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Webaftiürt: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätZ-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.

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* Die tapferen grauen von Argos. Einst hatte der Spartanerkönig Kleomenes einen großen Teil der Aegiver in jofsener Fcldschlacht getötet und rückte gegen Argos an, um sich der Stadt zu bemächtigen. Da flößte die Dichieriit Telesilla, ein weiblicher Tyrtaeus, plötzlich ihren Mitbürgerinnen wie durch einen göttlichen Hauch einen mehr als männlichen Mut ein. Tele- silla vermochte es, die Schönen ihrer Vaterstadt zur Verteidigung ih er bedräu ten Herde und Altäre zu entflammen. R sch ent* schlossen besetzten die kühnen Amazonen unter der Anführung Telesillas die Mauern und Festungswerke der Stadt, zwangen zunächst Kleomenes die Belagerung anfzugebeu und jagten seinen Regieruugsgenossen Demeratus, der bereits einen Teil von Argos eingenommen hatte, wieder zu den Toren hinaus. Als so die Stadt errettet war, iourdert die gefallenen Heldinnen neben der öffentlichen Heerstraße begraben. Denjenigen Heroinen aber, Ivel* 6)en vergönnt war, ihre Heldentaten zu überleben, wurde gestattet, alljährlich am Gedächtnistage der Befreiung von ArgoS ein Fest zu begehen, das den Namen des Spottfestes erhielt, weil an diesem Tatze die Männer in Franentracht, die Fr aueit in' Männergewändern erschienen. Noch zur Zeit Plutarchs, des großen Biographen römischer und griechischer Helden, wurde das Spottfest feierlich begangen, sodaß die lange Dauer desselben die unauslöschliche Dankbarkeit der Männer von Argos bezeugt.

Ein Dnettroman.

Mau l Langenscheidt,Um Nichts!" Verlag Dr. P Langenscheidt, Gmß-Lichterfelde-Ost. Es ist ein gallenbitterer Ge- schmack, mit dem wir von dem Werke scheiden, aber seine Bitternis in Arznei. Bor Jahren rief ein Gemälde von Ernst te Werbt ,,unt Nichts!" Bewunderung hervor. Das Bild stellte eine Duell- fjene dar und übte durch seine Realistik eine mächtige Wirkung ?us den Beschauer aus. Die Deutung des Bildes fiel nicht schwer. Um Nichts! Em Nichts hat den folgenschweren Streit herauf- aber das junge Leben ist einem gesellschaftlichen Jra tom geopfert worden. An dieses Bild mußte ich denken, RomanUm Nichts!" beendet hatte. Während Lben £m. "iuntzes Blut" im Zweikampf das

W es hier ein Major a. D., der vor der Pistole des Mngeren Gegners fällt. Tie Verwicklungen, die zu dem

Mode.

In dieseit Sommermonaten wird wieder ein Toiletten- gegenstarid getragen, der unsere Mütter und Großmütter reizend kleidete, der große, wehende Schleier, die duftige Echarpe. Locker um die großen Hüte genommen, trägt man an der See Schleier riesenhaften Umfanges. Für die Straßenwiletten gibt man na­türlich nicht die herrlichen Spitzen dem Wind und Regen preis, sondern man hat die hübschesten, abgepaßteir, gepunkteten und geblümten Tüllgewebe, auch Tüll mit Spitzelt oder mit Band­besatz zur Auswahl. Die LipperheidescheModenwelt" behandelt diese Mode ausführlich.

Ein wichtiges Kapitel der modernen Frauenbewegung be­handelt Ilse Fmpan-Akunian, die Novellistiii, in einer Erzäh­lung:Tie Preisarbeit", welche in dem erstell Maiheft der Mode von heute" beginnt. Auch sonst ist der literarische Teil dieser anziehenden, Vornehmelk, in Frankfurt a. M. erschei­nenden Mode- und Frauen-Zeitschrift wiederum reich an fesseln­den Beiträgen, von i)eiten in erster Linie der neue Abschnitt der Lebenserinnerungen der Königin von Rumänien:Perthes" zu nennen ist. Unter dm weiterett Mitarbeitern finden wir Schulte vom Brühl, Paul Grobem, Clara tont Sydow, Sofie Schulz- Euler und andere, die Rvvelletten und Mandereielt derMode Volt heute" zur Verfüguikg gestellt. Für Abwechslung sorgen die Ru­briken:Aus dem Knnstgebiet",Ereignisse und Erlebnisse aus der Frauenwelt",Aus der Gesellschaft",Ter Jnteresseitkreis des Kindes" (mit Märchm, Gedichten, Rätseln, Spielen),Kinder­pflege",Küche und Haushalt",Schönheits- und Gesundheits­pflege", auch der die Frauenwelt interessierenden literarischen Er­scheinungen ist gedacht. An Wert und Reichhaltigkeit steht dem literarischen Teil der Mvdeieil mit zahllosen Originalabbildungen, Vorlagen und Entwürfen für jung und alt, für sämtliche An­sprüche gleich, alles geschieht, um dieBlöde von heute" zu dem beliebtesten und eigenartigsten Frauenblatte zu gestalten.

