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fein Fortsetzer vier Ramm mit Fleisch, vier mit Brot, zwei mit Bmten anführt und ihnen je vier mit Min und mit Bier gegen- übersetzt, so haben wir ganze Dutzende dieser süffigen Namen int Berliner Adreßbuch gefunden, verständige und unverständige, wie Mmreund, Biermann, Bierhasen, Bierbach, aber auch Bierbanm, Weinwurm usw.

Nach der Herkunft und der Wohnstätte gaben sich sodann unsere Vorfahre» ihre Familiennamen,' zuerst kam natürlich dies« Art der Namengebung! bei dein Adel auf, verbreitete sich aber bald auch bei den nicht ritterliche» Leuten. Teils finden wir hier ganz allgemeine Angaben der Herkunft, teils Namen, die von bestimmten Ortsnamen herrühren. So haben wir die Namen Baier, Pommer, Sachs, Schwager, Voigtlander «sw., daun die Fürstenau, Delbrück, Birkenfeld, Hundeshagen, die Ambach, Zum­busch usly. Eine spätere Reihe solcher Namen kam durch bte Verordnung auf, daß auch die Juden sich Familiennamen geben

Nacg dieser Abschweifting kommen wir zu der zweiten Schicht der Elemente, aus! denen die Familiennamen gebildet Morden sind, Ku chen fremden Personennamen aus christlicher Zeit. Mit dem Siege des Christentums mußten ja auch in Deutschland kirchliche Persoicennamen zu Vornamen werden, und bei der Einführung der Familiennamen wurden natürlich auch diese fremdländischen Namen dazu verwendet. In der vollen Dorrn aber, wie sie die Kirchensprache bot, konnten sich nur die kirnen Namen wie Thomas, Lucas erhalten; die längeren 4 und ö silbigcn mußten eine Kürzung erfahren, und bei dem Schicksal, das hierbei ihrer harrte, ist das Betonungsgesetz von maßbender

Ä KkÄS ÄftTÄff Ä EÄÄÄÄafejÄ ^interschechung nötig wurde, da lag es doch gewiß nahe, dem Personennamen die Bezeichnung des Standes oder Gewerbes znzufügen, Zusätze, die wir schon vor der Wt ^itte von Familiennamen noch nicht ge-

auch heute noch neben den ganz anders» artigen Fmmlrennamen nn engeren Verkehre sich finden w wenn die, doch heutzutage den gleiL Famüieunömen

1 ttK 8mnllte, uacg dem Berufe des Vaters, Brauer die mlöere ..saurer «iw. von den Verwandten genannt wird und der Familimname zmAcktritt. An das stzriegshandwerk erinnern der LL^-^R^^^er oder PfeilstücK, an die JaA und das WmdweÄ bei JÖMnto«», der (lungere) Jäger, der Falkner (Fel»» uerß der Förster und der Aschenbrenner. Bei den gewerblichen Familiennamen tritt, auch die Verschiedenheit der Mundattm L

