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und

Ich, dazu Passe ich gar nicht."

Dazu passen Sie vorzüglich- Seren Sie heb, Mnd, willigen Sie ein. Ich hole Sie morgen selbst ab rind bringe Lre Übermorgen selbst wieder her! Nun?"

Edeltraut dachte: Also nur, um Wilhelm morgen und über-

Kelmuih von Lonlen. pchinan von Ursula Zöge von Manteuffel. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Wie danke ich Ihnen, daß Sie widerspruchslos anhörten, was ich Helmuth zu sagen hatte!" sagte er.

Lieber Freund, wenn Sie sich selber hatten sehen können, so würden Sie begreifen, da st eine Unterbrechung einfach Frevel gewesen wäre, lind dann. Sie wissen, Anne Marie nimmt blind» Ungs hin, was Sie sagen und wartet nur darauf, von Ihnen überzeugt zu werden."

Wirklich? In allem?"

Gewiß."

Er blieb stehen und beide Wechselteil einen Mick. Der seine war ganz bittende Frage, der ihre Abwehr.

Nein, nein," sagte sie hastig,so nicht. Das meinte ich doch nicht! Reden Sie nicht iveiter, ich weiß, alles, >vas Sie mir sagen wollen, aber das fonn nicht sein. Wirklich nicht, Wilhelm. Sind wir denn nicht auch so zufrieden genug? Und bin ich nicht auch schon so Störenfried genug? Sehen Sie in die traurigen Augen Ihres Schwesterchens und Sie werden mir recht geben."

Gramen Sie sich nicht um EdeltMiit, liebste, gnädige Annes Marie. . . nichts ist ihr so heilsam wie grade Sie. Ich lese in ihrem Herzen >oie in einem offenen Buch und kenne sie besser, als sie sich selbst kennt. Wir sind uns ja alles, alles gewesen, und der Gedanke, sie hingeben $»i müssen, ist mir bitterweh, aber seit einem Jahr weiß ich, daß ich sie hingebcn muß. Sie weiß es nur noch selber nicht."

Anne Marie bog einen schwanken, bllitenbesetzten Jasmiii- ztveig herab und sog den Dust ein.

Sagen Sie mal, lieber Wilhelm, find Sie da nicht in einem großen Irrtum besangen? Oder nehmen Sie das nur au, weit Sie cs wünschen? Ich werde irre a» Ihrer Seclenkenntuis. Da verstehen mit Frauen uns untereinander wohl besser. Für Ihre Schwester existiert nur einer, und das sind Sie."

Wir werden ja sehe». Und wenn ick) recht behalte, liebste Anne? Wie dann?"

Es mar, als liefe ein leichtes Zittern durch ihre ganze Gestalt und etu leichtes Rot überflog ihr schmales Gesicht.

Adieu, Wilhelm, morgen komme ich wieder!"

XXIX.

Baronin Trost hielt natürlich Wvrt und erschien am nächsten Tage gleich nach deni ländlich frühen Mittagessen der Rothaider. Sie kan, im leichten Dogcart, die Zügel des Ponys selber führend, und blieb so lange, wie der Pony zum Verschnaufen Zeit brauchte.

Edeltraut war noch in der Wirtschaft beschäftigt, Anord­nungen siir den Abend zu treffen. Als sie damit fertig war, ging sie hinaus, nm sich anzuzichen. Wilhelm hatte sie gebeten, ein weißes, spitzenbesetztes Kleid aus indischem «Leideummselm an- zuziehen, welches er ihr kürzlich geschenkt hatte. In mattem Elfenbeinweiß umfloß es die schlanke Gestalt, matt glänzend wie Perlenschimmcr. Tas sah sie gleichgültig im Spiegel, liebet der Stirn wellte das gelbe Haar und glänzte glatt und fest der um den Kopf gelegte breite Zopf. So, nun war sie ja fertig. In eine Handtasche legte sic, loas sie für die Nacht brauchte und für den nächsten Morgen. Tann nahm sie Hut und Staubmantel und ging hinunter. , , ,,

Während Martens die Sachen nach dem Wagen brachte, suchte sie Wilhelm in seinem Zimmer, im .Hof, int Garten, ohne ihn und Anne Biarie finden zu können. Endlich sah sie smsetts des Staketes auf der Wese die beiden, wie sie über das kurz- geschorene Gras gingen, Anne Marie langsam, oft stehen bleibend, er zu ihr herabgeneigt, oder nach diesem und jenem hinzeigend. Tann blickte sie, der Richtung folgend, bald zu der auf der An­höhe zwischen den Baumkronen aufsteigenden Kirche empor oder gen Westen über das angrenzende wogende Kornfeld hm. Augen­scheinlich genoß sie den stillen Frieden dieses ländlichen Idylls, und er wieder sah mit Rührung, lvie sich dieser Friede ihrem ganzen Mesen mitteilte.

Edeltraut lehnte au der Pforte und wartete, bis die zwei umkehrten und zuvückkamen. Sie hatte ja gar keine Elle, fort- W kommen. Ob sie nun hier ansehen mußte, tote diese beiden sich in die Augen sahen, oben drüben anhören, was die schöne Valois ihrem Jugendven-Hrer zufsiisterte, blieb sich gleich, beides war bedrückend. ,, , , r, ,,

Endlich sah Anne Marie auf und bemerkte'die Helle Gestalt an der Gartenpforte. , ...

