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gerichtet ist, desto mehr nach unten geht der Rückstoß beim Schuß, unterstützt noch durch die Schwerkraft des Geschützes selbst. Zu Unserem großen Erstaunen kam kurz nach unserem »werten Schuß der Funkentelegraphist mit einem Zettel heraus: Signal vom Kreuzer „Akaschi" „Schuß Nr. 3 ungefähr 600 Meter zu weit, Seitenrichtung scheinbar gut". Tas war sehr angenehm, so wußte man wenigstens, wie man zu schießen und welche Fehler man gemacht hat. Es war eine sehr richtige Idee von Sldmiral Togo. Er hatte die Kreuzer „Akaschi", „Jaschino" und -„Niitaka" so vor die Reede von Port Arthur, allerdings auf ganz weite Entfernung, sich legen lassen, daß sie beobachten konnten, wie unsere Schüsse ungefähr einschlugen und nach jedem meldeten sie mit Funkentelegraphie, tote ihre Beobachtung war, und wir konnten uns darnach korrigieren. Bald kam denn auch, allerdings nach einem Schuß der „Jaschima", das Signal „Treffer in der Stadt, Feuer". ,Die „Jaschima" signalisierte uns sofoH mit welcher Erhöhung sie geschossen hätte und genau die Seitenrichtung und nun begannen wir ein schnelles heftiges Feuer aus unseren mittleren und schweren Geschützen. Der Schiffskörper zitterte, und J&ie Leute arbeiteten schweißtriefend an bett Geschützen und unermüdlich ivurde die Munition herangeschäfft und wir hatten nur, allerdings ziemlich viel, zu tun, um zu verhindern, daß zu schnell nach jedem Schuß wieder geladen würde. Ich habe meine beiden Turmgeschütze stets sorgfältig feucht auswischen lassen. Denn wenn glimmende Pulverrückstände im Rohr bleiben, so kötrnen diese durch den Luftzug, wenn der Verschluß geöffnet wird, zu Heller Flamme werden, die hinten herausschlägt und das größte Unglück tarnt passieren.
Tie Leute waren damit gar nicht zufrieden, sie wollten so schnell tote möglich schießen, und fanden die Vorsicht wahrscheinlich nicht kriegsmäßig. Wir alle arbeiteten wie die Pferde, unsere Stimmen waren heiser, die Mundhöhle ausgetrocknet und das Gesicht mit dicker, grauer Kruste bedeckt.
Ich dachte gerade, es ist nur gut, daß die von Port Arthur iticht treffen, da im selben Moment ein Zischen in der Luft, ein furchtbarer Krach, dichter gelber Rauch um uns herum, eine hohe Flamme fchlägt empor. — Ich Erinnere mich noch, daß ich schreien wollte: Alles hittlegen! Mer weiter weiß .ich nichts mehr und auch nicht, .ob ich es getan habe. Als ich wieder zu Mir kam, lag ich vorne im Schiff im Lazarett mit Eis auf dem Kopf und der Arzt erzählte mir, es wäre eine schwere Granate zwischen dem Hinteren Turm und dem mittleren Aufbau auf Teck geschlagen. Ich hatte keine Verletzungen direkt bekommen, war aber dttrch den .Luftdruck hingeschleudert worden und hatte mich am Kopf gegen die Turmwand etwas kontusioniert; nach einiger Zeit war ich wieder so weit in Ordnung, daß .ich aufstehen konnte, besonders geistreich kam ich mir aber nicht vor. Ter Kopf brummte und ich ging herum tote im Traum. Der „Fuji" war schon wieder Anker auf gegangen und in See. Die Granate hatte furchtbare Verwüstungen angerichtet. Das Oberdeck war durchschlagen und im Zwischendeck alles weggefegt, was in ihrem Bereich stand. Die Deckstützen, teils krumm gebogen, teils herausgeschlagen und tote Geschosse immer um ihre Querachse herumwirbelnd, durch den Raum gesaust, eine stak tote eine Lanze in der Bordwand und rotnc