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begangenen dem Klatsch zuhören.
Vermisste».
— Wilhelin Busch bringt in einer „Autographeutafel deutscher Dichter" folgendes w-ehmütig-ironische Gedichtchen:
Wir Kinder der Vergangenheit.
Wer eine Erbschaft übernommen. Hat für die Schulden auszukommen, Tenn nicht umsonst ist der Genuß.
Kein Leugnen gilt, kein Widerstreben, Wir müssen sterben, weil wir leben, So lautet der Gerichtsbeschluß.
Redaktion: P. W i t t k o. — Rotationsdruck und Berlaa der B t ü b t 'leben Universitäts-Buck- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.
Ergiinzimgsrätsel.
Es war im Monat Februar Ta ging ick durch den — Ais ick so langsam iurbaß — Ein Vöglein hört ich —.
„Ei", dacht' ick, „so zur Winterszeit k
Ich kann das nicht —"
Das Vöglein aber zwitschert laut:
„Ich kühl' schon Frühlings-" Gießen. M. B. Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Charade in voriger Nummer: Bernstein.
Ein einziger Reflektant erscheint und steigt mit uns hinauf auf den Boden.
Wir ziehen die leichte Decke ab, die das plastische Bild verhüllt. Wie eigentümlich lose die Wolle sitzt..... so
flockig.....wie sie bei der leisesten Berührung sich zu
heben und davon zu fliegen scheint! ..... eine graue Wolke umzieht uns. ,
Der Käufer ist Kenner. Schnell hat er geprüft und zuckt die Achseln. c .
„Wertlos, ganz wertlos," sagte er, „der Ziegenbock hat die Motten!"
Der Mann ist längst verschwunden. Wir beide stehen noch oben — hoffnungslos, betäubt.
Bon denr offenen Dachfenster aus hat man den Hrmmel näher — in Albertines Augen, die sie zum Firmament hebt, ist ein ganz besonderer Ausdruck. Betet sie oder tut sie ein Gelübde? . . . und glaubst du, lieber Leser, daß sie von der Loswut kuriert ist?
Aus Theodor Fontanes Apothekerzeit.
Es war noch die Zeit, wo der 18jährige Theodor Fontaue Lehrling war in der Rosescheu Schwauen-Apotheke in der Spandauer Straße zu Berlin — also „junger Herr., wie tue „W ert« Provisors" die Lehrlinge nannten. Er hat in seinem biographischen Buche „Zwischen Zwanzig und Dreißig" allerlei. Heiteres aus, jener Zeit erzählt! nicht aber, wie er am 10 April 1838 Nachtdienst hatte und auf das häufige Klmgeln vom Sofa emes Nebenzimmerchens aus dem flüchtigen Schlafe ousgeschreckt wurde, um in der Apotheke eilige Rezepte zu erledigen, die durch em „Kuckloch" hereingereicht wurden. Diese Nachtrag war wirklich flüchtig genug; drum wurde sie in einem Schlafrock absolviert, der über dem Hemde fest zugehalteu werden mußte, wenn die Rezepte kamen, damit nur die Situation den Wartenden gegenüber mit Anstand durchzuführen wäre. Da klingelt es wieder einmal. Fontane stürzt eilig hinaus und erkennt einen ernsten Herrn, der wichtig und mit Würde sein Rezept überreicht. Der junge Lehrling prüft es und ermittelt eine Fiebermedlzln, die bittet) den Zusatz eines bestimmt bezeichneten Fruchtigstes versüßt werden sollte Theodor Fontane macht sich also an die Zubereitung, wahrend der Herr zur Eile mahnt und mit einer tiefen, ernsten Denkerfalte auf der Stirn die Manipulationen des mischenden und sorgsam abwägenden Apothekerlehrliugs verfolgt. Da greift dieser nach einer Flasche, deren abgekürzte lateinische Aufschrift wohl den richtigen Saft verrät, die aber — leer ist! Der stets Kissenhafte Fontane eröffnet nun dem ungeduldig Wartenden, er den vorgeschriebenen Zusatz unmöglich beimischen könne, wohl aber einen ganz ähnlichen, der denselben unschuldigen Dienst der Versüßung tun werde. Aber vergeblich. Ter Mann mit der tiefen Denker falte steht auf seinem Schein und stellt sich als der Universitätsprofessor Joh. Gust. Troyseu vor. Seine Frau habe ihm soeben das erste Kind geboren, läge un Fieber, und er wollte die Arznei genau nach Vorschrift. Fontaue beteuert nochmals, aber wiederum vergeblich die völlige Gleichgültigkeit von Himbeer-oder Kirschensirup: es bleibt also Nichts übrig, als den Schlafrock iwch fester zu fassen und die Spandauer Straße hinunter zu laufen, um in der Simonscheu Apotheke, dem Rathause gegenüber, den fehlenden Saft zu erbitten. Aber das Schicksal blieb unerbittlich: auch dort ist die Flasche mit der ominösen Inschrift leer, und der jugendliche Fontane, der doch schon als Lyriker und Balladendichter im „Berliner Figaro etabliert war, wie ers nennen würde, mußte wohl oder übel noch weiter rennen. Und immer int Schlafrock auf dem bloßen Hemde; in seinem wogenden Gange, mit dem vollen Lockenhaar und den großen, gütigen, klugen Augen! Atemlos fand er an der Ecke der Reuen König- und Georgenkirchstraße in der Jungschen Apotheke, wo er fast genau 10 Jahre später den „18. März" erleben sollte, den gewüitschten Trank — und die Medizin wurde noch heilkräftig fertig. Ter kleine Weltbürger, der in der Aprtlnacht seines Erscheinens auch Th. Fontane so viel Umstände machte, ist der jetzige Professor Gustav Troyseu in Halle.
