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als
auf
dürfnissen des Berufslebens dienen: sie ist Sorgfältig wmmennerr und mit einem Sachregister versehen worden.
— Wilde, Oskar, Die Ballade vorn Zuchthaus zu Reading. Nach dem Englischen von Wilhelm Schölermann, Vierte Auslage. In Pappband 2 Mk. Wildes ergreifendste Dichtung ist diese Zuchthausballade, die er zum, Andenken eines Mitgefangenen, der dann hingerichtet wurde, m seinem Kerker zu Reading schrieb. Die Ballade wird in der schlichten, aoer edlen Gewandung, die der Insel-Verlag ihr gegeben hat, auch in der neuen Auflage immer mehr Freunde sich gewinnen.
bizfrei — die Newa noch nicht — aber dafür will mich mein Doktor, ich glaube beinahe perennirend — in horizontale Lage haben, ist mir daher das Ausgehen — N-atur und Kunstgenuß pp. von vornherein abgeschnitten — es bleibt mit höchstens bie schwach« Erinnerung an meine allererste Jugend, wo ich auch gefatscht" wurde. Ich komme mir beinahe vor, wie der alte Cheops — Gott hab ihn selig, der in seiner Pyramide eingesargt, —i nur noch durch das Loch, das gerade auf den Polarstern hinzielte — gucken konnte, und erst nach mehreren Jahrtausenden aus der peinlichen Lage befreit wurde.
Und was den mangelnden Kunstgenuß anbelangt, kann ich mich leider nicht so leid«: wie der Maler Wendling trösten, der mir einmal in Starnberg, wo ich ihn fragte, ob er denn nicht auch zur Ausstellung nach München hereinkommen werde, antwortete: „Zu was? mir gfallet do mx so gut als „was i selber g’maten hab'_ , „ „ , „
Ich schliesse — rein Ihrem Kopfweh zu lieb — Sw grüssend -- Ihr schon sehr
M d. 25. Mörz 84. abgelegener Freund
Spitzweg.
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwedtlätß-®uc6- und Siembruderet, R, Lange, «te&efl.
Versteck-Rätsel.
(Nachdruck verboten.)
. Ma» suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgende» Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" «i „Wanderer .
Schlesien — Schlachthaus — Bergmann — Erbschleicher — Räderwerk — Frühlingslied — Leberwurst — Schweizern —
Fahnenträger — Möebelwitz — Rattengift, Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Logogriphs in voriger Mummet: Gran, Grane (das Roß Brünhildens),
Ker mit einem anderen wetten wollte, daß er keine Gallone i Mer trinken könne. „Warte,ein Weilchen", sagte der andere, .
tch will euch dann sagen, ob ich die Wette annehme , und dann i
rt'ina er fort' und als er wiederkam, trank er die Gallone Bier i
richtig aus „Ich hätte nicht geglaubt daß Sie das können", ] sagte der, der die Wette vorgeschlagen hatte.,, „Ich auch nicht , meinte der andere, „bis ich in Bills Schänke es erst einmal probiert hatte." Ein anderer erzählt, das Komischste, was er je gesehen, das sei ein Neger gewesen, wie er eine rote Wasser- melone verzehrte.. Oder wieder ein anderer erzählte von einem Mann, der sehr rasch lief. Als ihn jemand fragte, warum er liefe, antwortete er, daß er schnell nach Haust wol.e, ehe er müde würde. Die ersten humoristischen Einorucke in der Kindesseele achen übrigens von rein körperlichen Dingen aus. Em einjähriges Kind lacht, wenn wan es rn den Arm