zur Hälfte nach außen durchgegangen. Zwölf Leute, die gerade im Zwischendeck beschäftigt gewesen waren, hatte das Geschoß teils völlig irt Stücke zerrissen, teils schwer verwundet. Noch klebte das Blut und grauweiße Gehirnteile an den Tecks oben und unten und an den Wänden. Die Granatsplitter der krepierten Granate hatten teilweise auch das zweite Teck durchschlagen .und waren wie Geschosse in dasselbe hinuntergeslogen, .ohne dort scheinbar Schaden anzurichten. Im Oberdeck war ein .weites unregelmäßiges Loch gerissen und der Holzbelag sofort in Brand gesetzt worden. Immerhin war es ein Glück, daß die Granate, es war übrigens eine 30,5 Zentimeter nicht auf meinen Turm gefallen war, sonst wäre es weit schlimmer geworden. Unsere Türme, wie überhaupt ja die ganze Schiffspanzerung, ist nicht darauf eingerichtet, Geschosse, die von oben kommen, abzuwehren, und die Turmdecke wäre ohne Zweifel durchschlagen worden. Ich und die ganze Turmbesatzung hätten nicht nur auf eine weitere Fortsetzung des Krieges verzichten können, sondern auch die Turmgeschütze selbst. Hinter ihnen lag noch die Munition für zwei Schuß und diese wäre auch mit in die Lust gegangen. So war also noch manches Glück bei der Sache.
vermischter.
* A u s d e r S ch u l e. .In der „Tal. Rundschau" wird nach den Erinnerungen eines Lehrers erzählt: Aus der Geschichts- stnnde: Stein schuf einen freien Bürger- und Bauernstand und Scharnhorst.— besserte die Soldaten aus. — Im Westfälischen Frieden erwarb der Große Kurfürst Magdeburg, Minden und das Hinterteil von Pommern. — Bei Behandlung des Nibelungenliedes wurde gefragt: „Warum tränt Siegfried nicht sofort aus dem Quell?" „Er hatte sich in Schweiß gelaufen und wollte sich erst abkühlen!" lautete die Antwort. — „Hagen fand am Tonaustrande zwei Meerweiber" wurde gelesen. „Was sind Meettveiber?" fragte die Lehrerin. „Tas sind Waschfrauen, die
Base, Senat, Natal, Alter, Banat, Baal, Alba.
Ba se «at al ter
Ergänzimgsrätsel.
—be, —e, A—ut, M—d, S—z.
Statt der Striche sind passende Buchstaben zu sehen und zwar überall die gleiche Zahl, so daß bekannte Hauptwörter entstehen. Tie eingewgten Buchstaben müssen im Zusammenhang gelesen eine dichterische Zeitbezeichnung ergeben.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Silbendiamants in vor. Nr.r
am Meere waschen", wurde geantwortet. Tacitus war ein römischer Gerichtsschreiber. — Schenkendorfs rechte Hand war bei einem Duett verstümmelt worden.
Tie bösen Fremdwörter: Heute haben wir frei! Es ist Lehrerkonfusion! (Konferenz). — Rußland hat ein sentimentales (kontinentales) Klima. .— Das war ein Klang, der das Herz erfreut; — Das klang wie himmlische Zwiebeln (Chmbeln) hell! —
Eine Schülerin {ft, hinter der Vorsitzenden versteckt, eifrig .mit Schreiben beschäftigt. Tie Lehrerin veschlckgnahmt folgendes Billett: „Liebe fenma! ich mus dich doch auch mal ein Brif Schreiben. .Weiter weis ich nichts. Es grüßt Deme Hedwig." —; „Ich hoffe, daß.mein Brief Sie in frischem.Zustande antrifft", schrieb ein Knabe seiner Lehrerin. — Ein Knabe, der längere Zeit schwer krank war, wurde im Dorfe bereits totgesagt. Ein Bruder desselben wurde von der Nachbarin gefragt: „Wird Dein Brüderchen heut schon begraben?" —: „Ne", lautete die Antwort. ..— „So? Denn wohl morgen?" — Abermals „Ne!" — „Ja, wenn wird er denn begraben?" — „Ja, ick weit ok nich! Hei is noch nich dod!"
