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und Wälzt sich rmcT) beut Schloß. Der ganze Park scheint in Fetter ztt stehen. Tie verstörten Pfauen und Fasanen flattern kreischend in ihrem Bogelyause umher; die ara­bischen Pferde, bett Pnlverdampf merkend, bannten sich itt ihrer Stallung ttud Magen wild nm sich, das ganze Generalstabsquartier ist in Bewegung geraten, alles rennt umher, die Meldereiter komnten mit verhängten Zügeln angesprengt, alles fragt nach dem Marschall!

Doch dieser ist für jedermann unnahbar. Nichts könnte ihn bewegen, seine Partie, einmal angefangen, zu unter- brechen.

An Ihnen, Kapitän," bemerkt er soeben abermals.

Allein der Kapitän, durch die äußeren Vorgänge zer­streut, jung und feurig, verliert feiste Ueberlegung und sein kaltes Blttt, er vergißt, daß er mit seinem Chef spielt, er denkt nur daran, die Partie zu beendigen und tnacht in zwei Serien so viel Bälle, daß er beinahe das Spiel beendet hätte. Der Marschall fährt auf, Ueberraschung, Zorn und Unwille zeigen sich in seinem männlich festett Angesicht.

In diesent Augenblick kotttntt eilt Adjutant in rasend­stem Galopp im Hofe angesprengt, sein Pferd, Wohl ver­wundet, bricht unter ihm zusammen, er schiebt den Posten und die Diener beiseite, sich mit einem Satze den Eingang erzwingend.

Herr Marschall! Herr Marschall!" ruft er fast ver­zweiflungsvoll . . . doch welch ein Empfang wird ihm: der Marschall, rot wie ein Puter, wütettd durch das Spiel seines Gegners, reißt das Fenster auf und schreit, mit dem Queue in der Hand fuchtelnd:Was wollen Sie? Was geht vor? .... ist denn kein Posten, keine Schildwache da?"

Aber Herr Marschall!" . . .

Gut, gut! Gleich, sofort! . . Erwarten Sie meine Befehle!" Und das Fenster tvird heftig zugeschlagen.

Mau erwartet seine Befehle. . .

Was blieb den Soldaten, der Armee anderes übrig?! Der Sturm jagt ihnen den Regen, die Kanonen und Zünd­nadeln einen Hagel von Geschossen entgegen, ganze Ba­taillone werden weg gemäht, andere müssen ruhig dem Hinschlachten zusehen, mit wütend zusamtnengebissenen Zähnen, ihre Waffe krampfhaft, aber nutzlos int Arm, ver­gebens nach einem Grund ihres Stillstehens, ihrer un­nötigen Aufopferung suchend. Sie müssen ruhig ausharren, denn:Man erwartet Befehle!" Ja, zum Sterben aus diesen, von dem Mut ihrer Kameraden rot gefärbten Fel­dern, dazu bedarf es keiner Befehle, das besorgt der Feind; zu Hunderten sinken sie dem mörderischen Blei znm Opfer, hinter bett Büschen, in den Grüben, in nächster Nähe des still und schweigsam daliegenden Schlosses, mit der Mar- schallsstand-arte; stolz weht sie noch hoch oben auf dem Dache. ~ Wie Helden stehen und fallen die Bataillone, utancher Hinsittkende, das Zeichen der Armee, das sie so oft zum Siege geführt, noch mit dem letzten Blick streifend, sie vergießen ihr Blut im Gehorsam, zur Ehre Frankreichs.

In dem Billard-Saale ist der Ausgang des Gefechts seinem Emde nahe nnb auch heftig geworden. Der Marschall hat seinen Vorsprung wieder gewonnen, aber der Kapitän verteidigt sich mit Löwenmut, eisern, ruhig, verfolgt er seinen Chef.

Jetzt zählt er für sich, die Offiziere springen, wie aus Befehl, nach der Tafel. Siebzehn! Achtzehn! Neunzehn! Kaum ist Zeit, die Mlle zu markierett, so schnell folgen die Stöße.

Dazwischen hört man den Donner der Geschütze näher und näher kommen. Der Marschall hat noch einen, den le^fen Ball zu machen, er hört, er sieht nichts anderes.

Jetzt schlageit die Granaten int Park ein, man hört ihr Sausen und Heulen durchs offene Fenster, da platzt eine direkt über deut Teich, der Spiegel int Saal zersplittert in Scherben.

Draußen der letzte Schlag.

Im Saale des Marschalls letzter Stoß.

Unheimliches Schweigen ringsum, nur der Regen plät­

schert gleichmäßig aus die Hagedorn-Büsche nieder. Von der Straße vernimmt man ein allmählich anwachsendes, dumpfes Getöse, tote Rollen von schwerem Fuhrwerk, bastiges Neunen und Latifen, als ob große Menschenntassen sich eilig sortbewegten. Ein einzelner Reiter jagt noch vorüber, er Wirst einett Blick nach dem Schlosse, in dem jetzt lebhafte Bewegung herrscht, er sieht hinaus nach dem First des Daches: Die stolze Jeldherrnstandarte weht nicht mehr, sie hängt zerschmettert hernieder!

