Montag dm 11, November

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Auf der ligenm Spur.

Kriminalroman von Otto Hoecker.

(Nachdruck verboten.) i Fortsetzung.)

Rat Hausemaiin erhob sich mit kurzem Rucke.Bekamen Vie denn heraus, wo Schuhmacher sich an die dritthalb Stunden im Hause verkrümelt haben kann?"

Nicht die Ahnung", erwiderte der Hausmeister,indem ich zu beschäftigt war, daraus zu achten. Später machte man mich da­rauf aufmerksam, bmß er vorn obersten Flur heruntergctorkelt sein und Anstoß bei verschiedenen Gästen erregt haben soll."

In der Portierloge klingelte eben das Telephon. Gleich darauf Wurde Hansemann an den Apparat gerufen.

So, Sie sind's, Thommen?" meinte er.Wohin mußten Sie denn so eilig?"

Ich begab mich nach dem Bureau des Stellenvermittlers', der die Lohnkellner für das Selkenbachsche Haus zu senden pflegt. Wir schien es ein merkwürdiges Zusammentreffeir, daß unter diesen Lohnkellnern sich ausgerechnet sich gerade Schuhmacher befinden sollte. Das konnte auf keinen Zufall beruhen."

Ganz Ihrer Meinung. Was erfuhren Sie nun?"

Der Agent ist von dem ihm persönlich bekannten Detektiv Walden ausdrücklich ersucht worden, bei sich bietenden Gelegen­heit unter allen Umständen Lohnkellner nach Selkenbach's zu senden."

Hansemann trat betroffen einen Schritt vom Apparat zurück; er wurde ein würgendes Gefühl nicht los.Thommen, ich bitte Sie, was sagen Sie da?" rief er in den Apparat.

Das ist noch lange nicht alles, Herr Rat. Mein eiliger Gang zu dem Agenten hat sich reichlich bezahlt gemacht. Er will nur auf Waldens Ersuchen hin dessen ihm persönlich gänzlich unbekannten Freund, wie gewünscht, plaziert haben,, zumal der Mann einen direkt unangenehmen Eindruck auf ihn gemacht hat ... er trug, n>ie ich hier einschalten möchte, einen Schnurr­bart, ohne einen solchen hat ihn der Agent nie gesehen; natür­lich hat ihm Walden den angehenden Lvhnkellner selbst zu- geführt."

Das ist allerdings so wichtig wie überraschend!" meinte der Rat ernst.

Noch eins, Herr Rat. Der Selkenbachsche Hausmeister hatte Auftrag erteilt, der Agent möge Schuhmacher nicht mehr schicken. Ald der Stellenvermittler dies unserem Juwel Walden mitteilte, tat dieser ganz' außer sich und drang so lange in den Agenten, diesem zugleich bedeutend, daß die Entsendung Schuhmachers in gewisser Hinsicht geboten erscheine, bis der Mann gefügig wurde und zu dem letzten Festabend den nicht Gewünschten wieder mit­schickte."

Von wo aus telephonieren Sie?" .

Bon meinem Bureau aus, Herr Rat. Ich dachte, See wären schon zurückgekehrt, setzte mich dann aber mit dem Unter­suchungsrichter in Verbindung und erfuhr, daß S-.e nach der Selkenbachschen Billa unterwegs seien."

Wo ist Walden?"

Ich weiß nicht, Herr Rat. Haben Sie ihn nicht nach Plötzes see geschickt?"

Gewiß. Doch er könnte längst zurück sein. Klingeln Sir' einmal bei der tzlefäugniskanzlei an und fragen Sie nach Walden. Ist er noch dort, soll er sofort nach meinem Bureau kommen,"

Sehr wohl." Der Kvmmissar klingelte ab.

Für Hansemann verstrichen fünf Minuten unerträglich lang­sam. Seine sonst so gütigen Züge schauten eben abstoßend hart darein, lvie einer, der alles Hoffen ausgegeben hat und sich nun iit seinem Vertrauen getäuscht weiß.

14. Kapitel.

Nach etwa fünf Minuten klingelte der Apparat wieder an. Wie widerwillig griff Hansemann nach der Hörmuschel.

Ich habe Sie warten lassen müssen", ließ sich des Kom­missars Stimme vernehinen,ich konnte nicht gleich jemanden,, der mir Auskunft geben konnte, an den Slpparat bekommen. In der dortigen Kanzlei scheint ziemliches Durcheinander zu herrschen. Also, Walden war mit dem Revierleutnant dort. Es soll zn einem großen Skandal gekommen sein. Ich werde, aus der ganzen Sache nicht recht klug. Ich verstand nur^ daß Walden in Ihrem Auftrag gemeinschaftlich mit dem Reviere leutnani einen Gefangenen rekognoszieren sollte."

Allerdings. Hörten Sie näheres über das Resultat?" fragte der Rat in großer Spannung.

Jawohl, Herr Rat. Der Strafgefangene ist nicht echt. Es liegt ein der Gefängnisbehörde gespielter Betrug vor. S«l haben wohl Walden eine Photographie mitgegeben."

Allerdings. Was ist mit ihr?"

Nun, es ist eine Photographie des unter falschem Namen vermutlich als Stellvertreter einen Straftermin absitzenden- fangemn^te c§ <<odj halb und halb! Was geschah dann weiter?" , ,,L ,

Das konnten mir die Kauzlclbeamten auch nicht sagen. In Gemeinschaft mit dem Direktor hat Walden den Gefangenen scharf befragt. Das soll über eine Stunde gedauert haben. Dann fuhr der Direktor in Begleitung des Leutnants und Waldens mit dem Gefangenen in einer geschlossenen Droschke nach Moabit. Die Herren hatten es eilig und taten sehr ge- heimnisvoll. Die Beamten vermuten, daß ihr Chef mit seinen Begleitern zum Untersuchungsrichter gefahren ist . . . Das ist alles, was ich erfahren konnte."

Ich danke Ihnen. Es ist mehr als genug. Ich werde sofort nach meinem Bureau kommen. Sollte Walden sich inzwischen dort einfinden, so soll er dort bleiben und mich erwarten. Ich mache Sie für sein Dableiben verantwortlich; Sie dürfen seme Wiederentfernung unter feinen Umständen zelassen. Schluß.

Als Rat Hansemann kurz darnach mit Thommen nach der Witteschcn Wohnung fuhr, meinte Thommen: :Ruu glaube ich, daß Rokohl sich nickt versehen hat. Es waren ihrer zwei, mit denen er an der Droschke zu. tun hatte. Nummer eins war der Maler. Den werden wir tvohl kaum wohl wieder laufen lassen müssen. Der Mann aber, der wenige Minuten später