der feinen Freund bat. * _
«um Nachdenken. Zehn Dinge gibt es, weswegen noch niemals jemand traurig geweseu ist, nämlich dafür: jedermann wohlzutun; von niemand Schlechtes zusprechen; ön hvren vorm Verurteilen; zu denken vorm Sprechen; im Aerger zu schwelgen, dem Leidenden Freundlichkeit zu zeigen; um Verzeihung wegen iinreckiä in bitten: Mit jedem Geouio zu yaoen, keinen Glaiiben zu schenken; keinen Verleumder an«
* Das Rauchen der Damen. Eine überraschende Neujahrsgabe bieten die Inhaber der führenden Newyorker Restaurants ihren weiblichen Gästen: die Erlaubnis, zu rauchen. Denn bisher war es in den vornehmen Gasthäusern Amerikas den Damen streng verboten, sich diesem Genuß hinzugeben, und ein unerbittlicher Ausweisungsbefehl war stets die Folge. Bei Delmonico, bei Sherry, in all den eleganten Räumen, wo die Newyorker 'Gesellschaft sich versammelt, wird man künftig die smarten Amerikanerinnen mit der rauchenden Zigarette zwischen den schlanken Fingern sehen, und die wenigen Wirte, die noä) Obstruktion treiben, werden mit der Zeit auch nachgeben müssen. Man beruft sich auf Paris und London, wo niemand sich über eine rauchende Dame entrüstet und behauptet, auch Amerika müsse mit der Zeit sortschreiten.
* Raffiniert. „Aber Steffelbauer, könnt Ihr denn daK Trinken gar nicht lassen?" — „Na! . . . Wissen ©’, Herr Pfarrer, bat’ i’ au’ Rausch hab', komlma bei mir die guat'n Vvrsätz’ —i — und auf die freu' i’ ntii' halt scho' 'n ganz'u Tag!"
Für die Frauen.
* Praktische Unterröcke. Unter feine Kleider gehört auch ein feiner Unterrock, nämlich ein Seidenrock. Es werden aber schon viele Damen die traurige Erfahrung gemacht haben, daß selbst teuere und anscheinend gute Seide nach kurzem Tragen fadenscheinig wurde oder gleichzeitig auf mehreren Stellen Risse bekam. Der Rock ist eben zu sehr der Reibung durch das Kleid ausgesetzt und kann infolgedessen nicht lange hatten. Man wähle einen guten Lüster oder irgend einen beliebigen Stoss und verfertige davon einen glatten Unterrock. Nun mache man von demselben Stoff einen ziemlich hohen gezogenen Votant mit kleinen Säumchen. Dann verfertige man einen Bo ant aus guter Seide, benähe ihn mit zwei bis drei Rechen Samtbandchen. oder kleinen Spitzeueinsätzen. Beide Volants versehe man nut ziemlich dicht angenähten Druckknöpfen und befestige nun abwechselnd — je nach Toilette und Wetter — bald den einen, bald den anderen Volant. Der aus Seide verfertigte wird, da er breit ist, einen Seidenrock vollkommen ersetzen, und auch das „Rauschen" wird man bum Heben des Kleides erzielen. Abgesehen davon, daß em solcher Rock verhaltn mäßig lange hält, stellt er sich auch erheblich billiger als ein Rock ganz aus Seide. Mau kann natürlich alle möglichen Variationen ausführen, in farbigen Stoffen, Spitzen usw., je nach Geschmack und Phantasie.
Lebensweisheiten.
Lerne leiden, ohne — unleidlich zu sein. *
Lege dich abends hin, um zit, schlafen, nicht um zu denken.
Begnüge dich mit kleinen Erfolgen.
Sei hilfsbereit, doch laß jeden das Lehrgeld selbst zahlen.
Kränke nicht durch — teilnahmsvolle Worte.
Vergolde das Schwert deines Feindes, um ihm die Schärfe zu nehmen. «
Geh' nicht aiifs Meer, ehe du im Teiche schwimmen kannst.
Mißtraue dein, der jedermanns Freund ist, und ebenso dem