nimmt, es schaukelt, wenn man die Nase tn tue Schurze steckt und Buh! Bub! ruft, und über dergleichen Dmge. Nach einem ^ahr beginnen die Kinder auf den Appell an ihre Fasjungsgabe zir rea- gieren Sie lachen, wenn man sich hmter em Handtuch versteckt und ruft. Zwischen 6 und 12 Jahren machen Unförmigkeiten auf das Kind den größten Eindruck, oder em Zusammentreffen unaewöhnlick/er Umstände, wie etwa ein betrunkener Mann, oder ein Zwerg oder Tiere. Mehr als ein Drittel der gefragten Klemm nannte das komischste Ding den Affen. „Das lächerlichste Ding , meint ein Kind, „ist das Kaninchen, weil es au semen Hinterbeinen sitzt." Auch das klanglich« Element, seltsame Wortiom- binationen und dergleichen übeil auf Kinder eine erheiternde Wirkung aus. Ein Kind chgt, das Komischste, das es st gehört, sei Peter Peter punked Peter!" Har ist es nur (tm Englischen) das Klangliche' das in oer kindliÜM Seele widerhallt. Der Humor ist also im wesentlichen, em Aoieiten von der zweckbewußten Tätigkeit zur zweckbefrelten, oder wie Profeswr Barnes es nennt, zur unorganisierten. Er spricht davon, daß Manner, die sich mit >amßerordeutlick>er Energie auf ihr eigenes Handeln konzentrieren, den Einflüssen von Dingen, die außerhalb dieser Sphäre liegen, nicht zugänglich smd. Damit bleibt ihnen auch die befreiende Wirkung des Humors versagt. Und als, ein Beispiel dieses Typs einer Höchstkonzentration der Energie nannte Professor Barnes Lord Kitchener, dem der Smn für Humor völlig ■d)le* Das brave Kind. „DaS Kind", eine neue Monatsschrift für Kinderpflege, Jugenderziehung und Frauenwvhl (Herausgeber Dr. Eugen Neter, Verlag Otto Tobies m Hannover), erzählt folgende nette kleine Geschichte: Zwei kleine Madcaen, Anna ni d R sa, warm unartig. Die Mutter stellt sw darüber zur Rede. Das ältere Töchterchen Anna leugnet alles und fugt at,o zur Unart noch die Lüge, während die kleine Rosa reumütig ihr Unrecht eingesteht. Darauf wird der kleinen Lügnerm eine Strafe in Aussicht gestellt. Nachmittags geht die Mutter aus, und als sie nach einiger Zeit nach, Hause kommt, bringt fie dem braven Röschen zur Belohnung, weil es sofort die Wahryeit gejagt habe, einen „Mohrenkopf" mit. Hierauf verlaßt die Mutter die Kinderstube: während sie eben noch im Nebenzimmer verweilt, hört sie, wie ihr braves, soeben belohntes Röschen zu der Keinen Sünderin Anna sagt: „Da Anna, hast Du ein halbes Mohrenköpfchen, und weißt Du was, morgen lügst Du wieder, und da geht die Mutter wieder fort und bringt mir ein Mohrenköpfchen, und da teile ich es wieder mit Dir." .
— Der gute alte Maler. Spltzweg als Brief- schreiber. Heinrich Steinbach veröffentlicht in der bei E. A. Seemann in Leipzig erscheinenden vorzüglichen, allen Kunft^undm dringend zu empfehlenden Publikation Meister der Farbe (Europäische Kunst der Gegenwart) aus dem Nachlaß von Friedrich Pecht eine Anzahl sehr interessanter Spitzweg-Briefe, die von der eigenartigen We.tbetrachtungsweise des berühmten Münchener Malers ein ergötzliches Bild geben. Der, nachstehende Brief, der auch an Fr. Pecht gerichtet ist, zeigt den Spchwegschen Stil sehr ausgeprägt:
Lieber Freund!
