Ausgabe 
14.7.1909
 
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früher in den SpimtstnbeU

Die Geschichl' vom Esel uon de Stur renk.*)

S warn amol drei Sturrende vo Gaiße, bene wocrrs

ich schnn soarge". schirm de Esel ab

dr Möller wacker Mannskerl, der d's ganz verdutzi, reißt Mr mahnt groad,

Bersteü-Rätfel. . ,

Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in solgenom Wörtern versteckt sind, wie die Silbean" inWanderer": Eisbahn Fahnenweihe Mohammed Erdbeeren 7- Weinkanne Regenmantel Vergißmeinnicht Schwer tropfen Wanderbnrsche Geburtstagsgeschenk.

Nuslösung in nächster Nummer.

Auflösung der Charade in voriger Nummer:

A g a m e m n 0 n. _

klan Geald ausgange ien vom grüße harre se kans mich. In der Stoadt, do krirre se naut mich geboarkt, ien do gcnge se die Chaussee enauS üwer Wissig ins Bousiger Dahl. Off dem Feld bei'r Möhl stahn a Karm, für den a Esel gespannt woar. D'r Möller, dem der Esel gehrert, loag da- neroe non schläis uon schnoarkt, wäi wann er oacht Toag Fassenoacht gehalc hätt.Halt!" saht do der an Sturrcnd, m'r spanne de Esel aus uon verkaufe en moarn aff dem Gaißer Viehmaht". Do säht dr anner oawer:Doas dürfe mr net duhn, doas wär jo gestoahn". Da saht d'r Trett: Ich waaß, wäi mrs mache! Nimmet d' Esel niet uon spannt mich ien Kärrn; fürs anner werd Gesaht, gedohn! Die zwie Sturrende uon mache sich merem davon. Wäi nu wurd, soah he ien seim Kärrn en junge Eselsgeschirr off sich hat. D'r Möller ies die Aaage off wäi Kroppedeckel ien säht:

dr Tcmvel hätt sein Spiel met m'r getriewe! Waas dauht he ien meint Kärrn?" D'r Starrend awer niet sanl, fällt für ihm off die Knäi uon säht:Eich sein ja Auer Esel, hier! nur 011, woas ich Auch se verzehle hun l Mein Vatter ies a Edelmann; uon wäi ich noch so a klarier Bub woar, uon immer nngezehne Straach moacht, do is er amol ganz unwellig woarn, Hot mich verwünscht uon verflucht uon Hot gesaht, en Esel sollste werrn uon bleibe, bes dich wirrer a ahlt Fraa beoon erliest! Mei Zeit ies nu wirrer komme, a ahlt Fraa von Bousig Hot mich erliest, wäi ihr so fest ge- schlofe Hot". D'r Möller kratzt sich hinner de Uohrn ien läiß d's Gespenst laafe. D'r Sturrend moacht sich nu off die Lappe zon seine Komeroade. Om annern Toag woar Nieh- maht ien Gäiße. Die Sturrende brachte ihm Esel aach aff de Mäht uon wollte 'n bad verkaufe. Off de Muht kam mver aach de Möller ien wollt sich wirrer en annen Esel kaufe. Wäi he nu sein Esel wirrer souh, do saht he:Du biest mr e schiener Barsch! Hot dich dein Butter wirrer verivünscht ien verflucht, duß be noach amol en Esel seist woarn. Du kimmst mr nid miet) ien mein Stall; so e Uos

E5-:.

) Eine von den Geschichten, die gerne erzählt wurden.

sreizuh alten und überzuspriiigen, erfordert eure seemannrsche Geschicklichkeit, von der sich die Landratte nichts tranmen läßt. In stürmischer, stockdunkler Herbstnacht, wenn man die Höhe der Seen nur am unsicheren Licht der 'Schaum­kronen erkennt, oder im Witrter bei übererstem Schiff ver­doppelt sich natürlich die Gefahr für den Lotsen. Wenn trotzdem nicht häufiger llnglückssälle zu verzeichnen sind, so ist dies ein Beweis mehr für die Tüchtigkeit unserer See­lotsen. Ist der Lotse glücklich an Bord, so übernimmt er so­gleich Kommando und Verantwortung; unter gewissenhafter Beobachtung der Seezeichen, von Strom, Wind und dem Grunde führt er das ihm anvertraute Schiff dem Hafen zu. Er gibt den Kurs, die Ruder- und Maschinenkommandos an, die der Kapitän anssühren läßt, wenn er nicht selbst den Maschinentelegraphen bedient. Ebenso überwacht er die Segelführung. Bei den Häfen oder Seestationen verlaßt der Seelotse das Schiff; geht es weiter stromauf, so kommt jetzt der Revierlotse an Bord, dessen Beruf weniger gefähr­liche Momente aufweish aber ebenso schwierig und verant- tvortungsvoll ist. Der Seelotse hat nun Dienst am ~atw, bis sein Seeturn wiederkehrt oder er ein Schiff in See führt, das ihn dann draußen absetzt. In der Ostfee ist der größte Teil der Küste Steilküste, die See meist bis ziemlich dicht ans Ufer tief, und die Mündungen der großen Flüsse sind nicht so versandet; anch fehlt Ebbe und Flut. Infolge dieser günstigeren Bedingungen haben die Seelotsen der Ostsee nicht nötig, die Schiffe weit draußen zu besetzen, son­dern arbeiten von festen Landstationen Kus. Fast alle Lotsen find Mitglieder der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiff­brüchiger und haben als solche oft Gelegenheit, der See mit Boot und Rakete ihre Opfer zu entreißen.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Umversiläts-Buch- und Stemdruckerei, R. Lange, Gicbcn.