Der Marschall hat feine Partie gewonnen.

Sprachecks des allgememeu deutsche» Sprachvereius.

Die Fremdwörter im Kraftwagenwesen.

Das) cs auch beim! Kmstwagenwesen derAulomobil- industrie" möglich ist, ohne Fremdwörter auszuknnmen, das beweisen die Anzeigeschristen der Ai-G.Mars-Werke" in Nürnberg-Doos. Leider ist unter Fachleuten noch immer die Ansicht verbreitet, daß es' für manche Teile am Kraftwagen gar keine deutschen Bezeichnungen gebe. Aber aus den beeiden Preislisten des genannten Hauses über Krastwagcn und Krast- zweiräder geht deutlich hervor, daß der Deutsche es dtirchaus nicht nötig hat, für einzelne Kvaftwageitteile die Benennungen von Frankreich oder England ztt entlehnen. Tie Mars-Werke sprechen von Kraftfahrzeugen, nicht vonAutomobilen". Sie nennen dasChassis" den Wa g en un t erb au und die Karosserie" den Wageuaussatz oder S i tz k a st e n. Sie sagen Reibrad antrieb und nichtFriktionsantrieb", Ausgleich- g etriebe stattDifferentialgetriebe", Sammler;ündung stattAkrumulatorenzünduug", Schleifschaltung statt Schleiskontakt", Dreh kolb en pumpe stattRotationspumpc", Kraftwelle stattMotorwelle", Rädergetriebe statt Rädermechanismus", Geblase stattVetilation". Ihre Ma­schinen haben selbsttätige Luftzuführer und keineauto­matischen", sind durch Hebel e inz u st eklen und nichtregulier­bar", sie lassen sie laufen, nichtstarten". Eine Stellung bleibt u n v e r a n d e r t, nichtkonstant", sic stellen die U md rehungs- zahl der Maschine fest, nicht dieTourenzahl", haben Fein- Werkzeug, nichtPräzisionswerkzeug", und kennen verschiedene Bauarten und Anordnungen, aber keineKonstruktion". Gleich glücklich und ungezwungen sind auch Fremdwörter vermieden, die mehr dem allgemeinen Sprachschatz als dem besonderen Fache angehören, z. B.Defekt" durch Schaden,Material" je nach­dem durch Leder oder Stahl,intensiv" durch wirksam, kompliziert" durch u m stündlich,elegant" durch geschmack­voll,groß dimensioniert" durch reichlich bemessen,ab­solut" durch unbedingt,zirka" durch r u n d. Wo aber von den Fachwörterir eins nicht auf den ersten Augenblick erkennbar wäre, hat man vorläufig das herkömmliche fremde Wort in Klam­mer dahinter gestellt, ein sehr vernünftiges Uebergangsversahren. Es wäre zu wünschen, schreibt die Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins mit Recht, daß endlich allgemein mit den fremdsprachigen Ausdrücken, für die der Ausländer selbst nur ein mitleidiges Lächeln hat, gründlich aufgeräumt würde. Jedenfalls ist cs den Mars-Werken hoch anzurechnen, daß sie es frisch gewagt haben, auf die beliebten Fremdwörter zu verzichten.

* Das Einkommen der Könige. Es ist durchaus eine leichte Aufgabe, das Einkommen der Regenten unserer Erde mit Sicherheit zu bestimmen, vor allem wegen der vielen ver­schiedenen Quellen, aus denen ihr Einkommen fließt. Der reichste Fürst der Erde ist nach wie vor der Zar, wahrscheinlich sogar der reichste, der je gelebt hat. Denn sein jährliches Gesamteinkommen belauft sich auf ungefähr 1600 Millionen Mk.; aber auch seine Ausgaben sind entsprechend groß, und wenn er alle die Summen angewiesen hat, die für seine riesen­haften, Hunderttausende von Quadratmeilen umfassenden Do- mänengüter nötig sind, so bleibt ihm verhältnismäßig nidjt mehr so viel. König Eduard von England empfängt jährlich 9 Vo Millionen Mark; aber nur etwas über ein Viertel dieser Summe findet den Weg in seine Privatbörse. Eine festgesetzte Summe wird regelmäßig verwandt für die Ausgaben des Königlichen Haushaltes, Pensionen, Gehälter, Belohnungen, milde Zwecke rc. Unser Kaiser erhalt als deutscher Kaiser und König von Preußen ungefähr 181/2 Millionen Mark, und hat ja außer­dem auch einen bedeutenden Kronbesitz an Domänen; aber auch in seinem Falle sind die Ausgaben, die auf ihm lasten, außer­ordentlich groß. Auch der Kaiser von Oesterreich bezieht als solcher und als König von Ungarn eine doppelte Apanage, die sich zusaminen auf 22y3 Millionen beläuft. Das Einkommen des Königs von Italien beträgt etwa 15 Millionen im Jahre, aber ermnß von dieser Summe auch den Lebensunterhalt der