Wenn nicht doch der Ton, der durch Ihr heute Nachmittag erhaltenes Schreiben geht, mich einigermaßen getröstet hätte, wäre ich wirklich geneigt gewesen, mich recht sehr . um. Sie zu kümmern. Ich „mache" eben nicht viel in Rebus, wie rnamng- lich bekannt, und so war es mir feine leichte Aufgabe, schon gleich aus den ersten 2 Zeilen klug zu werden, was ich, aufrichtig gesagt, auch nicht geworden bin. ... — Dann kommt „noch mehr auf dem Herzen" als «.uf dem „Gewissen haben — Herz- Erweiterung, Verknöcherung, Polypen? Man kann an, allerlei benten — und ich bin Schuld — ich hab den Turgensti ins Haus gebracht — „heftiges Kopfweh" — Gehirn-Erweichung? Trepanirsucht? — Summa! ich hoffe, daß derLarm großer war als der Pfannenkuchen, wie beim, Maler Ebert, den Sie auch in letzterer Zeit als „Gehirnerweichten ansahen, bis sich herausstellte, daß er schon seit einiger Zeit fein, Gebiß heraus- genommen, und für seine Umgebung unverständlich und unartikuliert lautete. — Ich hoffe, wie gesagt, daß das großartige sybaritische Lazareth Menu zusammenschrumpft auf einen winzigen Katzenjammer etc. und ein süßer Schlaf ihn wieder wegwischt. — Quant a moi — bin ich zwar seit ein paar Tagen wieder
Literarisches.
— Meyers Volksbücher, herausgegeben von Dr. Hans Zimmer (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien, Preis jeder Nummer 10 Pfennig), haben ihre neueste Serie in der Hauptsache der deutschen Literatur gewidmet. Bor allem bieten sie eine vollständige Ausgabe der „Gedichte von Eudard Mörike (Nr. 1457 bis 1459). Ferner enthalt die neue Serie Fritz Reuters Verserzählung „Kein Hus un g (Nr. 1460, 1461; mit Worterklärungen), wahrend Otto vost Leixners lustiger Roman „Das Apostelchen" (Nr. 1465, 1466) die Herzen aller Freunde erwärmenden Humors erobern wird. Nicht bloß einen fesselnden, großzügigen Ueberblick über die Gesamtentwicklung der deutschen Literatur, sondern, zugleich eine geistvolle und tiefgründige, von imponierender Weite des Blickes diktierte völkerpsychologische Analvse des „deutschen" Gehaltes m ihr findet der Leser in Jakob Wychgrams Schrist „D te deutsche Dichtung und das deutsche Volkstum (Nr. 1462 bis 1464); sie wird vor allem den Lehrern aller Schulgattungen willkommen sein, aber sollte u. E. dem Geiste jedes auf wahrhafte Bildung Anspruch erhebenden Menschen zu eigen werden. Neben diesen der literarischen Erholung und B:- lehrung gewidmeten Bändchen soll eine vollständige Ausgabe der Zivilprozeßordnung (Nr. 1451—1456) praktiscyen Bedürfnissen des Berufslebens dienen: sie ist sorgfältig kommentiert
Trr Alte und die Jnngen,
Paul Heyse hat der Münchener „Jugend" als Antwort einen Neujahrs-Glückwunsch kürzlich folgende Verst gesandt. Stets sand ich jenes alte Wort begründet
Und war beflissen, daran festzuhalten:
Jung bleibt, wer mit der Jugend sich verbündet; Ihr warmer Hauch bewahrt uns vorm Erkalten. Doch freilich, wie erwünscht auch, seltner findet Die' Jugend ist vertraulich zu den Alten, Wie ihr zu mir, dem, da ein Jahr vollendet, Zum neuen ihr ein herzlich Wort gesendet
So laßt von Lebensböh'n mich dankbar blicken In kommender Geschlechter frisches Blüh», , An Scherz und Witz und Anmut mich erquicken. Mich freuu an euren Kämpfen, frei und kühn. Dann wird die Alterskluft sich überbrücken Und Lebenswärme nimmer mir verglühn. Der ich in grüner Jugend schon erkoren Das Banner, dem auch- ihr seid zugejchworeu.