Literarischer.
— Zur Reform der höheren Mädchenschulenr «Alles Wesentliche, was sich zu diesem Thema beibringen läßt, gibt Else Croner in einem Leitartikel der „Frauen-Rundschau". Was sie über die Erweiterung und Vertiefung des Geschichtsunterrichtes in den oberen Klaffen sagt, muß die Zustimmung aller denkenden Köpfe finden. „Berliner Studenten mit neuem Tugendideal", so bezeichnet Erich Tempelhofer die Tendenz eines in Charlottenburg begründeten Bundes „E t h o s", der in einem energisch .abgefaßten Programm den geschlechtlichen Ausschweifungen den Krieg erklärt. Mich Tempelhoser sieht in der Entstehung dieses Bundes eine hocherfreuliche Kulturerschein- nng. Zur Erziehung der Frau in Amerika gibt Professor Mosso in Turin neue Gesichtspunkte, die Unabhängigkeit der amerikanischen Frau erklärt der Verfasser .in erster Linie aus wirtschaftlichen Tatsachen. J3n der belletristischen Beilage bedeutet die symbolische Erzählung der großen nordischen Schriftstellerin SelmaLagerlöf „Die Kassette der Kaiserin" eine Perle novellistischer Kleinkunst. Tie Japanerin, auf bereit Tun durch die Kriegsereignisse der letzten Monate das öffentliche Interesse im verstärkten Maße gelenkt ist, ist der Gegenstand einer mit mehreren Bildern gezierten Schilderung. Sollen wir unsere Kinder aufKären? Zu dieser brennenden Frage ergreift in der Kinderbeilage der Frauen-Rundschau Alice Wittmund das Wort, Se vertritt chen Standpunkt, daß glücklichere und natürlichere annlienverhältnisse entstehen werden, wenn alles Verheimlichen aufhört, denn der Bann des Geheimnisses hat noch stets eine Kluft bedeutet in dem Verkehr der Großen mit den Kleinen. Ter Pariser Modebericht des Sprechsaals bringt die Neuigkeit, daß die Trachten unserer Urgroßmütter unsere augenblicklichen Moden sind. Ein Haushaltungsbudget, aufgestellt nach dem Einkommen eines mittleren östreichischen Beamten, dürfte die Leserinnen der „Frauen-Rundschau" zum Meinungsaustausch anregen.
Kauswlrtlchaft-
Einmacheü der Erdbeeren. Gattenerdbeeren aller Att ' eignen sich hierzu am besten, welche man mit einem kurzen Ende des Stiels bei sehr trockenem, schönen Wetter abschneidet und so auf eine Porzellanschüssel legt, daß sie einander nicht berühren, wonach man sie dicht mit gestoßenem Zucker überstreut. Nun läutert man aus jedes Vg Kilo Früchte ebensoviel Zucker, oder noch .besser tut man, etwa ein Liter recht reife Walderdbeeren durch ein Sieb zu streichen, mit dem gleichen Gewicht Zucker zu vermischen und über gelindem Feuer dick einzukochen, dann durch ein Stück Musselin zn pressen und den so gewonnenen Saft nochmals aufzukochen und abzuschäumen. Nachdem der Saft ausgekühlt ist, legt man die Gartenerdbeeren samt dem darüber gestreuten Zucker hinein, stellt sie »um Feuer und läßt sie langsam heiß werden, wieder auskllhlen und abermals heiß werden, was man noch zwei bis dreimal fortsetzt, ohne daß die Beeren zum Kochen kommen dürfen, worauf man sie behutsam herausnimmt, in die Gläser legt und mit dem nochmals ausgekochten und wieder erkalteten Saft übergießen muß.
Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universitäts-Buch- und Stsiudruckerei. N. Lange, Gießen.


