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Jugend beisammen ist, nie völlig schwinden werden. Die Autorität des Lehrers beschränkte sich auf die Unterrichtsstunden, unb Werin ein Schüler durch sein Benehmen Au- K erregte, so pflegte der Lehrer selbst den Schuldigen t Komitee zur Aburteilung zu überweisen. Da in den meisteir amerikanischen Schulen Genieinsamkeitserziehung herrscht, beschloß man darairf, diese „Selbstregierung" auch auf die Schülerinneir auszudehnen, und so bildeten sich zwei Komitees, ein Knaben- und ein Mädchen-Komitee, die die Aufsicht über die Schülerschaft übernahmen. Alle sechs Monate wurde ein neuer Präsident und eine neue Präsidentirr gewählt, denen als Ratgeber je zwei Vertreter jeder Kia se zur Seite standen. Es ist bernerkenswert, mit welchem Ernste die Zöglinge an ihre neuen Rechte und Pflichten heran- traten; selbst die unverbesserlichsten Störenfriede wurden in dem Augenblick, als sie zu Mitgliedern des Komitees gewühlt wurden, zrr strengen nnd unparteiischen Richtern, die eifrig bemüht schienen, die Würde ihres Amtes zu wahren. J.r dieser Hinsicht hat die neue Einrichtung aus die Charakterbildung der Schüler eilten außerordentlich günstigen Einfluß gezeigt und das Berantwortlichkeitsgefühl gefestigt. Die Amerikaner betrachten es als eine ideale Vorbereitung für den künftigen Bürger, denen so der Fnitdamentalsatz des amerikanischen Staatslebens von frühauf lebendig zum Bewußtsein gebracht wird, jenen Satz, nachdem „das Volk vom Volle durch das Volk" regiert werden soll. Die Schüler selbst fügen sich widerspruchslos der „öffentlichen Meinung" ihrer Gefährten, und sie nehmett die verhängte Strafe als gerecht hin, wo früher durch die Strafgewalt erwachsener Vorgesetzter nicht selten heimliche Verbitterung und Trotz auf» keimten. Bezeichnend für den guten Einfluß dieser recht streng gehandhabten Schülerjustiz ist es, daß während der vier Jahre, in denen dies System in Los Angelos in Anwendung ist, nicht ein einziges Mal Beschwerden an den Direktor gelangten, der als höchste Berufungsinstanz sich das Recht vvrb halte.! hat. die Ur eile des K mi e s nötigenfalls zu korrigieren. Selbst die strengsten von dem Schürergericht verhängten Strafen wurden von dem Betroffenen widerspruchslos hingenommen. Ter Urheber dieser „Celbst- regierung" in der Schule, Professor John A. Francis, hat daher auch bald die Genugtuung erleben können, sein System auch bei anderen Unterrichtsanstalten eingesührt zu sehen. Die übrigen Schulen von Los Angelos find feinem Beispiel gefolgt, St. Louis und Philadelphia folgten, und allem Anschein nach wird die Selbstverwaltung der Schüler in kurzer Zeit in ganz Amerika zur Regel werden.
* Das Wunder des marokkanischen Prätendenten. Der Werglaube der marokkanischen Bevölkerung hat neue Nahrung erhalten durch eine vermeintliche Wundertat des von den Franzosen in Gewahrsam gehaltenen Prätendenten Mulai Mohammed, der unter den orthodoxen Marokkanern viele Anhänger besitzt nnd dessen Frei.assung besonders nach diesem jüngsten Geschehnis leicht neue Wirren auf das schwergeprüfte Land herabbeschwiren k.uitte. Vor einigen Tagen empfing Mulai Mohammed den Besuch seines Bruders Mulai Zin, der als Scheris von einer Ehrenwache einheimischer Soldaten geleitet wurde. Der französische Polizist, der vor dem Hanse Mulai Mohammeds Wache hielt, glaubte an einem gewaltsamen Besreiungsversuch und eilte schleunigst fort, um nach wenigen Minuten mit einer Schar von Polizeibeamten und Truppen wiederznkehrew Allein die Polizei fand die Brüder in harmloser Unterhaltung. Als Mulai Mohammed erfuhr, welche Ursache der Wafsenlärm hatte, machte er dem Wachtposten Vorwürfe und in seinem Aerger sprach er den Wunsch aus, Allah möge diesem törichten Polizeimann die Augenkraft rauben, mit der er offenbar doch nichts Vernünftiges anzufangen wisse. Am nächsten Tage sand der unglückliche Polizist, auf den der Fluch Mulai Mohammeds liefen Eindruck gemacht hatte, beim Erwachen, daß er das Gesicht verloren hatte: er war vollkommen blind. Die Kunde von diesem Ereignis ging rasch vond Mnnd zu Mund, und die Eingeborenen erblicken in ihm ein Wunder, das die göttliche Kraft des wirklich orthodoxen Sultans von Marokko beglaubigt. Dies Gerücht ist nm so gefährlicher, als Mulai Hafid unter den Strenggläubigen sehr viele Gegner hat, die ihm sein freundschaft