^L^?^chdeutschland den Becker (Bäcker), wM> »u Hanse ist, und wir in Basel Zar dem Pfister begegnen, der vom lateinischen Pristor herkommt iwr einen Gegend unseres Vaterlandes als Topf bekannt ch, führt in der anderen den Namen. Hafen, und so sind dann die ^eMtrger Ineses Gesäßes hier töpfer, dort .Hafner, und so habt» die Inhaber dieses Gewerbes auch die beiden Familien- Immen. DM kommt nun, daß die Bezeichnung deS GewerSes m verfchtedenen Tettew Deutschlands nach verschiedenen, dabei vorkommenden Tätigkeiten gegeben wurde. Die Leute, die mit dem lebenden und toten Bich und seinem Fleisch zu tun haben, Somu .Hleßcher und Fleischhauer, Fleischhacker, dann Schlachter und Metzger, drittens Beinhauer und Knocheuhaner, viertens Sulzer genannt, abgesehen von mehreren welliger be­kannten Bezeichnungen, und alle diese Gewerbenamen sind Fami- kennamm Mwvcken. Stach den verschiedenen Namen für hölzerne Gefäße: Anse, Bottich-, Bütte heißen die Hersteller dieser Gefäße, also Angehörige emes Gewerbes, Küfer, Büttner, Böttcher: wir erinnern weiter an Tischler und Schreiner. Es braucht kaunr erwähnt zu werden, daß die aus Standes- oder Gewerbebczeich- nungen hcrvorgegangenen Namen außerordentlich HÄsig sind: wer denkt nicht an die Schutze und Müller, deren sich der Klad­deradatsch liebevoll angenommen hat und die den übrigen an Zahl vvvauKgehen; ihnen folgen Meier, Schmidt, Schneider, Leh­mann, Bauer, Richter und Hoffmann. Die Häufigkeit dieser Namen bringt eine gewisse Einförmigkeit hervor, die auch dadurch Aum gemindert wird, daß neben den Schulze der Schultze, Schulz utG Schultz, .ja der Schultes, Schnltheß und Schultheiß tritt, daß sich $n Meier Meyer, Mayer, Mayr unb ähnliches gesellt. Der schmi früh <i uftrekende Schmidt freilich Hal cs zu einer Reihe Abteilungen und Verkleinerungsformen befracht, so daß wir neben Schmied, Schmid» Schmitt mich Schmiedel, Schmidt-' lein und Schsuidtliik und SckHNicdecke finden. Ein wenig Ab­wechselung bringt in die Eintönigkeit die Fülle von Zusammen jetzungen, in denen die häufigsten Namen vorkommen, und' bei denen die besondere Art des Gewerbes, der Wohnsitz, wohl auch Eigenschaften eine Rolle spielen. Da gibt eS den Hammerschmidt, den BiMschmidt, Goldschmidt, Silberschmidt, Oberweyer, Thal- meyer, Crvnmeyer, Kleemeier, Mertelmeyer, Schürmayer nuv., Bvnckmüller, Windmüller, Seemüller, Schottmüller, Klinginüllcr nsw. Als Ergänzung zu den Gclveröenamen sind die den Werk­zeuge» und Geräten sowie der Kleidung entlehnten Namen zu er­wähnen, unter decken, die sich noch heute finden, seien Degenkolb, Axt, Pflug, Spannagel,. Harnisch, Wcißermel, Mehlhose genannt. Neben das WortDer Mensch ist, was er ißt" könnten wir auch das zweite setzen:Der Mensch heißt nach dem, was er ißt und trinkt." Denn noch- häufiger als die Speisen spielen bei der Namengebung die Getränke eine Rolle. Und wenn Heintze und

gleiche" hlnzusngte, nahm er eine Bezeichnung an, die an den römischen Brauch erinnert; wir nennen von noch je^ bestes den Geschlechtern K. B. die Stolberg-Stolberg und Stolberg Wernigerode, .die Hohenlohe--Jngelfingcn. Dem hohen Adel solate der Niedere, rann die Ministerialen und ritterbürtigen Dienst- ««men der Bischöfe, weiter die Patrizier, iind zuletzt die üanb- s s > r.i.V..... <. ständig aus dem Land-

Volkc, und da bei diesem die tztamengebung langsamer erfofate besonders von rem Maße der Freiheit ab'häiigt, so finden sich?iu beit Zünften auch iwch im 14. Jahrhundert Mitalieder >is,,i- Jamiliennmnen.. Am spätesten hat sich Zfe RamWuna an den Küsten der Nordsee durchgesetzt. Gibt doch Hermann Allmers »Märchenbuch, an, daß noch bis ins 18. Jahrhundert Hinein Familiennamen bei den Friesen selten gewesen seien. Man begnügte sich, eben mit der alten Sitte, dem eigenen Personew- namen den P«ösonnamen des Vaters beizufügen. Hierin kann festenDa °rner Einführung von Familiennamen

£« aber der Kreis der Personennamen sehr gering war, ^ad in den Familien dieselben sich immer wiederholten, mußte es natürlich zu den größten Verwirrungen fommeiL Der Bauer Ela?, «ohn eines Peter, also Clas Petersen, nennt seinen Sohu> nach dem Großvater wieder Peter, so daß dieser ein Peter CWssen Wnd, und nun seinen Sohn wieder Clas nennt, so daß wir in Ö unischichtig Peter Classen und Clas Peter-