käf ich niet miet), du biest uon bleibst beim Vatter sein Nauinotz".

Die Sturrende zuge nu met ihrm Esel oab ien verlasse ihn ohn an Möller von be Biwer, uon ber soll en haut noach hun, wäi die Saag ies. D's Gealb dafür hnn die Sturrende beimArtlich in der Promenoab" versöffe uon hun sich brnooch met e Schecß hum fouhrn lasse. -0-.

Vermischtes.

*Böse Buben" und große Männer. Muster- hustes Wesen und guter Erfolg auf der Schule sind nicht immer Vorbedingung für eine spätere tüchtige Lebenslausbuhn. Die beidenberühmten Letzten des Darmstädter Gymnasiums", Justus von Liebig und Gervinirs, denen ihre Lehrer immer wieder prophezeiten, daß nichts ans ihnen werden könne, und die daun doch beide so Geniales leisteten, sind nur ein markantes Beispiel für die große Zahlböser Buben", die zu hervorragenden Männern wurden. Bismarck gehörte zu diesen schlechten Schülern und Fontane, uiib unter den Dichtern ist die Zahl derer, die aus der Schule nicht viel leisteten, überhaupt besonders groß. Da gewinnt der kürzlich erschienene Bericht der Londoner Schulaufsichtsbehörde be­sonderes Interesse, der sich mit der Frage beschäftigt, welchen Entwicklungsgang die Männer genommen haben, die als Schulknaben einst rechtböse Buben" waren und ihren Lehrern viel zu schaffen machten. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, daß nicht weniger als 42 dieser bösen Schulbuben sich später nicht allein zu tüchtigen, sondern zu hervorragenden Bürgern entwickelten, die ihrem Vaterlande aus den ver­schiedensten Gebieten wertvolle Dienste leisteten, während andere, die in der Schule wahre Musterknaben waren, in ihrem späteren Leben niemals den mittleren Durchschnitt über­ragten. Eine große englische Zeitung hat hieran anknnpfend an eine Reihe bekannter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in England eine Anfrage über ihre Schulzeit gerichtet, und es ist nicht ohne Reiz, diese Antworten zu hören. Bernard Shaw z. V. beichtet:Auf der Schule war ich ein Faulpelz und schlechter Schüler bis zu meinem dreizehnten Jahre; dann entwickelte ich eine Gewissenhaftigkeit, die bis vor etwa zwölf Jahren anhielt." Und er verweist aufMensch unb lieber« mensch", wo er im ersten Akt seine Kinderjahre beschreibt. Die in Englanb berühmte Schriftstellerin John Winter erzählt, sie sei in ber Schule ein unmögliches Mädchen gewesen, und Keble Howard sagt:Ans der Schule war ich ein Chamäleonknabe heute des Himmels so sicher, daß ich hoffte, bald zu sterben, nm nicht die günstigen Chancen zu verlieren (und es machte mir ein großes Vergnügen, memn Kameraden das zu erzählen), morgen aber der Seligkeit so wenig würdig, daß man mich gehörig verprügeln mußte, weil ich als Anführer einen Ranbeinfall in den Gemüsegarten meines Klassenlehrers geleitet hatte." Max Beerbohm, der Brnder des bekannten Schauspielers, in seinem Vaterlande ein angesehener Schriftsteller, erzählt, daß er in Schuldingen stets die größte Gleichgültigkeit gezeigt Hube, und Martin Harvey, der bekannte Schauspieler, beichtet endlich recht drastisch: Auf der Schule war ich ein Dieb, ein Lügner und ein Dummkopf. Das sieht aus, als wollte ich die Wahrheit des Schulberichtes beweisen; da ich denErfolg" leugne, können Sie dieses Geständnis einschätzen, wie sw wollen . . ." m M

* Umschreibung.Hast bit deine Fran ans NetguM geheiratet?"Na, es war sozusagen Liebe auf den zwene« Mick." . _J j , I