Ah, da ist sie ja! tot. lieber Wilhelm, wie schön ist sie doch!' Sie sollte immer Weiß trage«!" '

Tas sähe ich auch gern, aber es ist doch nicht ausführbar. Doch nicht wahr, ich kann wohl stolz auf sie fein? Und Sie wissen nicht mal, lvie sie sein kann, Sie ahnen es nicht, wie so ihr ganzes Wesen sonnige Lust und Kraft ist"

Fortsetzung folgt.)

morgen wiederzusehen! , - «,

Und Lohsen sah mit Befremden ein erblasstes Gesicht iind ein bitteres Lächeln darauf, Aber im nächsten togenblid hatte sie sich gefaßt und da war wieder die mlide Gleichgültigkeit in ihrem Ton:

,-,Sie sind sehr gütig. Ich btobe aber damit Wilhelm meine Pflichten auf."

Oho!" rief der,wer spricht von Aufbürden? Es wird mir eine besondere Freude sein, Schwesterchen, dich einmal unter fröhlicher Jugend zu wissen!"

Also abgemacht!" sagte Anne Marie,Helmuth, du hättest auch deine Ucberredungskunst anwenden können!"

Ich schwieg, weil mir selber vor diesem ersten Sprung in die Wogen nachbarlicher Geschwätzigkeit graut und ich am liebsten morgen gar nicht in Bardes wäre."

Mein Lieber, das würde dir Ada nie vergeben."

Edeltrauts Augen öffneten sich einen Moment weit, wie die Augen eines verwunderten Kindes, dann saß sie wieder stumm und sah auf ihre Hände herab. Sie hätte eben Loysen gern angesehen. Anne Marie hatte das so leichthin gesagt, er erwiderte nichts darauf. Er saß ein wenig vorgeneigt auf dem niedrigen Rohrstuhl und zeichnete mit einem Stöckchen Figuren auf den Boden. Auf seiner anderen Seite saß die gute Großmutter und wollte wissen, welcher Art ein deutscher Haushalt in den afrikanischen Kolonien sei und zu welchen Preisen Fleisch, Milch, Mehl und Gemüse zu beschaffen wären. Das schien ein günstiger Augenblick, um unbemerkt zu entschlüpfen, sie verließ die Halle und verschwand seitwärts zwischen den grünstacheligen Tannenwänden. Im nächsten Augenblick war Lohsen aufgesprungen und ihr nachgeeilt.

Holen Sie etwas? Kann ich es nicht für Sie tun?" rief er ihr zu. Aber sie winkte ihm hastig, zurückzubleiben. Sie mußte allein sein und wenn auch nur einige Minuten. Allein mit ihrem verwirrenden Seelenschmerz und ihrer nur zu klaren Selbstvcr- achtung. Denn sie verachtete sich selbst um all des Häßlichen willen, was sich in ihr Gefühlsleben eingeschlichen hatte. Wie? War sie das, die Wilhelm sein neues Glück nicht gönnen, ihm nicht willig ihr ganzes Leben aufopfern wollte?

Sie gedachte der Zeiten, da sie es nicht leiden wollte, daß sich der Freund zwischen ihn und sie stellte, und wo sie, ein trotziges, eifersüchtiges Kind, davonlief, wenn Loysen kam. Sollten diese unreifen, ungeklärten Zeiten und Empfindungen wieder­kehren? Nein, das nicht, nur das nicht. Sie wollte Wilhelms stille Freude teilen, ja sie empfand gegen deren Urheberin keine Abneigung, aber einsam blieb sie trotzdem und wie ein schwerer Truck lag ihrs auf dem Herzen.

Sie war immer weiter gegangen, schnell, als müsse sie eine vergessene wirtschaftliche Pflicht nachholen und so, quer über den Hof und direkt in eine der offenen Stalltüren hinein. Hier stand sie auf dem smiber gepflasterten Mittelgang, und alle die rot­weiß gefleckten Köpfe mit den breiten Stirnen und weilausge­schweiften Hörnern wandten sich ihr zu. Ein begrüßendes Brummen ging durch den Stall, ein kleines Kalb mit seidigglänzendem, goldbraunem Fell kam auf strammen, breiten Beinchen auf sie zu gestapft und sah sie aus dummen, großen Augen begehrlich an. Ihre Hand strich über den glatten Köpf, aber ganz mechanisch.

So stand sie lange, bis eine der Stallmägde mit einer Frage, an sie herantrat. Da erwachte sie, sah sich ganz betroffen um, als bemerke sie jetzt erst, wo sie war. Langsam ging sie in den Garten zurück, trat wieder in die Halle und halle, sich nun so weit gesammelt, daß sie scheinbar heiter und ruhig mitsprach. Loysen erzählte von seiner Reise. Er war unruhig und erfüllt von quälenden Zweifeln und sprach deshalb lebhafter und rascher, als sonst seine Art war.

Endlich erhob sich Anne Marie.

Nun müssen wir fort," sagte sie,bitte, Helmuth, sieh nach dem Wagen."

Es kam nun ganz von selbst oder zögerte Anne Marie, daß sie und Wilhelm als die letzten die Halle verließen. Sie ging neben ihm und hatte ihre Hand leicht auf feinen Arm gelegt. Sein ungleicher, etwas stampfender Schritt kontrastierte stark mit ihrer hingleitcnden Gangart, und doch schien cs, als bereite beiden grade dies Nebeneinander ein heimliches Vergnügen.