MMräg «bi ******* -* ** rt1ta Ke -G« .bemerkt worden ist, sind unter den Elementen, s"h die deutschen FamrlMimb Geschlechtsname» qc.

als die erste der drei Schichten die alteinheimischen, ursprünglich . heimischen Pe r so u c n n a m e n zu nennen Finden Wir in der Heldensage zur genauen Bezeichnung Hilde­brand, veribrantv. Sohn, Siegsried, Siegmunds Sohn, finden W-,m den lateinisch.abgefaßten Bürgerrollen einen Martinus

' . >'iit Mglnisnng von Filins (Sohn) Mar-

tmus Arnoldi, so wurde es üblich, diese Genetive als F a in ilien- JA"! s «uv, wie ja selbstverständlich,

fe s£$ Äucr» beitfelßen genetivischen Familiennamen eriMten, sondern dieser iGenetw auch auf die nächsten Geschlechter fviteibte; der Sohn Herbert emes Martinus Arnoldi wurde nun nu.)t etwa zu einem Herbert Martini, nach der Art der Clas nnd Peter, sondern ein Herbert Arnoldi.

Nach dieser Entstehung! der Familiennamen müßten wir lauter gencnmschje Bildungen erwarten, nnd ihre Zahl, sowohl mit dem latcmnchcn t Wie mit dem deutschen e des Genetivs ist in noch Ijcutjittafle groß genua ohne daß natürlich den meisten Trägern solcher Namen die Blldnngsart bekannt ist. Wir nennen neben den schon erwähnten Arnoldi und Martini z. B. Aeqidi oder AegM) und xiflitW, Andreac, Wilhelmi, Fabrr, Borchers, Helm- $ie Seffwerbititfl, oder philologisch ausgedrückt, § bOUusicrniifl des Genetivs mußte aber doch zurücktreten hinter der cinwendiuig des Nominativs der Personennamen als Fannliew- inNitoy5n, eines Folcaldus erscheint schon im Jahre ltz,0 als Ugo Folcaldiis, und em Bürger Henricus Razenis, vielleicht der Abkommen eines Dienstmannen Razo der Abtei Z« St. Pantaleon, der uns in Köln im Jahre 1185 begegnet, hat jich.nach zchil wahren schon in einen Henricus Razo gewandelt, und 1272 finden Wir einen Bürgermeister Thcodorieus dictus Razo. Line große Anzahl der altdeutschen vollen Personennamen, die alle ans zlvei Bestandteilen gebildet waren, sind auf diesem Wege zu Familiennamen geworden; teils ist dieser Vorgang ohne oder mit ganz geringer Veränderung, geschehen, teils ist. die Um- toemuhmfl und die Verstiimmlung des Namens so groß, daß man lerne ursprüngliche Form nicht mehr erkeimt und aus demselben Namen, mehrere Formen hervorgegangen sind, deren Benvandt- schaft dem Laien verborgen bleibt, wie wenn der altdeutsche Rie-

M. Richard, Richert/ Riechert, Riegert, Reichhardt, .lceicharb, Reichcrt, .stickrrt, Ritschard »»d Retsert; Liutbald gar tzu Liebaldt, Liebold, Liebhold, Liebelt, Liebel, Licpelt, Lippelt, K'pvel, Leopolt, Lepolt, Lepel, Leppelt, Luppold, Lnbold, Laubhold, Lenpold, Leybold, Leibel.i Leibhold, Leipott, Leipel Wird. Dazu gesellen sich in dieser ersten Schicht Familiennamen zn beit altdeutschen Vollnamen auch noch die .Kürzungen, die den zweiten Bestandteil sortlassen, und die Berkleinernngen oder Kose­formen. Wir wollen hier nur auf die VerkleinernngSendnng lei«, schwäbisch und schweizerisch Hit Hinweisen, Namen wie BuckliN, Rümcliii nennen und auch unsererseits nicht verfäumen, darin zn erinnern, daß, wie in Deutschlaird der Stamm, nicht die Endling betont wird, bei uns im Norden jeder Mensch z. B. ötefllcin, Zwerglein sagt, so der Sch-Wabe und der Schlveizer rin Recht auf Stvnglin hat.