Duell führen, schildert der Autor so überzeugend, daß man selbst als Gegner diesen Zweikampf entschuldigen und für an* gebracht erachten könnte. Und dennoch liegt eine furchtbare, unfaß­liche Tragik in dem Geschick des alten Offiziers, der gehofft hatte, einen glücklichen Lebensabend im Kreise der Seinen zu verleben, und nun auf diese erschütternde Weise aus der Welk scheiden muß. Paul Langenscheidt hat uns eine Erzählung aus dem Offiziersleben beschert, die nicht nur in diesen Kreisen, sondern auch in allen anderen mit Bewegung gelesen werden wird.

Sonst geiht saun Leben futsch. Denn bat Swin, bat het Trichin'»!"

Besonders beliebt war in alter Zeit der Tanz mit dem be­kannten Liede:

Herr Schmidt, Herr Schmidt, Was kriegt denn Julchen mit. 'En Schleier und 'en Federhut, Der kleid't dem Mädchen gar zu gut"

Hierbei erreichte die Lust 'ihren Höhepunkt. Tänzer und Tänzerinnen faßten sich mit gekreuzten Händen an, der eine Fuß wurde vorgestellt, bei dem GesangHerr Schmidt" fand ein Wechsel der Fußstellung statt, bei dem nächstenHerrSchmidt" wieder und so fort, bei der zweiten Hälfte des Liedes tanzte man die Diele hinunter.

Ein bekanntes schönes Tanzlied war auch:

Hänschen seit im Schoststen und flicke sine Scharch, Da kam en wackert Mäken an und seih so nipe tau, .

O Hänschen, wenn Du freien tont, so freie doch nur mick, Ick hev 'en blanken Taler, den will ick geben dick.

Hans nimm fe nich, Hans nimm se uich, so hat 'en

[scheiben Fant,

Tat schadet nich, hat schadet »ich, bat wa.rv at wäer gand." Oder:

Omer Salbe np, sm er Salbe np, dann ward ct wäer gaub." Gesungen wurden auch noch folgende Lieder:

Wenn't Pingsten iS, weun't Pingsten is, daun flacht [ufe Bader 'en Bock, Daun danzt use Muddcr, bann banst unfe Mudder, [in ören bunten Rock."

Oder:

Komm tanz mit mir, komm tanz mit mir. Ich hab' eine bunte Schürze für."

ZnFaßlahm" wurde am Sonntag und Montag getanzt, am Montag kleideten sich bann einige Tänzer ans, setzten Masken auf und gingen mit Musik von Haus zu Haus, mit Krügen auf dem Rücken, in die sie die ihnen von den Bauersrauen ge­spendeten Schinken, Würste und Eier legten, die am Abend ver­zehrt wurden. Tie Ausgekleideten nahmen auch wohl eine Gaffel" mit, mit der sie bann selbst Schinken unb Würste aus deinWiem" herunterholten, wenn nach ihrer Ansicht die Spende der Bäuerin zu dürftig ausgefallen war. Der Geiz mancher Bäuerin fand dadurch seine Berichtigung. Nach dem gemeinschaftlichen Abendessen nahm der Tanz seinen Fortgang, Als kleiner Knabe hatte ich immer große Angst vor diesen fratzen­haften Gestalten und flüchtete mich immer aus denHühnerwiem".

Die Tanzvergnügungen wurden abwechselnd, soweit sie nicht rn den Wirtshäusern ftattfanbeu, auf den Dielen der Bauern­höfe abgehalten. Besonders feierlich und weihevoll wurde das Erntefest begangen; die Dorfschönen stellten einen schönen, be­sonders ausgeschmückten Erntekranz in dem Bauernhause her, in dem im letzten Jahr das Erntefest gefeiert war, mit Musik wurde der Kranz in feierlichem Umzuge in das neue Festhaus gebracht, um hier an bevorzugter Stelle bis zum nächsten Jahre aufbewahrt zu werden.

, Der Wandel der Zeit hat diese alten schönen Sitten und Gebrauche unvorteilhaft' verändert.

Ter betreffende Bauer hatte zu diesem Erntefest geschlachtet und gebacken, Brer und Branntwein gaben die jungen Burschen

Tie Unkosten wurden durch Beiträge, zu denen auch öfter pte Tänzerinnen beisteuerten, gedeckt.

Leder totste fast immer mit demselben Mädchen. Wenn die Tänzer beim Konter antraten, klatschten sie in die Hände, unb dte Tanzerinnen gesellten sich zu ihren Tänzern. Aus Eifer- suchteleicn entstehender Streit und Zank, der nur fcu oft in blutige Schlägereien ausartet, gehörte daher in der Heide zu den größten Seltenheiten. 8

, Tie städtischen Rnndtönze sind in den Dörfern der Heide beliebt und bekannt, aber wenn die Tanzleidenschaft dieJugend M immer größerer Lust und Freude hinreißt, dann kommen dte alten Tänzer zu ihrem Recht, und die Freude keimt bann reine Grenzen mehr.

Charade.

Das Erste bereitet dir Wohlbehagen Durch schattige Kühle an sonnigen Tagen.

Das Zweite holt bald, wenn du sröhnst dem Genuß, Dein Geld und dein Gut und dich selber zum Schluß.

Das Ganze verdrießlich beim Rundianze brummt; Doch kommt eS zur Ruh', ist es plötzlich verstummt.

Auch ist es als Meister der Töne bekannt, Der Hunderte reizender Walzer erfand. W.

Auflösung in nächster Nummed.s

Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Wien Wein.