Bas! Un 's mag jo aach & schwer Stück for ä Badder

sein, so & scher Mädche ze Mete. Herrgott, iS das ä Mädche! Und daß der Endert gern hält, daß du die Hendrina hetratst, daS kann ich aach begreife. Mv.nns em Gleicht aach egal iS, ob int & scheener Barsch vif," mit wohlgefälligem Blick sah sie Beert miawwer das annere daS annere. Ich kenn ja die ganze Verhältnisse, ich weeß jo, ivaS er sor'n FiloN iS, un daß er sich denkt, wann die Hendrina dich nimmt, dann hat erS Heft in der Hand, braucht nix eranS ze rücke und bleibt Herr ufs'm Schiff. TaS is for ihn die Hauptfach. DieMaria Hendrina von Goch" die iS ihm liewer als seiner Seelen Seligkeit. Und ich war froh, tote ich aus deinem Berzehles gemerkt hawwe, daß du die Hendrina gern hoscht, un hawwe gedenkt, bei dir iS se Mt uffgehowwe, un mei Schwester int Himmel, die wenig Glück gehott Hot hie unne, die wird sich freie, daß ihr Kind ä guhde And « staatse Mann kriegt. Un ich hawwe gemäänt, es wär alles uM beste ingerickst! Un was sinn ich hie? Du machscht & Gesicht wie n Lohgerlver, dem die Felle weggeschwomme sind, die Hendrina, die guckt um dich erum, wie uinZ Kircheeck, um do jung Daugenix" sie wies auf die Vorausgehendendem Ater de Luftikus ausieht uff zehe Schritt, der schwänzelt um die Hendrina erum, tut mächt'r die Cour uff Deiwel komm erauZ, und mei Herr Schwager, der guckt z-n un läßt sich das gefalle I DaZ kappier ich net, das is mer ze hoch!"

Sie blieb Atem schöpfend stehen! Ihr lustiges Gesicbt war

ganz ernsthaft getvvrdeK. Mert antwartete nichts. Da rüttelte sie ihn heftig an der Schulter.

Steh doch net tote ä Stockfisch," rief sie ärgerlich.Wanst das alles is, toas Tu kannst, dann kann mers der Hendrina net cnwl so iwtoel nehme, wenn se sich mit dem annern erummacht! Der hot ja ä Schjwawwel wie ä Elster und wirst sei Aage wie Ä Merlvel erum. Mit nix rede und still sein, do is eS bei'm Mädche net geschafft. Do muß mer sich an de Lad lege un muß allertt fein! und wif."

Beert zuckte die Achseln.Ich kann nicht allertt und wif sein," sagte er leise.

Awwer Du brauchst aach Trauerkloß ze sein tut Dussel," rief die Tante Sette.Und tut will ich wisse, wie das zesamme- hängt?"

Wie das znsammenMngt? Daß der Amerikaner Geld hat und wohl dem Oehm duvchgetan hat, daß eS ihm egal ist, was mit der Hendrina ihrem Gelde gemacht wird. Und der Oehm denkt auch vielleicht, daß wenn die Hendrina den nimmt, und sie machett das fest, daß er datm noch mehr Herr auf deut Schiffe ist, toiet wenn die Hendrina mich nimmt. Mer weiß, was er denkt." Er! zuckte mutlos die Achseln. Aber Tante Sette wurde sehr erbost:

Und das läßt du dir so gefalle! Do stehst du herbei ttnbi sagst nix. Läßt dir von so em Grashüpper daS Mädche toeg-- schnappe? Eso ä Bvrsch, wie du ääner bis. Und hoscht Zeit gehott, die Hendrina fest ze halte, bischt so viel mit er zesamme gewese und tut noch die letzten Dag ufsm Schiff immerzu. Awwer freilich, wenn des agfange hoscht, dann"

Beert ließ den Kopf hängen. Es würgte etwas in ihm. Stockend und schwer brachte erS heraus:Siehst du, Tante Sette, ich kann daS nicht so sagen, wie das is. Kuck, die Hendrina,, die hab ich doch gern, so lang ich denken kann bald. Früher, wie ich noch nicht aufm Schiss war, so lang ich in die Schul gangen bür und die Hendrina war iott ganz klein Ding, da hab ich, sie erum geschleppt und getragen. Nachher, wie se größer war, und ich schon beim Oehm aufm Schiff, wenn wir dann von der Fahrt kommen sind, da hab ich mich schon Tag vorher gefreut auf die Zeit, wo wir zu HauS sind wegen der Hendrina, und seit sie 'n groß Mädchen iS, da denk ich gar nix anders mehr als an die Hendrina. Aber das iS en komisch Stück! Siehste, den ödjnt, der hat die Hendrina noch tote son Kind behandelt, wo sie doch, schon bald neunzehn iS. Und dann hat er sie fast nie mit andern gelassen. Immer mit der Bas und immer zu Haus. Und so ist die Hendrina gar nicht gewesen tote andere junge Mädchen. Die hat noch rein geschlafen bis jetzt. Und da, auf einmal, weißt du, Tante Sette, so auf per Fahrt da erauf und dann hier! in Bingen, da toarS doch, als ob's sie ans curat wach worden wär. So, als ob's ihr auf einmal erst zu Sinn kam wie wie! doch das Leben eigentlich is. Ich HättS ja benutzen Sännen, so lang sie noch so in Goch und so kindisch war. Da hält se sich! auch mit mir versprochen, wennS ihr Vater gewollt hätt. Aber tut is das zu spät. Nu iS se ganz wie nmgewendet und all daS Neue, das macht sie dach ganz wie eittett, der lang int TmrBelnj gesessen hat, intb ins Licht kuckt. Und der Amerikaiter mit seinen' schwarzen Augen und seinem verliebten Gered, der hat ihrs! angetan."

Das iS liier zu hoch, Beeri," stöhnte Tante Sette.Das! iS zu disfissil ßor ä Ä Frau. TuS sin so neumodftchL Erfindungen. Wann Mer sich frühier in ä Mädche verliebt hat, do hot mer er'schj gesagt, und Hot sich annern vorkumme lasse, und geichlof« hawwe die Müdcher auch früher net, se wäre ewe erscht Kinne« und sinn dann Große worde und hawwe sich verliebd un ver-' heirad, tut toatttt se an de dichtige Barsch komme sin, dann warSi gut, und snnscht Ivars aach emal schlecht, grad toieS so int Lews seht. Und wann du net so verüawelt wärst und wärst allertt und schslu, do dähtst de die Hendrina dem GraShüPper abspenstig mit die.

Beert fuhr zusammen:Ich kamt doch gar nix machen. Ich kann se em t«ch nich weg reißen! Och Gott, wann se ins! Wasser siel, ich nwllt se eranS hole, wo es am diewsten is."

Jo, besomtersch alleweil, wo der Rhein zu iS," lachte Tante «Sette.M, tnei Jung die duht dir net den Gefalle und Mlt itts Wasser, daß du se eraus Hile kannscht. litt wann dn eso bleibscht, da hättschte se ja doch twr für innere ettauS ge­holt. Un ich fercht, wannS so is, wie btt mer verzehlt hoscht', dowerd mei Herr Schwager dem do vorne" sie toieS ärgerlich auf die Vorangehenden'sei Mädche als gern nachschmeiße. MaS lieht dem dran, ob se glücklich werd. Wann der nor sei Schiss Hot, der der" Sie murmelte etwas Unver­ständliches, aber eine Schmeichelei für ihrenHerrn Schwager" war es sicher nicht.

(Fortsetzung folgt.)