liches Benehmen gegen Fremde nicht verzeihen können, ihm vorwerfen, daß er Abdul Asis' Spuren folge und verstimmt darüber sind, daß er die alten Minister seines Bruders nicht alle entlassen hat. Der Erblindete wurde von einer Anzahl europäischer Aerzte untersucht, die zu dem Schlüsse kamen» daß hier ein Fall von Autosuggestion vorliege, dessen Wirkung sich ohnehin durch die schwachen Augen und durch die Neigung zum Erblinden erklärt. Doch für die abergläubisch« Bevölkerung liegt eine solche Erklärung naturgemäß außerhalb des Bereiches ihres Verständnisses, und das Gerücht von der Wundertat Mulai Mohammeds eilt durch das ganz.e Land.
Neue Vücher.
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Eng elhv rns Ro maub i b lio the k. (24. Jahrgang.) Die Schuldige. Von Richard V o ß. 2 Bde. — Die Billa des Gerechten. Von Rudolf Hirschberg-Jnra. — Ein r i t t e r l i ch e r B it s ch k l e p p e r. Von E. W. H o r n u n g. Ausi dem Ettglischeu. — Paradiesvogel. Von Paul Oskar H ö ck e r. 2 Bände. — Der gesegnete Tag. Von Alfred E h r e tt c r o n - M ii l l e r. Aus dein Dänischen. — Der Wegweiser. Von Anselma Heine. — Rebekka vomSounen- bachhof. Von Kate Douglas Wiggin. Aus dem Englischen. 2 Bände. — D e r rv t e Fa d e n. Von Georg Wasner. — Ein verlorener Posten und andere Geschichten. Von B. M. Croker. Aus dem Englischen. — Die Macht der Vergangenheit. Von Daniel Lesuenr. Aus beut Französischen. 2 Bände. — Die Befreiten. Von Hermann: S t e g e m a n n. — Liliput, der Schicksals motor. Von Lloyd Osbonrne. Aus dem Englischen. — Der rote Kersien. Bon Richard. S ko w ro nn e k. 2 Bände. — DaS anvertraute Gut und andere Geschichten. Von Bret Harte. Aus dem Englischen. — Die Dachprinzeß. Voch Hermine Villiuger. — Mary am Gittertor. Von B, M. Croker. Aus dem Englischen. 2 Bände. —Schwesterir. Von Paul Bourget. Aus dem Französischen. — I m Taifun. Von Joseph Conrad. Aus dem Englischen. — T i e Kinder des Herrn von Harthausen. Von Hans »ort Zabeltitz. 2 Bände. Sämtlich bei Engelhorn in Stuttgart, R. M in los, Ueber allen Göttern ist Ruh . . . eine monistische Studie. Berlin, F. Tümmler.
D. Vorwerk, Im Heer der Heimatlosen, Werdegang eines Fremdenlegionärs.
Der Mensch und die Erde, herausgeg. von H. Kra e- me r. Lief. 61—65. Berlin, Bong u. Co.
Pastorin Breithanptö Kochbuch. Frankfurt a. d. O. Trvwitzsch u. So km.
F. Titus, Und der Kaiser sprach . . zur deutschen Krisis. Leipzig, O. Wigand.
Tr. G. v. S cha u e n b u r g, Der süddeutsche Weinbauer. Lahr, M. Schauenburg.
W. O st w a l b , Schule ber Elektrizität nach G. Clanbe. Leipzig, Dr. M. Klinkharbt.
Hessischer Kalender für 1909, Darmstadt, H. Hohmann.
Königspromertade.
Man darf die einzelnen Wörter unb Silben nur in ber Weise miteinander verbinden, da» mau — wie der König au* beut Scbaeh. breit — stets von einem Reib aus am em benachbartes übergeht»
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nuntmert Uiiredtt leiden, schmeichelt großen Seelen.
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mors
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kei
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ernst
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nur
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